Frage von klixFlux, 22

Nimmt Gewalt in Filmen zu, bzw. was sagt es über unsere Gesellschaft aus wenn dargestellte Gewalt immer mehr zur Norm wird?

Antwort
von ceevee, 9
Nimmt Gewalt in Filmen zu

Nein, tut sie nicht. Gerade Horrorfilme - ein Genre, in dem man viel Gewalt sieht, kann man immer auch gewisse Trends beobachten... momentan geht der Trend meiner Ansicht nach weg von den Saw/Hostel-Folterpornos und hin zu Found Footage und klassischen Gruselfilmen a la Conjuring, Insidious und Co.

Dahingegen waren die 1970er eine blutige Zeit für den Horrorfilm, es gab Giallos, einige heute berühmte Slasherserien haben ihren Anfang gefunden und mit den Zombies gings da auch los. Der Gewaltgrad war damals also höher als heute. Eine Reportage wie "Mama Papa Zombie" hat schon lange keiner mehr produziert.

was sagt es über unsere Gesellschaft aus wenn dargestellte Gewalt immer mehr zur Norm wird?

Und auch da gehe ich nicht mit. Zum einen war Gewalt schon immer in Filmen präsent (siehe oben), zum anderen können die Leute auch schon immer bei einem bestimmten Reifegrad zwischen Gewalt und Fiktion unterscheiden. Ich hab letztens gesagt bekommen, dass ich einen ernsten Filmgeschmack habe, also Horror- und Actionfilme oder Thriller den Komödien und Animationsfilmen vorziehe. Trotzdem suche ich das Weite, wenn es um Tierschlachtungen geht, ich gehe ungern in Krankenhäuser und Unfälle muss ich mir auch nicht angucken. Und ich bin mir sicher, es gibt noch mehr von meiner Sorte. Filme sind erstmal einfach nur ein Hobby, mehr nicht - weil ich einen Mörder in einem fiktiven Film sehe, werde ich nicht plötzlich gewaltbereit. Hast du eigentlich irgendwelche Belege für deine steilen Thesen?

Kommentar von klixFlux ,

Ich sagte "was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn" Und ich habe keineswegs die These aufgestellt, dass es uns in unserem Handeln beeinflusst (wobei ich das nicht ausschließen würde).Vielen Dank für deine Antwort. Die Doku ist spannend

Kommentar von ceevee ,

was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn

Ich würde sagen, dass dann die Nachfrage nach "Gewalt in Filmen" gestiegen ist. MmN. ist das dann aber nicht die Ursache von realer Gewalt, sondern eher ein Katalysator. Jemand, der wegen eines Videospiels oder eines Films ausrastet, würde auch ausrasten, wenn er bei McDonalds zu lange in der Warteschlange steht. Das Problem ist die Person bzw. es liegt in der Gesellschaft.

Bei Schulamokläufen (die wir Gott sei dank lange nicht mehr hatten), zum Beispiel ist es sehr viel einfacher,  auf die Terrorfilmen oder die Killerspiele einzuprügeln, anstatt mal etwa darüber nachzudenken, was man gegen Mobbing, Medikamentenmissbrauch und für die Früherkennung psychischer Erkrankungen machen könnte.

Antwort
von valentin1842, 14

Ich schätze unsere Gesellschaft wird immer stärker abgehärtet. Um dann noch "Unterhaltung" zu genießen müssen dann halt immer heftigere Medien genutzt werden.

Antwort
von Steffile, 14

Es bedeutet, dass die Leute so gelangweilt sind, dass sie starke Stimulationen brauchen.

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