Frage von xXXshadowXXx, 34

Nicht religiöses Meditationsbuch?

Welches ist da zu empfehlen? Bei Amazon habe ich nur solche Esoterisch oder Budistisch angehauchten Bücher gefunden gibt es da auch eins, das weniger Religiös und moderner ist?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Enzylexikon, 15

Ich bin Buddhist und habe einige Jahre Meditationserfahrung.

Ehrlich gesagt finde ich das ganze gar nicht so problematisch - schließlich geht es ja letztlich nur um die Vermittlung einer Technik.

Art der Meditation

Wie hier schon gesagt wurde, gibt es viele Formen von Kontemplation und Meditation - von der Rezitation heiliger Texte oder Gebetsformeln, über stille Achtsamkeitsmeditation, bis hin zu aktiven und dynamischen Meditationsformen ist alles dabei.

Du könntest also anhand deiner Erwartungen und Kriterien gleich bestimmte Formen der Meditation ausschließen, wenn sie zu religiösen Charalter haben.

Technik statt Theorie

Das Erlernen der Meditation ist nach meiner Ansicht, erst einmal eine Frage der Technik, auch wenn Meditation selbst keine Technik darstellt. Die Theorie dazu ist eigentlich zweitrangig.

Ob der Autor eines Buches beispielsweise behauptet "dies ist die Meditation, durch die Buddha Shakyamuni zur Erleuchtung fand" ist für deine eigene Praxis eigentlich ohne jeden Belang.

Es geht um Körperhaltung, Atmung, Geisteshaltung und nicht darum, irgendwelche Glaubensinhalte zu lernen. Es kann dir völlig egal sein, welchen religiösen Hintergrund der Autor hat.

Wenn dich diese Passagen aufgrund deiner eigenen Weltanschauung tatsächlich so massiv stören, dann schwärze sie im Extremfall einfach.

Buchempfehlungen

Was konkrete Buchempfehlungen angeht, so sind alle, die ich empfehlen kann, bereits mehrere Jahre alt, haben aber an Kompetenz meiner Ansicht nach keineswegs etwas eingebüßt.

Sie stammen alle von buddhistischen Lehrern. Solltest du dennoch Interesse haben, lass es mich wissen.

Überkonfessionalität

Meiner Meinung nach sind viele Formen der Meditation überkonfessionell und nicht an eine bestimmte Religion gebunden, so das Menschen aller Bekenntnisse und Anschauungen sich meditativ üben können.

Ich selbst habe schon mit Atheisten, Juden, Christen, Muslimen, Hindus, Neo-Paganisten und New Age Jüngern gemeinsam Zazen (Sitzmeditation) geübt, ohne dass dabei über Buddhismus gesprochen worden wäre.

Nicht alleine deshalb empfehle ich grundsätzlich, Meditation niemals ausschließlich aus Büchern, sondern bei einem Lehrer, im Rahmen einer Gruppe zu lernen.

Dabei geht es nicht darum, sich an einen "Guru" oder Lehrer zu binden und sich irgendeinem Kult anzuschließen, sondern die gemeinsame Übung hat ganz konkrete Vorteile für den Meditierenden.

Korrektur

Ein Lehrer kann während der Meditation die Haltung korrigieren. Entweder durch Anweisungen ("Kinn sanft zurückziehen, Schultern fallenlassen"), oder durch direkte Hilfestellung.

Übt man alleine, kann man sich unbemerkt Fehlhaltungen antrainieren, die langfristig schmerzhaft sind und zu Haltungsschäden führen können.

Ist die Technik bei regelmäßiger Übung erst einmal wirklich verinnerlicht, kann man ohne weiteres auch alleine praktizieren.

Ansprechpartner

Bei einer Meditation können verdrängte Bewusstseinsinhalte an die Oberfläche gelangen. Das kann durchaus eine emotionale Herausforderung sein.

Der Kontakt zu einem Lehrer ermöglicht es, diese Dinge zu besprechen und ggf. Ratschläge zur Bewältigung von Nebeneffekten der Meditation zu erhalten.

Gruppendruck

Ein Begriff wie "Gruppendruck" klingt erst einmal sehr negativ, kann aber auch positive Auswirkungen haben - wie jedes termingebundene Training.

Macht man alleine Sport, ist die Verlockung, das Training schleifen zu lassen, deutlich höher, als bei der Verpflichtung, um 19:00 Uhr beim Verein antanzen zu müssen, wo andere auf einen warten. ;-)

Solltest du noch Fragen zum Thema haben, helfe ich gerne weiter.

Kommentar von Enzylexikon ,

Vielen Dank für den Stern. :-)

Antwort
von kloogshizer, 13

Naja "Meditation" ist so eine Sache, es gibt da etliche verschiedenen Praktiken, die alle mehr oder weniger unter Meditation fallen. Ob man jetzt mit monotonen Trommelschlägen ums Feuer tanzt, Rosenkranz betet, Achtsamkeitsmeditation durchführt, ist doch irgendwie alles ziemlich ähnlich und es scheint hier ja ein natürliches Bedürfnis im Menschen zu geben. 

Am ehesten wäre vielleicht autogenes Training eine westliche, nicht-religiöse Meditationspraktik, aber auch hier kratzt man immer an der Grenze zur Esoterik.

Vielleicht muss man sich da auch ein bisschen damit abfinden, weil zumindest die Wissenschaft nur sehr wenig darüber zu sagen hat. Es kann zwar am Hirnscanner zweifelsfrei festgestellt werden, dass bestimmte meditative Zustände erreicht werden, es passiert also zweifellos etwas im Gehirn, aber was das ist, kann nur von der einzelnen Person erfasst werden.

Werde das hier aber weiter verfolgen, ist ein interessantes Thema

Antwort
von purushajan, 9

Das beste Buch, das ich kenne, sehr neutral formuliert und sehr praktisch orientiert, stammt von dem Bewusstseinsforscher Maharishi Mahesh Yogi, siehe: http://www.amazon.de/Die-Wissenschaft-Sein-Kunst-Lebens/dp/3933496403

Das Sein wiederentdecken - Transformation aus der Stille Dieses Buch hat
Millionen Menschen inspiriert, ihr eigenes geistiges Potential zu
entwickeln, und ihrem Leben eine ganzheitliche Grundlage zu geben. Die
Wissenschaft vom Sein und die Kunst des Lebens ist der Klassiker der
Meditationsliteratur und führt den Leser auf eine Reise durch die
Etappen der Bewusstseinsentwicklung. Detailliert beschreibt Maharishi,
wie sich das absolute Sein in den verschiedenen Phasen des Lebens
ausdrückt. Alle Bereiche der menschlichen Existenz werden im Lichte der
ewigen Wahrheit beleuchtet. Maharishi betont, dass es jedem Menschen
möglich ist, sich mit dem Sein auf natürliche und einfache Weise in
Einklang zu bringen. Die praktische Erfahrung des reinen Seins im
eigenen Bewusstsein ist das, was dem Menschen täglich aufs neue
Erfüllung bringt.


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