Frage von mybookflex, 106

Neuer Job und plötzlich schwanger, was tun?

Ich habe vor ein paar Tagen einen Job im Verkauf einer großen Einzelhandelskette angenommen, 3 Monate Probezeit und 1 Jahr befristet. Gestern habe ich erfahren, dass ich schwanger bin. Sollte ich das vor Antritt der Stelle sagen und riskieren, dass ich sie doch nicht bekomme oder erst nach der Probezeit? Ich würde es ungern die ersten drei Monate jemandem sagen, aber irgendwo ist es ja 'Betrug', dass ich nur 7 Monate arbeite und dann im Mutterschutz bin... oder? Und wie sieht es danach aus, wenn mein Vertrag im August ausgelaufen ist... Ich mache ein Fernstudium nebenbei und habe dann keinerlei Einkünfte mehr...

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 55

Deine Stelle hast Du sicher wenn der Arbeitsvertrag unterschrieben ist.

Ob es eine Probezeitvereinbarung gibt oder nicht, spielt keine Rolle. Wenn Du schwanger bist gilt für Dich das Mutterschutzgesetz, der AG darf Dir auch in der Probezeit nicht einfach kündigen.

Es wird dann so sein dass Dein Arbeitsvertrag nach einem Jahr einfach ausläuft und das war's dann.

Herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft, vor einer ordentlichen Kündigung brauchst Du keine Angst zu haben

Antwort
von testwiegehtdas, 40

Hallo,

ich verstehe deine Bedenken. Ist es Arbeit die für dich und dein Kind gefährlich sein könnte (z.B. schwer heben)? Wann würde deine Arbeitsstelle beginnen, also in welcher Woche/Monat wärst du, wenn die Probezeit rum ist?

Ich würde aber das Wohl von dir und deinem Kind (jetzt noch Geld verdienen) über das des Arbeitgebers stellen. Die Frage ist eben nur ob du es noch in oder nach der Probezeit sagen willst... Vorher würde ich das nicht ansprechen, außer es wäre eben gefährliche Arbeit. Du dürftest auf die Frage z.B. im Bewerbungsgespräch sogar lügen, hat die Rechtsprechung entschieden. Denn auf Antwort verweigern kamen oft negative Reaktionen vom Arbeitgeber. 

Dein Vertrag wird dann einfach auslaufen während du (vermutlich) nicht dort bist. Dir steht aber Elterngeld und sobald das Kind da ist Kindergeld zu. Die genauen Sätze kenne ich nicht, die kann man aber googeln. Zur Not auch andere Unterstützung vom Amt, evtl. auch Wohngeld.

In vielen Städten gibt es Beratungsstellen, die Frauen in solchen Fällen helfen und informieren, wann sie was wo beantragen sollten, was ihnen zusteht usw.

Ich wünsche dir viel Kraft und eine wundervolle Schwangerschaft & Zeit mit dem Kind, zudem drücke ich dir fest die Daumen, dass alles gut geht.

Antwort
von ShinyShadow, 48

Ist die Arbeit irgendwie gefährlich für dich oder das Baby? Wenn nein, würde ich es wenn möglich die ersten 12 Wochen verheimlichen.

Wenn du schwanger bist, dürfen sie dich auch nicht in der Probezeit kündigen (außer natürlich du lässt dir was anderes, sehr schlimmes, zu Schulde kommen... Aber davon gehen wir mal nicht aus...)

Stell dir aber vor, du sagst es dem Arbeitgeber... und verlierst dein Baby dann (was ich dir absolut nicht wünsche, aber was die ersten 12 Wochen leider keine Seltenheit ist...) Dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er dich in hohem Bogen vor die Tür setzt...

Letztendlich liegt die Entscheidung bei dir, aber ich würde warten.

Ach, und zum Thema Betrug: Ich verstehe, dass du so denkst... Ich wurde auch schwanger, als ich ganz neu beim Arbeitgeber war und hab ähnlich gedacht... Aber das ist Schwachsinn. Wenn ich eins gelernt hab, dann dass man bei sowas egoistisch sein muss. Es dankt dir keiner, wenn du das Wohl des Arbeitgebers über deins stellst ;)

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 9

Du unterliegst während der Schwangerschaft einem besonderen Kündigungsschutz, der auch während der Probezeit gilt.

Allerdings endet das Arbeitsverhältnis mit Ablauf der kalendermäßigen Befristung automatisch mit Erreichen der vereinbarten Zeit.(§ 15 Abs.:1 Teilzeit- und Befristungsgesetz TzBfG)

Dazu bedarf es auch keiner Kündigung.

Informationen findest du in folgenden Links: http://www.zurecht.de/arbeitsrecht/mutterschutz/mutterschaftsgeld/

http://www.familienplanung.de/schwangerschaft/rechtliches-und-finanzielles/

Ich hoffe, dass dir mein Beitrag eine Hilfe ist und wünsche dir einen guten Verlauf der Schwangerschaft.

Expertenantwort
von HelpfulMasked, Community-Experte für Schwangerschaft, 19

Der besondere Kündigungsschutz gilt für dich von Beginn an. Auch schon in der Probezeit.

Sag es also sobald du die Stelle antrittst. Das ist kein Betrug.

Lg

HelpfulMasked

Antwort
von solei67, 48

Wenn du einen Job hast, der für dich oder dein Kind gefährlich wäre, würde ich es sofort sagen.

Verpflichtet bist du nicht, du darftst sogal auf die Frage ob du schwanger bist lügen.

Ich wüsste auch nicht was ich mache. Ich selbst habe bei der ersten Schwangerschaft erst in der 16. Woche was gedagt, bei der 2. 12. Woche. Ich habe auch abgewogen wie ich es am Besten anstelle und mich jeweils entschieden bis zum Urlaub zu warten (aus internen Gründen).

Elterngeld bekommst du mind. 300€

Ich würde an deiner Stelle warten bis die Probezeit vorbei ist (sofern nichts dagegen spricht). Dann gehst du irgendwann in den Mutterschutz, der Vertrag läuft ggf. aus aber du kannst Elterngeld beantragen. Wenn du dich danach neu bewirbst sieht es jedenfalls so besser aus.

Antwort
von DelilahGirl, 57

Wenn du weißt du bist schwanger darfst du sogar im Bewerbungsgespräch lügen und sagen nein bist du nicht. Als werdende Mutter biste sogar besonders geschützt sprich, der kann dir nich einfach kündigen....aber sags dennoch erst später

Antwort
von nicinini, 63

Ob sie dich nach dem Jahr übernehmen müssen die entscheiden, meiner Meinung nach musst du denen das nicht sagen und finde es auch kein betrug, ob die jetzt für dich zahlen oder der Staat ist doch letztendlich egal diese ketten von Läden haben genug Geld. Gedanken würde ich mir bei einem alleinstehenden Tante Emma laden machen.

Antwort
von huldave, 9

Gehe zu pro familia, die können dich beraten über die finanziellen Hilfen

Antwort
von carn112004, 8

"aber irgendwo ist es ja 'Betrug', dass ich nur 7 Monate arbeite und dann im Mutterschutz bin... oder? "

Ist weder "Betrug" noch Betrug. Einfach dem AG sagen, Wirkung ist, dass du unkündbar bist und der Vertrag dann einfach mit der Befristung endet.

Antwort
von bloxman, 16

Hallo.

Das du fehlen wirst, wenn dein Baby kommt ist vollkommen legal. Deshalb ist das kein Kündigungsgrund, falls du das meinst.

Das sich das aber unvorteilhaft schneidet, ist es etwas fragwürdig.

Was deine Einnahmen angeht, wird dir sicher ein Sozialarbeiter des abbindeten Krankenhauses weiterhelfen können. 

Viel Glück.

Antwort
von gartenkrot, 30

Dein Arbeitgeber braucht ein Attest deines FA. Daran lässt sich ganz leicht ablesen, seit wann du schwanger bist. Wenn du es nicht sagst kann das als arglistige teuschung gesehen werden.

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