Frage von taddeli96, 91

Nein zu Überstunden/Mehrarbeit?

Hallo Leute! Ich habe folgendes Problemchen: seit Oktober arbeite ich in einem Teilzeit-Beschäftigungsverhältnis und bin in der Gleitzone eingeteilt. Mein Vertrag sieht für mich 77h im Monat vor, allerdings steht in meinem Vertrag drin, dass ich zu Mehrarbeit verpflichtet bin.

Meine Frage wäre einmal, was genau ist unter Mehrarbeit zu verstehen? Ist das das selbe wie Überstunden?

Und mein eigentliches Problem ist einfach nur, dass ich des Öfteren von meinen Vorgesetzten angerufen werde und gefragt werde ob ich denn nicht spontan einspringen kann an Tagen wo ich ursprünglich frei hatte. Bisher habe ich immer zugesagt, da ich nämlich zurzeit keine anderen Verpflichtungen habe (ich beginne ab August 2017 meine Ausbildung und wollte in dieser freien Zeit etwas Geld dazu verdienen und Erfahrung sammeln). Wenn ich also eh nichts vor hatte, habe ich mich dazu entschieden, zu arbeiten.

Ich frage mich nun aber, was wäre, wenn ich eben keine Zeit hätte ? Welche Rechte habe ich bezüglich Mehrarbeit und Überstunden? Bin ich wirklich verpflichtet dazu oder kann ich auch absagen ohne jeglichen Grund zu nennen?

Leider ist es so, dass ich ein sehr verantwortungsbewusster Mensch bin und immer schlecht Nein sagen kann, da ich dann denke, dass sie ohne mich vielleicht Probleme haben auf der Arbeit, weil Personal fehlt... Meine Vorgesetzten sind auch super lieb und bedanken sich auch, dass ich überhaupt gekommen bin usw. Aber am Ende des Tages bin ich trotzdem sauer, dass ich nicht einfach nein gesagt habe und meinen freien Tag genossen habe oder iwas unternehmen konnte... Durchaus ist mir bewusst, dass man als Teilzeit nunmal oft ausgenutzt wird.

Mir geht es nun einfach darum, ob mir jemand sagen kann, dass ich das Recht habe auch nein zu sagen, damit ich kein schlechtes Gewissen habe und ruhigen Gewissens auch mal "Nein" sagen kann, wenn es wirklich zeitlich nicht möglich für mich ist. Und kann ich darauf bestehen, dass meine Überstunden ausbezahlt werden? Oder muss das allein mein Vorgesetzter entscheiden?

Danke schon mal im voraus!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kuechentiger, 42

Du hast das Recht nein zu sagen, außer es wäre ein Notfall (Naturkatastrophe, Brandschaden usw.), der die Firma in Schwierigkeiten bringt, wenn bestimmte Arbeiten nicht schnell erledigt werden.

Kommt aber auch drauf an, ob im Arbeitsvertrag eine Überstundenregelung steht, und ob es einen Tarifvertrag gibt..

Und, wenn du Gleitzone machst, dann darf das Gehalt mit den Überstunden natürlich da nicht drüber sein, sonst ist es keine Gleitzone mehr. Das muss dann anders abgerechnet werden.

Kommentar von taddeli96 ,

Also im Vertrag steht: ... Ist zur Mehrarbeit im Rahmen der gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen sowie den betrieblichen Regelungen verpflichtet. Ich habe allerdings damals versäumt danach zu fragen, was mit den Bestimmungen gemeint ist , wie gesagt, das ist das erste mal, dass ich arbeite und ich kenne mich mit dem Ganzen nicht so gut aus :/

Kommentar von kuechentiger ,

Gesetzlich sind 8 Überstunden pro Woche zulässig, wenn man minderjährig ist, dann darf die Wochenarbeitszeit 40 Stunden nicht überschreiten.

Das muss entweder bezahlt werden, oder mit mehr Freizeit ausgeglichen.

Kommentar von Familiengerd ,

@ kuechentiger:

Gesetzlich sind 8 Überstunden pro Woche zulässig

In welchem (deutschen) Gesetz soll denn das bloß stehen?!?!

Kommentar von kuechentiger ,

Falsch ausgedrückt, bis zu 48 Arbeitsstunden sind pro Woche möglich. Üblich sind aber 40-Std.-Wochen.

Kommentar von Familiengerd ,

Und bei entsprechendem Ausgleich innerhalb von 24 Wochen sind es 60 Stunden (also 12 Überstunden pro Wochen).

Nach dem Arbeitszeitgesetz sind werktäglich (Montag bis Samstag) 8 Stunden und bei Verlängerung 10 Stunden erlaubt (also 48 bzw. 60 Wochenstunden).

Kommentar von Familiengerd ,

Als Teilzeitkraft bist Du grundsätzlich nicht zur Leistung von Überstunden verpflichtet - Ausnahme sind tatsächliche Notfälle/Katastrophenfälle, in denen Überstunden aus dem besonderen Treueverhältnis gegenüber dem Arbeitnehmer zu leisten sind.

Der Passus im Arbeitsvertrag berechtigt den Arbeitgeber nicht, Dich ohne zwingenden (!!) Grund zu Überstunden zu verpflichten.

Außerdem muss kein Arbeitnehmer Überstunden nicht "spontan" leisten.

In analoger Anwendung der Bestimmung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes TzBfG § 12 "Arbeit auf Abruf" Abs. 2 müssen Überstunden mindestens 4 Tage im Voraus angekündigt werden (wieder mit Ausnahme selbstverständlich der echten Notfälle).

Kommentar von taddeli96 ,

Ich bin nicht minderjährig. Das bedeutet also, 8h sind gesetzlich festgelegt pro Woche ? Und ich kann diesen Monat darauf bestehen, dass sie ausgezahlt werden?

Kommentar von Familiengerd ,

Das bedeutet also, 8h sind gesetzlich festgelegt pro Woche ?

Nein!

Es gibt keine gesetzliche Bestimmung, wie viele Überstunden ein Arbeitnehmer leisten darf.

Die Grenze bestimmt alleine das Arbeitszeitgesetz, also die Begrenzung der höchstens zulässigen werktäglichen Arbeitszeit - Arbeitszeitgesetz ArbZG § 3 "Arbeitszeit der Arbeitnehmer":

Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Kommentar von taddeli96 ,

@Familiengerd meinst du mit dem Passus im Arbeitsvertrag, dass ich trotz allem nicht verpflichtet bin Überstunden zu machen, auch wenn im Vertrag drin steht, dass ich zu Mehrarbeit verpflichtet bin?

Kommentar von kuechentiger ,

Bei Teilzeitarbeit sind Überstunden eigentlich unzulässig

Sind Sie teilzeitbeschäftigt, darf Sie Ihr Arbeitgeber grundsätzlich nicht zu Überstunden verpflichten. Das würde dem Wesen der Teilzeit widersprechen. In Tarifverträgen sind allerdings besondere Regelungen möglich. Und in besonderen Situationen ist es auch einem Teilzeit-Mitarbeiter zumutbar, ausnahmsweise Überstunden zu leisten. Das kann dann der Fall sein, wenn der Arbeitgeber das nicht vorhersehen konnte.

Quelle: http://www.finanztip.de/arbeitsvertrag/arbeitszeitgesetz-ueberstunden/

Kommentar von taddeli96 ,

Und wo finde ich diesen Tarifvertrag?

Kommentar von Familiengerd ,

Und wo finde ich diesen Tarifvertrag?

Die von Dir zitierte Formulierung im Arbeitsvertrag ("Ist zur Mehrarbeit im Rahmen der gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen sowie den betrieblichen Regelungen verpflichtet.") hört sich wie eine Standardformulierung in einem formulararbeitsvertrag an, ohne dass klar zu erkennen wäre, ob tatsächlich ein Tarifvertrag anzuwenden sei.

Ich kann dir nicht sagen, ob ein und welcher Tarifvertrag hier überhaupt infrage käme - dazu müsste man wissen, um welche Branche es sich (wo) handelt.

Wenn es einen anzuwendenden Tarifvertrag gibt, dann muss er im Betrieb (Personalbüro, Betriebsrat - wenn es denn einen geben sollte) einsehbar sein:

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die im Betrieb anwendbaren Tarifverträge sowie rechtskräftige Beschlüsse nach § 99 des Arbeitsgerichtsgesetzes über den nach § 4a Absatz 2 Satz 2 anwendbaren Tarifvertrag im Betrieb bekanntzumachen.

So schreibt es das Tarifvertragsgesetz TVG § 8 "Bekanntgabe des Tarifvertrags" vor.

meinst du mit dem Passus im Arbeitsvertrag, dass ich trotz allem nicht verpflichtet bin Überstunden zu machen, auch wenn im Vertrag drin steht, dass ich zu Mehrarbeit verpflichtet bin?

Genau so ist es!

Als Teilzeitkraft bist Du nur dann verpflichtet, Überstunden/Mehrarbeit zu leisten, wenn sich das aus dem besonderen Treueverhältnis dem Arbeitgeber gegenüber als notwendig erweist - also der erwähnte konkrete Not- oder Katastrophenfall: dass z.B. bei einer Überschwemmung ein Lager mit empfindlicher Ware nur unter Leistung von Überstunden auch durch Dich geräumt werden kann.

In diesem Fall wärst Du dazu verpflichtet, nicht aber, wenn der Arbeitgeber meint, Du solltest Überstunden leisten, damit ein Auftrag fertig wird oder weil es Personalmangel gibt.

kuechentiger hat ja schon ein passendes Zitat aus einem Link dazu gepostet.

Kommentar von taddeli96 ,

Im Internet habe ich schon nachgeschaut, aber habe nichts nützliches gefunden.

Kommentar von taddeli96 ,

@Familiengerd Kannst du mir nochmal erklären wieso ich laut Vertrag nicht verpflichtet bin? Sonst würde ich meinen Chef im Notfall darauf hinweisen, wenn er denn mal "zickig" reagieren sollte, falls ich Absage zu überstunden. Und dann würde ich das gerne natürlich genauer erklären können.

Kommentar von Familiengerd ,

Du kannst die Leistung von Überstunden ablehnen, wenn es dafür keine dringenden betrieblichen Gründe gibt (abgesehen von den beschriebenen tatsächlichen Notfällen), die der Arbeitgeber darlegen können muss - denn "Teilzeitarbeit" und "Überstunden" schließen sich "eigentlich" gegenseitig aus.

Außerdem muss der Arbeitgeber - wie schon gesagt - Überstunden rechtzeitig, also mindestens 4 Tage im Voraus, ankündigen.

Kommentar von taddeli96 ,

Ach ja, und habe ich das Recht darauf zu bestehen, dass meine Überstunden ausgezahlt werden? bzw. Geht es, wenn ich verlange, dass meine Oktober überstunden diesen Monat ausgezahlt werden? Im Vertrag steht ja nichts dazu drin und wie es im Tarifvertrag festgelegt ist, weiß ich nicht. Aber ich denke auch da, steht bestimmt drin, dass es ausgezahlt werden kann...?

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn es im Arbeits- oder Tarifvertrag keine Regelungen zum Ausgleich von Überstunden gibt, dann hat der Freizeitausgleich Vorrang.

In dem Fall kommt es aber grundsätzlich darauf an, wie sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer einigen: auf Freizeitausgleich oder Entgeltung.

Sollte es eine tarifliche Regelung zu Überstundenzuschlägen geben, so hast Du allerdings keinen Anspruch auf solche Zuschläge, weil diese dann nur bei Überschreitung der tariflichen Normalarbeitszeit (Vollzeit) zu zahlen sind.

Kommentar von taddeli96 ,

@Familiengerd @kuechentiger Ich habe jetzt gestern mit meinem Chef gesprochen & der meinte dann, dass meine Überstunden mit Freizeit ausgeglichen werden. Mich persönlich regt das natürlich total auf, da ich ja nicht wissen kann, wann und ob überhaupt ich wirklich mal für weniger Stunden eingeplant werde und ich bin dort auch nur bis zum Ende April eingestellt. Da ist dann auch nicht mehr so viel Zeit, dass meine Überstunden ausgeglichen werden könnten bei 77h monatlich, die ich eigentlich machen soll. Nächste Woche habe ich vier Tage frei laut Plan und ich weiß jetzt schon, dass die mich wieder fragen ob ich dann und dann kommen kann und ich mich eigentlich gar nicht darauf einstellen brauche, dass ich da eigentlich frei habe... Ich weiß nicht was ich da tun soll. Einfach dreist sein und absagen? Ohne jeglichen Grund ? Oder so gutgläubig sein und Ja und Amen sagen und darauf hoffen, dass ich mal nen Monat weniger eingeteilt werde und meine Überstunden ausgeglichen werden.

Kommentar von Familiengerd ,

Nächste Woche habe ich vier Tage frei laut Plan und ich weiß jetzt schon, dass die mich wieder fragen ob ich dann und dann kommen kann und ich mich eigentlich gar nicht darauf einstellen brauche, dass ich da eigentlich frei habe..

Wenn der Plan "steht" und Du frei hast, darf er nicht ohne Deine Zustimmung geändert werden - und Du musst auch nicht arbeiten gehen, wenn Du planmäßig frei hast.

Das heißt, dass Du "beruhigt" Deine freien Tage verplanen darfst: Dein Arbeitgeber darf Dich nicht zur Arbeit beordern!

Wenn Deine Überstunden/Mehrarbeitszeiten nicht durch Freizeit ausgeglichen werden können (bis spätestens Ende des Arbeitsverhältnisses), dann müssen sie ausgezahlt werden.

Kommentar von taddeli96 ,

Was wäre denn das Beste für mich bezüglich dieser Situation? Wie soll ich am besten entscheiden? Vielleicht übertreibe ich ja auch nur und ihr seht das gar nicht als "Abzocke, so wie ich es sehe.

Kommentar von Familiengerd ,

Du hast nächste Woche 4 Tage frei.

Also freue Dich darüber, plane etwas oder gammle 'rum - wie und was Du willst: Du musst dann nicht arbeiten!!

Ich hoffe, Deine Überstunden werden dokumentiert?

Kommentar von taddeli96 ,

Ok dann habe ich schon mal wenigstens Sicherheit und muss mich nicht iwie rechtfertigen... Ja die werden dokumentiert im Stundenjournal, dieses unterschreibe ich und mein Chef und dann geht es hoch an die Buchhaltung. Finde das aber natürlich sehr unschön, dass mein Chef mich im guten Glauben an meinen freien Tagen arbeiten lassen hat, ohne mich darüber zu informieren, dass sie wohl eher nicht ausgezahlt werden. Ist sowas nicht eigentlich rechtlich falsch oder ist es einfach meine eigenen Dummheit gewesen, dass ich nicht von vornherein gefragt habe, weil die Auszahlung für mich selbstverständlich war?

Kommentar von Familiengerd ,

Zur Frage "Auszahlung" oder "Freizeit" habe ich weiter oben ja schon etwas geschrieben.

Ist nichts vereinbart, ist "Freizeit" vorrangig; ihr seid aber auch nicht gehindert, euch auf "Auszahlung" zu verständigen.

Und wie ebenfalls schon gesagt: Kann Freizeit nicht gewährt werden, muss ausgezahlt werden.

Kommentar von taddeli96 ,

Wie ist das aber, wenn mein Chef sagt, er braucht mich für nächste Woche, wo ich eigentlich frei hätte, weil Mitarbeiter plötzlich erkrankt sind?

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn Du offiziell frei hast, spielt das keine Rolle!

"Frei" ist frei!

Da ist auch die Erkrankung eines Mitarbeiters kein den Arbeitgeber berechtigender Grund, Dich zur Arbeit zu beordern - es sei denn, ohne Deinen außerplanmäßigen Einsatz würde der Betrieb zusammenbrechen/ruiniert werden.

Etwas Anderes:

Wenn Du auf einen Kommentar antwortest, klicke doch bitte die 3 Punkte rechts darunter an und dann "Kommentieren".

Kommentar von taddeli96 ,

Ok vielen vielen Dank für die Hilfe! Eventuell schreibe ich mal noch rein, wie es nun weiter lief bezüglich meinen Überstunden und den freien Tagen... Ach ja, bei mir fehlen diese "drei Pünktchen" komischerweise, aber vielleicht stimmt etwas nicht mit meinem Handy. Vielen Dank nochmal und alles Gute wünsche ich :)

Antwort
von Otilie1, 39

ja natürlich - mehrarbeit bedeuten überstunden. du musst aber nicht immer ja sagen wenn er dich spontan anruft - du darfst auch mal nein sagen. immer passt es ja auch nicht

Kommentar von taddeli96 ,

Bin ich denn dann verpflichtet auch einen Grund zu nennen? Oder kann ich einfach Nein sagen, ich habe Termine bzw noch andere Sachen zu erledigen?

Kommentar von kuechentiger ,

Termine, zu kurzfristig, bin nicht da... irgendwas

Kommentar von Familiengerd ,

Oder kann ich einfach Nein sagen

Ja - und Du musst auch nichts begründen, kannst es aber selbstverständlich, was Dir so einfällt, wenn es Deine Situation erleichtern sollte.

Antwort
von Saisonarbeiter2, 44

Meine Frage wäre einmal, was genau ist unter Mehrarbeit zu verstehen? Ist das das selbe wie Überstunden?

ja

Kommentar von taddeli96 ,

Meine zweite Frage wäre dann, ich bin vertraglich für 77h festgelegt. Diesen Monat bin ich aber für weniger Stunden eingeplant. Ich bekomme aber jeden Monat den selben Lohn. Wenn ich nun Stunden dazu arbeite, die nicht in meinem Plan stehen, gilt das dann schon als überstunden oder eher nicht, weil ich ja nicht über meine 77h hinaus bin?

Kommentar von Saisonarbeiter2 ,

wenn du weniger arbeitest als im vertrag steht im 1 monat und im anderen monat dann mehr, sind das natürlich keine überstunden.. du gleichst nur dein arbeitszeitkonto aus.

Kommentar von taddeli96 ,

Ja das war so, ich habe im ersten Monat mehr gearbeitet und in diesem Monat habe ich eine Differenz von ca. -10h. Überstunden habe ich aber schon 14h und gestern habe ich 4h wieder drauf bekommen und am Mittwoch soll ich auch noch einspringen. Dann hol ich die 77h ja wieder auf. Dann kann es ja nicht so ganz stimmen, dass meine Überstunden vom zeitkonto abgezogen werden, wenn ich ja nicht wirklich weniger als 77h arbeite. Insbesondere deshalb, da mein Chef meinte ich soll diesen Monat mehr Stunden machen. Deshalb ergibt das alles für mich keinen Sinn.

Kommentar von taddeli96 ,

Nächste Woche muss ich dann bestimmt wieder noch Stunden dazu machen. Dann bin ich meine Überstunden ja nicht los.

Kommentar von Familiengerd ,

ja

Nein!

Umgangssprachlich werden zwar beide Begriffe synonym benutzt, rechtlich gibt es aber einen Unterschied!

Überstunden fallen an bei Überschreitung der individuell dem Arbeitgeber geschuldeten Arbeitszeit.

Mehrarbeit fällt an bei Überschreitung der tariflich oder gesetzlich festgelegten Arbeitszeitgrenzen.

Wenn die individuell geschuldete Arbeitszeit der tariflichen entspricht, dann handelt es sich bei Überschreitung sowohl um Überstunden wie auch um Mehrarbeit.

Kommentar von taddeli96 ,

Und was ist dann meine individuell geschuldete Arbeitszeit ? Meine vertraglich festgelegten 77h? Und wenn ja, dann habe ich im Oktober bis zu 86h gearbeitet. Zählt das etwa nicht als mehrarbeit/überstunden?

Kommentar von Familiengerd ,

Alles, was bei Dir über die individu7ell geschuldeten 77 Monatsstunden hinausgeht, sind selbstverständlich Überstunden.

Würdest Du auch die gesetzlich zulässige monatlichen Höchststundenzahl (umgerechnet - Faktor 4,35 - ca. 209 Stunden bei 48 Wochenstunden) oder die betriebliche Vollzeitarbeitszeit im Monat überschreiten (die ich nicht kenne), wären das nicht nur Überstunden, sondern es wäre auch Mehrarbeit.

Kommentar von taddeli96 ,

Alles klar, dann habe ich auf jeden Fall Überstunden! Danke für deine Hilfe .

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