Frage von unknownhooman, 182

("Neuer") Rüde ist plötzlich förmlich von mir besessen?

Hallo ihr Lieben 👋

Folgendes: Ich habe eine 3 Jährige Hündin, kastriert, Zuhause. Vor 3 Tagen ist noch ein Rüde (3 Jahre alt, nicht kastriert) dazu gekommen (adoptiert).
Die ersten 2 Tage lief alles super. Die Hunde haben toll miteinander gespielt, harmonierten allgemein super, nur der Rüde war noch sehr schüchtern mir gegenüber (was natürlich absolut natürlich und ok war).

Dann, von heute auf morgen: Der Rüde fängt an, beim (scheinbar) Spielen, meine Hündin ständig "anzuknabbern". An den Hinterläufen, Schnauze, Nacken... Ich habe schon gegoogelt, aber da fand ich dieses Verhalten nur bei Hündin und Welpe(n)...
Ich dachte mir erstmal: Ok, das sollen sie unter sich regeln (hab ich so gelesen). Aber der Rüde wurde immer rauer und nimmt meiner Hündin auch sämtliches weg (Spielsachen, Stöckchen im Wald etc.).
Meine Hündin wehrte sich am Anfang (vor allem bei dem beißen/"knabbern") aber das brachte nichts. Sie lässt sich das alles gefallen und er buttert sie weiter unter. Ich hab mir das jetzt nicht mehr angeschaut, wie hilflos sie versucht sich zurück zuziehen und er rennt ihr immer wieder hinterher und macht weiter. Als ich merkte, es geht wieder in die Richtung, bin ich dazwischen gegangen.

Nun fängt der Rüde auch noch an, mich förmlich zu vergöttern. Rennt mir ständig hinterher (wie eine ständige Kontrolle), hüpft um mich rum, stößt meine Hündin weg, wenn ich sie kraulen will, drängt sich immer dazwischen und "verteidigt" mich schon vor meinem Freund indem er ihn anknurrt.

Das kann nicht mehr so weiter gehen. Ich möchte nicht, dass das (durch meine Unwissenheit bsp.) eskaliert und ihm ggf. was falsches beibring.
Ich habe mich eigentlich viel belesen, bevor er einzog, aber dazu bin ich total überfordert. Ich habe schon viel gegoogelt, aber nichts gefunden, was der momentanen Situation von mir gleicht.

Ach ja: Ich habe ihn auch nicht verwöhnt oder bevorzugt, im Gegenteil: Am Anfang habe ich ihn weitestgehend komplett in Ruhe gelassen, damit er in Ruhe ankommen kann. Als er sich ein wenig geöffnet hat, hab ich mit beiden Hunden ein wenig (mit dem Kuscheltier) gespielt.
Und dann so eine extreme Wendung?!

Daher brauche ich euren Rat. Mit Hundeschule und Trainer wollte ich am Anfang noch warten (wegen verängstigten Tierheimhund...), aber das ist ja mittlerweile ein komplett anderer Hund.

Danke schonmal für hilfreiche (und gerne ausführliche) Antworten.

LG

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dsupper, Community-Experte für Hund, 64

Hallo,

du hast den neuen Hund doch erst seit 3 Tagen!!! Was erwartetst du denn von ihm?

Wenn er aus dem Tierheim ist und verängstigt, dann wird er in der Vergangenheit wahrscheinlich ziemlich viel Schreckliches erlebt haben - mit Sicherheit keine vertrauensvolle Bindung zu Menschen.

Gib dem Hund mal Zeit - das dauert Monate, bis er wirklich bei dir Zuhause angekommen ist.

Er muss sich erst einmal orientieren, muss die "Spielregeln" in seinem neuen Rudel lernen, muss dich kennenlernen, eine Beziehung und Bindung zu dir aufbauen.

Mich wundert, dass deine Hündin (obwohl kastriert) das von einem Rüden gefallen lässt - eigentlich sollten Hunde innerhalb eines "Rudels" solche Beziehungsprobleme alleine klären, denn nur das schafft auf Dauer Ruhe im Rudel.

Also, greif nicht zu viel und zu schnell ein, nur, wenn es wirklich notwendig scheint und gibt dem Neuen mal Zeit! Die braucht er nämlich.

Gutes Gelingen

Daniela

Kommentar von HARUMIN ,

Gute Antwort. DH!

Kommentar von Naninja ,

Ich finde diesen Rat absolut unverantwortlich.

Wenn die Fragestellerin jetzt nicht sofort eingreift und endlich anfängt, die Hunde zu führen, wird die Situation früher oder später eskalieren.

Bei einer Hündin, die so extrem bedrängt wird und entsprechend gestresst ist und einem Rüden, der sogar schon den Freund der Fragestellerin bedroht, ist "die regeln das schon unter sich" der absolut dümmste Rat, den man geben kann.

Kommentar von dsupper ,

Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, einen Hund führen zu wollen, der weder wirklich angekommen ist, noch überhaupt eine Beziehung aufbauen konnte.

Der Hund ist scheinbar ohnehin völlig verängstigt (lt. Aussagen des FS), völlig unsicher, völlig überfordert - der braucht erst einmal Ruhe, Ruhe, Ruhe

Kommentar von brandon ,

Soll der Freund dann gehen weil der Hund Ruhe braucht?

Oder wie meinst Du das?

Kommentar von dsupper ,

Der Freund soll sich einige Zeit eher zurücknehmen. Oft entsteht ein solches Verhalten, wenn der Hund sich bedrängt fühlt. Solche Hunde haben häufig schlimme Dinge von Männern erlebt, haben also grundsätzlich Angst vor diesen.

Und wahrscheinlich möchte der Freund ja einen Kontakt zum Hund herstellen, das wäre völlig natürlich - wird vom Hund aber als Bedrohung empfunden.

Meine Güte - der Hund ist grade mal 3 Tage da - da ist es doch sicher nicht zu viel verlangt, ihm die Ruhe, die er braucht, um "sicher" anzukommen, erst einmal zu geben. Hunde sind mit neuen Situationen sehr schnell überfordert und reagieren dann häufig aggressiv. Sie können ja nicht diskutieren und man kann ihnen auch nicht verbal erklären, dass alles in Ordnung ist und er es gut haben wird.

Das muss man ihm "zeigen", ihm handelnd vermitteln.

Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 94

Such Dir bitte ganz schnell einen erfahrenen Trainer!

Es ist ein großer Fehler, die Hunde solche Dinge "unter sich" regeln zu lassen. Du bist Chef im Haus, Du bestimmst die Regeln und es ist Dein Job, die alte (bevorrechtigte) Position Deiner Hündin zu festigen.

Der neue Rüde hat Dich weder zu kontrollieren, noch hat er Deine Hündin zu bedrängen, unterzubuttern oder sie wegzubeißen. All das hättest Du sofort unterbinden müssen!

Außerdem scheinen die Hunde charakterlich und vom Temperament überhaupt nicht zusammen zu passen. Zu einem Ersthund würde ich mir niemals einen dominanten Zweithund ins Haus holen, der von mir ständig kontrolliert und reglementiert werden muss, damit Ruhe herrscht. Deine Hündin setzt Du dadurch gerade einem irrsinnigen Stress aus.

Sei mir nicht böse, aber an Deiner Stelle würde ich auch ernsthaft überlegen, den Hund wieder abzugeben. Du klingst unerfahren und überfordert und wenn der Hund nun schon Deinen Freund bedroht, wird das kein gutes Ende nehmen.

Kommentar von unknownhooman ,

Danke Dir für deine Antwort!

Wie gesagt, ich habe das so gelesen, das man sich als Mensch zurückhalten soll. Daher habe ich das so übernommen (aber das ja jetzt revidiert).

Das ist es ja: Sie hatten super zusammengepasst. Er war am Anfang überhaupt nicht dominant.
Ich habe ihn (mit meiner Hündin) oft besucht, Gassi etc. Es war wie Liebe auf den ersten Blick. Gerade charakterlich hatten sie perfekt zusammengepasst.
Es schockiert mich ehrlich gesagt, das er sich von heute auf morgen so verändert hat.

Draußen ist es wieder (sehr oft) als wäre nie was gewesen. Sie spielen, er schaut auch mal nach mir, aber latscht nicht im Kreis um mich rum etc. Ich weiß, drinnen Revier, aber so ein extremer Unterschied...?

Was die momentane Situation angeht bin ich auch unerfahren und überfordert. Deswegen frage ich hier nach und möchte auch einen Trainer zu Rate ziehen.

Abgeben wäre für mich nur die allerletzte Möglichkeit.

Kommentar von Naninja ,

Dass ein Hund sich mit anderen draußen gut versteht, sagt (wie Du selbst schreibst) nichts darüber aus, wie es in der Wohnung funktioniert.

Und dass der Hund draußen völlig anders war, schreibe ich- sei mir bitte nicht böse- Deiner Unerfahrenheit zu. Denn Anzeichen dafür sieht man, auch wenn es nur Feinheiten sind.

Ich empfehle hier gerne die Trainer von "Trainieren statt dominieren". Dort gibt es eine Trainersuche, die Du nutzen kannst.

Antwort
von doggyloverin, 54

Ich habe nicht das selbe Problem gehabt (weil es für mich kein Problem war) aber ich hatte das selbe verhalten. Mein fast 5 Jahre alter shih Tzu Rüde war von Welpe an hier bei mir und meiner Mutter und war immer sehr verwöhnt. Er liebt es mit andern Hunden zu spielen und genau so liebt er es zu schlafen. Ich hatte immer ein Problem (15) ich hatte mir einen Hund gewünscht mit dem ich Fahrrad fahren kann und halt viel machen kann... Aber als wir ihn bekommen haben war ich noch 10 und hatte nicht so gut verstanden das ich ihn in Ruhe lassen muss wenn er schlafen will. Aber der Wunsch ist nie vergangen. Mein Hund hat sich an meine Mutter gebunden und ich und meine Mutter wollten sowieso immer einen zweit Hund. Ich habe eine Hündin auch kastrirt  gefunden die aus schlechter Haltung kam. Sie war schon am 2. Tag so wie Deinen Beschreibung. Genau das gleiche was du geschrieben hast hat sie auch angetan. Mein rüde ist auch immer weg Galgen und hat nach ihr geschnappt und zu meiner Mutter und mir war er auch stinkig. Die Hündin hat sich an mich gebunden und wenn er in meine Nähe kam wurde sie mürrisch und knurrte ihn an. Ich habe Tabsy meinen Rüden bevorzugt bei allem und nach 3 Wochen hatte sich das gelegt nach 3 Monaten haben sie sich gut verstanden und jetzt nach einem halben Jahr lieben sie sich und sind in her trennlich. Also keine Sorge.

Antwort
von Tinnef, 44

Kann natürlich schlicht und einfach Dominanz sein. Sieh zu, dass du deine Hündin zuerst fütterst, dass er warten muss, wenn du sie streichelst und sowas, aber ich denke mal das weißt du.

Ich schätze eher, der Hund ist verunsichert und versucht sich deshalb aufzuspielen. Nach 3 Tagen kann man noch überhaupt nichts über den Hund sagen, es kann sich noch alles wieder ändern, zum guten oder zum schlechten. "Aggression" gegen Menschen darf man aber niemals zulassen!

Antwort
von GabSteh, 20

Hallo, 

du mußt dir darüber im Klaren sein, dass die Grundbedürfnisse eines Hundes Schutz und Nahrung sind. 

Der neue Rüde hat wahrgenommen, dass du die Rolle des Rudelführers nicht ausfüllst, also hat er sie übernommen. Das ist jedoch kein Spaß für ihn, bedeutet also Stress. Er korrigiert immerfort deine Hündin, diese wird immer ängstlicher. Folge davon kann bedeuten, dass sie ein Angstbeißer wird. ( Beißen ist nur eine Folge von Angst)

Jeder der Hunde braucht seinen festen Platz, du fütterst sie auf dem Platz, stellst die Wasserschale dorthin. Zwischendurch schmeißt du Leckerlis auf den Platz, ohne die Hunde dabei anzusehen. Es soll der tollste Platz der Welt für sie sein. Auf diese Weise hast du die Grundbedürfnisse zumindest an dem Ort abgedeckt, (das kann seine Zeit dauern, aber immer konsequent bleiben, es zahlt sich aus). Sie gehen nur von dort weg, wenn du es erlaubst. Als Hilfe nimmst du die leichten Schlaufenleinen aus Kunstfaser. An Türschwellen läßt du sie absitzen und gehst als Erste durch, dann läßt du Hund für Hund durch. Beim Spielen im Garten niemals die Hunde alleine lassen. Den Rüden unbedingt korrigieren, wenn er deine Hündin korrigieren möchte. Als Hilfe kannst du dir einen Besenstab nehmen, nur als verlängerten Arm!!!!  Wenn du mit der Hündin spielen möchtest, muss der Rüde auf Abstand warten, und umgekehrt. 

Als Korrekturlaut ist Tscht perfekt, und wenn der Hund von der falschen Spur abgelenkt werden soll nimmst du Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger zusammen und stößt in die Seite. Ist wie ein kleiner Zwick. 

Wenn der Rüde merkt, dass du die Rolle des Rudelführers ausfüllst, wird er sich erleichtert zurückziehen und dich nicht mehr kontrollieren wollen. 

Antwort
von Mignon2, 54

Rufe doch mal bei dem Tierheim an. Dort hilft man dir sicherlich sehr gerne.

Antwort
von taframara, 51

Das ist kein verängstigter Tierheimhund. Das kommt einem nur so vor zu Beginn. Er will den Chef spielen, dich kontrollieren und die Hündin auch. Du musst ihn davon abhalten. Übe als erstes dass er auf seinen Platz gehen soll. Und auch dort bleiben soll. Schau dir ein wenig Cesar Milan an. Der hat einen Kniff und ein lautes Gschscht, damit kannst du unheimlich viel erreichen. Vor allem, lege jegliches Spielzeug weg. Spielzeug gibt es nur, wenn du aktiv mitspielst. Sonst nicht. Und wenn er deinen Freund anknurrt, tick ihm an die Rippen, ein gscht, ein Fingerzeig und ab auf die Decke. Zur Not erstmal mit Leine behilflich sein.

Kommentar von dsupper ,

Ja klar, du kannst also aus der Ferne beurteilen, dass der Hund nicht verängstigt ist? Toll - du scheinst Hellseher zu sein.

Was meinst du, warum Hunde im Tierheim landen? Weil es überaus geliebte Wesen sind? Mit Sicherheit nicht.

Und solch einen Hund, der mit Sicherheit unsicher ist, die Regeln noch nicht beherrschen kann (denn er ist erst 3 Tage im neuen Heim), Angst hat - dem unterstellst du, Chef "spielen" zu wollen? Den soll man mit Methoden von CM erziehen?

Wenn du dich jemals mit den Methoden von CM auseinandergesetzt hättest, dann wüsstest du auf jeden Fall - und das wird eindringlich vor jeder Sendung dem Zuschauer klar gemacht - dass NIEMAND, der der nicht wirklich weiß, wie es geht, diese Methoden anwenden soll.

Kommentar von taframara ,

du wirst schon sehen,, dass er keine angst hat, sondern einfach nur ein frecher bengel ist, der sein grenzen kennenlernen muss. oder klemmt er sich bei allem permanent den schwanz zwischen die beine? bitte nicht hierauf antworten, denn so eine freche Antwort wie vorhin kannst du dir sparen. Wenn du jemanden um rat fragst, dann komm damit zurecht wenn dir geantwortet wird und pampe nicht so rum.

Kommentar von dsupper ,

Vielleicht solltest du erst einmal lesen? Mein Kommentar kommt nicht vom Fragesteller

Kommentar von taframara ,

umso schlimmer

Kommentar von dsupper ,

Ja natürlich, mit deinen hellseherischen Fähigkeiten bist du hier allen überlegen (lol)

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