Frage von Railroad, 58

Notar und Hausfinanzierung - kann mir jemand helfen?

Guten Abend liebe Community,

Meine Eltern haben sich heute ein Haus gekauft. Beim Notar war ich auch dabei und habe mir von der Seite alles angehört. Wir waren also Ich, Mutter und Vater dann die Verkäufer (Eheleute) unsere Maklerin und der Notar. Alles verlief wie auch beim ersten mal, alles durchgegangen, alles unterschrieben. Am Ende hat der Notar nochmal alles vorgelesen und ich glaube er könnte den schnellsten Rapper der Welt locker toppen. Man hat zwar gehört das es Wörter sind aber nichts wahrgenommen.

Nun zum Punkt: Am Ende standen wir alle auf schüttelten uns die Hände und gingen raus, dann sagte der Notar, Sie bleiben noch bitte kurz da und die Maklerin mit den Verkäufern liefen raus. Beim ersten Hauskauf war sowas nicht. Alles wurde durchgesprochen und alle zusammen gingen weg.

Dann hat er was ausgedruckt und wollte nochmals Unterschriften haben. Darin stand was von 15% auf Nachfrage erklärte er mir Banken geben mind. 12% und höchstens 20%. Falls man nicht zahlen kann wird die Bank einen Anwalt beauftragen und es kommt zu einer Zwangsversteigerung. die 15% kommen von dem Darlehen z.B von 200.000,00€ und falls die Sache mal länger dauert müssen wir jedes Jahr die 15% bezahlen damit deckt die Bank alle laufende Kosten die dann ja wir bezahlen. Noch stand da was einmalig was von 5%. Die Mutter macht sich große Sorgen und hat´s wahrscheinlich nicht selber verstanden.

Kann mir jemand sagen was Banken heute da verlangen. 15% vom Darlehen und 5% einmalig falls man nicht mehr zahlt. Ist das normal? Wie heißt es. Da die Dokumente ja abgeschickt wurden hat keine Seite was auf der Hand. Beim ersten Hauskauf damals haben wir sowas nicht gehabt.

Bitte um Hilfe!!

Antwort
von schelm1, 56

Aufrgund eiener vom Verkäufer im Kaufvertrag zu Gunsten des Käufers erteileten Belastungsvollmacht durften Ihre Eltern im Anschluß an die Kaufvertagsbeurkung eine Grundschuld für die finazierende Bank bestellen, ohnen nochmals einen neuen Termin dafür beim Notar zu vereinbaren. Die Belastungsvollmacht hat den Inhalt, dasss der Erwerber den Grundbesitz bereits zu finanzierungszwecken des Kaufpreises zu Gunsten seiner Bank belasten darf, obwohl er noch nicht Eigentümer des gekauften Objektes ist. Der Notar wacht darüber , das Valutierungen (eine Überweisung) des Bankdarlehen vornehmlich zur Bedienung des vereinbarten Kaufpreises fließen.

Da diese Beurkundung des Grundpaandrechtes für die Bank ausschließlich Angelegenheit der Eltern war, haben die übrigen Anwesenden, wie in solchem falle üblich, den Beurkundungsraum verlassen.

Der in der Grundschlud genannte Zinssatz ist der sogenannte dinliche  Zins und hat mit dem Zinsatz, der im Darlehensvertag mit der Bank vereinbart ist, nichts zu tun.

Die Grundschul nebst den darin verinbarten dinglichen Zinsen dient ausschließlich der Absicherung des Darlahens. Mit der Höhe des dingl. Zinses federt man evtl. künftige Zinsentwicklungen ab, falls es einmal zur Verwertung dieser als Sicherheit als für das eigentliche Darlehen engetragenen Grundschuld kommen sollte, was bei Ihren Eltern hoffenlich nie der Fall sein wird.

Ist das Darlehen irgenwann mal zurückgezahlt, kann diese Grundschuld im Grundbuch gelöscht werden.

Folglich sind alle Dinge beim Notar völlig korrekt abgelaufen und weder Sie, noch Ihre Eltern müssen sich deshalb irgendwelche Gedanken machen.

Antwort
von Hufnagl, 43

Nur keine Panik.

Deine Eltern brauchen für die Kaufpreisfinanzierung ein Darlehen. Als Absicherung dieses Darlehens wird im Grundbuch eine Grundschuld zzgl. Zinsen und Nebenleistung eingetragen.

Was deine Eltern regelmäßig zahlen müssen, ergibt sich allerdings nur aus dem Darlehensvertrag, der nicht beim Notar unterzeichnet wird.

Im Grundbuch wird die Grundschuld deshalb mit so hohen Zinsen eingetragen, damit der künftigen Zinsentwicklung Rechnung getragen wird. Da ein Immobiliendarlehen oft auf viele Jahre bzw. Jahrzehnte vereinbart wird, ist daher eine vorsorgliche Eintragung von Höchstzinsen ganz normal. Würde man jetzt nämlich nur die Zinsen im Grundbuch eintragen, die auch tatsächlich gem. Darlehensvertrag anfallen, dann müsste die Grundschuld vielleicht in 10 Jahren wieder angepasst werden, wenn sich die Zinsen erhöhen, was nur unnötige Kosten und Rangprobleme im Grundbuch verursacht.

Die Nebenleistung ist ebenso ein weiteres, übliches Sicherungsmittel. Sollte nämlich die Zwangsversteigerung durchgeführt werden, dann können mit diesen Nebenleistungen die dabei anfallenden "Nebenkosten" mit-vollstreckt werden.

Wenn deine Eltern das Darlehen also ganz normal zahlen können, haben sie nichts zu befürchten. Im Übrigen ist hinsichtlich der laufenden Zahlungen also nur der Darlehensvertrag maßgeblich.

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