Frage von Loyal123, 130

Neubauwohnung und alte Fenster?

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin am 01.09.2016 in eine komplett neu Modernisierte Wohnung gezogen. Es wurde gefühlt alles erneuert. Dach, Türen, Bad, Wände innen und außen. Allerdings sind wir erst zum 01.10.2016 eingezogen.

Uns ist leider erst später aufgefallen das die Fenster undicht sind. Es ist eine super schönes Wohnung, alles neu außer die Fenster. Es sind einfachverglaste Fenster. Bei kalten Temperaturen ist uns aufgefallen das sich viel Kondenswasser bildet.

Am Lüften liegt es nicht, wir Lüften den ganzen Tag! Wir gehen morgens um 8 aus dem Haus und öffnen alle Fenster und kommen abends um 19:00 wieder. Dann wird geheizt und vor dem schlafen gehen nochmal Stoßlüften.

Solange wir plus Grade draußen haben ist es ok, haben wir über Nacht minus Grade sind die Scheiben voller Wasser.

Auf dem Bild zu sehen ist Schimmel und das bei einer Wohnung die komplett Modernisiert wurde.

Bei der Wohnungsübergabe ist und das leider nicht aufgefallen...

Meine Fragen:

Welches Recht habe ich als Mieter? Die Gesellschaft sagt natürlich immer das es am Lüften liegt jedoch haben alle unsere Nachbarn das selbe Problem.

Darf ich die Dichtungen zwischen Rahmen und Fenster (siehe Bild) selbst erneuern? Was ist dafür geeignet? Habe ein eine Butylrundschnur gedacht oder Silikon aus dem Baumarkt.

Vielen Dank für die Hilfe im vorraus!!!

MfG

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 60

Am Lüften liegt es nicht, wir Lüften den ganzen Tag! Wir gehen morgens
um 8 aus dem Haus und öffnen alle Fenster und kommen abends um 19:00 wieder.

Herzlichen Glückwunsch zum  neuen Mitbewohner. Name: Schimmel.

Der kommt nicht durch undichte Fenster, sondern vom Dauerlüften.

Bildung von Kondenswasser ist, wenn draußen kalt ist, völlig Normal.

Richtiges Lüften und Heizen hilft dagegen.

Bloß nicht noch zusätzlich abdichten.

So alt sieht das Fenster, jedenfalls das was man sehen kann, gar nicht aus.

jedoch haben alle unsere Nachbarn das selbe Problem.

Wenn die nicht auch so falsch wie Ihr lüften, könnte es daran liegen das die Fenster zu dicht sind und/oder das alte Haus zu gut gedämmt wurde.

Kommentar von newcomer ,

Bildung von Kondenswasser ist, wenn draußen kalt ist, völlig Normal.

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muß aber nicht sein denn die Technik ist heute so ausgereift dass es auch ohne Kondenswasser geht

Kommentar von Loyal123 ,

Vielen lieben Dank für die Antwort ersteinmal.

Das mit dem "wir Lüften den ganzen Tag..." war nartülich ein wenig hochgespielt.

Wenn wir morgens die Wohnung verlassen, öffnen wir meistens ein Fenster in der Küche. Wenn wir nach Hause kommen öffnen wir alle Fenster in der Wohnung. Nach dem wir uns umgezogen haben etc. 5-10 minuten schließen wir alles und heizen wieder.

Vor dem schlafen gehen öffne ich erneut alle Fenster für 10 minuten solange ich im Bad bin...

Natürlich haben wir nicht den ganzen Tag die Fenster auf bei den Temperaturen.

Wir sind am 01.10.2016 eingezogen und haben das schon in den ersten 1-2 Wochen bemerkt. Das Bild wurde am 22.10.2016 gemacht und zu dem Zeitpunkt hatten wir noch keine Minus Temperaturen, zumindest bei uns im Norden, dadurch hatten wir natürlich auch öfters die Fenster auf.

Die ersten zwei Wochen ging bei uns die Heizung nicht "richtig" deshalb konnten wir auch die ersten zwei Wochen nicht richtig heizen. Die Wohnung war nicht wirklich kalt aber trotzdem konnten wir nicht richtig heizen.

Die Nachbarn wohnten schon vor der Modernisierung in der Wohnung. es sind 6 Familien die hier wohnen und 4 von denen wohnten schon vorher hier.

Sie sagten das es vor der Modernisierung nie das Problem mit dem Kondenswasser am Fenster gab.

Die Fenster sind schon ätern, wie alt kann ich nicht genau sagen aber die Nachbarin wohnte/wohnt schon 12 Jahre in der Wohnung. Der Bauherr sagte, dass die Fenster noch gerade so " in Ordnung" sind und die Wohnungsgesellschaft die Fenster deshalb nicht erneuern musste...

Kommentar von lutzd ,

Also das kann alles mögliche an Ursachen haben.
Wichtig ist eine gleichmäßige Raumtemperatur und richtiges Stoßlüften. Morgens wäre wichtiger als abends. Das was ihr an Feuchtigkeit nachts abgebt kann sich überall absetzen wenn erst abends gelüftet wird.
Wenn alles neu Renoviert ist ist dadurch kede Menge Feuchtigkeit in die Wohnung gekommen
Das braucht bis das weg ist.
Fenster dürfen nicht undicht sein. Da muss der Vermieter abhilfe schaffen.
Kleiner Tipp: hygrometer in den Raum stellen und Temperatur und Lüften so anpassen bis man auf Werte kommt die im Rahmen um die 60% liegen.
Wichtig Schimmelbefall muss !! Dem Vermieter gemeldet werden.

Antwort
von Onki73, 21

Kondensat ist immer das Ergebnis von Luftfeuchte an deutlich kühlerer Oberfläche. Das gibt es beim kühlen Getränkeglas im sommerlichen Biergarten und auch an der kalten Fensterscheibe der bewohnten Wohnung im Winter.

Wichtig wäre es, die allgemeine Raumluftfeuchte zu messen und zu überwachen. Diese sollte im Winter (bei Temperaturen draussen um den Gefrierpunkt und darunter) bei 40-50%rF liegen. Kühlt zu feuchte Raumluft an kalten Oberflächen ab, so kann es zur Kondensatbildung kommen.

Man kann diese Vorgänge im Mollier-h,x-Diagramm (mal googeln) ablesen. Mit den Werten der Raumlufttemperatur und der allgemeinen Raumluftfeuchte sucht man sich den Schnittpunkt und geht senkrecht von diesem nach unten bis zum Schnittpunkt mit der letzten schrägen Linie des Diagramms. Dass ist die Taupunktlinie (100% rF). Ab dieser - links abzulesenden - (Oberflächen-)Temperatur entsteht bei der gemessenden Raumluftfeuchte Kondensat.

Zur Kondensatvermeidung gibt es zwei Wege: Die Senkung der allgemeinen Raumluftfeuchte und/oder die Hebung der Oberflächentemperatur.

Die Raumluftfeuchte wird durch mehrfaches Stoßlüften am Tage gesenkt - im Winter jeweils nur für 3-5min die Fenster ganz öffnen, dann ist die Raumluft ein mal komplett ausgetauscht. Mehr als der einmalige Luftaustausch bringt nichts, da sie Luft wieder Zeit braucht, sich mit Feuchte anzureichern, bevor man sie erneut zum Fenster raus lüftet. Daher ist Dauerlüften im Winter nicht zielführend.

Wandfeuchte geht von der Wandoberfläche nur dann in die Luft über, wenn die Wandoberfläche eine gewisse Temperatur hat. Vor kalter Wandoberfläche sammelt sich hohe Raumluftfeuchte und dann funktioniert die Feuchteabgabe der Wand nicht mehr. Im Gegenteil - es besteht die Gefahr, dass die Wandoberfläöche weiter befeuchtet wird.

Eine warme Wandoberfläche bekommt man durch eine gleichmäßige Beheizung der Wohnräume, also auch bei Abwesenheit der Bewohner. Wird die Wohnraumtemperatur regelmässig abgesenkt, so kühlen die Wände unnötig stark aus.

Beim Wiederanheizen steigt die Raumlufttemperatur schnell an, die thermisch sehr trägen Wände eilen mit ihrer Oberflächentemperatur noch eine lange Zeit der schnell ansteigenden Raumlufttemperatur mit übermäßig großem Abstand hinterher.

Durch diese große Temperaturdifferenz kühlt sich die Raumluft stark vor der kalten (Wand-)Oberfläche aus, wobei unweigerlich die relative Luftfeuchte - ausgehend von dem Wert der allgemeinen Raumluftfeuchte - ansteigt, bis hin, zur Kondensatbildung.

Das kann auch die Aussenwand betreffen. Diese speichert noch eine Weile die Feuchte ein, sodass die Oberflächenfeuchte noch eine Zeit lang unterhalb der Schimmelwuchsgrenze liegt. Ist die Wand feucht, so wächst hier auch der Schimmel.

Daher unbedingt auf eine gleichmäßige durchgängige Beheizung aller Wohnräume achten und mehrfach täglich kurz stoßlüften.

Nun weiß man nichts über den Feuchtegehalt der Wände. Ein Kubikmeter Mauerwerk kann weit über 100l flüssiges Wasser in den Poren und Kapillaren einspeichern. Wenn die Wohnung schon vor der Sanierung Schimmelprobleme hatte, ist davon auszugehen, dass die Wände ordentlich feucht sind. Nun gilt es um so mehr, die Wohnung trocken zu heizen.

Ein Indiz für die Feuchte der Wohnugswände ist die Raumluftfeuchte, die sich nach einiger Zeit der Abwesenheit der Bewohner (keine Produktion von "Fremdfeuchte") und geschlossenden Fenstern einstellt. Durch Feuchteausgleich gleichen sich die beiden Feuchtewerte an.

Liegt die Raumluftfeuchte bei 70%rF und darüber sind die Wände zu feucht und es muss sofort regelmässig 4-5x/Tag stoßgelüftet werden. Pro Kubikmeter ausgetauschter Luft werden in Abhängigkeit von den Luftfeuchtewerten 7-10g Wasser nach draussen entsorgt.

Das "hinauslüften" von nur einem Liter in der Wand eingespeichertem Wasser ist also eine mühselige Angelegenheit und nicht an einem Tag erledigt. Es kann also sein, dass es noch wochenlang trotz gutem Lüftungsverhaltens zu Kondensaterscheinungen an den Fenstern kommt.

Antwort
von TrudiMeier, 48

Die Gesellschaft sagt natürlich immer das es am Lüften liegt

Und damit hat die Gesellschaft vollkommen recht!

Ihr reißt morgens die Fenster auf und lasst die den ganzen Tag sperrangelweit auf? Oder den ganzen Tag auf Kipp?

Das ist alles andere als richtiges Lüften. Den Schimmel habt ihr euch durch so ein Lüft- und Heizverhalten selbst gezüchtet.

Und wenn die Fenster den ganzen Tag geöffnet sind und ihr nicht zu Hause seid, woher wisst ihr denn, dass die Fenster undicht sind?

Habt ihr ´ne Hausratversicherung? Dann würde ich die besser kündigen, das ist rausgeworfenes Geld. Wenn während der dauergeöffneten Fenster einer bei euch einsteigt, seht ihr von denen keinen Cent.

Kommentar von Loyal123 ,

Das mit dem "wir Lüften den ganzen Tag..." war nartülich ein wenig hochgespielt.

Natürlich haben wir nicht den ganzen Tag alle Fenster auf, vor allem nicht bei den Temperaturen momentan.

Morgens bevor wir zur Arbeit fahren, reißen wir die Fenster einmal komplett auf! Solange wir auf Arbeit sind haben wir ein Fenster in der Wohnung geöffnet.

Das jemand in unsere Wohnung im 4. Stock durch ein geöffnetes Fenster einsteigt, halte ich für sehr unwahrscheinlich aber nicht unmöglich...

Kommentar von konzato1 ,

Solange wir auf Arbeit sind haben wir ein Fenster in der Wohnung geöffnet.

Und genau das ist völlig falsch! Wo habt ihr denn den Tip her, in der Wohnung 11 Stunden lang ein Fenster geöffnet zu halten, bei der Kälte derzeit? Die Wohnungsgenossenschaft hat vollkommen recht.

Alle Fenster zu, wenn ihr nicht da seid. Heizung etwa auf 18 - 19 Grad, die Wohnung nicht auskühlen lassen! Früh zweimal stoßlüften. 5 Minuten alle Fenster öffnen, also kompletter Durchzug. Schließt euch in der Zeit im Bad ein und putzt die Zähne (wegen Zug). Nachmittags dann sofort wieder Stoßlüften. Alle Stunden für ca. 5 Minuten.

Kauft euch ein preiswertes Hygrometer, kostet ab 10 € etwa. Da könnt ihr beobachten, wie groß der Erfolg des Stoßlüftens ist, ohne dass die Wohnung in den 5 Minuten auskühlt.

Kommentar von Loyal123 ,

Ok das werden wir versuchen.

Wir haben es einmal morgens versucht und ordentlich gelüftet. Das Problem ist das wir natürlich nachmittags nicht lüften können weil wir noch auf Arbeit sind.

Was wir falsch gemacht haben das wir nicht wirklich viel geheizt haben, war leider auch nicht möglich da die Heizungen knapp zwei Wochen nicht richtig funktioniert haben und die Wohnungsgenossenschaft zwei Wochen gebraucht hat bis alles wieder ordentlich funktioniert hat.

Danke :)

Antwort
von GravityZero, 55

Die Dichtung dazwischen kann man in der Regel nicht tauschen. Rechte habt ihr hier wenig - ein Mangel liegt hier m.M nicht vor. Vielleicht hilft es wenn ihr den ganzen Tag heizt und nicht nur Abends, spart unter Umständen auch Geld.

Antwort
von konzato1, 45

Ihr lasst 11 Stunden am Tag die Fenster geöffnet, bei kalten Temperaturen?

Das ist ja die unsinnigste Methode, die es überhaupt gibt.

Ihr müßt oft und kurz Stoßlüften. Zweimal vormittags und dreimal am Abend. Länger als 5 Minuten ist nicht notwendig.

Für das Abdichten der Fenster gibt es Moosgummi bzw. Gummidichtungen, die man aufklebt.

Ansonsten kann man bei einfachverglasten Fenstern nichts machen, außer ausziehen und sich eine neue Wohnung suchen.

Antwort
von newcomer, 45

nun das Problem haben sehr viele Haushalte. Auch wenn sie noch so oft Stoßlüften, nach spätestens 1 Stunde kondensieren die Fenster erneut.
Es liegt auch nicht an den Fenstern denn selbst mit hochisolierenden Scheiben bleiben sie die kälteste Fläche im Raum. Ihr braucht etwas dass gezielt gegen die Kondensation vor geht. Firma T-Stripe hat zwar solche Glasheizungen im Handel aber die verbrauchen 10 Watt pro Meter Fensterfläche und sind im Bad und WC nicht zulässig.

Kommentar von newcomer ,

falls ihr trotz aller anderen empfohlenen Maßnahmen keine Besserung erreicht meldet euch noch mal. Ich wüsste da eine Lösung

Antwort
von CSHH1978, 47

Sieht für mich nicht aus wie einfachverglaste Fenster. Das sieht eher aus wie Normal-Standard-Isolierfenster, die evtl. schon ein paar Jahre alt sind...

Kommentar von Onki73 ,

Richtig. Bei einfach verglasten Fenstern liegt die Glasscheibe in der Kittfuge. Da gibt es keine Gummi-oder anderweitige Kunststoffdichtungen.

Antwort
von Hovalito, 38

Nach meinem Wissen kannst Du ein Heizgutachten erstellen lassen:
http://www.co2online.de/service/news/beitrag/fordern-sie-jetzt-ihr-kostenloses-h...

Wenn alles renoviert wurde, kann es sein, dass sich Kältbrücken bilden da Bereiche gut gedämmt wurden und die Fenster halt nicht.

Kommentar von Harald11 ,

Sorry ,aber es gibt keine Kältebrücken da alles was eine höhere Temperatur hat wie 0 K Wärme ist.

Antwort
von pharao1961, 26

Alles renoviert und dennoch Einfachverglasung??? Bist du sicher dass das so ist?

Du lüftest falsch. 3-4x täglich für 5-10 Minuten das Fenster GANZ auf (NICHT auf Kipp) und danach immer wieder auf Raumtemperatur aufheizen, da nur warme Luft in der Lage ist, genügend Feuchtigkeit aufzunehmen.

Probiere das erstmal aus, dann kann man weiter sehen.

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