Frage von Mikado13, 58

Nervöser Hundebesitzer - was tun?

Hallo Community!

Ich bräuchte einmal euren Rat bzw. eure Erfahrungen.

Und zwar zu folgender Situation: Meine Großeltern haben sich vor 5 Monaten einen Hund zugelegt, einen 6-jährigen Malteser aus dem Tierheim. Das Problem, der Hund ist eine wahnsinnige Kläffe, dreht bei anderen Hunden, zum Teil auch bei Menschen, Radfahrern etc. völlig durch und bellt danach noch minutenlang, zum Teil auch in der Wohnung, im Stiegenhaus... Meine Oma ist damit völlig überfordert und weiß schon nicht mehr, zu welchen Zeiten sie spazieren gehen soll, damit sie möglichst wenig anderen Hunden begegnet. Mein Opa ist ihr da leider auch keine große Hilfe, da er ziemlich krank ist.

Ich schaue derzeit, dass ich zumindest 2 mal die Woche mit dem Hund eine große Runde drehe, damit er richtig zum Laufen kommt und auch noch Kontakt zu anderen Hunden hat, da ich denke, dass das schon ziemlich wichtig ist. Wenn man ihm genug Zeit lässt, kommt er prima mit anderen Hunden klar. Bei mir ist es mittlerweile so, dass wir ohne großes Problem an anderen Hunden vorbeikommen und sollte doch einmal ein Bellanfall kommen, kann ich ihn meist ziemlich schnell wieder runterholen und auf mich fokussieren. Also für mich heißt das, dass es weniger der Hund ist, der ein Problem hat, sondern dass er einfach eine Bezugsperson braucht, die die Ruhe behält und ihm Sicherheit vermittelt.

Nur meine Oma bekommt sofort die Panik, wenn sie von weitem einen anderen Hund sieht, noch bevor er überhaupt reagiert. Und wenn er einmal bellt, macht sie völligen Stress und dadurch wird es natürlich noch schlimmer. Es war zwischendurch sogar schon soweit, dass er sie in solchen Situationen gebissen hat. Ich habe schon ein paar mal versucht, gemeinsam mit ihr spazieren zu gehen, aber sie hört nicht wirklich auf mich und schafft es nicht in den problematischen Situationen ruhig zu bleiben. Auch eine Hundetrainerin hatte sie schon da, doch deren einziger Rat war mehr oder weniger, dass sie sich von anderen Hunden fernhalten soll.

Habt ihr irgendwelche Tipps, wie man diese Situationen entspannen könnte? Hund wieder hergeben ist nur die absolut letzte Möglichkeit, da meine Großeltern ihn mittlerweile heiß lieben und er meinem Opa so gut tut. Was kann ich tun, um ihnen da zu helfen? Bzw. habt ihr Erfahrungen damit, wie aus gestressten, nervösen Menschen Hundemenschen werden, die in der Lage sind, einen Hund souverän zu führen?

Schon mal vielen Dank fürs Lesen und eure Antworten.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von biddewas, 58

Also das Problem hast du ja schon selbst sehr gut erkannt (: Wenn der Mensch der den Hund führt nervös wird, dann überträgt sich das auch auf den Hund. Den Rat der Hundetrainerin halte ich allerdings nicht für sinnvoll. Euer Hund scheint ja nur zu bellen aber nicht die anderen Hunde anzugreifen oder?

Das du große Runden mit ihm läufst ist schon mal sehr gut. Je mehr der Hund sich daran gewöhnen kann das er auch andere Lebenwesen begegnet, um so eher kann er sich auch daran gewöhnen dabei ruhig zu bleiben.

Auch wenn du es schon tust, begleite deine Oma weiter bei Spaziergängen, führe den Hund in solchen Situationen selbst und zeige ihr wie du es macht, da es ja anscheinend funktioniert. Ein paar Leckerchen in der Tasche helfen da auch oftmals ganz gut :-P  Vielleicht hilft ihr das etwas ruhiger in solchen Situationen zu sein. Die Erziehung von Herrchen und Frauchen ist genauso Zeitintensiv wie die Erziehung der Hunde selbst :)

Kommentar von Mikado13 ,

Genau, er bellt nur, anderen Hunden hat er noch nie etwas getan und mit mir hat er in letzter Zeit schon einige Hunde kennengelernt.

Den Rat der Hundetrainerin verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht, ich habe sie allerdings auch nie getroffen. Ich kann es mir nur so erklären, dass sie in der Hunde-Mensch-Konstellation keinen anderen Ausweg gesehen hat.

Ich hoffe sehr, dass wir gemeinsam etwas Ruhe rein bringen können. Und ich bin mittlerweile zu dem Schluss gekommen, dass die Erziehung von Frauchen schwieriger und zeitintensiver ist, als die des Hundes...

Danke für deinen Rat.

Kommentar von biddewas ,

Siehst du, da er nur bellt würde ich mal behaupten das es keine Aggressivität ist, sondern nur Unsicherheit (sicherlich auch ausgelöst durch deine Oma). Von daher genau wie du es sagst, daran arbeiten Ruhe in die Situationen zu bringen. Und ja, ich glaube die Situation das die Erziehung des Menschen zu dem Hund schwieriger ist, gibt es häufig :-P 

 Viel Glück, das wird schon :)

Expertenantwort
von Einafets2808, Community-Experte für Hund, 34

So lange deine Oma nicht chilliger wird bei den Hundebegegnungen kann man da kaum was machen.

Oder wenn sie deine Tipps nicht annehmen kann. Du hast ja das Problem schon selbst erkannt.

Entweder die Oma versucht selber die Situationen zu meistern für den Hund oder du nimmst den Hund auf wenn es möglich ist.

Oder ihr den Hund ab in souveräne Hände.

Kommentar von Mikado13 ,

Genau darum geht es ja. Wie wird sie in solchen Situationen entspannter?

Übernehmen kann ich den Hund leider nicht, da ich weder die Zeit habe, noch ihn in meiner Wohnung halten kann. Außerdem tut der Hund meinem Opa so gut, sein Gesundheitszustand hat sich dadurch in den letzten Monaten merklich verbessert...

Kommentar von Einafets2808 ,

Sicherung schön das der Hund deiner Oma gut tut. Aber kommt es zu stressigen Begengungen wo der Hund ausrastet ist weder Hund noch Oma entspannt.

Mehr als es ihr sagen kannst du auch nicht tun. Die Oma muss sich eben beherrschen. Ruhig bleiben, auch wenn der Hund bellt.

Ich würde frontale Begegnung komplett sein lassen, sondern im Bogen um die ganze Sache herum laufen. Hierzu noch Clicker Training und für das ruhige angucken auf Stress freier Entfernung , hin arbeiten.

Antwort
von TorDerSchatten, 42

Sie soll unbedingt in eine Hundeschule. Wie sich das liest, überträgt sich ihr Verhalten unbewußt auf den Hund. Also SIE muß lernen, und der Hund muß lernen, ihr zu vertrauen.

Hat sie überhaupt eine Beziehung zu dem Hund? Gehorsam, sitz, platz usw. also nicht nur mit Leckerli vollstopfen?

Kommentar von Mikado13 ,

Eine Hundetrainerin hatte sie ja bereits zu Rate gezogen und dafür schon viel Geld ausgegeben. Das hat aber leider nichts gebracht.

Gehorsam ist leider nur beschränkt vorhanden, in der Wohnung wird es aber mit der Zeit besser...

Antwort
von Tarsia, 44

Eine hundeschule besuchen! Dort wird ja nicht nur der Hund trainiert, dem Halter wird auch der Umgang mit dem Hund beigebracht.

Antwort
von MiraAnui, 34

Deine Oma soll in die Hundeschule gehn... Da hat sie und der Hund Kontakt.

Antwort
von LauraStrunk, 29

Wir hatten auch mal einen Hund der gebellt hat bei allem und auch schon "gebissen" halt net richtig gebissen unser Hund war sozusagen ein "angstbeiser" oder wie ich das nennen soll. Der Hund braucht auf jeden Fall eine Bezugsperson die nicht nervös wird weil das überträgt sich, der Hund bekommt somit übermittelt er müsste die Person beschützen. Es bringt auch nichts wenn Du es richtig machst (also dem Hund zeigen das er Dich nicht beschützen muss sondern du das "alpha" Tier bist ) und deine Oma macht das totale Gegenteil. Ihr müsst an einem Strang ziehen und wenn ihr das vernünftig macht dann lernt er es und ihr könnt Iwann auch mal an Menschen vorbei ohne das er ausrastet ihr müsst es aber auch durchziehen weil es ist schon Arbeit, vllt auch mal gucken ob es Speziell für die Rasse Sportarten gibt damit er auch Kopfarbeit hat und was ausgelastet wird.

Kommentar von Mikado13 ,

Das Problem ist ja eben, wie ich meine Oma dazubekommen, souverän mit solchen Situationen umzugehen. 

Bei mir funktioniert es ja mittlerweile richtig gut. Kopfarbeit versuche ich auch viel einzubauen, und dadurch ist er mittlerweile viel konzentrierter und auf mich fokussierter geworden...

Kommentar von spikecoco ,

ich kann nur aus meinen Erfahrungen sagen, das man gerade unsichere ältere Menschen kaum noch dazu bringen kann, eine souveräne und gelassene Haltung einzunehmen um erfolgreich mit dem Hund an diesem Problem zu arbeiten

Kommentar von LauraStrunk ,

Vielleicht in eine Hundeschule da wird sowas beigebracht

Kommentar von LauraStrunk ,

Das is auch wahr, zumindest bei vielen.

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