Frage von zelsel, 129

Nicht christlichen Bestattung?

Wenn man stirb wird man ja entweder in ein Sarg getan oder in eine Urne und dann vergraben oder ins Meer geworfen. Das hat ja alles was mit dem Christentum zu tun weil bei einer Beerdigung sind ja auch kreuze und so Kirchen Leute. Ich will aber nicht das wenn ich tot bin das da so ein Priester kommt und allen sagt das ich ein guter Mensch war ( egal ob wahr oder nicht) und es traurig ist das ich von uns gegangen bin und das ich bestimmt bei Gott bin u.s.w. Gibt es auch eine ander Möglichkeit ,weil eigentlich ist es mir egal ob ich dann einen schönes Grab habe und da verrotten kann oder nicht weil ich es ja eh nich merken werde. Was kann mit meinem dann toten Körper gemacht werden was nichts mit Religion zu tun hat?

Antwort
von drachenfreund, 66

Auch wenn Du jetzt verärgert bist, solltest Du Deine Bestattungsart nicht einfach so wählen damit die Kirche sich schwarzärgert. In erster Linie ist die Beerdigung für die Angehörigen. Also schockiere sie nicht allzu sehr. Sie müssen damit umgehen können, nicht Du.

Christen bevorzugen den Sarg also ist verbrennen keine schlechte Wahl. Der Rest hängt dann vom jeweiligen Bundesland und den Möglichkeiten auf dem Friedhof ab sowie dem Geldbeutel. Klassisches Urnengrab, verstreuen der Asche auf dem Friedhof, anonymes Urnenfeld (also ohne Namen am Platz, nur eine grüne Wiese - Nicht für jeden Trauernden geeignet), Bestattung am Baum (gibt es auch als Friedwald) mit und ohne Namensschild, Urne auf dem Kaminsims (derzeit nur in Bremen möglich), Bestattung auf hoher See, im Weltall, etc.

Je weltoffener Deine Familie/Verwandtschaft ist, desto mehr ist möglich. Anonym kann für manchen schwierig sein, Friedwald ist schön, aber nichts für Traditionalisten die mit der Grabpflege die Trauer bewältigen. Aber das kann die ein Bestatter alles besser erklären oder findest Du im Internet.

Grabredner können die Angehörigen sein, ein professioneller Redner oder der Bestatter (meist nicht zu empfehlen). Wenn Du willst kannst Du alles schon zu Lebzeiten mit dem Bestatter ausmachen.

Kommentar von geckobruno ,

ein professioneller Redner oder der Bestatter (meist nicht zu empfehlen)


wieso?
Kommentar von drachenfreund ,

Die Nicht-Empfehlung bezog sich nur auf den Bestatter (oder Grabredner die meist mit dem Bestatter direkt zusammenarbeiten).

Wieso? Weil viele keine guten Grabreden halten können. Weil vom Bestatter beauftragte Grabredner das Ganze oft etwas lieblos und schnell abarbeitet. Zumindest soll das der Fall sein, wenn die Grabrede nicht extra mit Preis in der Rechnung vermerkt ist und alles im Paket abgerechnet wird. Anscheinend werden die Preise heruntergedrückt - Lohndumping auf Kosten der Toten. Ich weiß es leider auch nur aus zweiter Hand, von jemandem, der selbst ein Beerdigungsinstitut führt und die Branche gut kennt.

Er riet zu einem freiberuflichen Redner (wobei er zu Bedenken gab, dass der Berufsstand nicht geschützt ist und jeder rein theoretisch Grabredner sein könnte). Aber sobald man sich zu bei einem Vorgespräch persönlich trifft, merkt man meist sehr schnell ob er sein Handwerk versteht.

Kommentar von geckobruno ,

Ich frage nur weil ich selbst Bestatterin bin und unsere Reden auch meist selbst halte.....gerade von den Trauerrednern sind viele Menschen enttäuscht, denn die haben oft "vorgefertigte" Reden die auf jeden passen.

Die meisten Angehörige trauen sich auch nicht einen Redner wieder zu verabschieden wenn man merkt das die Chemie nicht stimmt...

Meistens ist es so das die Angehörigen dann auch fragen ob ich die Rede halten kann, man sitzt ja schon eine ganze Weile zusammen und lernt sich kennen. Oft hat man dann auch schon einen Draht zueinander.

Ich denke das man dies so pauschal gar nicht sagen kann, da muss einfach eine ganze Menge zusammenpassen.

Antwort
von Chaoist, 58
  • Wenn du nicht an ein Jenseits glaubst, dann ist es doch vollkommen Banane was die noch lebenden mit deiner Leiche tun.
  • Du könntest natürlich ein Testament aufsetzen, in dem steht, dass man dich in einen Staat bringen soll in dem es erlaubt ist, dich hinter einen Busch zu werfen auf dass deine Überreste die Tiere fressen und die Pilze zersetzen.
  • Verbrennen ist übrigens keines Wegs Christlich. Siehe zu den Hindus.
  • Du kannst auch einfach bestimmen, dass du kein christliches Begräbnis willst ( wieder ein Fall fürs Testament ).
  • Du könntest vorher konvertieren; zu etwas unchristlichem.
  • Wie auch immer. Das Begräbnis ist nicht für dich da, sondern für die Menschen die um dich trauern. Sie müssen damit klar kommen, dass du nicht mehr bist. Es ist ihre Zeremonie. Ihre Art abschied zu nehmen. Lass es sie so machen, wie sie es brauchen / für richtig halten.
Kommentar von drachenfreund ,

Du kannst auch einfach bestimmen, dass du kein christliches Begräbnis willst ( wieder ein Fall fürs Testament )

Nein, das muss in den letzten Willen. Testamentsöffnung kann auch oft nach der Bestattung sein, und dann nützt es nichts mehr.

Was gegen ein Gesetz verstoßt wird natürlich nicht erfüllt. Also nix mit Tierfutter.

Kommentar von Chaoist ,

richtig. Wenn es gegen ein Gesetz verstößt muss deine Leiche auswandern. Das ist schwierig, aber mit genug Geld möglich.

Einige Menschen habe sehr gute persönliche Beziehungen zu Notaren, und mit der Richtigen Vorbereitung kann man dafür sorgen, dass dieser Notar als erstes über den Todesfall benachrichtigt wird.

So kann auch das Begräbnis nach dem letzten Willen ausgeführt werden. Besser ist allerdings, möglichst viele Menschen zu Lebzeiten zu unterweisen. Schwieriges Thema aber unter Freunden immer drin.

Antwort
von Zicke52, 15

Wie kommst du denn auf die Idee, Särge und Urnen wären Christen vorbehalten?? Das sind die gängigsten Bestattungsarten, und sie stehen JEDEM offen. Du oder deine Familie bestimmt, ob du nach einem religiösen oder weltlichen Ritual bestattet wirst, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten. Es gibt noch andere Bestattungstarten, Herr Google und Frau Wiki geben dir gerne Auskunft.

Antwort
von Allexandra0809, 60

Du kannst durchaus ohne alles christliche beerdigt werden. Es muss auch keine Trauerfeier stattfinden, wenn Du das nicht willst. Du kannst auch bestimmen, dass Du einen Redner haben möchtest, der aber teilweise auch traurige Sachen sagt, nur eben ohne Glauben.

Du musst das nur alles vorher festlegen, was Du wie haben möchtest. Ob Du dann in einem Sarg beerdigt wirst oder verbrannt wirst, also in eine Urne gepackt wirst, kannst Du alles bestimmen.

Antwort
von TanjaStauch, 24

Lass deine Leiche verbrennen und in einer Urne bestatten.

Sofern du Angehörige hast, könnte es einigen von ihnen wichtig sein, dass da was ganz offizielles mit dir lief.

Mir war es wichtig, als die Urne meines Opas vor ein paar Wochen "bestattet" wurde.

Ob er "Christ" war, weiß ich nicht. Wir haben nie wirklich über so etwas geredet.

Aber er war der Mensch, der in meiner Kindheit an mich geglaubt hat. Und später auch. Auch in den Zeiten, in denen ich nicht an mich geglaubt habe. Bis er mit 100 Jahren starb.

Vieles, was da lief, war in meinen Augen hohl. Bloße Fassade. Ich habe bestimmt nicht wegen der Fassade geweint. Aber meine Tränen waren innerhalb der Fassade okay.

Ich vermisse ihm. Aber ich würde ihn noch mehr vermissen, wenn die Bestattung nicht stattgefunden hätte.

Liebe Grüße,

Tanja

Antwort
von nachdenklich30, 4

Vorschlag:

Fang einfach mal an, Dich mit Trauer und Bestattung näher auseinander zu setzen.

Hole Infos ein, wie Trauer funktioniert und was dabei für die Angehörigen wichtig ist.

Ein sehr schönes Buch dazu ist:

http://www.amazon.de/Keine-Angst-vor-fremden-Tr%C3%A4nen/dp/3579073036

Was auch sehr schön als Einstieg ist:

http://www.veoh.com/watch/v93103624s4BWKKqR

Und dann frag noch mal nach.

Ich habe als "Freier Redner" gearbeitet und Menschen sozusagen ohne Kirche beerdigt. Ich kenne das aber auch aus der Sicht eines Pfarrers.

Bei einer Beerdiung ist der Tote nur ein wichtiger Bestandteil. Der andere sind die Angehörigen, was ihnen in dieser Situation gut tut und ihnen hilft, ohne den Verstorbenen weiter zu leben.

In der Sendung mit der Maus ist die Trauerfeier übrigens auch ohne Kirche dargestellt.

Antwort
von webschamane, 30

Die Gemeinden sehen das nicht so gerne, weil es um ihre Einnahmen geht, aber in Österreich hat sich ein Markt für Naturbestattungen etabliert.

Dabei wird die Leiche verbrannt und die Urne anschließend in einem sogenannten Bestattungswald, also kein Friedhof im eigentlichen Sinn, unter einer Waldwiese oder unter einem vorher ausgewählten Baum vergraben.

Das ist relativ kostengünstig und erfreut sich steigender Beliebtheit.

Antwort
von FlyingCarpet, 38

Du brauchst bei Deiner Beerdigung keinen Geistlichen, es müssen auch keine Gebete gesprochen werden. Es gibt "Freiredner", die ein paar Worte sprechen (wenn Du das möchtest). Hatten wir bei meinem Vater auch so gemacht, er hatte dann nach der Einäscherung eine Seebestattung. 

Antwort
von wheuhx, 7

Da sollte man sich keine Sorgen machen: Der Staat hat die Begräbnisse genau geregelt. Etwas Anderes außer Erd- und Urnenbestattung gibt es nicht. Sie können nach Indien fahren, vielleicht verbrennt Sie ja jemand. 

Antwort
von viktorus, 9

Dann solltest du das in einer Verfügung niederlegen, die nach deinem Tod veröffentlicht wird. Darin kannst du schreiben, dass du keine Grabrede" haben möchtest.

Pflicht ist das nämlich nicht.

Die "Beerdigung" ist eine "Formsache" ähnlich der Geburt. Bei der ist normalerweise auch kein "Geistlicher" anwesend.

In Gottes Reich wirst du wieder zum Leben kommen und alles verstehen (Offb.20,5).

Antwort
von Janitschka, 45

Du brauchst keinen Geistlichen zur Beerdigung/Beisetzung.

Das kann auch ein Bestatter ohne das Gottes-zeug machen ;)

Kommentar von zelsel ,

Danke , bei den Beerdigungen bei den ich bisher war war das immer so. Schöne zu wissen das dass nicht so sein muss

Antwort
von priesterlein, 36

Viele Friedhöfe stehen unter gemeindlicher Verwaltung und nicht unter kirchlicher Aufsicht. Wenn du nichts mit einem Priester willst, wird auch keiner kommen, wieso sollte er? Sterben und vergraben ist nicht von den Kirchen reserviert.

Antwort
von Hamburger02, 14

Es gibt immer mehr Beerdingungsinstitute, die atheistische Beerdigungen anbieten. Die können die Angehörigen dann frei gestalten ohne religiöses Brimborium.

Antwort
von ischdem, 2

so bleibt nur eine annonyme Beerdigung

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