Frage von Garfield1111, 75

Nierenprobleme beim Hund, Phosphorwert schlecht, wer hat Tipps oder Erfahrungen, was ich tun kann?

Hallo, Ich habe einen 9 Monate alten Pekinesen, die leider beide Nieren geschädigt hat. Dies wurde mit etwa 6 Monaten in der Tierklinik festgestellt. Beide sind zu klein und verformt. Der Harnwert war damals schon schlecht, sie trank schon immer viel, hatte öfters eine Harnwegsentzündung. Die letzte Blutuntersuchung ergab nun, dass die Nieren kein oder wenig Phosphor abbauen, der Wert war ziemlich schlecht. Schilddrüsenwert war auch nicht Ok. Die beiden Nierenwerte, an denen man wohl ein kommendes Nierenversagen sehen könne waren zum Glück im Normbereich. Die Ergebnisse von der Urinprobe bekomme ich Dienstag. Jetzt bekommt sie wegen ihres Alters noch kein Nierendiätfutter, wegen Allergien füttere ich Platinum Chicken, zuvor bekam sie Wolfsblut Puppy. Wenn ich die Inhaltsstoffe wie Phosphor etc von Platinum mit einem Nierendiätfutter vergleiche, ist da fast gar kein Unterschied, Phosphor ist z.B statt 1% nur 0,95% , Proteingehalt ist eigentlich auch gleich. Macht das dann überhaupt einen Unterschied, wenn die Bestandteile fast gleich sind?? Und weiß vielleicht jemand, ob es irgendwas gibt (was pflanzliches), was gut für die Nieren ist? Sie hat auch starken Juckreiz der mit den Nieren zusammenhängt, gibt es da wohl was gegen ?? Ich mache mir einfach große Sorgen, die kleine war schon unzählige Male beim TA oder Tierklinik, möchte ihr einfach helfen. Würde mich über Antworten, Erfahrungen oder Ratschläge freuen. Liebe Grüße

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von YarlungTsangpo, Community-Experte für Hund, 35

Hallo Garfield 1111,

habe hier auch einen Hund der durch eine vermutlich unbehandelte Blasen- mit folgender Nierenentzündung schlechte Nierenwerte hat/ hatte.

Wichtig ist, daß Du eng mit einem guten Tierarzt zusammen arbeitest.

Als unser Hund zu uns kam waren die Nierenwerte schlecht, die Schilddrüsenwerte nicht in Ordnung. Er war sein erstes Jahr an der Kettenhaltung großem Stress ausgesetzt gewesen.

Solche Stressbedingungen spielen bei Erkrankungen von Organen und Drüsen auch eine Rolle.

Du solltest dringend einen Ernährungsberater für Hunde hinzuziehen!

Denn: Der Phosphorgehalt im Blut deines Hundes wird beeinflusst durch den Proteingehalt des Futters und dieser ist mit 26 % Rohprotein schon bei einem normalen Asiatischem Hund viel zu hoch!

Erst recht bei einem nierenkranken Hund! Der Proteingehalt durch hochwertiges Protein aus reinem Muskelfleisch muß dringend runter. Bei ca. 18 - 19 % Anteil sollte er maximal liegen.

Unser Hund hat inzwischen sehr gute Nieren - und sehr gute (für Asiaten) Schilddrüsenwerte.

Was haben wir also gemacht? Wir hatten eine komplette Futterumstellung von Fertigfutter auf selbst zubereitetes Futter, eine Ernährungsberatung welche das Protein durch reines Fleisch erheblich absenkte und das Beifüttern von gekochten Kohlehydraten aus Reis, Hirse, gelegentlich Buchweizen, gedünstetes Gemüse deutlich erhöhte.

Statt phosphorhaltigen Knochen oder Knochenmehl gibt es nur noch Eierschalenpulver, Kräuterzusätze und Hefe, sowie Hagebuttenpulver.

Zudem ist eine Mitwirkung des Tierarztes in punkto Ernährung und Ernährungszusätze bei nierenkrankem Hund sehr zu empfehlen. Es gibt einige Zusatzmittel welche dem nierenkranken Hund helfen können möglichst lange gut damit zurecht zu kommen.

Also: Proteingehalt Deines Futters ist für die Nierenerkrankung Deines Hundes extrem zu hoch!

Kommentar von YarlungTsangpo ,

http://www.berlin-tierhomoeopathie.de/fuetterung_cni.html

Lese Dir bitte den Link gründlich durch und stelle umgehend Deine Fütterung entsprechend um!

Kommentar von Garfield1111 ,

Hallo, danke für deine hilfreiche Antwort. Gestern waren wir wieder beim Tierarzt, um eine weitere Urinprobe zur Bakterienuntesuchung einzureichen. Es wurde nochmal ein Ultraschall gemacht. Beide Nieren haben sich stark verschlechtert, Nierenmark und Nierengewebe geschädigt, die rechte ist gar nicht mehr gewachsen, die linke ist völlig verformt :-(

Hinzu kommt noch, dass die Niere das ganze Wasser was sie trinkt direkt in die Blase durchlässt, der Körper trocknet quasi aus obwohl sie unmengen trinkt.

Unser TA selber befürchtet, dass sich trotz Behandlung vielleicht nicht mehr lange macht...

Sie bekommt nun einen Phosphatbinder zum Futter, und das jetztige Futter bekomt sie nicht mehr. Da sie für eine Nierendiät noch zu jung ist (eigentlich auch für den Phosphatblocker) bekommt sie nun ein gutes Nassfutter, liegt im Proteingehalt bei 16% , beschränkt sich auf einer Eiweisquelle und Phosphor liegt nur bei 0,25%, also vergleichbar mit einer Nierendiät. Scheinschwanger ist sie auch noch, können wir aber NOCH nicht behandeln da das Risiko zu hoch ist das ihre Nieren das nicht schaffen.

Ich hoffe nun das sich ihr Körper schnell wieder etwas erholt, damit sie nicht schon so früh gehen muss.

Kommentar von YarlungTsangpo ,

Hallo Garfield1111, Du solltest Dich bemühen dem kleinen Löwenhund das Leben so angenehm und auch "ausgefüllt" zu machen!

Selbst wenn er es nicht schaffen sollte, so soll er eine schöne Zeit auf Erden verbringen. Bitte suche Dir einen guten Tierheilpraktiker!

Dieser kann Dir und dem Hündchen helfen. Eventuell noch stabilisierend, Lebensenergie aufbauend einzugreifen.

Schon ein puppy Trockenfutter mit 32 % Rohprotein ist für Kleinhunde und erst recht aus Asien ein No Go.  Erst recht wenn dann noch angeborene Nierenfehlbildungen vorliegen.

Du solltest mit Attest vom Tierarzt den Züchter des Hundes schriftlich von der Diagnose unterrichten. Der Fehler ist angeboren und der Züchter müsste Dir zumindest den Kaufpreis erstatten.

Das macht natürlich Deinem Kleinen Mandschuren nicht mehr gesund, hilft Dir aber die Tierarztkosten etwas abzudecken.

Der Tipp des Tierarztes ist gut - Feuchtfutter ist nierenschonender als Trockenfutter. Du könntest mit Beimischung von etwas Reis den Phosphorgehalt weiter etwas nach unten drücken. Reis entwässert. 

Aber: Bitte lasse Tierheilpraktiker und Tierarzt ihre Kunst versuchen. 

Ich drück Deinem Kleinen und Dir die Daumen, daß ihr Beide noch eine schöne Zeit miteinander haben könnt.

Antwort
von FelixFoxx, 40

Der Juckreiz kommt von den hohen Phosphatwerten, ist bei Dialysepatienten genauso. Wir Dialysepatienten müssen bei jeder Mahlzeit einen Phosphatbinder nehmen. Frag mal den Tierarzt, ob das auch bei Hunden möglich ist. Besonders viel Phosphat ist leider in Fleisch drin, auf das man beim Hund ja nicht verzichten kann.

Kommentar von Garfield1111 ,

Danke für deine Empfehlung mit dem Phosphatbinder, sie bekommt seit gestern einen zu jeder Mahlzeit. Eigentlich ist sie noch zu jung dafür, aber ohne ist ihre Überlebenschance gleich Null...

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