Frage von tonysair, 40

Neuer unbefristeter Arbeitsvertrag bei gleicher Firma, ab wann gilt eine geänderte Kündihungsfrist?

Hallo zusammen,

ich gabe einen unbefristeten Vertrag mit aktuell 4 Wochen Kündigungsfrist in meiner Firma. Aufgrund eines Aufgabenwechsel soll ich einen neuen Vertrag u.a. mit einer deutlich längeren Kündigungsfrist (3 Monate) erhalten, vermutlich zum 1.5. (da ich auch innerhalb meiner Firma die Gesellschaft wechsle) Kann ich somit bis zum 30.04. noch innerhalb von 4 Wochen kündigen (da ich aktuell in der Bewerbungsphase bin, aber noch keine Zusage habe, allerdings auch nicht riskieren möchte arbeitslos zu werden) oder gilt das nur solange, wie ich den neuen Vertrag noch nicht erhaltten bzw. unterschrieben habe? Oder bedeutet die Unterschrift unter den neuen Vertrag, dass ich diesen dann ebenfalls kündigungen muss und damit von meinem Arbeitgeber praktisch vor Juli nicht wegkomme (was wiederrum bedeuten würde die Unterschrift möglichst lange rauszuzögern...)?

Vielen Dank für eure Antworten.

Antwort
von TorDerSchatten, 30

Solange der neue Vertrag nicht unterschrieben ist, gilt der alte Vertrag und somit auch die alte Kündigungsfrist.

Antwort
von LuckyStrikeSlv, 26

Für Dich als Arbeitnehmer bleibt die Kündigungsfrist IMMER bei vier Wochen. Das ist gesetzlich geregelt, vertragliche Abweichungen davon sind nicht zulässig.

Vgl. § 622 ff BGB

Die drei Monate in Deinem neuen Vertrag beziehen sich also nur auf Deinen Arbeitgeber. Das kann er freiwillig machen oder er ist dazu verpflichtet, wenn Du 8 Jahre im Unternehmen bist.

Kommentar von LuckyStrikeSlv ,

Und ja, das ist zu 100 % richtig! (außer in der Probezeit, da gibts keine Kündigungsfrist)

Kommentar von tonysair ,

Also das ist ja nun definitiv falsch, da vertraglich auch eine längere Kündigungsfrist festgelegt werden kann (muss dann natürlich für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gelten)

Kommentar von LuckyStrikeSlv ,

Klar kann was anderes festgelegt werden, jedoch nicht zum Nachteil des ANs, jedoch schon zum Nachteil des AGs. Die Arbeitsrechtlichen Regelungen des BGB und anderen relevanten Gesetzbüchern dürfen nicht vertraglich zu Lasten des AG verändert werden, zum Vorteil jedoch schon. Das stimmt zu 100 %, das dürftest Du in wenigen Minuten selbst nachgelesen haben. Den entsprechenden § habe ich genannt und in den folgenden findest Du auch die Regelung, das nachteilige Abweichungen nicht möglich sind.

Kommentar von LuckyStrikeSlv ,

Übrigens habe ich das in jeder meiner drei Ausbildungen gelernt ;-)

Kommentar von LuckyStrikeSlv ,

*"...dürfen nicht zu Lasten des AN..." sollte das oben heißen.

Kommentar von Eichbaum1963 ,

Übrigens habe ich das in jeder meiner drei Ausbildungen gelernt ;-)

Ehrlich?? Sorry, denn dann waren deine Ausbilder aber dämlich...

Arbeitsvertraglich können sehr wohl auch für den AN längere Kündigungsfristen vereinbart werden - allerdings darf der AN nicht schlechter gestellt werden - d. h. es dürfen für den AN nicht längere Kündigungsfristen als für den AG gelten.

Die Gleiche Kündigungsfrist aber schon - außer ein Tarifvertrag sieht anderes vor. ;)

http://www.ra-wittig.de/ratgeber/ratgeber-arbeitsrecht/kuendigung/kuendigungsfri...

Lesen bildet. ;)

außer in der Probezeit, da gibts keine Kündigungsfrist

Dein nächster Klops!

Die gibts sehr wohl! Siehe BGB § 622, Abs. 3!


Kommentar von LuckyStrikeSlv ,

Dann muss ich das tatsächlich falsch verstanden haben. Danke. 

Zur Probezeit: Die paar Tage ;)

Kommentar von Eichbaum1963 ,

Bitte, gerne. ;) Für dein Einsicht auch ein DH!

Und auch die "paar" Tage in der Probezeit machen schon was aus.

Leider aber gehen da nach Tarifvertrag auch kürzere Fristen, zumindest die ersten beiden Monate. Z. B. bei Leiharbeitnehmern.

Unseren Politikern (die mit ihren vielen "Nebenjobs") sei "Dank" dafür - ein Schelm wer dabei an das böse Wort mit "K" am Anfang und "on" am Ende denkt. *ganz fies grins*^^

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