Frage von V2016, 164

Neue Position beim Arbeitgeber mit Lohnerhöhung: Kann der Arbeitgeber wirklich den Lohn anfechten wegen Irrtums?

Hallo Zusammen, Ich arbeite seit 2011 bei einem grossen Unternehmen zuerst als Studentische Aushilfe, 2 Jahre lang,anschliessend eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann, die Ausbildung konnte ich auf 2 Jahre verkützen,durch Schulische und Unternehmerische Leistung.

Seit Sommer bin ich als Verkäufer für ein Jahr befristet worden, zum Anfang des Jahres habe ich mich für eine neue Position im Unternehmen Intern Beworben. Die Stelle wurde mir zugesagt und der Arbeitsvertrag wurde mir zugeschickt.

Die Vergütung für die neue Position beträgt rund 3700€ Brutto. Ich habe dem Vertrag von der Personalabteilung unterschrieben erhalten, daraufhin habe ich den Vertrag unterschrieben und zurück gesendet. Einige Tage später bekam ich ein Anruf dass das Gehalt falsch ist und sich um 3000€ befinden soll. Nach langem rum telefonieren meinerseits habe ich erfahren, dass dieser Vertrag vom Betriebsrat zugestimmt worden ist. Zudem wird diese position mit der vergütung von 3700€ angeboten.

Gestern habe ich ein Einwurf schreiben von meinem Arbeitgeber bekommen mit der erläuterung " Anfechtung wegen Irrtums " und das ich den neuen Arbeitsvertrag Unterschreiben soll.

Ich werde die Tage einen Anwalt aufsuchen, wollte mich vorher umhören, wie meine chancen sind und ob Sie es konsequent durchhalten können?

Ist euch sowas ähnliches passiert? Habt ihr Erfahrung mit sowas gemacht? Würde mich auf alle Antworten euererseits freuen.

Bedanke mich herzlich und wünsche frohe Festtage.

Antwort
von putzfee1, 93

Sprich darüber am besten mit eurem Betriebsrat, die können dir ganz sicher weiter helfen.

Kommentar von V2016 ,

Erstmal Dankeschön.
Das habe ich schon getan jedoch können die mir nicht weiterhelfen.

Kommentar von putzfee1 ,

Das finde ich allerdings seltsam. Dann wirst du wohl abwarten müssen, was der Anwalt sagt.

Kommentar von webya ,

Der Betriebsrat hat dem Gehalt ja zugestimmt. Sie werden gegen einem höheren Gehalt auch nichts sagen, warum auch?

Antwort
von McHilfe, 66

Hallo V2016,

dies scheint auf den ersten Blick kompliziert zu werden. Einige Fragen müssten noch beantwortet werden.

1. Wurde diese Stelle mit der entsprechenden Vergütung ausgeschrieben?

2. Wurde diese Stelle mit der entsprechenden Eingruppierung vom Betriebsrat im Vorfeld durchgewunken (Stellenbeschreibung mit -ausschreibung)?

3. Haben sich andere interne Bewerber ebenfalls auf diese Stelle mit dieser Eingruppierung beworben?

4. Wurde der Arbeitsvertrag mit entsprechender Eingruppierung von beiden Seiten (Personalabteilung und Vertragspartner - also Du) unterschrieben.

5. Hättest du und die anderen Bewerber sich bei einer geringeren Eingruppierung der Stelle überhaupt beworben?

6. Was sagt die Entgelt-/Bewertungskommission, falls vorhanden, dazu? Schließlich wurde ja irgendwann mal die Stelle eingruppiert mit entsprechenden Tätigkeitsmerkmalen und Anforderungsprofil?

Fazit: Grundsätzlich hast du erst einmal einen Arbeitsvertrag. Die Höhe der Vergütung ist zweitrangig. Du könntest eine Eingruppierungsfeststellungsklage beim zuständigen Arbeitsgericht einreichen (würde ich persönlich nicht machen) oder der Arbeitgeber nutzt die Möglichkeit der Herabgruppierungserklärung wegen eines Bewertungsirrtums. 

Besser wäre aus Motivationsgründen für den Arbeitgeber zu prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt, eine Arbeitsplatzveränderung entsprechend der im Arbeitsvertrag angegebenen Entgeltgruppe durch Zuweisung höherwertiger Tätigkeiten zu erreichen. 

Erfolgt eine korrigierende Herabgruppierung, empfiehlt sich aus Gründen des Vertrauensschutzes die Gewährung einer Ausgleichszulage.

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