Frage von Triso92, 134

Neuen Beruf erlernen trotzdem ich unterhalt für mein Sohn bezahle?

Guten morgen,

Ich bin 23 Jahre alt und habe eine abgeschlossene Berufsausbildung! Nach meiner Lehre bin ich zur Bundeswehr gegangen (saz 4). Sobald mein aktiver Dienst in der Truppe endet wollte ich ungern mein alten Beruf (Fachkraft für Lagerlogistik) ausüben sondern ein Beruf wählen der zu mir passt und ich mich voll und ganz mit identifizieren kann.

Meine bedenken sind dabei wenn ich ein neuen Beruf erlerne ich den Unterhalt für mein Sohn nicht tragen kann und das Jugendamt fordert ich solle mein alten Beruf weitermachen als Facharbeiter da ich dann mehr verdienen würde.

Wie verhält sich das später? Kann ich ohne weiteres eine neue Lehre anfangen weniger Unterhalt zahlen und es später nachzahlen wenns mit unterhaltsvorschuss vom Jugendamt ausgeglichen wird?

Oder muss ich im sauren Apfel beißen und eine Arbeit nachgehen die mich nicht Glücklich machen würde?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 61

Niemand kann dich daran hindern, einen neuen Beruf zu erlernen.

Wenn du in diesem Zeitraum gegenüber deinem Kind dann nicht mehr "leistungsfähig" wärst, so könnte seine Mutter Unterhaltsvorschuss beziehen, den die Unterhaltskasse dann später von dir zurück verlangen würde.

Sollte über den bisherigen Unterhalt ein Titel existieren, müsstest du diesen "abändern" lassen, denn ansonsten würde der darin festgelegte Betrag weiterhin seine Gültigkeit behalten. Und dann könnte die Kindsmutter später auch die Differenz zwischen dem erhaltenen Unterhaltssvorschuss und dem titulierten Unterhalt von dir einfordern (vorausgesetzt, sie würde dich dann auch entsprechend "regelmäßig" anmahnen...)

Beachte dabei auch:

Da es sich bei der Ausbildung nicht mehr um deine erste handelt, trifft dich gegenüber einem minderjährigen Kind eine "erhöhte Erwerbsobliegenheit", nach der du alles dir Mögliche unternehmen musst, um wenigstens den Mindestunterhalt für das Kind leisten zu können.

Wenn du das nun nicht kannst, so könnte dir ein "fiktives Einkommen" angerechnet werden: das Einkommen, welches du in deinem erlernten Beruf in Vollzeit erzielen könntest. 

Dieses fiktive Einkommen könnte in einem neuen oder im abgeänderten Titel berücksichtigt werden.

Aber:

Sollte die Abänderung des Titels vom Jugendamt erfolgen, kann nur das tatsächliche Einkommen zugrunde gelegt werden, auch wenn sich daraus ergibt, dass du nicht "leistungsfähig" bist.

Das Jugendamt selbst ist nicht ermächtigt, fiktive Einkommen festzulegen - dies könnte nur von gerichtlicher Seite erfolgen...

Antwort
von brennspiritus, 70

Das funktioniert genau so wie du es beschreibst.

Das Jugendamt zahlt es für dich und du stotterst das später ab. Allerdings ist gar nicht gesagt, dass es die bisherige Höhe ist. Es ist möglich, dass es während der Ausbildung auf die Mindestsumme reduziert wird.

Du musst deine Gründe für einen anderen Beruf darlegen. Das Jugendamt entscheidet dann über die Höhe und ob sie die Erklärung so akzeptieren.

Antwort
von rasperling1, 13

Du must immer mindestens den untersten Satz der Düsseldorfer Tabelle zahlen können, den so genannten Mindestunterhalt. Dieser liegt für ein Kind unter 6 Jahren derzeit bei monatlich 240,- Euro. Wenn Du trotz der neuen Lehre diesen Betrag zahlen kannst (vielleicht durch einen Nebenjob), dann kann die das Jugendamt nichts anhaben. Du bist nämlich nicht etwa verpflichtet,  ein möglichst hohes Einkommen zu habe, um mehr als den Mindestsatz zahlen zu können. Aus diesem Grund bist Du auch nicht verpflichtet, Dein altes Einkommen aufrecht zu erhalten, nur um mehr Unterhat zahlen zu können. .

Antwort
von Truffaldino, 45

Lass dir vom Sozialamt nicht dein Leben diktieren und ruinieren! Die Leute haben viel zu viel Angst vor denen. Mach das, was dich glücklich macht -  es ist DEIN Leben! Wenn sie dir kommen mit Drohung und Kürzungen deiner Ansprüche  - nimm dir einen Rechtsanwalt und du wist sehen, wie sie den Schwanz einziehen werden. In diesen Büros sitzen doch alles auch nur Menschen und jeder von denen hat(te) seine Träume...und sitzt jetzt eben dort und verschickt maschinell erstellte Briefe - und würde doch viel lieber etwas anderes machen.


Kommentar von Truffaldino ,

Und solltest du beim Wort Rechtsanwalt innerlich abwinken - es gibt kostenlose Rechtsberatungen bei der ÖRA (in B, HH oder HB) oder auf dem Amtsgericht deines Wohnortes. Erkundige dich dort mal am besten vorab (hingehen).

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