Frage von tommy40629, 60

Niedergang und Auflösung der Weimarer Republik 1929 - 1933?

Hey!

Ich habe eine kurze Frage:

Die Weimarer Republik hatte in den Jahren nach 1923 bis 1925 einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verzeichnen:

  • Nach der Währungsreform von 1923 ging die Arbeitslosigkeit zurück.
  • Die junge Republik wurde nun von vielen Menschen optimistischer betrachtet
  • Die Demokratie schien sich zu stabilisieren
  • Im April 1925 wird Paul von Hindenburg Reichspräsident

In der Zeit von 1929 - 1933 gilt dann:

Das Deutsche Reich hatte erneut Probleme, wegen der Weltwirtschaftskrise und weil US-Banken wichtige Kredite aus Deutschland abzogen.

Den Abzug der US-Kredite habe ich nicht aus dem Geschichtsbuch, sondern aus Dokus.

Jedoch hatte der Abzug der US-Kredite infolge des Börsenkrachs in der USA, fatale Folgen für die junge Republik. In der Doku wurde das sehr schön erklärt.

Ist auch allgemein bekannt, dass die USA die Kredite abgezogen haben und dass dies Deutschland sehr getroffen hat?

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Antwort
von EUWdoingmybest, 28

Ja ich erinnere mich schwach daran aus meinem Geschichts-LK.

Deutschland musste unverhältnismäßig hohe Reparationskosten zahlen, was sie kaum leisten konnten. Also versuchten sie sich hoch und noch höher zu verschulden, damit sie von den Siegermächten als nicht zahlungsfähig angesehen wurden.

USA gewährte Deutschland zunächst sehr hohe Kredite, damit sie das Geld vernünfitg anlegen und ihr eigenes Guthaben erhöhen. Doch Deutschland "verschwendete" es nur weiter.

Deshalb hörte die USA auf, weitere Kredite zu geben und überlegte sich mit den anderen eine neue Summe von Reparationszahlungen. Meines Wissens sogar ohne Frankreich. (Diese wollten Deutschland glaub ich auch komplett ausbluten lassen).

Hängt mit verschiedenen Plänen von den USA zusammen. Google mal "Young-Plan".


Kommentar von tommy40629 ,

Den Inhalt aller 5 Pläne kenne ich seit Gestern. Super, dann lasse ich es drin. Danke!!!!

Kommentar von Maxieu ,

"unverhältnismäßig hohe Reparationskosten"

Gemessen woran?

An den Schäden, die deutsche Truppen im Ausland angerichtet hatten?

Zur Erinnerung (und zwar unabhängig von der Kriegsschuldfrage):
1. Deutschland hat die Nachbarstaaten angegriffen.
2. Der Bodenkrieg (also praktisch der ganze Krieg) fand außerhalb Deutschlands statt.
Na, da ist Deutschland also noch gut weggekommen.

Oder an den Reparationen, die Deutschland Frankreich nach dem Krieg 1870/71 auferlegt hatte?

Da käme das Weimarer Deutschland  im Vgl. auch nicht so schlecht weg.

Oder an der Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft?

Hier liegt der Punkt.
D. hat in dem kurzen Zeitaum, um den es hier geht (5-7 Jahre) nicht genug Außenhandelsüberschüsse erwirtschaftet, um die Reparationszahlungen in ausländischen Devisen leisten zu können.
Daher rührt ein Teil der Kreditaufnahme im Ausland.

Ich habe die ersten beiden Punkte angesprochen, um der Skandalisierung der Reparationsfrage in Deutschland, die bis heute
anhält ("Reparationen bis 1988? Wahnsinn!"), ein bisschen den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Kommentar von EUWdoingmybest ,

Sicherlich war der angerichtete Schaden immens hoch.

"Unverhältnismäßig" meinte ich in dem Sinne, dass Deutschland diese Summen garnicht zahlen konnte. Klar, man hätte die Reparationszahlungen in kleinen Happen, per Raten, abzahlen können, wie es auch geschehen ist, nach Änderung der Geldmengen. Aber schon die verringerten Zahlungen wurden, wie du sagtest, erst Ende der 80er Jahre, ganz abbezahlt. (Hier glaube ich dir mal, denn ich weiß es gerade selber nicht)

Ist es nicht für die Siegerstaaten wesentlich profitabler, wenn sie Deutschland zu neuem Wohlstand zu verhelfen, und durch den Handel mit selbigem sich neue Absatzmärkte erschließen lassen? Wenn ich mich nicht irre, war das auch ein Ansatzpunkt für die USA und Großbritannien.

Kommentar von mepeisen ,

Das ganze hatte zwei gravierende Schwächen:

1. Damals gab es in der Weltwirtschaft noch keine Regularien und Vorsichtsmaßnahmen. Das ist der Welt aber auch erst nach der Weltwirtschaftskrise so richtig bewusst geworden, die mit ursächlich für den Aufstieg der Nazis und damit dem 2. Weltkrieg war. (Man betone das Mit).

2. Es blieb ja nicht nur bei den Reparationszahlungen. Es wurde gezielt auch die deutsche Wirtschaft geschwächt. Man kann nun über die Gebietsabtretungen streiten, wir hatten die damals ja nicht alle "legal" erworben, sondern teils kriegerisch. Dennoch trafen die Gebietsabtretungen die Wirtschaft spürbar. Auch andere Dinge waren eher geprägt von einer Politik der wirtschaftlichen Schwächung und Demontage. Beispielsweise wurde die deutsche Handelsflotte massivst demontiert auf ein Zehntel.

Das konnte insoweit nicht gut gehen. Und die Weltwirtschaftskrise hat dann auch Deutschland extrem hart getroffen. Zunächst nicht direkt sichtbar, aber der Wiederaufbau in Deutschland geschah auf Pump und auf Grundlage erheblicher Fehlinvestitionen. Vielleicht kann man das ein kleines bisschen mit der Situation am "Neuen Markt" vergleichen. Vieles war durch Inflation und Seifenblasen angeheizt, es gab nicht mehr die große Substanz in der Wirtschaft.

Einen Fehler, den die Siegermächte nach dem zweiten Weltkrieg übrigens ursprünglich wiederholt hätten. Später dann aber zur Besinnung kamen. Man schreibt das vor allem der raschen Konfrontation mit dem Osten zu. Sprich: Die drei Westmächte gingen in Konkurrenz zu Russland und sahen schnell ein, dass Demontage sinnlos ist, dass man stattdessen rasch Wirtschaftshilfen umsetzen muss, damit man ein starkes Gebiet an der Grenze zum Sowjet-Reich positionieren konnte.

Insofern kann man beim Vergleich zwischen der Zeit nach dem ersten Weltkrieg und dem zweiten Weltkrieg durchaus von Unverhältnismäßigkeit sprechen.

Antwort
von Maxieu, 12

"Nach der Währungsreform von 1923 ging die Arbeitslosigkeit zurück."

Falsch.
Sie stieg zunächst, da die nach der Inflation nun eine wirtschaftliche Abkühlung eintrat.

"Die junge Republik wurde nun von vielen Menschen optimistischer betrachtet."

Richtig.
Aber das Gegenteil ist genauso wahr. Denn Schuldner waren ganz allgemein Profiteure der Inflation gewesen. Zu diesen gehörten
z. B. die meisten Landwirte, die außerdem vom Tauschhandel Lebensmittel (gegen zu Normalzeiten) wertvolle Dinge profitiert hatten.

"Ist auch allgemein bekannt, dass die USA die Kredite abgezogen haben und dass dies Deutschland sehr getroffen hat?"

Aber ja, doch.

Kommentar von Maxieu ,

.., da nach der Inflation..."

Mir ist da ein "die" zuviel reingerutscht.

Antwort
von LongJohn555, 31

Was willst du mit der Frage erreichen? Brauchst du eine zitierfähige Quelle für diese Tatsache oder wo willst du drauf hinaus? In welchem Zusammenhang steht die Frage? Ich denke du gehts in Wirklichkeit einer anderen Frage nach und dieser Aspekt ist nur ein Randthema... was ist deine eigentliche Frage? LG

Kommentar von tommy40629 ,

Ich wusste nicht, dass die USA Kredite aus Deutschland abgezogen hat.

Jetzt wollte ich wissen, ob man das in der Schule lernt, wenn nicht streiche ich es lieber, denn dann ist es auch im Eignungstest falsch.

Kommentar von LongJohn555 ,

Es ist keiner der Top 10 Gründe für den Niedergang der WR, von daher wird es in der Schule her nicht beigebracht. Allerdings ist es nicht falsch, von daher kann es auch eigentlich nicht schädlich sein, wenn man es hinschreibst. Im Gegenteil, wenn man mehr weiß als die anderen oder was das Mindestmaß verlangt, tritt man aus der Masse hervor und zeigt dass man was drauf hat.

Kommentar von earnest ,

Deine Behauptung, das werde in der Schule nicht beigebracht, ist eine unzulässige Verallgemeinerung.

In meiner Schulzeit war das anders; man hat uns sogar über die Bedeutung unterschiedlicher Laufzeiten und über die Nicht-Erneuerung von Krediten mit kurzen Laufzeiten informiert.

Über z.B. Young- und Dawes-Plan wussten wir Bescheid.

Kommentar von tommy40629 ,

Seit gestern Abend kenne ich auch alle 5 Pläne. Ich danke Euch!

Antwort
von earnest, 19

Diese Frage lässt sich so nicht beantworten, da man unter "allgemein bekannt" Verschiedenes verstehen kann.

Ich zum Beispiel habe das in der Schule gelernt. 

Warum fragst du?

Kommentar von tommy40629 ,

Dann ist es ok. Ich will nicht etwas gegen die USA sagen, was nicht auch einer größeren Gruppe bekannt ist, z.B. Schülern.

Es kann sein, dass dieser Teil der Geschichte im Eignungstest drankommt. Ich lerne seit 4 Wochen für einen riesigen Eignungstest.

Kommentar von Maxieu ,

Was ist denn das für ein Eignungstest?

Interessant, dass irgendwo halbwegs solide Geschichtskenntnisse erwartet werden. Aber wo?

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