Frage von melanie1106,

notarieller Erbverzicht

Hallo,

ich habe einen Erbverzicht beim Notar unterschrieben. Mein Vater hat damals eine finanzielle Notsituation ausgenutz, sonst hätte ich das nicht gemacht. Wenn ich nun der Meinung bin, dass die damals gezahlte Summe in keinem Verhältnis zu dem eigentlichen Erbe steht, kann ich das dann anfechten??? Hab mal gelesen, wenn er mir das zu erwartende Erbe nicht offengelegt hat, sei das ganze sittenwidrig?? Für meine Kinder habe ich in dem Vertrag auch gleich verzichten müssen. Geht das überhaupt? Hier geht es ja um einen Vorteil für die Kinder... Da kann man diese doch eigentlich gar nicht als Mutter vertraglich von ausschließen

Antwort von imager761,

Notariell beurkundete Verträge setzen

  • Geschäftsfähigkeit der Beteiligten
  • Rechtsbelehrung der Vertragsinhalte

voraus.

Wenn du den Erbverzicht unterschrieben hast, kannst du weder einen sittenwidrigen Vertrag geltend machen (den der Notar so garnicht beurkunden durfte) noch dich auf Irrtum in der Sache berufen, weil du die Vermögensverhältnisse nicht kanntest.

Anders ausgedrückt: Wenn du, zumal für deine Kinder, das unterschrieben hast, wäre es deine Pflicht gewesen, dich über den Vertragsgegenstand (Vermögenslage) vorher zu informieren.

Fazit: Notariell beurkundete Verträge sind "wasserdicht", nur bei gröbster Obliegenheitsverletzung (fehlen Sittenwidrigkeitsprüfung, Unterschrift unter Gewalt erzwungen, fehlende Geschäftsfähigkeit) könnte man den entstandenen Schaden als Regress der Berufshaftplichtversicherung des Notars gegeüber geltend machen :-(

G imager761

Antwort von WetWilly,

Bei einem notariellen Erbverzicht hast Du so schlechte Karten, dass sich wahrscheinlich noch nicht mal 50,- Euro für eine Erstberatung bei einem Anwalt lohnen.

Wenn der Vertrag tatsächlich sittenwidrig sein sollte, könntest Du versuchen, gegen den Notar vorzugehen.

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