Frage von Bischantrus, 75

Nur Austretende Dispersionsfarbe oder doch Schimmel an Innenwand?

Hallo, ich habe an einigen Stellen der Innenwände (sowohl Grundmauern als auch Gipskarton) auf der Farbe sowas wie kristalline Austretungen die stellenweise fast aussehen wie ein Geflecht aus Schimmel. Sie sind jedoch nicht flaumig und weich sondern einfach kristallin und trocken, beim drüberstreifen bröselt es ab und fällt als weißer feinkörniger Staub runter. Teilweise ist die Tapete bzw. Farbe dort leicht zersetzt und die Tapete gewölbt, man merkt, dass der Putz darunter lose ist. Das Objekt ist gut 100 Jahre alt, wurde 2010 laut Nachbarngünstig saniert, steht in ehem. Hochwassergebiet und hat ein Problem mit aufsteigender Feuchtigkeit, was man auch an einer im Hausflur laufenden Mauerwerkstrockenlegung per Injektionsverfahren sieht.

Nun hatte ich befürchtet es sei Schimmel und der Vermieter hat einen Angestellten mit einem Architekten geschickt. Der hatte ein Hygrometer und einen ellektrischen (2 Kontakte) Feuchtemesser für die Wände dabei. Die Werte lagen zwischen 20 und 50%, er sagte es ist zwar erhöht aber gerade die Oberflächenfeuchte sei zu gering für Schimmel.

Das Phänomen beschrieb er so: Bei der Sanierung wurde Dispersions- statt Latexfarbe genutzt. Die Feuchte im Mauerwerk drückt es nun aber raus und dabei lösen sich Farbpartikel, die dann als kristalliner Staub an der Tapete haften und bei Berührung als weißer Staub abfallen, dadurch ist die Tapete auch an schweren Stellen wie leicht zersetzt. Der lose Putz könnte ebenso durch Feuchtigkeit und falschen Putz oder aber durch nicht vollständiges entfernen des alten Putzes herrühren.

Frage - ist das plausibel oder kann es doch Schimmel sein?

Und im Treppenhaus wo aktuell die Mauerwerckstrockenlegung läuft sieht man am freigelegten Klinkerwerk und an noch teils verputzten Stellen kleine weiße Kügelchen - der Architekt meinte, dass seien Styropor Kugeln die Bestandteil des Putzes seien - ist das wirklich so?

Danke vorab und Grüße

Antwort
von newcomer, 61

der Architekt wurde für seine Aussagen sehr gut bezahlt. Hole dir Bausachverständigen und lass das nachprüfen. Wenn in Innenwänden Gipskartonplatten verlegt werden kühlt dahinter das Mauerwerk aus. Dies kann zu Betauung führen. Durch diese Platten wird verhindert dass die Wand atmen kann sprich eventuelle Feuchte nach Innen abgeführt wird. Dies kann sehr schnell zu Schimmel führen. Die Mauertrockenlegung mit Injektionsverfahren ist sehr fragwürdig und in vielen Fällen sinnlos bzw wirkungslos.
Ein unabhängiger Gebäudefachmann soll sich das genauestens anschauen und vor allem die austretenden Substanzen labortechnisch untersuchen lassen

Kommentar von Bischantrus ,

Hallo, leider wohne ich ja nur zur Miete und Sachverständige sind sehr teuer. Ich habe nun die Idee, bei 3 regionalen Malerfirmen die auch Schimmelsanierung anbieten nachzufragen, ob sie sich den Schaden ansehen und einschätzen könnten - inkl. KVA zur Sanierung für die Hausverwaltung, wenn ich dann dazu Aussagen von 3 Quellen habe, sollte es mir doch auch bereirs gute Anhaltspunkte bieten, ob der Architekt die Wahrheit sagte - wenn die dann sagen, es sei doch Schimmel, kann ich immer noch erneut auf die Hausverwaltung zugehen - oder?

Kommentar von newcomer ,

das ist auch ein Weg aber bei den 3 Malerfirmen sehe ich das Problem dass sie Geld verdienen wollen sprich das was du vermutest automatisch zustimmen. Dagegen kann der Hausbesitzer angehen da die Aussage nicht von Bausachverständigen gemacht wurde. Falls die Malerfirmen gute Ausstattung haben z.B. Mikroskop oder Ähnliches um den Schimmel eindeutig festzustellen hast du die besseren Argumente

Kommentar von pharao1961 ,

@ Bischantrus:

Wieso herrscht die Meinung, Sachverständige wären grundsätzlich sehr teuer??? Bei mir kostet eine Erstberatung gerade mal 99 € incl. MWSt. und An- und Abfahrt. Ist das zu teuer?

Kommentar von Bischantrus ,

Das mag noch ok sein, wobei ich auch die dann nur im Rahmen eines Rechtsverfahrens beauftragen würde. Bei mir in der Nähe von Zwickau habe ich jedoch nur mehrere hundert Euro teure gefunden,

Antwort
von pharao1961, 39

Nein, das sind einfach Ausblühungen aus der Wand. Mit einem solchen Messgerät läßt sich auch nicht sicher die Wandfeuchte bestimmen. Die Wand kann auch versalzen sein und wenn die mal feucht war, dann ist sie es garantiert. Diese Geräte reagieren auch auf Salze, da die elektrisch gut leiten. Halte so ein Gerät mal in einen Topf mit Salz - da wirst du ein Auge kriegen!


Zum Glück wurde keine Latexfarbe benutzt! Die hätte die Wand komplett abgesperrt. Die Feuchtigkeit, die normalerweise (wenn nicht versalzen) mal 1 Meter hoch steigt (wenn versalzen, dann auch mal 2 Meter) würde dann noch höher steigen. Ich hoffe, der Architekt hat für seine Aussagen nicht auch noch Geld bekommen...


Kommentar von Bischantrus ,

Ok und sind die gefährlich? Kann ich die einfach absaugen oder dranlassen?

Kommentar von Onki73 ,

Das Salz ist ungefährlich. Abfegen, wegfegen, wegsaugen.

Antwort
von TanjaS1972, 22

Mach einfach einen Abklatschtest - der zeigt dir, ob es Schimmel ist oder nicht. Kostet nicht viel und du hast Sicherheit - würde es bei aqa (SchimmelCheck Oberflächen googeln) machen lassen.

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