Frage von NadinJ, 24

Neuer Hauseigentümer Pleite - wer muss die Heizung für die Frau mit Wohnrecht/Pflegerecht dort zahlen?

Frau lebt im Haus und hat lebenslanges Wohn- und Pflegerecht. Der Erbe hat das Haus an einen Dritten verkauft, ohne jegliche Information an die Frau. Der neue Eigentümer hat sich so hoch verschuldet, dass er nun Pleite ist.

Seit zwei Tagen hat die Frau nun keine Heizung, weil der neue Hauseigentümer kein Geld hat um Öl zu kaufen.

Die Frau hat einen eingetragenen Titel auf Ihre Ansprüche (Heizungsöl) und steht auch im Grundbuch im Rang als Erstes (vor der Bank - die noch einen offenen Kredit mit dem Eigentümer hat).

An wen kann man sich wenden, dass die betagte Dame endlich wieder eine warme Wohnung hat? Sie ist über 80 Jahre alt und Ihr ist es nicht zu zumuten in einer kalten Wohnung zu sitzen. Kann der Erbe in Verantwortung gezogen werden, dass er für die Heizung Sorge tragen muss? Der Erbe hat auch bereits die Zwangsversteigerung angeordnet, weil der neue Eigentümer noch nicht alle Raten abbezahlt hatte.

Oder muss Sie in Vorleistung gehen und das Heizöl selbst kaufen und sich das Geld dann aus dem Geld des Hausverkaufes wieder holen und vor Gericht ziehen?

Kann man überhaupt einfach ein Haus verkaufen und das Wohn- und Pflegerecht mit übertragen?

Vielen Dank Vorab

Antwort
von imager761, 20

Kann man überhaupt einfach ein Haus verkaufen und das Wohn- und Pflegerecht mit übertragen?

Selbstverständlich.

An wen kann man sich wenden, dass die betagte Dame endlich wieder eine warme Wohnung hat?

An den Hauseigentümer. Nur: Wenn der pleite ist, was erhofft man sich davon?

Kann der Erbe in Verantwortung gezogen werden, dass er für die Heizung Sorge tragen muss?

Nein. Mit Verkauf ging auch das Wohnungsrecht auf den Erwerber über.

Oder muss Sie in Vorleistung gehen und das Heizöl selbst kaufen

Darauf dürfte es hinauslaufen. Dem Schuldner dürfte niemand mehr Öl liefern wollen...

und sich das Geld dann aus dem Geld des Hausverkaufes wieder holen und vor Gericht ziehen?

Nein, denn der Verkäufer hat mit den Verbindlichkeiten und Verpflichtungen des Käufers ja nichts zu tun. Was wollte man da einklagen?

Mann müsste sich schon an den das grundbuchliche Wohnungsrecht übernehmenden Neueigentümer halten und das dürfte schwierig werden, zumal wenn der demnächst wohl Privatinsolvenz anmeldet.

Eine Klageerhebung mit erheblichen Anwalts- und Gerichtskosten, die vorschüssig zu tragen und vmtl. noch obendrein selbst bezahlt werden müsste, wenn der Beklagte die erwartbar garnicht tragen kann, will da sehr genau überlegt sein - für das Geld kann man sehr viel Öl kaufen und warm durch den Winter kommen :-)

Und es kommt noch schlimmer: Mit erfolgter Zwangversteigerung darf der Ersteigerer das grundbuchliche Wohnungsrecht löschen und die betagte Dame zwangsräumen lassen :-O

G imager761

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