Frage von Trottingqueen, 46

Neue Milchpreise korrekt?

Generell finde ich es gut das Milch als Lebensmittel preislich nicht verhökert werden soll.

Nun war ja die neue Diskussion in den Medien die Milchpreiserhöhung. Im Radio habe ich aber gehört das nicht jede Milchsorte - Milchmarke von unseren deutschen Bauern ist. Also wenn man No Name Milch oder eine beim Discounter kauft, was ja auch manchmal so ist, dann haben die zwar die Preiserhöhung gerne und sofort mitgemacht aber es kann durchaus Milch aus Polen enthalten sein. Wie und welche Marken erhöhten nicht nur den Preis sondern enthalten auch deutsche Milch und dadurch bekommen deutsche Bauern mehr Geld für ihren Liter Milch. Wenn es möglich ist fahre ich schon zur Stahlkuh aber überwiegend kaufe ich halt Milch im Supermarkt. Man hört auch oft das eine Bergbauernmilch auch von Kühen die nicht aus dem Stall kommen ist. Ich zahle gerne für Milch mehr Geld, wenn Kühe artgerecht gehalten werden in Laufstall und auf die Wiese dürfen, aber veräppeln lassen das möchte ich mich nicht.

Antwort
von wernher88, 21

Erstmal sollte es egal sein wo die Kuh steht und welcher Bauer sie melkt. Ich halte Milchpreise von 70-80Cent für angemessen. Der Handel sollte sich mit den kleinen Margen, die er bis jetzt hatte zufrieden geben und den Restgewinn tatsächlich an den Bauern weitergeben. So sind auch mehr Bauern in der Lage ordentliche Bedingungen für die Tiere zu schaffen.

Geiz ist Geil, aber das hat seine Grenzen! Wenn du was Gutes haben willst, dann kauf direkt beim Bauern! Im Übrigen steht auf jeder Packung Milch die Herkunft drauf.

Antwort
von TheAllisons, 39

Milchpreis korrekt ???. Das ist mit Sicher nicht der Fall. Es geht da rein nur ums Geschäft. Wenn man bedenkt was der Bauer für einen Liter bekommt und was ein Liter im Supermarkt kostet. Das sieht man ganz eindeutig, wird die Gewinner sind. Die Bauern bestimmt nicht

Antwort
von Othetaler, 26

Nichts gegen faire Preise - und da ist es egal ob die nach Deutschland, Polen, den Niederlanden oder sonst wo hin gezahlt werden.

Aber Bauern sind in den meisten Fällen knallharte Geschäftsleute und bei dem Gejammere um die Milchpreise werden viele Krokodilstränen vergossen. Um glückliche Kühe auf Almen dürften auch in den Bergen die Minderheit sein.

Wo die Milch in der Packung herkommt, kannst du ganz leicht herausfinden. Auf jeder Packung ist ein kleines Oval drauf, aus der du Land und Betrieb herausfinden kannst.

http://www.pruefziffernberechnung.de/E/EWG-Nr-Hersteller.shtml

 

Kommentar von Nogli ,

Also, Milchbauern sind Restgeldempfänger. Sie liefern die Milch ab, ohne
im vorraus zu wissen, was sie hierfür erhalten. Die Molkereien
antworten auf "Rundfragen" der Discounter und unterbieten sich
gegenseitig. Es entsteht hierbei ein Liefervertrag mit dem LEH je nach
Situation am Rohstoffangebot von bis zu 6 Monaten. (Vertragsinhalte wie
z.B 6-8 Wochen Zahlungsfrist). Die Molkerei berechnet den Erlös mit der
eigenen
Kosten und der Marge, zieht feste Rückstellungen ab und überweist bis
zu 6 Wochen nach der Rohmilchlieferung das Rest-Milchgeld an die Bauern.
Z.Z. 24-28 cent/ltr. bei Vollkosten der Bauern von mind. 45 cent (
) Laut Studie von der RABO Bank NL wird die Rendite am Produkt Milch im
Laden verteilt (ROI return of investment): vorgelagerte Bereich
(Tierarzt, Futtermittel, Landtechnik) 14,1 % ; Verarbeiter, Molkerei
18,1 % ; LEH 24,4 % ; Milchbauern 0,5 %. In einigen Bundesländern gibt
es die "Faire Milch". Bei diesem Produkt erhält der Bauer 45 cent
garantiert.
Der Milchbauer der mit Abstand den größten Aufwand betreibt aber fast
keine Rendite erhält gehört sicher nicht zum Agrobusiness. Andersrum
würde es diesen nicht geben, wenn hier nicht produziert werden würde. In
den 80er/90er waren es die Hähnchenhalter, die als erstes in die
Industrielle Ldw getrieben wurden. Es mußten große durchmechanisierte
Ställe sein mit wenig Arbeiteinsatz, aber viel Kapitaleinsatz. Dann
vielen gesteuert die Preise, sodaß viele in finanziellen Nöten gerieten.
Not macht Abhängig und so erklärte sich die Industrie (u.a. Wiesenhof)
bereit, die Küken an einen bestimmten Termin zu liefern, die Medikamente
terminlich zu liefern, das Futter zu liefern und den Schlachttermin
festzusetzten, wann die Tiere abgeholt werden. D.h. der einstige stolze
Bauer ist mittlerweile zum Lohnmäster degradiert. Das was ihm
letztendlich gehört ist die Sch..ße und die toten Tiere (Abfall und das
Risiko). Ab den 90er war es der Schweinehalter der industiealisiert
werden mußten. 1995 gab es in Niedersachsen 62500 Schweinehaltende
Betriebe. Heute sind es noch < 7500 bei ähnlichen
Schweinepopulationen. Auch hier wird sklavenähnlich für die Industrie
produziert, die die Preise letztendlich festlegen und die Bauern so
entlohnen, sodaß die Abhängigkeit nicht verloren geht. Heute sind die
Milchbauern dran, die 100 Kühe und mehr im Nebenverdienst machen sollen.
Wie ist hierbei egal, solange die Milch der Industrie angeliefert wird.
In allen Fällen ist es auf Seiten der Erzeuger absolut wichtig sich
massivs zu bündeln, und geschlossen der Industrie entgegenzutreten.
Hierfür benötigt man jedoch seitens der Politik Rahmenbedingungen um
dieses zu realisieren. Leider macht Wirtschaft (deren Lobbyisten)
Politik, und so ist es nicht möglich Mehrheiten zum Gunsten der Bauern
zu erhalten. Selbst der Bauernverband ist derart in der Wirtschaft
verflechtet, das er diesen Namen und Funktion längst nicht mehr
verdient.

Antwort
von osboha, 26

Eine normale Preisentwicklung findet immer auf Basis von Angebot und Nachfrage statt, ergo würden sich die meisten Konsumenten einfach für das billigste Produkt entscheiden und alle anderen Produzenten wären in die Nischenmärkte gedrängt. Immer wenn der Staat durch Subventionen in Marktgeschehnisse eingreift, sind auch die Resultate langfristig oft nicht sehr zufriedenstellend und damit verbundene Preisentwicklungen. Es kann sogar passieren, dass die Produzenten selbst unzufrieden werden, weil sie merken, unter normalen Bedingungen nicht konkurrenzfähig zu sein.

Hinsichtlich von Nahrungsmitteln muss man einfach auf die Vernunft und Umsicht der Verbraucher hoffen. Wenn die Wahl auf sinnvoll produzierte Produkte in der Masse fiele, dann hätte es Probleme gegeben.

Ein kleiner Lichtblick, es gibt immer mehr echte Bio-Produkte und Marken, wie z.B. Demeter oder Berchtesgadener Land, die schon immer sehr viel Wert auf nachhaltig und biologisch hochwertige Produktion gelegt haben. Sie wollen allesamt nach wie vor, sogar die zur Bio-Kennzeichnung nötigen Festlegungen übertreffen.

Also, wenn Milch ruhig ein paar Cent mehr kosten darf, dann gibt es zum Glück aktuell noch wählbare Produkte in den Regalen ausgewählter Märkte.

Kommentar von osboha ,

....dann hätte es NIE Probleme gegeben.... sorry, ist mir zu spät aufgefallen ;-P

Antwort
von Rosswurscht, 11

Es ist eine Schande, das 1 Liter Milch 55Cent kostet, ne kleine Dose Red Bull aber 1,50€.

Ich kaufe fast immer Bergbauern Milch, oder auch mal Andechser. Da ist zumindest die Bezahlung der Bauern fairer geregelt, und sie kommt aus Bayern/Deutschland.

Wegen mir kann der Liter auch 2 oder 3 Euro kosten. Wenn man anschaut was da dahinter steckt an Arbeit etc. ...

Ob die jetzige Erhöhung beim Erzeuger ankommt ist mal wieder mehr als fraglich. Deshalb kann man zumindest mit den BB Produkten die Bauern etwas besser zahlen.

Kommentar von Trottingqueen ,

Was meinst du mit BB die grüne Milchsortemarke?

Kommentar von Rosswurscht ,

ja die grüne, und blau als biobb.

Antwort
von bartman76, 22

Ja, mit dem Veräppeln ist das leider so, insbesondere bei unseren Lebensmitteln. Dazu kommt, dass viele Verbraucher sich nicht die Mühe machen und sich nicht selbst informieren.

Du scheinst aber willens und in der Lage zu sein, dich zu informieren. Daher rate ich dir, schau dir an was du kaufst. Suche dir ein oder zwei Produkte zu denen du greifst und die du vertreten kannst.

Antwort
von blackforestlady, 22

Hier im Schwarzwald gibt es viele Milchbauern, nur davon kann man in der heutigen Zeit nicht mehr Leben. Viele davon gehen nebenbei einen normalen Beruf nach. Frauen kümmern sich um die Kinder,den Hof nebst Kühe und die Männer gehen arbeiten. Traurig, dass bei einem tollen Produkt wie die Milch so gehandelt wird wie auf einem Basar. Milch ist die Grundlage für viele Verarbeitungsmöglichkeiten. Die billig Milch aus dem Discounter ist mit so viel Wasser verdünnt, da schmeckt man die Milch gar nicht mehr. Keine Ahnung warum man gerade bei der Milch so knausert. Wenn man richtige leckere Milch trinken will, dann sollte man auch bereit sein für einen Liter Zwei Euro zu bezahlen, damit die Bauern auch davon was haben.

Antwort
von ApfelTea, 19

Milch sollte generell nicht mehr gekauft und verkauft werden. Meine Meinung ;)

Kommentar von wernher88 ,

Verstehe, du machst dir Apfelsaft in den Kaffee? Seit -zigtausend Jahren ernähren wir uns mit Milch und du bist für die Abschaffung. Manches kann ich nicht verstehen.

Kommentar von ApfelTea ,

Macht doch nichts, man kann nicht alles sofort verstehen. Ich mach mir Sojadrink in den Kaffee. Ich bin aus folgenden Gründen für die Abschaffung: Die Tiere werden geschwängert, man nimmt ihnen die Kälber weg, sie werden jahrelang ausgebeutet und ihre Kälber werden geschlachtet oder erleiden das gleiche Schicksal wie ihre Mütter. Sobald die Kühe nicht mehr genug Milch geben, werden sie geschlachtet. Da haben sie noch nicht mal 1/3 ihrer normalen Lebenserwartung erreicht. Das ist der eine Grund. Der andere Grund, ist die Gesundheit. Kuhmilch wird seit einigen tausend Jahren von Menschen getrunken, damit hast du recht. Gesund ist es deshalb noch lange nicht. Wenn es so notwendig und überaus gesund wäre, wie die Milchindustrie uns weiß machen will, dann hätte der Großteil aller Menschen auf der Erde ein Problem. 75% der Weltbevölkerung beziehen aus Milch nicht Calcium und B-Vitamine, sondern primär Darmkrämpfe und unappetitliche Toilettenbesuche.

Antwort
von minaray1403, 23

Es ist nur Milch. Tut mir Leid, aber deine Sorge ist unnötig.

Kommentar von Nogli ,

Wer Milch für 55 Cent den Liter kauft, Eier unter 9 cent, auch Fleisch unter gestehungspreis handelt nicht
anständig und kann sich auch nicht darauf hinausreden, dass er sich doch
als Marktteilnehmer völlig rational verhalte. Wenn die großen
Lebensmittelkonzerne die Erzeugerpreise so weit drücken, dass die Bauern
für die Milch nur noch halb so viel bekommen, wie sie die Erzeugung
kostet, dann ist der Niedrigpreissegen an der Supermarktkasse die Folge
eines Gewaltaktes und nicht von Angebot und Nachfrage.

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