Frage von MarkQuest18, 30

Nichtveranlagungsbescheinigung (NV), wie auszufüllen?

Hallo,

erst ein paar Details zu meiner Person. Ich bin Student und bin im Moment Ferienarbeiter mit einem Grundlohn von ca. 2300€. Nach Zuschlägen dürften es nach 5 Wochen ca. 3500-4000€ sein. Mir ist bewusst, dass ich die Lohnsteuer nach einer Lohnsteuererklärung zurückbekomme.

Dazu kommt aber, dass ich ein Depot habe und bereits meinen Freibetrag von 801€ überschritten habe. Meine Überlegung war jetzt eine NV zu beantragen, dazu hätte ich noch ein paar Fragen.

In Feld 18 steht, ob man bereits zur Einkommenssteuer veranlagt wurde. Ist damit gemeint, ob man überhaupt schon mal Einkommenssteuer abdrücken musste oder nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums?

Noch eine Frage, in welche Kategorie meine Ferienarbeit eingeordnet werden muss. Gewerbebetrieb, selbstständige Arbeit oder nichstselbstständige Arbeit? Und ist bei Bruttoarbeitslohn der gesamte Lohn innerhalb eines Jahres anzugeben oder pro Monat? Weil als Ferienarbeiter habe ich nur 5 Wochen einen Lohn und den Rest vom Jahr über nichts.

Meine letzte Frage wäre, ob ich dann einfach die Differenz von 8652€ Freibetrag und dem bereits bei Einkünften eingegebenem bei Einkünfte aus Kapitalvermögen hinschreiben kann? Weil ich kann ja schlecht wissen kann, wie viel genau ich mit meinem Depot noch mache.

Gibt es sonst noch irgendwas, auf das ich beim ausfüllen achten muss?

VIELEN DANK schonmal im voraus!!!

Antwort
von Zappzappzapp, 11
  1. Es gilt Dein voraussichtliches Jahreseinkommen, das heißt, die Summe aller Einkünfte aus Ferienjob, Kapitalvermögen und evtl. weiterer Einkünfte, teilweise natürlich geschätzt, das geht ja nicht anders..
  2. Natürlich ist Dein Ferienjob "nichtselbstständige Arbeit", Du zahlst doch Lohnsteuer.
  3. Ob Du schon zur Einkommensteuer veranlagt wurdest, heißt, ob Du schon einmal eine Einkommensteuererklärung abgegeben hast bzw. abgeben musstest. Dann bekommst Du bzw. hast Du schon eine Steuernummer, die Du Dein ganzes Leben behältst. Die Steuererklärung gibt man natürlich immer für ein Kalenderjahr ab und nicht für irgendeinen Zeitraum.
  4. Wenn Du sicher voraussehen kannst, dass Dein Jahreseinkommen über dem Grundfreibetrag liegt, solltest Du keine NV beantragen, sondern einen Freistellungsantrag stellen, damit von den € 801 Freibetrag wenigstens keine Steuern einbehalten werden. Bleibt es dagegen unter dem Grundfreibetrag, so musst Du nur die NV stellen und keinen Freistellungsantrag.

Zitat:
"Die NV-Bescheinigung wird beim Finanzamt beantragt und gilt für maximal
drei Jahre. Sinnvoll ist die Beantragung einer NV-Bescheinigung, wenn
Kapitalerträge den Sparer-Pauschbetrag übersteigen und alle Einkünfte zusammen so gering sind, dass der Grundfreibetrag nicht überschritten wird."

Außerdem kannst Du hier noch mal das Wesentliche nachlesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Nichtveranlagungsbescheinigung

Antwort
von Helmuthk, 10

Du hast doch selbst geschrieben, dass Du die Lohnsteuer später zurück bekommen wirst.

Bei welcher Tätigkeit wird Lohnsteuer einbehalten?

Und wenn ich das Formular richtig in Erinnerung habe, steht doch wohl oben sinngemäß "Einkünfte im Kalenderjahr" oder steht bei Dir etwas anderes?

Und ob Du "Einkommensteuer abdrücken" musstest oder nicht: Hast Du in den letzten Jahren vielleicht schon einmal eine Einkommensteuererklärung abgegeben, weil Du Lohnsteuer zurück haben wolltest?

Dann hast Du auch einen Einkommensteuerbescheid mit einer Steuernummer erhalten. Wenn nicht- dann hast Du halt keine Steuernummer.

Und bei den Einkünften aus Kapitalvermögen trägst Du natürlich keine ausgedachte Zahl ein, sondern den Betrag, der Dir voraussichtlich zufließen wird.

Antwort
von pblaw, 3

Rufe deinen Sachbearbeiter im Finanzamt an und frage ihn. 

Antwort
von 123dieanni, 9

Was ist für Dich das Ziel der NV- Bescheinigung?

Sinnvoll ist diese, wenn das Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag liegt und die Kapitalerträge über dem Sparerpauschbetrag. Durch die NV Bescheinigung wird auf die Einreichung der Einkommensteuererklärung verzichtet.

Die Bank(en) werden mit dieser Bescheinigung darüber informiert und verzichten somit auf den Steuerabzug bein den Kapitalerträgen die über dem Freibetrag liegen.

Nach Deiner Schilderung solltest Du jedoch eine Steuererklärung einreichen, da von Deinem Job Lohnsteuer einbehalten wird, welche Du ja gern zurück haben möchtest. 

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