Frage von VyledUsermod Junior, 226

Nicht zur Arbeit gehen da kein Spritgeld?

Ich habe von jemanden gehört, der in folgender Situation steckt.

Er sagt, er kann nicht zur Arbeit, da er kein Geld für Spirtkosten hat. Seine Firma hätte ihm wohl das Oktober Gehalt nicht gezahlt, was normalerweise am Anfang des Monats kommen sollte. Nun ist wohl fast November, und bisher hat er noch immer nicht das Gehalt aus dem Oktober.

Nun sagt er, er geht nicht mehr zur Arbeit, weil er nicht weiß, wie er hinkommen soll, weil eben kein Geld da ist, und er so abgelegen wohnt, das er Theoretisch 3-4 Stunden zu Fuß bräuchte. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es dort nicht.

Wie ist das eigentlich in solchen Situationen? Er selbst sagte, er hat angst seinen Job zu verlieren, weiß aber nicht was er machen soll, weil er nicht hinkommt und sein Chef droht ihm angeblich mit Abmahnungen wenn er nicht zur Arbeit kommt.

Mich interessiert sowas mal rein aus Interesse... Was kann da passieren? Kann er überhaupt Schuld haben wenn er sein Gehalt nie rechzeitig bekommt oder sowas?

Antwort
von Parhalia, 180

Das wäre eine heikle Fragestellung, die so einfach und konkret nicht als "Empfehlung im Sinne einer Bejahung" beantwortet werden kann.

Mal rein theoretisch gäbe es ein Recht für den Arbeitnehmer, bei längerfristig ausbleibender Lohnzahlung mit schriftlicher Anmahnung ( Verzugsetzung ) den AG mit "Zurückbehaltung der im Vorraus zu erbringenden Arbeitsleistung zur umgehenden Nachbesserung ( Lohnauszahlung ) zu bewegen.

Dieses wäre aber grob an einige wichtige Eckregeln gebunden :

 - Der Lohnverzug muss bereits "erheblich" in Höhe und Verzugszeitraum sein. ( also nicht nur wenige Tage und / oder nur ein geringer Lohnanteil )

 - Dadurch ist dem Arbeitnehmer bereits ein nachweisbarer / belegbarer Zustand der Existenzgefährdung / Zahlungs( un )fähigkeit wichtiger lfd. Kosten entstanden.

 - die arbeitsrechtliche Massnahme wurde rechtzeitig mit ausreichender Fristsetzung der Nachbesserung schriftlich angemahnt.

 - dem Arbeitgeber darf dadurch keine unangemessene wirtschaftliche Härte / Mehrkosten entstehen, wenn er zudem einen wichtigen wirtschaftlichen Grund seiner momentanen Zahlungsunfähigkeit darlegen kann, bzw. schon ( schriftlich ) angemeldet / bekanntgegeben hätte.

Diese Angaben sind aus DEM Grunde so allgemeinisiert, weil man von diesen ( möglichen ) Mitteln nur nach kompetenter Rechtsberatung Gebrauch machen sollte. Denn bei unberechtigter Durchsetzung KÖNNTEN sich ansonsten u.U. arbeitsrechtlich wie auch finanziell ( Schadenersatz ) sonst Nachteile für den Arbeitnehmer ergeben.

Also zunächst umgehend den Chef kontaktieren / anrufen und die Lage schildern / mögliche ( Schlichtungs-) Lösungen eruieren.

In besonderen Härtefällen könnte man sich auch mal wegen möglicher Überbrückungsleistungen zur Unterhaltssicherung an das Jobcenter oder die Arbeitsagentur wenden.

Kommentar von Vyled ,

Genau so ähnlich habe ich es ihm auch Empfohlen. Fand das nur als insgesamte Frage echt interessant... weshalb ich andere Meinungen mal hören wollte.

Weil rein Theoretisch ist es halt echt schlecht für ihn, ohne Geld zur Arbeit, wenn er keine Möglichkeiten hat außer zu Fuß, was aber 3-4 Stunden dauert usw...

Kommentar von Parhalia ,

Ich "durfte" sowas mal selbst durchleben. Dabei hatte der Arbeitgeber im ersten Monat aber 2/3 des vereinbarten Lohnes gezahlt, im 2. Monat nur noch 1/3 und dann leitete ich ( nach Rechtsberatung ) erst ein Mahnverfahren , dann sogar ( berechtigt ) mangels Reaktion nach schriftlicher Fristsetzung von 14 Tagen die fristlose Kündigung ein. Auf das Geld warte ich zwar immer noch, aber so verlief es damals bei mir.

Per Eilverfahren halfen mir finanziell seinerzeit die Behörden. Rechtsberatung konnte ich beim Amtsgericht beantragen. ( Beratungsgutschein ). Prozesskostenhilfe wurde im weiteren Verlauf ebenfalls bewilligt. Prozess gewonnen und keine Sanktionen bzgl. Arbeitslosengeld.

Antwort
von putzfee1, 149

Es ist immer noch Oktober. Das Gehalt wird normalerweise erst nach vollbrachter Arbeitsleistung bezahlt, in diesem Fall also frühestens Anfang November. Das sollte derjenige, den deine Frage betrifft, normalerweise auch gewusst haben. Er hat also offensichtlich sein Geld für die falschen Dinge ausgegeben und nicht beachtet, dass er auch Geld zum Tanken braucht.

Wenn jemand nicht mit Geld umgehen kann, ist das nicht die Schuld des Arbeitgebers. Den braucht es auch nicht zu interessieren, wie seine Angestellten zur Arbeit kommen. Und wenn er einfach nicht zur Arbeit kommt, kann ein Arbeitnehmer selbstverständlich deshalb seinen Job verlieren. Das ist sogar sehr wahrscheinlich.

Antwort
von Kutscher1990, 207

Normalerweise hat man zur Arbeit zu kommen. Wenn man kein Geld hat zum Tanken ist das kein Problem für das der Chef was kann. Also dann mit dem Fahrrad, Bus, Bahn wie auch immer versuchen zum Arbeitsplatz zu kommen. 

Kommentar von kim294 ,

Naja, wenn der Chef das Gehalt nicht zahlt, ist es schon dessen Verschulden.

Trotzdem muss man dann als Arbeitnehmer zusehen, wie man zur Arbeit kommt.

Und wenn es so wie geschildert ist, ist die Gehaltszahlung ja noch nicht ausgeblieben.

Kommentar von Vyled ,

Angeblich laut Vertrag soll das Gehalt immer Anfangs des Monats kommen. Sprich jetzt ist schon fast der nächste Monat um, und somit wären schon fast 2 Gehälter fällig wie ich das verstanden hatte

Antwort
von Peppi26, 142

Gehalt wird immer erst am Ende des Monats gezahlt! Kann er sich nicht etwas leihen? Oder meinst du das Gehalt vom September? Ansonsten muss er sich eben für die kurze Zeit mal krank melden!

Kommentar von Vyled ,

Nein, also Vertraglich soll das Gehalt immer Anfang des Monats kommen. Meist zwischen 1-5. des Monats. Jetzt ist aber ja schon fast November, und von Oktober ist immer noch nichts da. Soweit ich das verstanden habe

Kommentar von Peppi26 ,

dann würde ich krank machen! ohne Geld würde ich nicht ständig auf Arbeit rennen!

Kommentar von Vyled ,

Naja soweit ich das Verstanden habe will er das wohl auch. Allerdings hat er vor nebenbei zu Jobben, weil ohne Geld kann er halt nicht leben und irgendwo her braucht er was.

Hab ihm schon was gegeben, aber das will ich natürlich nicht dauerhaft.

Problem ist da warscheinlich als Krankgeschriebener das Arbeiten wo anders...

Kommentar von Peppi26 ,

neben bei jobben geht nicht, wenn er krank geschrieben wäre! ausserdem muss er das anmelden beim Arbeitgeber! geh mal zum Anwalt und lass dich beraten!

Antwort
von Strolchi2014, 173

Gehalt wird nicht im Voraus gezahlt, immer im nachhinein am Ende des Monats. Also kann dein Freund ja wohl sein Oktober Gehalt noch gar nicht bekommen haben.

Kommentar von wwwillswissende ,

Oder zum 15.😉

Kommentar von Vyled ,

Sorry... Falsch ausgedrückt. Meinte natürlich immer Gehalt zum Anfang des Monats gibs das Gehalt aus dem letzten Monat, was aber nicht da ist.

Antwort
von tello99, 150

Nunja, sollte es zur Kündigung kommen sollte dein Freund zum Arbeitsgericht wegen dem nicht ausgezahlten Lohn. Andernfalls muss er sich mit seinem Chef einigen, er soll den Lohn überweisen und dein Freund kommt wieder geregelt zur Arbeit. Ist es denn eine Ausbildung?

Antwort
von wedsawetrtzg, 110

Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Dein Freund muss sehen, wie er zur Arbeit kommt. Erscheint er nicht, verletzt er seinen Arbeitsvertrag.

Auch der Arbeitgeber verletzt den vertrag, indem er nicht rechtzeitig zahlt. Dagegen kann dein Freund klagen. Die beiden Dingen können aber nicht miteinander vermengt werden.

Antwort
von hoermirzu, 143

Nicht zu erscheinen ist eine ganz schlechte Entscheidung! Besser Du gehst da hin und redest mit dem Chef. Sollte der nicht einsichtig sein, musst Du Deine Berufsvertretung informieren.

Kommentar von Vyled ,

Ich selbst hab das Problem Gottseidank nicht, frage nur mal aus Interesse nach. Das selbe habe ich ihm aber auch gesagt

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