Nur AM Führerschein.Macht es einen Unterschied ob ich Entdrosseln eine 50ccm oder 125ccm fahre?

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3 Antworten

Ein Fahrzeug mit weniger als 50ccm und mehr als 45km/h ist ein vollwertiges Kraftrad, somit zulassungspflichtig und dadurch steuerpflichtig - auch bei weniger als 125ccm, da es kein (zulassungsfreies) Leichtkraftrad sein kann - diese haben mehr als 50ccm..

Neben dieser Steuerhinterziehung kommt unter Umständen noch ein Betrug zum Nachteil der Versicherung in Frage, und zwar dann, wenn der Beitrag, den du für deinen Eigenbau eigentlich zahlen müsstest, höher ist als der, den du tatsächlich gezahlt hast. Du hast dir durch deine vorsätzlich falschen Angaben somit einen Vorteil auf Kosten der Versicherung erschlichen.

Durch das Frisieren auf 70 km/h erlischt die Betriebserlaubnis, da die Fahrzeugart geändert wurde, zusätzlich könnte je nach Art des Frisieres eine Verschlechterung des Abgas/Geräuschverhaltens vorliegen.


Fährst du dagegen einfach nur mit einer angemeldeten und versicherten 125er, ist das aus strafrechtlicher Sicht weitaus weniger schwerwiegend.

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Kommentar von Flexer1
06.10.2016, 20:53

Danke für deine Antwort.

Aber entweder habe ich die Frage falsch gestellt,oder du falsch verstanden.

Ich meinte natürlich Wen ich die 125ccm ganz normal angemeldet fahre,oder die 50ccm mit 70kmh fahre.

Ob es da strafrechtlich einen Unterschied gibt.

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Kommentar von 19Michael69
06.10.2016, 23:35

Ich kann deiner "Steuerhinterziehungs-Theorie" durchaus folgen und sie klingt auch logisch. Erlöschen der Betriebserlaubnis ist auch klar.

Bist du dir aber sicher, dass die Einteilung der Fahrzeugklassen so auszulegen ist? Und selbst wenn, wird das in der Praxis wirklich so umgesetzt?

Zumal er die Verstöße in Tateinheit mit einer Straftat begeht und dabei höchstwahrscheinlich nur der schwerwiegendere Verstoß geahndet wird. Und das ist die Straftat des Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Dann dürften bei 50 ccm die 3,68 Euro ~ gerundet 4,00 Euro ~ Steuerhinterziehung wirklich sein kleinstes Problem sein ;-)

Viel problematischer sehe ich die unzureichende Haftpflichtversicherung und die auf ihn zukommenden Regressansprüche der Versicherung im Falle eines Unfalls.

Gruß Michael

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Hallo Luigi,

im Strafrecht sieht es vor allem so unterschiedlich aus, weil es da nicht einfach mal so einen Bußgeldkatalog gibt, den man aufschlagen und das entsprechende Bußgeld nachlesen kann.

In beiden beschriebenen Fällen handelt es sich vorrangig um Fahren ohne Fahrerlaubnis und das ist eine Straftat.

https://dejure.org/gesetze/StVG/21.html

migebuff hat sich bei seiner Antwort sehr viel Mühe gegeben. Ich denke dennoch, dass in jedem Fall die Straftat der hauptsächlich geahndete Verstoß sein wird.

Er hat aber vollkommen Recht damit, dass man mit der frisierten 50er noch mehr Ärger bekommen kann. Vor allem mit der Versicherung im Falle eines Unfalls.

In dem speziellen Fall deines Kollegen hat er mit der hoffentlich ordnungsgemäß haftpflichtversicherten 125er zumindest keine Probleme mit der Versicherung.

Hier schließt sich dann wieder der Kreis zu den unterschiedlichen Strafmaßen im Strafrecht.

Hier entscheidet dann nämlich ein Richter über das Strafmaß und alle Begebenheiten des Vorfalls werden in die Waagschale geworfen.

War es nur eine Polizeikontrolle durch die man deinem Kollegen auf die Schliche gekommen ist, oder hat er gar einen Unfall verursacht.

Auch wird ein Jugendlicher, der nur einmal aus Dummheit auf dem leider doch öffentlichen Feldweg gefahren ist, sicher ein milderes Urteil erwarten können, als dein Kollege.

Er fährt (wahrscheinlich) täglich auf öffentlichen Straßen und zur Arbeit.

Das ist zum einen viel gefährlicher und zum anderen ist das Vorsatz. Das wird auf jeden Fall härter bestraft.

Weiterhin spielen dann auch das Alter und wie einsichtig ein Beschuldigter ist und wie er sich vor Gericht gibt und benimmt eine Rolle.

Versuche ihn zur Vernunft zu bringen - vor allem im Sinne aller anderen Verkehrsteilnehmer.

Viele Grüße

Michael

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Ob es Unterschiede macht, kann ich nicht sagen, da ich mich im Strafrecht nicht auskenne. 

Aber Du wirst dadurch deine berufliche Zukunft einschränken, da Straftaten im polizeilichen Führungszeugnis eingetragen werden.

Sicherlich ist es dann "nur" wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis. 

Aber möchte man z.B. Speditionskaufmann werden, könnten Speditionen abwinken.

Nebenbei Taxi wird man auch  nicht fahren können, weil Taxiunternehmer Leute die auf Michael Schumacher nicht benötigen.

Eine Vorstrafe kann sehr viel im späteren Leben bewirken ...

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