Frage von Marvi43, 59

Neue Chef kündigt mich obwohl ich Krank war und den neuen Vertrag nicht unterschrieb?

Hallo ich mache so was zum ersten mal....bin leider sehr verzweifelt... Ich fange mal an *Festvertrag als Koch in einen Unternehmen unter 10 Festangestellten dafür viele Aushilfen, nach 1 Jahr und 4 Monate ist ein Inhaberwechsel passiert zum 1.10.2015. Mitarbeiter würden nicht Offiziell informiert. (Waren bis Dato nur Gerüchte). Neuer Chef hat vieles Verändert etc. ist ja auch Okay. Hat z.b Einen andern Mitarbeiter der beim Ubergang im Urlaub war. einfach gekündigt. Naja nun wieder zurück, 1 Monat später wuerde der Lohn Bar ausgezahlt bis auf 100 € die er überweißen wird sobald er angeblich die neue GmbH ihre Steuernummer bekommen hat.. 2 Monat hat er allen alten Mitarbeiter neue Verträge hingelegt zum Unterschreiben, die Verträge waren aber mega Schlecht unter anfern ist das Gehalt einfach um 450 - 750 € Netto gekürzt worden und 6 Monate Probezeit und und und. Deswegen haben wir es nicht unterschrieben. In der Zwichezeit haben wir bemerkt das wir garnicht versichert sind, als wir ihn drauf ansprachen...hat er gesagt das er das gemacht hat. 2 Tage später wuerden wir sogar nachträglich wieder versichert. Nun hat er uns nach 3 Wochen nochmal Verträge "angeboten" wieder Bullshit nun gibt es keine Arbeitszeiten sondern "Flexibel" statt wie zuvor 180 h oder Positionsänderung. Ich wäre ja bereit gewesen zu unterschreiben obwohl ich das ja gar nicht muss... wenn bestimmte Sachen wieder geändert werden. Das habe ich ihn auch so gesagt am Abend (25.11.15) hat er darauf mich für die Restliche Tage nach Hause geschickt. Und ich solle nicht mehr wieder kommen. Habe am nächsten Tag bei der Gewerkschaft angerufen die meinten ich soll erst mal zum Arzt gehen habeauch eine Krankmeldung bekommen vom 26.11.15. Und solange ich nix schriftliches bekommen hab zählt garnix. Stimmt ja auch so weit. am 1.12.2015 habe ich die schriftliche Kündigung bekommen datiert auf den 27.11.2015 Kündigungsgrund "Schlechte Auftragslage" zun 15.12.2015 was gelogen ist da wie als ich noch da war schon Personalprobleme weil er ja schon 2 Personen entlassen hat in der Küche hatten und nun sogar 2 Aushilfen eingestellt werden "Schwarz ohne papiere". Selbst mein Küchenchef hat aufgegeben und hat selber gekündigt. Nun habe ich mit den Anwälte telefoniert und alle sagen eigentlich das es sehr Steuer wird da keine Rechschutz habe...dass ich nix machen außer max zum Arbeitsgericht und auf mein Gehalt vom letzten Monat (100€) und mein ganzen gehalt von diesen Monat was er mir nicht Zahlen will. Und 21 Urlaubstage die er mir nicht geben will da es vom alten inhaber noch sind vorm Wechsel zum 1.10.2015. Abfndung gibt es wohl auch nicht. Kündigungschutzklage kann nicht ein greifen zu wenige Festangestellte. Was kann ich tun, das ist noch nicht richtig LG Marv

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 47

Sind diese "Aushilfen" ständig beschäftigt? Wenn ja, zählen sie anteilsmäßig zur Größe des Betriebs. Vielleicht sind es dann ja über 10 ständige Mitarbeiter.

Was die Kündigung selbst betrifft kannst Du auch ohne Anwalt Klage einreichen. Der AG kann Dich nicht mit so einer kurzen Frist kündigen. Du hast eine Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder Ende eines Monats. Selbst wenn das Kündigungsschutzgesetz wegen der Größe keine Anwendung findet (aber auch hier gibt es Ausnahmen), kannst Du gegen die nicht eingehaltene Frist kündigen. Wenn in der Kündigung nicht etwas wie z.B. "...kündigen wir das Arbeitsverhältnis zum 15.12.15 ersatzweise zum nächstmöglichen Termin", muss der AG, sollte er Dich dann immer noch kündigen wollen, eine neue Kündigung mit richtiger Frist schreiben. Das gibt Dir dann länger Zeit einen anderen Job zu suchen und Du bekommst Dein Geld so wie mit dem alten AG vereinbart.

Du gehst mit Deinem Arbeitsvertrag (der vom Vorgänger, etwas anderes hast Du ja nicht unterschrieben) zur Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts. Dort wird die Klage kostenlos zu Protokoll genommen, bei der Klageformulierung wird Dir geholfen und das ist kostenlos. Ein Anwalt ist für die erste Instanz nicht vorgeschrieben.

Du brauchst bei dem neuen AG auch keinen neuen Vertrag zu unterschreiben. Nach § 613a BGB hat dieser alle Rechte und Pflichten des alten AG übernommen und dürfen vor Ablauf des ersten Jahres nicht geändert werden (lies mal § 613a Abs. 1 BGB).

Habe am nächsten Tag bei der Gewerkschaft angerufen die meinten ich soll erst mal zum Arzt gehen

Sorry, wenn das alles ist was die Gewerkschaft Dir gesagt hat, ist das sehr wenig und zudem halte ich diesen "Ratschlag" nicht für zielfördernd.

Wenn Du Gewerkschaftsmitglied bist, stellt Dir diese bei einem Arbeitsgerichtsverfahren aber auch einen Rechtsbeistand.

Schau Dich aber bitte so schnell wie möglich nach einem anderen AG um. Wenn ein AG so schnell nach einem Betriebsübergang über sämtliche Gesetze und Vorschriften hinwegsetzt und mit seinem Personal so umgeht, kann man sich ausrechnen, was da noch kommt.

Bitte geh so schnell wie möglich zum Arbeitsgericht. Solltest Du das nicht innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung tun, ist die Kündigung gültig auch wenn sie nicht rechtens ist.

Antwort
von Sonnenstern811, 43

Klage beim AG einreichen. Geht auch ohne Anawalt, aber mit wäre natürlich besser. In 1. Instanz zahlt dort jede Partei ihren Anteil selber, egal wie es ausgeht. Kosten würden nur für einen RA anfallen, keine Gerichtskosten.

Außerdem wäre das wohl ein Fall für die Steuerfahndung. Ruf mal beim Zoll an und schildere die Schwarzarbeit, oder geh selber dort vorbei, wenn möglich.

Umgehend arbeitslos melden und neue Stelle suchen. Für die Tätigkeit werden sicher Kräfte gesucht. Viel Erfolg.

Antwort
von RechtsDeutsch, 49

neuen job suchen, ohne geld vorzuschießen erreichst du da eh nix und mit geld, gewinnst du und er hat nachher gar nix, insolvenz ohne masse

such dir einen neuen job und behandel das 2. rangig

Antwort
von Thraalu, 27

Bevor man hier mehr sagt muss ich wissen wie viele Mitarbeiter das unternehmen hat einschließlich des geschäftsführers.

Bei kleinbetrieben unter 10 Vollmitarbeitern, wäre das nämlich nicht rechtswidrig.

Antwort
von Akecheta, 59

Als Koch hat man ja gute Chancen auf einen anderen, vermutlich sogar besseren Job und vor allem, eine bessere Betriebsleitung.

Trotzdem ist das nach deiner Beschreibung eine klassische Betriebsübernahme. Da muss der Erwerber alle Verträge unverändert übernehmen. Also ohne Zustimmung kann er da einseitig nichts daran ändern; aber natürlich fristgerecht kündigen, das kann er schon.

Meiner Meinung nach darf man so etwas nicht einfach durchgehen lassen. Es ist aber deine Entscheidung.


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