Frage von FritzCard2016, 40

Neue Autobatterie: Zulässiger Bautyp, wie ausbauen?

Hallo liebe Community,

tja trotz 24 Stunden Batterie aufladen springt mein Wagen nicht an. Die Lämpchen flackern und es macht ein klackerndes Geräusch, woraus ich aufgrund eines anderen Threads schließe, daß die Batterie nicht genügend Strom liefert, um den E-Motor des Anlassers zu betreiben. Mit Starthilfe sprang der Wagen jedoch an, da ist soweit alles OK. Demnach brauche ich wohl eine neue Batterie. Mein Auto A3 1.6, Bj. 2003, Plattform lt. KFZ-Schein 8P. Batterie min. 10 Jahre alt; bin wenig gefahren und verbrauche wenig Strom dabei (kaum Radio, Heizung; kein Bordcomputer o.ä.).

Auf meiner Batterie, "langes" Modell; L 280mm, B170mm, steht 12V, dann Ladung 72Ah sowie 380A Stromstärke.

Bei Online-Händlern ich keine, die genau darauf paßt. Da steht zwar: "Passend für A3, 2003, 1.6, 8P1", aber eben andere technische Daten; abweichende Ladung bzw. Stromstärke bzw. kürzere Bauform (sieht man häufig L 210-240 mm).

Frage: Welche Daten dürfen geändert werden und wie?

Frage: Wie baut man die Batterie aus? Das Ding ruckt keinen Millimeter. Schrauben an der Oberseite o.ä. sehe ich keine :(.

Besten Dank für Eure Hinweise!!!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von machhehniker, Community-Experte für Auto, 17

Also ich kaufe auch gerne über Online-Händler, bei Autobatterieen würde ich aber empfehlen die lieber bei einem KFZ-Teilehandel zu kaufen. Online ist dies doch etwas kompliziert mit dem Pfand und die Batterie ist Säuregefüllt was ein schlechtes Gefühl auslöst wenn ich daran denke dass dies ein Paketdienst befördert.

Nimmt man die Hausmarke von Teilehändlern wie Hennig, Wfz-Europart, Winkler, Trost oder wie sie alle heissen kommt man kaum teurer, hat kein Problem wegen Altteilpfand, man bekommt sicherlich die Richtige (bzw hat im Handumdrehen eine Falsche ausgetauscht) und ist man mit seinem Auto da hilft das Personal da auch beim Wechsel. Nur Bau- oder Supermarktbatterieen würde ich nicht empfehlen, oftmals liegen die Batterieen da schon seit Ewigkeiten im Regal, auch bei Teilediscounter wie ATU habe ich schon mitbekommen dass eine neue Batterie nicht wirklich lange gehalten hat.

Nun zu Deinem eigentlichen Problem. Die 72Ah-Batterie war eigentlich ein Sondermodel das ursprüglich wegen Mercedes gemacht wurde, weil da ein Batteriekasten keine grössere Batterie als die damals geläufige 66Ah zulies wurde auf den gleichen Grundmaßen die 72Ah produziert, eigentlich nötig für die Dieslmotoren wäre die 88er gewesen die aber nicht reinpasste. Heute gibt es diese Batterieen alle nicht mehr, die sind von der Kapazität größer geworden.

Die Angabe der Ah gibt die Kapazität der Batterie an, die A geben an dass sie bei einer bestimmten Temperatur diese Stromstärke abgeben kann (interessiert für den Batteriekauf eigentlich nicht). Die Kapazität sollte mindestens gleich hoch sein wie bereits verbaut, also höher geht diesbezüglich immer, niedriger müsste man überlegen ob es für den Anlasser und sonstigen nötigen Dingen (zB Vorglühanlage, Standheizung,...) an diesem Fahrzeug ausreicht. Bei höherer Kapazität kommt aber das Problem dass die Bauform auch grösser ist und die Batterie irgendwann nicht mehr reinpasst weil sie zu groß ist.

Soweit ich weiss ist direkt hinter dem Scheinwerfer, am Fuss der Batterie ein Halteblech das mit einer M8-Schraube (13mm Schlüsselweite) die Batterie festklemmt. Es geht eigentlich nur mit einer Nuss und Verlängerung diese Schraube zu lösen. Die Polklemmen sind eigentlich klar, nur aus Sicherheitsgründen sollte nie am Pluspol gearbeitet werden während der Minuspol noch angeschlossen ist. Der Minuspol ist mit der Fahrzeugkarosserie verbunden, hat man einen Schraubenschlüssel am Pluspol kann man einen heftigen Kurzschluss verursachen wenn man damit gegen die Karosserie kommt. Also Minus zuerst weg und zuletzt dran.

Ich nehme an dass dieser Audi ein Benziner ist, demnach wohl gar nicht die 72Ah-Batterie brauchen würde, Eine mit ca 50Ah auch ausreichen würde. Wahrscheinlich ein Vorbesitzer diese grössere Batterie mal aus irgendeinem Grund eingebaut hat. Deshalb werden passend für dieses Auto wohl deutlich kürzere Batterieen angeboten, die wahrscheinlich auch weniger Kapazität haben. Ich würde nach einer Batterie ähnlicher Kapazität schauen, lieber mehr (aber mehr bedeutet gewöhnlich auch teurer) die von den Maßen noch reinpasst, die Polbelegung gleich ist (die gibt es auch andersrum gepolt, man kann die Batterie dann zwar umdrehen aber die Pole sind dann uU kaum mit den Kabeln zu erreichen) und den gleichen Sockel haben (Standart sind angefaste Sockel, es gibt aber auch Welche die nicht angefast sind und die passen dann nicht in die Halterung).

Expertenantwort
von ronnyarmin, Community-Experte für Auto, 23

Nach 10 Jahren kann es sein, dass es genau 72Ah nicht mehr gibt. Wenns etwas mehr oder weniger ist, ist das immer noch passend.

Die 380A scheint eine Angabe nach alter Norm zu sein. Bei heutigen Batterien steht da ein höherer Wert.

Wichtig für dich ist: Die Batterie muss reinpassen. Wenn sie kürzer ist, passt sie ja trotzdem. Du musst auf die Bodenleiste achten. Die muss für den Audi geeignet sein. Und die Ah sollten ungefähr übereinstimmen. Wenn ein oline-Händler angibt, dass sie passt, wird das so sein.

Die Alternative wäre, in einem Geschäft zu kaufen. Dann kannst du direkt ausprobieren, obs die Richtige ist.

Festgeschraubt ist sie wahrscheinlich unten. Da sitzt eine Schraube, die ein Halteblech hält.

Antwort
von HelmutPloss, 28

Wichtig ist, die Spannung und die Kapazität (Ah) und die Lage sowie die Bauform der Polklemmen. In der Breite sind die Batterien alle gleich. Nur die Länge sollte nicht mehr sein, da es sonnst zu Platzproblemen beim Einbau kommen kann. Nun zum Ein- und Ausbau. Zuerst schauen ob du den Radiocode hast, den der ist nach dem Batteriewechsel nötig. Als erstes den Minuspol und dann den Pluspol abklemmen. Dann die Lasche die den Fuß der Batterie hält, lösen und die Batterie herausnehmen. Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge.

Antwort
von FritzCard2016, 12

Hallo, zunächst mal vielen Dank für alle Eure Mühe und die vielen wichtigen Aspekte, die Ihr genannt habt. Z.B. das mit der Codenummer fürs Radio; an sowas muß man beim Stromlosmachen des KFZ ja schließlich auch denken. Auch vielen Dank für die Hintergründe; warum es die 72 Ah Batterie heute nicht mehr gibt usw.

Ich stand unter Zeitdruck, weil ich heute den Wagen wieder dringend gebraucht habe. Vor Ort habe ich an passenden Batterien nur sehr teure angeboten bekommen; bei uns gibt es die genannten Teilehändler leider nicht. Zudem war ich ja nicht mobil :(, d.h. ich konnte kaum eine Batterie am anderen Ende der Stadt kaufen und damit dann auf dem Fahrrad heimfahren. Wegen der Feiertage blieben mir nur 3 Werktage Zeit.

Ich habe mich nun für eine Bars 12V 60Ah 570A Batterie von einem Onlinehändler mit sehr guten Bewertungen entschieden, welcher zudem eine Lieferung bis gestern versprach und es hat geklappt; ebenso der Einbau. Die Metallasche links vom Batteriekasten hatte ich erst auf den 2. Blick gesehen; Platz für einen Maulschlüssel war zum Glück genug. Eine Ratsche mit Verlängerung besitze ich nicht. Das vorhandene Polfett habe ich mit dem Finger von den Polen der Altbatterie auf jene der Austauschbatterie abgestrichen, nachdem die Klemmen drauf waren. Ich vermute, es dichtet den Spalt zwischen Klemme und Pol, damit dort keine Feuchtigkeit einsickern und Rost verursachen kann. Mein Stromverbrauch an Bord hält sich wirklich in Grenzen und ja, es ist ein Benziner, daher keine Vorglühanlage und Standheizg. auch nicht. Daher denke ich, daß die 60Ah ausreichend sind. Strom dagegen kann wohl stärker sein, da waren die vorherigen 380A wohl eh ein wenig knapp. Wie erwähnt, war die Batterie für meinen KFZ-Typ  freigegeben.

Minuspol zuerst ab und zuletzt wieder dran, danke für den Hinweis; beim Aufsetzen der Klemme sprang ein Funken, aber das ist wohl unvermeidlich.

Ich habe nun noch Probleme in der Cockpitanzeige (Lambdasonde leuchtet, das war aber vorher bereits ein Problem, zusätzlich seit dem Wechsel geht die ESP-Leuchte nicht mehr aus, auch nicht mit dem Schalter im Cockpit lt. Manual). Als ich nach Starthilfe mit dem Wagen ein paar Kilometer gefahren war, waren alle Warnleuchten aus. Ich vermute daher, daß es ein unabhängiges Problem mit der KFZ-Elektrik bzw. Elektronik ist. Altes Auto, keine Garage. -> Dazu stelle ich noch eine weitere Frage ein.

Ich darf machhehniker für die ausführlichste und für mich hilfreichste Antwort auszeichnen. Aber nochmals meinen ausdrücklichen Dank auch an die anderen beiden User.

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