Frage von luis45, 47

Neuer Freund entpuppte sich als stark depressiv?

Wir (beide Anfang 40) waren 4 Monate zusammen. Anfangs war alles rosarot. Er stellte mich schnell im Familien- und Freundeskreis vor, betonte, dass er eine langfristige Beziehung wollte. Ich war glücklich und glaubte, „den“ Mann gefunden zu haben. Mein Freundeskreis fand, dass wir so gut zusammen passen. Er schien mir auch überglücklich, wir sahen uns häufig, verbrachten eine schöne Zeit.

Dann kam eine kurze Phase mit einigen etwas kritischeren Themen meist ging es um seine Ex-Frau, die mir doch noch zu präsent in seiner Wohnung und den Gedanken war, doch er betonte, dass er nur mich liebt und ging auch auf meine Wünsche ein, entfernte die Sachen, die mich störten etc. Ich dachte nach wie vor, dass alles in Ordnung ist.

Zunehmend wurde er aber immer in sich gekehrter, wirkte ernst und still. Ich bezog seine Stimmung darauf, dass er Probleme bei der Arbeit hatte, es kamen auch noch finanzielle Sorgen u.a. dazu. Mir fiel auf, dass er seine Probleme nur vor sich herschob, nichts anging, alles liegen ließ. Ich bot mehrfach Hilfe und Rat an, alles wurde abgelehnt. Die negative Stimmung zog mich selbst immer mehr mit runter.

Nun eskalierte alles innerhalb der letzten Woche. Er wollte plötzlich eine Auszeit, er sei schwer depressiv und wisse nicht, ob das mit uns überhaupt Zukunft habe. Warum könne er nicht sagen, es sei nur so ein Gefühl. Nach zwei Tagen kam er voll Reue an, er werde seine Probleme jetzt angehen, er liebe mich und wolle mit mir zusammen bleiben. Die positive Stimmung hielt nur zwei Tage, dann ging es wieder los. Er ließ sich Antidepressiva verschreiben, ging nicht mehr zur Arbeit und erklärte mir plötzlich, er sei ein labiler Mensch und früher schon mal stationär wegen Depressionen in Behandlung gewesen. Er werde jetzt auch wieder mehrere Wochen in die Klinik gehen. An seinen Depressionen sei nur unsere Beziehung schuld. Er sagte mir dann lauter üble Dinge, auch dass er sich schon länger nicht mehr sicher gewesen sei, mir nur was vorgemacht habe usw. Ich beendete daraufhin die Beziehung, ich bin total schockiert. Ich rief Verwandte an, die in seiner Nähe wohnen, damit sie sich kümmern und er sich nichts antut. Natürlich habe ich Angst um ihn, aber ich denke, richtig gehandelt zu haben, indem ich komplett den Kontakt abbrach. Was meint ihr?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Fragengeben, Community-Experte für Beziehung, Liebe, Sex, 20

Du musst kein schlechtes Gewissen haben, die Trennung ist okay.

Ihr hattet keine langjährige Beziehung geführt und noch kein langfristiges Beziehungskonto angelegt.

Es ist in Ordnung, beziehungstechnisch auszusteigen, anstatt sich als unprofessionelle "Therapeutin" fehlbesetzt, zu ÜBERlasten! Beziehung soll schön sein und nicht schwermütig.

Antwort
von Schwoaze, 19

Ich habe noch nie bewußt mit depressiven Menschen zu tun gehabt. Daher kann ich nicht wirklich auf Erfahrungen zurückgreifen. Ich glaube aber, daß Du nichts von dem was er verletzendes gesagt oder getan hat, ernst nehmen darfst. Ich will Dir nicht einreden, zu ihm zurückzukehren, das steht mir nicht zu. Möglicherweise wird er immer wieder solche Phasen durchleben. Ob das eine Liebe auf Dauer aushält.... gute Frage!

Antwort
von DeathMagicDoom, 12

Das hast du richtig gemacht. Er scheint mir unter einer bipolaren Störung zu leiden - und nichts ist schlimmer, als wenn der Partner als "Allheilmittel" herhalten muß nach dem Motto "So, nun mach mich glücklich".

Ich hatte mal eine Freundschaft mit einem psychisch Erkrankten, und diese Beziehung brachte mich seelisch und beinahe körperlich an meine Grenzen. Ich hab alles für ihn getan, alles stehen und liegen gelassen, wenn er anrief oder Hilfe brauchte - aber die Hilfen hat er nie angenommen.

Die Gespräche kreisten nur um seine Problematik, und wenn man ihm Lösungswege aufzeigte, wurden sie abgeschmettert oder es ging dann gleich ins Persönliche, was mit der Sache gar nichts zu tun hatte.

Nächtelange Telefonate bis früh um 4, obwohl ich um 6 aufstehen mußte wegen Arbeit und wenn ich bat, das Telefonat zu beenden, sagte er, dann bringt er sich um weil nichtmal ich mehr Zeit für ihn habe.

Es ging so lange, bis ich absolut an meine Grenzen kam - ein Energievampir, nimmersat und egozentrisch bis zum Geht-nicht-mehr - was ich nicht erkannte (Liebe macht blind) aber dann, als es soweit war, zog ich den Schlußstrich

Antwort
von Elizabeth2, 47

Da steckt sicher noch mehr dahinter. Auf jeden Fall zu viele Probleme. Es ist gut, dass er in die Klinik geht. Er lässt sich helfen. Das sollte dir Beruhigung genug sein. Die Nähe zu dir konnte er nicht mehr ertragen, deshalb hat er einen burschikosen Weg der Trennung gesucht. Es ist richtig, wie du gehandelt hast und auch gut, dass du dich erkundigt hast bei den Bekannten/Verwandten. Mehr geht nicht. Lasse es gut sein. Und schade für dich.

Antwort
von sternenmeer57, 16

Denke , daß du alles richtig gemacht hasst . Es hört sich so nach bipolarer Störung an . In so einer Phase hat ein Partner nichts zu lachen. Da ihr euch noch nicht so lange kennt, ist eine Trennung besser , sonst gehst du daran kaputt.

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