Frage von iwantu, 93

Neues Pferd, wie den Alltag gestalten?

Heey,

Ich bekomme bald ein Pferd und habe 3 Fragen:

  1. Was habt ihr mit eurem Pferd in der ersten Zeit (ersten wochen) gemacht, also schon geritten, oder nur rumgeführt, gestreichelt...?

  2. Ab wann seit ihr ins Gelände gegangen, und immer nur die selbe streche, oder verschiedene, geführt oder geritten?

  3. Wie gestaltet ihr euren Alltag mit eurem Pferd, so dass er abwechslungsreich ist?

Danke für eure Hilfe

Eure Iwantu

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 68

Im Prinzip hast Du die gleiche Frage ja bereits gestellt und dort habe ich Dir auch ausführlich geantwortet. deshalb das Ganze noch einmal in anderer Fassung:

zu 1: am ersten Tag hab ich ihn einfach ankommen lassen und ihn nicht über den ganzen Hof gezogen, sondern ihm erst mal Zeit gelassen, sich mit seinen Boxnachbarn anzufreunden. Am zweiten Tag, habe ich mir viel Zeit fürs Putzen gelassen, ihn dann in aller Ruhe longiert und danach kam er auf`s Paddock, rechts und links daneben seine zukünftigen Weidefreunde. Tag drei verlief ähnlich - da kam allerdings noch die Führanlage dazu. An Tag vier hab ich ihn das erste Mal in der Halle geritten, anstelle des Longierens. Und an Tag 5 kam er das erste Mal mit unserem anderen Wallach auf die Weide, weil die beiden vom ersten Tag sich gut verstanden haben - was auch heute noch so ist. Generell nehme ich mir für meine Pferde und den Umgang mit ihnen immer viel Zeit. Gerade das Putzen ist etwas, bei dem man viel aufbauen kann, wenn man herausfindet, an welchen Stellen die Pferde was besonders gerne haben. Mein Wallach liebt es zum Beispiel mit dem Gummistriegel geputzt zu werden - am liebsten am Mähnenkamm und auf dem Wiederrist, der Sattellage und auf der Kruppe. 

zu 2: Schon am Ende der ersten Woche bin ich mit meinem Neuzugang das erste Mal vom Hof runter, eine Schrittrunde einmal bist zur letzten Weide und zurück - ca. 10 Minuten- zusammen mit seinem total relaxten Weidefreund und Boxnachbarn. Und das gehörte dann schnell zum gewohnten Repertoire, das ich allerdings erst nach ca. 8 Wochen auf eine etwas größere Runde ausgedehnt habe - immer noch nur im Schritt, einfach zur Entspannung und immer zusammen mit anderen ruhigen Pferden.

zu 3: Das mit dem Abwechslungsreich ist so eine Sache. Ich habe festgestellt, dass die meisten Pferde gerne ihre Gewohnheiten pflegen und auch gewisse Beständigkeit absolut zu schätzen wissen. Meine Pferde kommen jeden Morgen in die Führanlage, danach im Sommer auf die Weide, im Winter aufs Paddock, und je nach Wetterlage entweder am frühen oder späten Nachmittag wieder in die Box. Ich bin meist ab 17.00 Uhr / 17.30 Uhr am Stall, dann wird ausgiebig geputzt - meine beiden sind nämlich echte Erdferkel und danach geritten. Unterricht nehme ich drei mal die Woche, einmal bei einer Richterin und zwei mal bei einer Pferdewirtschaftsmeisterin, die selber S reitet. Einmal die Woche entscheide ich mich meist für`s Longieren und nutze dabei gerne auch Stangen und Cavalettis. Auch beim Reiten greife ich darauf gerne mal zurück. Je nach Laune und Wetter reite ich entweder in der Halle oder auf einem unserer Außenplätze, mache mal eine große Schrittrunde und mal eine kleine vor oder nach dem Reiten zum Kopf-Entspannen. Ich bin Dressurreiter, mit Leib und Seele. Das mit dem Ausreiten ist nicht so ganz meins. Zwischendurch packen wir unsere Pferde zwar auch mal auf den LKW und fahren in ein wirklich schönes Ausreitrevier, aber ehr zum Entspannen, weniger zum Heizen. Natürlich gibt es dann auf der Galoppstrecke auch mal einen richtig schönen Galopp, aber das steht dennoch nicht im Vordergrund. wennwir ausreiten, dann zur Entspannung von Pferd und Reiter, gearbeitet wird auf den Plätzen zu Hause oder in der Halle. Ach ja und von Zeit zu Zeit springt meine Tochter meinen Wallach rein zur Gymnastizierung. Er ist kein Sprungtalent, aber dabei nutzt er mal ganz andere Muskelpartien und wir gehen davon aus, dass das gar nicht mal so schlecht ist.


Antwort
von VanyVeggie, 19

Hallo, 

1) Die ersten Tage lief die Vergesellschaftung. Dann habe ich ihm die Zeit zum Eingewöhnen gegeben. Habe in der Zwischenzeit nix anderes gemacht als nach meinem Pferd zu sehen, streicheln und ein Möhrchen in die Schnute geschoben. Nach ca 2 Wochen haben wir immer nur für 10-15 Minuten Führtraining gemacht. 

2). Da mein Wallach anfangs sehr sehr sehr schwierig war bin ich das erste Mal nach einem halben Jahr ins Gelände. Anfangs nur in Sichtweite des Stalls, später dann weiter. Anfangs auch immer die selbe Strecke. Später dann verschiedene Wege. Nur geführt, da er damals schon nicht reitbar war. 

3). Ganz spontan. Mein Wallach hat schwere Arthrose, da muss ich immer jeden Tag schauen wie er drauf ist und was man machen kann. Wenn er ganz schlecht drauf ist, dann mache ich idR nix. Gehe höchstens Spazieren, da lange gerade Strecken in dem Fall das Beste sind. Wenn es ihm gut geht, dann Apportieren wir, machen ein bisschen Zirzensik, Freiheitsdressur und Horsemanship. Longieren geht leider gar nicht mehr, da ihm die Wendungen nicht gut tun. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Antwort
von FelixFoxx, 68

Als ich meinen Felix bekam (Dezember 1999), war er 3,5 Jahre alt und roh. Wir haben den ganzen Winter an der Erziehung und Vertrauensbildung gearbeitet, sind ganz viel spazieren gegangen auf sehr unterschiedlichen Strecken, da er das als zukünftiges Fahrpony auch lernen musste. Erst im Frühjahr haben wir angefangen zu arbeiten..

Einem schon ausgebildeten Pferd würde ich ein paar Tage Zeit zum Eingewöhnen lassen. Putzen, Kennenlernen und etwas herum führen muss dann erst einmal reichen.

Man sollte vorsichtig mit dem Gelände beginnen, erst an der Hand und in Begleitung eines erfahrenen Pferdes. Es sollten immer mal andere Strecken sein, dann ist eine neue Strecke bald nicht mehr beängstigend.

Die Arbeit mit meinen beiden Ponys (im Oktober 2005 kam Sven dazu, geb. am 28.04.2005) gestalte ich abwechslungsreich, Kutsche fahren, Bodenarbeit und hin und wieder werden sie von passenden Mädchen geritten.

Antwort
von beglo1705, 44

Hab meine Pferde erst mal ankommen lassen. Die Stute blieb noch ein halbes Jahr in der Junggruppe, bevor ich mit ihr überhaupt irgend was angefangen habe.

Mein Hengst kam in unsere Hengstgruppe, um den erst mal wieder zu sozialisieren und "runter kommen zu lassen". Dort war er ca. 3-4 Wochen, so dass auch er sich erst mal eingewöhnen konnte und alles ausgiebig kennen lernen konnte.

Gelände, ui, da war ich aber meilenweit entfernt davon, da ich zuerst auf dem Platz bzw. in der Halle meinem Hengst eigentlich so ziemlich alles von vorne beibringen musste, auch die "Kommandofrage" war bei uns noch nicht ganz geklärt. Das hat bei meinem 2 Jahre gedauert, bis ich mich darauf verlassen konnte. Ist lang, ist aber auch ein Traumapferd.

Bei der Stute ging´s zügiger. Sie wurde longiert, konnte Vertrauen fassen, hat schnell gelernt und als sie richtig gut vom Boden aus fahren konnte, bin ich mit ihr nach 6 Monaten raus (am Fahrzügel, nicht geritten), immer mal andere Strecken.

Bei "Neuankömmlingen" in meinem Stall wird 1-2 Wochen gewartet, dass das Pferd sich auch einleben kann, Kontakte knüpfen und ankommen kann. dann erst werden die ersten Runden in der Halle/Platz gedreht und wenn das soweit klappt, geht ein erfahrener Reiter mit ruhigem Pferd die ersten Runden mit raus. Das geschieht natürlich auf Wunsch des Einstellers, ist aber ein Vorteil, da man sich auch verlaufen kann oder etwas unterwegs passieren kann.

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Grundsätzlich würde ich mit dem neuen Pferd erst mal viel Boden- u. Longenarbeit machen, Vertrauen schaffen, Bindung aufbauen. Dann erst, würde ich ganz langsam mal an´s Reiten denken. 

Auch für dein Pferd (kar, für dich auch) ist das eine komplett neue Situation.

Abwechslungsreich kann man das Ganze gestallten mit der eben beschriebenen Bodenarbeit usw., Pferden ist es lieber, sie haben ihr konstantes, ihr immer wieder kehrendes. Auch ein geregelter Tagesablauf und die immer wieder gleiche Folge von Handlungen schaffen Vertrauen, da das Pferd sich darauf verlassen kann. Diese Sicherheit sollte geschaffen werden.

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 37

am ersten Tag kam der Neue in einen großen Paddock neben die Herde oder wenigstens neben den zukünftigen Herdenchef und wir Zweibeiner haben ihn erstmal außen am Zaun entlang geführt, ihm Wasserstelle und heuplatz gezeigt und ihn dann in Ruhe gelassen und einfach zugesehen wenn die Quitscherei zu Ende war, gingen wir Kaffe trinken oder machten die üblichen Stallarbeiten, hatten dabei immer ein Auge auf ihn, aber ohne ihn zu belästigen. nach einigene Stunden wurde ggf Heu nachgelegt, Pferd gestreichelt/gebürstet, dann ein Hocker oder Atrohballen geholt und im oder neben dem Paddock aufgestellt , je nach Platz und dann wurde vorgelesen: zeitung ist prima, weil sie rachelt und interessant wirkt, Buch geht auch - wichtig ist, das Pferd an die Stimme , die Ruhe ausstrahlt zu gewöhnen am nächsten TAg geht's mit dem Herdenchef auf die Weide: erstmal außen herum führen, DANN erst Chef herein holen und beide gleichzeitig einige Meter von einander entfernt los lassen; abends gehen beide ggf zusammen in den Rondpenn zum gemeinamen laufen - ohne Leistungsdruck, und wieder auf die Nachtweide; die herde steht derweil nebendran am 3. TAg gehen Chef und neuling in die Herde; VORHER kann der Neue gebürstet werden, einen Minispaziergang in Sichtweite der anderen machen und auch gerne mit dem Boss eine Weile laufen/spielen. ab dem nächsten Tag kommt der neuling in die Bodenarbeit, Vertrauenstraining, und lernt alles kennen, was es bei uns gibt - vor allem die Aussteighilfen und wie die funktionieren - da alle rösser behindertengerecht ausgebildet werden so beginnt dann auch gleich die Belastung des Rückens, das absolut ruhige Stillestehen und ein wenig Reiten auf Stimm- und Gewichtshilfen im Reitpaddock, in dem es auch Stangen, Reifen Teppich und Hütchen gibt - wir reiten anfangs dort oft nur mit dickem Pad; es folgen gemeinsame Spaziergänge in die Umgebung - immer andere Wege, und die ersten gemütlichen Ausritte mit einem sicheren Pferd, wobei der Neuling aber gerne vorweg gehen darf/soll oder wenigstens nebendran, um selbstsicher zu werden. Der tägliche Rhytmus mit morgens und abends füttern und ggf bürsten/Massage und Respekt/Vertrauenstraining bleibt lange gleichmäßig erhalten. Weiter geht es nach "Gefühl", je nachdem, was das Pferd anbietet und was es lernen soll.

Antwort
von CarosPferd, 38

1. grundsätzlich erstmal viel viel Zeit genommen für Sachen wie putzen und so etwas, auch wenn ich ihn hole, Zeit lassen, Pferd schauen lassen, kennen lernen.

Sonst  kam das bei uns auch immer aufs Pferd an. Manche die erstmal schüchtern waren, denen haben wir dann auch mehr Zeit gelassen. Erstmal ein Tag auf die Wiese (wir haben auch kleinere wiesen wo wir die Pferde einzeln, aber nebeneinander stellen), und zB putzen. also die Möglichkeit zu schauen, sich zu beschnuppern. 

Angefangen zu reiten habe ich normalerweise so am 3. Tag wo das Pferd da war, aber auch dann erstmal nicht so viel verlangt, schauen was das Pferd anbietet, individuell reagieren.

Wenn es ein Pferd ist das weniger schüchtern ist, hab ich mich auch schonmal früher draufgesetzt.

Früher bin ich mit einem Pferd auch mal am dritten Tag schon eine Prüfung bei einem befreundeten Hof geritten, seine Anreise zu uns war nur 5 Minuten, er war super im Training.  er war superlieb und hat mich (da war ich so ca 11) prima unterstützt und da rübergetragen, gut auf mich aufgepasst :). Er war eh was ganz ganz besonderes ;)

Dazu sagen muss man dass ich bisher nur turnierpferde hatte, ich bin noch nicht soweit als dass ich einen 4jährigen selbst ausbilden könnte. Ich lerne vom Pferd noch :), möchte weiterkommen, dh Transport war für die Pferde alle nicht stressig und in eine neue Umgebung zu kommen auch grundsätzlich okay.

In laufe der nächsten Wochen kam dann führmaschine, springtraining, und normalerweise erst nach 5-8 Wochen das erste Turnier.

3. unsere Pferde haben einen grundsätzlich festen Tagesablauf, führmaschine, reiten, Wiese, Mittag, (oder jetzt reiten), Wiese, (im Winter paddock oder Halle zum frei laufen)

Ich trainiere verschiedene Sachen. Mal springen zwischendurch, natürlich viel gymnastizierung und an die Hilfen reiten. Auch mal konditionstraining, mal arbeite ich auch mehr an mir und es reicht wenn er schön vorwärts Abwärts läuft  und ich mehr auf mich gucke dann. und ich habe auch Tage da bummeln wir ein bisschen und stellen uns dann unterm Kirschbaum ab :p Turniere bringen in der Saison am Wochenende auch Abwechslung rein.

Antwort
von Visch2010, 60

1. Ich habe ein paar Tage lang nur kennen lernen gemacht, also putzen, mal ein wenig am Boden gearbeitet und sowas, bin aber noch nicht geritten. Aber wie gesagt nur ein paar Tage, nicht wochenlang. Wir sind damit so ganz gut gefahren, kommt aber natürlich auch immer auf das Pferd an

2. Ich bin direkt danach auch ins Gelände gegangen, allerdings nicht alleine sondern mit Herdenchef. Und dann auch unterschiedliche Routen, nicht immer die gleiche.

3. Von Spaziergängen, Ausreiten, Reiten auf Platz und in der Halle, Bodenarbeit, Longieren im Roundpen, Zirzensik, Equikinetik ist glaub ich alles dabei ;) und ab und an auch einfach mal nichts tun und dem Gras beim Wachsen zusehen

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 32

Bekommst du das Pferd nicht schon morgen? Lies dir die Antworten, die du schon bekommen hast, einfach durch. Allerdings frage ich mich, ob du das Pferd wirklich bekommst oder nur in deinen Träumen.

Antwort
von Michel2015, 16

1. Draufsitzen und reiten, wozu rumeiern?

2. Wenn man weiß, dass es gutgehen "könnte"

3. Training, Training, Bodenarbeit, Training, Pause. Das Training in sich ist abwechsungsreich.

Antwort
von Pfadfinder17, 42

Ich würde sagen, eine kurze Zeit zum "Kennenlernen" also Putzen, ein wenig Bodenarbeit, Longieren usw. Danach erst einmal kurze Ausritte im Gelände, am besten in Begleitung eines erfahrenen Reiters. Kommt natürlich alles auf den Charakter und vorherige Ausbildung deines neuen Pferdes an. L.G.

Antwort
von taunide, 52

Deine Frage wirft eine andere auf: Wenn Du so wenig Erfahrung mit Pferden hast um die Fragen nicht beantworten zu können, ist es dann gut und richtig dir ein Pferd zu überlassen? Ich meine - nein. Ich denke Du solltest vorher ausgiebige Erfahrungen mit Pferden und dem täglichen Umgang und Pflichten machen. Eine Woche Urlaub auf dem Bauernhof wird da nicht reichen.

Kommentar von Visch2010 ,

Da es für diese Fragen gar keine pauschalen Antworten gibt, kann man der PE auch nicht zu wenig Erfahrung vorwerfen. Sie fragt wie es andere gemacht haben

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