Frage von Leela1234, 81

Neuer Rüde Aggressionen gegen Männer?

Hallo, Ich habe gestern einen Hund aus Bulgarien adoptiert. Am Anfang (gestern) war auch alles ok, doch dann hat er ohne sichtbaren Grund plötzlich angefangen meinen Freund lauthals anzubellen und anzuknurren, inzwischen ist er richtig aggressiv wann immer er ihn sieht. Das selbe verhalten habe ich jetzt auch bei einem anderen männlichen Besuch beobachtet. Also; wie schaffe ich es dass er Männer in unserer Wohnung akzeptiert, toleriert und auch mag? Bin ein bisschen am verzweifeln. Wir haben schon ausprobiert dass er nur noch Futter aus der Hand des Freundes bekommt, nimmt er aber nicht und das Gebell ist ohrenbetäubend, das Ganze mit dem Ignorieren scheint auch nicht zu funktionieren . Danke für eure Hilfe! Ps: ich möchte nicht mit Gewalt arbeiten

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Expertenantwort
von Naninja, Community-Experte für Hund, 35

Sei mir nicht böse, aber wenn Du jetzt schon so verzweifelt bist, dann sehe ich schwarz.

Hast Du Dir mal überlegt, was der Hund mitgemacht hat? Hast Du Dich darüber informiert, welche Baustellen Hunde aus dem Auslandstierschutz mitbringen?

Ein Großteil hat Angst vor Männern. Wenn man sich überlegt, wie Straßenhunde behandelt werden (von Tritten, Schlägen und Misshandlungen bis hin zum Einfangen, bevor sie in den Tötungsstationen landen) ist das absolut nachvollziehbar und es wird nicht das einzige Problem bleiben!

Du kannst davon ausgehen, dass der Hund Wochen brauchen wird, bis er richtig angekommen ist. Und dann wird er noch mehr Verhaltensweisen zeigen, von denen Du jetzt noch nichts ahnst. Dass der Hund nicht wie gewünscht reagiert, ist außerdem absolut nachvollziehbar. Ihr habt ihn gerade mal einen Tag! Wie soll er da Bindung und Vertrauen zu Euch aufbauen?

Besorgt Euch bitte Bücher zum Thema "Hunde aus dem Auslandstierschutz" und sucht Euch einen guten Trainer, der Euch unterstützt. Und habt bitte Geduld und überfordert den Hund nicht mit der Erwartung, dass er schon nach Stunden so zu funktionieren hat, wie ein gut sozialisierter Haushund.

Jetzt würde ich den Hund erst einmal komplett in Ruhe lassen. Nicht bedrängen, Rückzugsorte schaffen, kein Training, keine Besucher, die den Hund stressen. Dazu ist es momentan noch viel zu früh.

Kommentar von HARUMIN ,

Dem ist nichts hinzuzufügen. DH!

Antwort
von LukaUndShiba, 34

Du musst wenn du einen Hund aus dem Ausland holst mit ALLEM rechnen.

Hier wirst du nicht um einen guten Trainer herum kommen.

Der Hund hat vermutlich sehr schlechte Erfahrungen mit Männern gemacht. Wer weiß was er durchmachen musste.

Hier wird dir keiner wirklich helfen können und bei so einem Hund online tipps zu befolgen ist eh keine gute Idee.

Kommentar von 2016Frank ,

Dann wäre dein Tipp mit dem guten Trainer ebenfalls keine gute Idee, oder? Schließlich gibst Du den online. Ratschläge, ob online oder aus Büchern, haben zumindest einen Vorteil: Sie regen das eigene Reflektieren einer Problematik an.

Antwort
von Melba99, 6

Ich kann hier nur zustimmen... der Hund ist gerade erst bei dir angekommen, in eine Umgebung die er nicht kennt, zu Menschen zu denen er erst einmal Vertrauen aufbauen muss... und nach all den schlechten Erfahrungen die er bisher in seinem Leben gemacht hat...

Wir haben selbst vor zwei Jahren einen Hund aus dem Ausland bei uns aufgenommen, der Anfangs seine Probleme mit Männern hatte. Du kannst davon ausgehen, dass der Hund Wochen, wenn nicht Monate brauchen wird um richtig anzukommen. Und die Angst bzw. das Problem mit Männern wird sich auch nicht von einem auf den anderen Tag auflösen. Das alles braucht viel Zeit und vor allem Geduld, Geduld und nochmals Geduld. Am besten holt euch so schnell wie möglich professionelle Hilfe in Form eines Hundetrainers der sich mit solchen Hunden auskennt. 

Etwas ganz wichtiges für den Moment wurde auch schon gesagt... den Hund jetzt erst einmal komplett in Ruhe lassen und ihm die Gelegenheit geben sich zurück zu ziehen. Training und Besucher sind nachdem er erst gestern angekommen ist, jetzt einfach noch zu früh.

Antwort
von AnnaTeresaLe, 1

Hallo.

Also erstmal lass deinen Hund ankommen, es ist eine total neue Situation für ihn.

Es ist gut möglich, dass er schlechte Erfahrungen mit Männern hat, daher ist ja sein Verhalten nur verständlich.

Das Futter aus der Hand zu geben ist zu diesem Zeitpunkt viel zu früh und setzt deinen Hund zusätzlich unter Druck.

Wenn Du die Befürchtung hast, dass Dein Hund zuschnappen könnte (was gut möglich ist), dann kaufe dir einen sehr gut passenden Maulkorb (z.B. Baskersville) und trainiere dann sehr langsam mit deinem Hund und deinem Freund.

Dein Freund soll am besten den Hund ignorieren ihn nicht anschauen, sich nicht groß machen. Einfach sitzen bleiben und das machen was er halt gerade macht. Der Hund soll auf Abstand bleiben, die Möglichkeit haben alles zu beobachten, aber genauso sich auch zurück zu ziehen.

Und so kann man das dann aufbauen. Irgendwann merkt man dann, dass der Hund zum Beispiel nicht mehr an deinem Freund interessiert ist oder ihn nicht mehr als Bedrohung wahrnimmt. 

Ich sag dir gleich, dass ganze kann super lang dauern - bei uns hat das gute zwei Jahre gebraucht, bis der Besuch jetzt ignoriert wird. 

Ich muss aber auch sagen, wir sind mit der Einstellung hin, der Hund muss den Besuch jetzt nicht super geil finden, sondern einfach nur ignorieren.

Liebe Grüße und ich hoffe ich konnte dir helfen.

AnnaTeresa

Vielleicht magst du ja mal mehr über mein Zusammenleben mit meinen zwei Hunden lesen. Beide sind aus Rumänien und alles andere als leicht. Ich schreibe über tolle Dinge, aber auch über unangenehme und schwierige Situationen, die man als Hundehalter so kennen lernt.

http://canistecture.de

Antwort
von 2016Frank, 28

Ich denke mal, das Problem beginnt nicht erst bei den Männern in der Wohnung. Der Hund ist neu bei Dir und hat noch keinerlei Ahnung, dass Du nun sein Boss bist. Er scheint sich bereits jetzt darüber zu freuen, ein Revier zu verteidigen, was ihm aber überhaupt nicht zusteht.

Es gibt auch in deinem Fall verschiedene Ansätze, das Problem anzugehen. In deinem Fall würde ich zunächst einmal folgendes probieren: Sorge dafür, dass er ein vernünftiges Halsband trägt und halte eine Leine in Reichweite bereit. Sobald der Hund nun wieder bei einem Besucher anfängt zu bellen, gehe ruhig auf ihn zu, nehme ihn am Halsband, schnappe Dir die Leine und bringe den Hund in ein entferntes Zimmer, wo Du ihn anleinst. Er darf nicht mehr in Sichtweite des Besuches sein. Das geht ihn nämlich garnichts an.

Ganz wichtig: Sprich nicht dabei zu dem Hund! Menschen neigen dazu, ihr Verhalten zu kommentieren: "Das hast Du jetzt davon. Wenn Du solchen Krach machst, muss ich Dich leider wegsperren." Bleibe stumm, da der Hund an deiner Stimme feststellen kann, wenn Du unsicher bist, ob Du das Richtige tust.

Wäre eine ruhige Möglichkeit, auf den Hund einzuwirken.

Kommentar von Naninja ,

Drüber pinkeln, Frank. Du hast das drüber pinkeln vergessen.

Und weil der höchste Rang innerhalb eines Rudels untrennbar mit dem Recht auf Fortpflanzung gekoppelt ist, sollte die Fragestellerin als Alpha auch noch jeden männlichen Besucher flach legen, der in die Wohnung kommt.

Ein Hoch auf die Dominanztheorie!

Kommentar von 2016Frank ,

Wahrscheinlich hast Du dir den Kopf gestoßen und bist noch etwas benommen gewesen, als Du diesen Kommentar geschrieben hast. Geht es jetzt schon wieder besser?

Ich habe mit keinem Wort eine Dominaztheorie erwähnt oder entwickelt. Aber, wenn Du glaubst, hilfreicher antworten zu können: Bitte schön. Nur zu. Wir lernen alle gerne dazu. Natürlich auch von Dir.

Kommentar von KIttyHR ,

Ehrlich gesagt, sehe ich das sehr problematisch. Der Hund ist seid gestern bei der FS zuhause und ihm sofort mit solchen Methoden zu kommen, schürt noch mehr Ängste. Das sollte man niemals machen, der Hund wird seine Probleme nurnoch verstärken. Besonders mit Hunden von der Straße muss man mit viel Geduld und Konsequenz arbeiten, aber nicht mit angsteinflößenden Methoden. Die Theorie, dass man einen Hund mit Hilfe von Dominanz erziehen muss, ist völlig veraltet.
Schrecklich. Das sollte man mit keinem Hund tun … egal, ob er von der Straße oder einem anerkannten Züchter kommt.

Kommentar von 2016Frank ,

Wie oben schon geschrieben: Ich lerne gerne dazu. Also bitte: Konstruktiv werden. Nicht um den heißen Brei rumreden und rumeiern.

Ich spreche aus eigener Erfahrung da ich mehrere Jahre mit solchen Hunden zu tun hatte. Mein letzter Hund stammte ebenfalls aus einer Tötungsstation, hatte auch seine Probleme die wir ebenfalls mit einem erfahrenen Trainer in den Griff bekommen haben. Und wenn ich so einen Rat gebe, dann kommt der aus Erfahrung und nach Abwägen der Situation. Das entfernen des Hundes auf diese Art und Weise verschafft dem Hund nämlich die Ruhe und Chance, die er benötigt, um sich in der neuen Umgebung einzugewöhnen.

Stressreduzierung. Nicht Dominanzgehabe.

Antwort
von Goodnight, 21

Ein Hund aus dem Ausland geholt, schon Besuch und schon verzweifelt...

Wenn man so gar keine Ahnung und so gar keine Nerven hat wird das nichts. Bring den Hund zurück wo du ihn her hast. Das ist für euch alle besser.

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