Frage von geimar,

Neurologische Ausfallerscheinung - Schlaganfall TIA Borreliose Demenz

Hallo !

Ich habe einmal eine "neurologische" Frage, die man mir hier vielleicht in Teilen beantworten kann.

Mein Vater (71 Jahre) hat vor wenigen Tagen eine neurologische Ausfallerscheinung gehabt. Während meine Mutter mit ihm gesprochen hat und ihn auch angesehen hat, hat er plötzlich begonnen ganz starr zu schauen und hat auch begonnen wirres Zeug zu stammeln. Nach circa 3 Minuten, konnte meine Mutter beobachten, wie mein Vater wieder "zu sich kam" sprich er blickte wieder normal und sprach auch wieder normal. An die letzten Minuten, konnte er sich aber nicht erinnern. Er hat nicht bemerkt, wie meine Mutter schon das Telefon in der Hand hatte, um den Arzt zu rufen. Er war also offensichtlich komplett desorientiert. Dazu kommt in der Vergangenheit ein verstärkter Harndrang, Schwierigkeiten sich an ältere Dinge zu erinnern, sehr viel Schläfrigkeit und sehr unruhiger Schlaf (offensichtlich Alpträume mit Schreien und Schlagen).

Meine Frage daher : Wer hat eine Idee, in welche neurologische "Richtung" es gehen könnte ? Sind das Anzeichen eines Schlaganfalls, oder sieht's hier eher nach TIA aus ? Ist auch eine Form von Demenz denkbar ? Borreliose, da mein Vater vor vielen Jahren einmal einen Zeckenbiss hatte ?

Viel Text, aber zum besseren Verständnis denke ich nötig. Meinen Vater werde ich im Übrigen nicht zum Arzt zu einer Untersuchung bekommen. Er hat außer dem Zahnarzt noch nie einen Arzt aufgesucht und wird dies auch nicht freiwillig tun.

Danke

Antwort von Adlerblick,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Was bei Deiner Aufzählung fehlt ist eine spezielle Form einer Epilepsie.

Dabei handelt es sich um sogenannte Absencen. Das ließe sich nur über ein EEG feststellen.

Das kommt häufiger vor, als man denkt. So etwas kommt bereits im Kindes- und Jugendalter vor, kann sich dann auch später wiederholen, wenn man älter wird.

Diese Menschen starren entweder eine Person an als würden sie scheinbar zuhören und blicken praktisch durch die Person durch. Hinterher stellt sich heraus, dass sie überhaupt nichts von dem Gesagten mitbekommen haben.

Manchmal starren sie auch auf Wände, sehen so aus als würden sie sich konzentrieren, in Wahrheit schauen sie weder was an noch konzentrieren sich auf irgendetwas Wesentliches was jetzt ansteht.

Sie driften mit ihren Gedanken lediglich ab in "andere Welten" und benützen die Wand lediglich als eine Art Meditationspunkt.

Wenn Dein Vater aber nicht geneigt ist zu einem Arzt zu gehen, nützen alle Spekulationen über mögliche Krankheitsformen überhaupt nichts.

Was die Symptome anbelangt, die Du hier aufführst, so hört sich das weder nach einem Schlaganfall noch nach einem TIA an. Was aber durchaus zu den Symptomen paßt ist die Demenz.

Demente Personen leiden öfters unter Ängsten und sie neigen auch zur Aggression.

Leider ist weder in dem einen noch in dem anderen Fall eine Lösung möglich, wenn Dein Vater nicht bereit ist,das Seine mit dazu zu tun, damit sich sein Zustand verbessert. Dazu gehört auch die Bereitschaft zum Arzt zu gehen.

So wünsche ich Dir und Deiner Mutter viel Kraft, um mit diesen Erscheinungsformen umgehen zu können. Wichtig ist, wenn Ihr Euch zumindest über die Demenz und irhe Erscheinungsformen informiert, damit Ihr vorbereitet seid auf das, was Euch möglicherweise erwartet.

Alles erdenklich Gute!

Kommentar von geimar,

Vielen Dank für die Antwort und das alles erdenklich Gute

Das Thema Epilepsie, ist in der Familie nicht unbekannt. Daher weiß meine Mutter, die Symptome bei Epi schon einzuschätzen. Sie kennt mittlerweile diverse Formen bis hin zum GrandMal.

Da mein Vater nicht gewillt ist zum Arzt zu gehen und sicherlich auch eine Behandlung zu Hause ablehnen würde, so bleibt meiner Mutter eigentlich nur die Beobachtung meines Vaters auf "Ausfälle" hin.

So blöd es klingen mag, aber einer "Behandlung" würde er sich wohl nur unterziehen, wenn er keine Alternative hat, also schon im Krankenhaus ist.

Was meine Mutter anbetrifft, so bewundere ich ihre Stärke. Epi in der Familie , selber HI mit mehrmaliger Reanimation ...

Kommentar von Adlerblick,

Na, da lag ich dann ja gar nicht so fern mit meiner Vermutung. Was Deine Mutter anbelangt, so kann ich Dir nur recht geben, ihre Stärke ist wirklich bewundernswert. Wie hat sie denn ihren HI überstanden, wer konnte ihr zu dem Zeitpunkt beistehen?

Was Deinen Vater anbelangt noch eine Frage: wenn bekannt ist, dass er immer wieder mal Epi-Anfälle hat in allen Variationen, dann muß er doch sicher auch Medikamente einnehmen. Weißt Du zufälligerweise welche er hat? Möglicherweise sollte da ja eine Dosiserhöhung stattfinden, wenn er zu Absencen neigt. Andererseits Absencen sind nichts Gefährliches, außer man bewegt sich alleine im Straßenverkehr.

Im Grunde braucht Ihr Euch keinerlei Gedanken zu machen in Sachen Schlaganfall oder Demenz. Die Wahrscheinlichkeit, dass hinter diesen geschilderten Ausfällen die Anlage zur Epilepsie steckt, ist doch sehr viel wahrscheinlicher.

Und letztendlich ist es ja - muß ich salopperweise sagen - völlig egal, was es ist, er will sowieso nicht zumArzt.

Also müßt Ihr seinen Willen respektieren, selbst dann, wenn es möglicherweise schlecht für ihn ausgeht.

Ich wünsche speziell Deiner Mutter und Dir alles Gute, auf dass Ihr diese Unwägbarkeiten hoffentlich selbst unbeschadet übersteht!

Kommentar von geimar,

Da habe ich mich wohl ein Wenig mißverständlich ausgedrückt.

Mein Vater ist nicht derjenige, der unter EPI leidet. Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass das Verhalten meines Vaters für meine Mutter durch Erfahrung mit anderen Familienmitgliedern eventuell erklärbar gewesen wäre.

Derjenige der unter Epi-Anfällen gelitten hat, bin ich. Als aktuelle Medikation Lamotrigin und sehr verträglich. Vielleicht werde ich ja jetzt öfters hier dabei sein, denn von Epi bis Schilddrüse, kann ich selber aktiv beitragen und die Thematiken SVV und Anorexia eigne ich mir gerade interessenshalber an.

Was meine Mutter anbetrifft, so hat sie damals sehr viel Glück gehabt. Sie ist fast eine Stunde reanimiert worden. Manuell wie auch mit Defi. Sie war bereits klinisch tot, als der Notarzt kam und trotz der Unterversorgung des Gehirns, hat sie alles ohne "Schäden" überstanden. Miterlebt hat alles mein Vater, der sie genau wie ich jeden Tag im Krankenhaus besucht und ihr beigestanden hat.

Kommentar von Adlerblick,

Das habe ich dann wirklich falsch verstanden. Deine Mutter hatte da ja wirklich großes Glück gehabt. Das waren sicher auch für Deinen Vater Streßzeiten auch voller Angst, für Dich natürlich auch.

Darf ich mal fragen, wie Du zu der Epilepsie gekommen bist. Hattest Du irgendwelche Verletzungen am Gehirn, gab es eine Unterversorgung bei Deiner Geburt, oder gibt es bei Euch eine familiäre Disposition?

Du kannst mir gerne auch eine Freundschaftsanfrage schicken, dann können wir das "unter uns" bekakeln.

Antwort von larry2010,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

das kann man nicht im interent beurteilen. das muss ein ein neurologe untersuchen

Antwort von COWNJ,

Ohne die Hilfe eines Arztes dürfte es schwierige sein, die Ursachen der Symptome deines Vaters herauszufinden. Das Ereignis mit dem starren Blick und wirren Reden könnte ein epileptischer Anfall gewesen sein. Es könnte auch eine TIA bzw. etwas schlaganfallmäßiges gewesen sein. TIA sind Vorwarnungen vor einem möglichen Schlaganfall. Lasst eure Überredungskünste spielen. Deine Mutter geht wahrscheinlich zum Arzt. Falls der auch Hausbesuche macht, könnte er vielleicht deinen Vater aufsuchen. Die Autorität des Arztes lässt deinen Vater möglicherweise umdenken. Die Gedächtnisprobleme deines Vaters könnten auf eine Demenz hindeuten. Es könnte aber auch sein, dass er an Flüssigkeitsmangel leidet und/oder an einem Mangel an Vitaminen und Nährstoffen. Verstärkter Harndrang: da denke ich bei älteren Männern an die Prostata.

Antwort von Jacomologie,

Hallo! Zumindest würde eine Borreliose alles erklären! Alles was du nennst! Ich frage mich jetzt, wie man dir weiterhelfen soll! Am Besten jemand würde sich mal das Blut deines Vaters unter dem Mikroskop ansehen!

Außerdem könntest du dich mit MMS und DMSO auseinandersetzen um ihm irgendwie zu helfen!

Kannst du deinem Vater wenigstens ASS geben????

Alles GUTE!

Kommentar von Jacomologie,

Ein Arztbesuch wäre aber "eigentlich" dringend notwendig!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Kommentar von geimar,

Danke für die Antwort.

Wenn ich mir so die typischen Symptome einer Borreliose ansehe, dann stimmen noch einige Symptome mehr mit der gegenwärtigen gesundheitlichen Situation überein. EIne gwisse Tendenz zur Borreliose scheint erkennbar sein. Selbst das geben von bspw. ASS dürfte in's leere bei seiner Einstellung verlaufen.

Die letzten drei Tage waren aber keine Auffälligkeiten mehr erkennbar.

Kommentar von Jacomologie,

Wie soll das denn jetzt weiter gehen? Dein Vater hat doch noch JAHRE vor sich!!!

Er braucht Sauerstoff! Ins Gehirn in die Füße! Und wenn das blockiert ist, dann bekommt man Anfälle, Demenz, Thromben, Schlaganfälle!!!!!!!!!!!!!!!!!

Antwort von beangato,

Das kann hier keiner sagen.

aber Ihr könntet doch mal Euren Hausarzt fragen, ob er nicht mal einen Hausbesuch machen kann.

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