Frage von Sebbi128, 89

Nur Durchschnittssätze bei Land und Forstwirtschaft?

Hallo, ich habe gelesen das die Umsatzsteuer bzw. Vorsteuer bei Land und forstwirtschaftlichen Betrieben nach Durchschnittssätzen § 24 UStG berechnet werden. Muss ich das so machen oder kann ich das auch normal machen? Danke

Antwort
von JustNature, 81

Ein Landwirt, der "nach Durchschnittssätzen" seinen Gewinn ermittelt, ist ein §13a-Landwirt. Dieser betreibt keine doppelte Buchführung, daher ist ein Optieren (Verrechnen der bezahlten und der erhaltenen USt mit dem Finanzamt nicht möglich.

Kommentar von Sebbi128 ,

Na muss man das machen oder kann man Regelbesteuerung wählen?

Kommentar von JustNature ,

Von einem Landwirt, der keine 20 ha hat, wird 13a-Gewinnermittlung verlangt, auch wenn er bereit ist, freiwillig Buch zu führen.

Regelbesteuerung geht aber nur bei penibler Buchführung.

Regelbesteuerung ist auch nur dann lukrativer als Pauschalierung, wenn ein Landwirt große Investitionen hat, z.B. kürzlich einen Laufstall für
500 000 € gebaut hat.

Kommentar von Looney199 ,

Auch unter 20 ha kann man wählen. Man kann erst 13a sein und dann auch auf die vereinfachte Buchführung ( weiß grad nicht wie sie heißt) umgesteigen. Hiermit kann man auch die Umsatzsteuer abrechnen. Es haben sich Sachen bei 13 a geändert, wodurch sich das nicht mehr unbedingt lohnt. Aber ein Steuerberater kann das durch rechnen und dann schauen, wo man besser wegkommt.

Kommentar von JustNature ,

Der Kommentar von "Looney199" stimmt nicht.

In der Verordnung von 2015 wird ausgeschlossen, daß ein 13a-Landwirt mit einer freiwilligen Buchführung den Gewinn fürs Finanzamt ermittelt.

https://www.finanzamt.bayern.de/Informationen/Steuerinfos/Zielgruppen/Land-_und_...

Kommentar von Helmuthk ,

§ 13a Abs. 2: Der Landwirt kann auf die Anwendung des § 13a verzichten.

Er kann den Gewinn nach § 4 oder nach Durchschnittsätzen ermitteln.

Dafür ist ein Antrag erforderlich.

So steht es auch in dem von Dir zitierten BMF- Schreiben.

Kommentar von JustNature ,

Ich weise den falschen Kommentar von Helmuthk energisch zurück. Laien sollten sich aus dem Thema einfach heraushalten.

Es ist rechentechnisch unmöglich und rechtlich unzulässig, als 13a-Landwirt die Umsatzsteuer mit dem Finanzamt zu verrechnen ohne daß man eine ordnungsgemäße "doppelte Buchführung" macht. Der Kleinlandwirt DARF eine doppelte Buchführung machen, aber dann darf der Gewinn nicht über 13a ermittelt werden sondern per G&V sowie Vermögensvergleich.

Es würde sich auch kein Steuerberater auf so einen Murks einlassen. Zur Errechnung der Umsatzsteuer muß jeder Geschäftsvorfall verbucht werden, eine saubere Belegsammlung, ein Kassenbuch etc. ist erforderlich.

Weiterhin macht es für einen Kleinlandwirt (13a) keinerlei Sinn, die Umsatzsteuer-Verrechnung mit dem Finanzamt zu erzwingen, da er mit Pauschalierung viel besser fährt und die Pauschalierung ja speziell für diesen Landwirtekreis erfunden wurde.

Kommentar von Helmuthk ,

Ich als Laie habe nur über 10 Jahre in einer Landwirtschaftlichen Buchstelle gearbeitet.

Und ob der Antrag eines 13a- Landwirtes auf Ermittlung des Gewinns nach § 13 Sinnvoll ist oder nicht, spielt her keine Rolle.

Mir ging es nur darum darzustellen,dass Du als Fachmann nicht erkannt hast, dass das von Dir genannte Schreiben ein BMF- Schreiben ist und dass dem Landwirt auch der Antrag zusteht, zur Buchführung zu wechseln.

Kommentar von Helmuthk ,

Erde an @Justnature!

Jemand zu Hause?

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community