Frage von linlin9090, 314

Verurteilungen oder Fehlverurteilungen?

"Nein heißt Nein" - Dagmar Freudenberg: 

"Es wird nicht unbedingt zu mehr Verurteilungen kommen" - aber vielleicht zu mehr "Fehlverurteilungen"?

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Antwort
von Ansegisel, 89

In meinen Augen geht es nicht so sehr darum, "mehr Verurteilungen" erhalten zu wollen, sondern darum, die tatsächlichen Umstände einer solchen Tat besser in die Beurteilung mit einbeziehen zu können.

Bisher reicht ein "Nein" des Opfers nämlich nicht, um strafrechtlich gegen den Täter vorgehen zu können.

https://www.tagesschau.de/inland/sexualstrafrecht-117.html

"Der Paragraph 177 im Strafgesetzbuch, der Vergewaltigung und sexuelle
Nötigung regelt, stellt drei Bedingungen: Der Täter muss entweder Gewalt
angewendet oder damit gedroht haben oder eine schutzlose Lage, aus der
das Opfer sich nicht selbst befreien konnte, ausgenutzt haben. Eine
Bedingung muss erfüllt sein, damit die Vergewaltigung oder sexuelle
Nötigung strafbar ist.

Dadurch gibt es immer wieder Fälle, in denen Täter freigesprochen
wurden, obwohl das Opfer "Nein" gesagt habe. Argumentiert wird dann, es
sei keine Gewalt angewandt worden, das Opfer hätte sich wehren oder
Hilfe holen können, manchmal soll auch die Drohung des Täters zu vage
gewesen sein. "Das ist vorbei an der Realität. Opfer sexueller Gewalt
geraten oft in eine Schockstarre", sagt Wizorek gegenüber tagesschau.de.

"Es hängt von der Reaktion des Opfers ab, ob die Tat strafbar ist oder
nicht", kritisiert Katja Grieger vom Bundesverband der
Frauenberatungsstellen (bff). Das Problem: Die Polizei riet in der
Vergangenheit, sich nicht zu wehren. Hinterher kann die fehlende
Gegenwehr dem Opfer vorgeworfen werden."


Diesen hier beschriebenen Missstand zu beheben wiegt meines Erachtens deutlich schwerer, als ihn bestehen zu lassen, nur um möglichen juristischen Missbrauch vorzubeugen.

Kommentar von raimas ,

Ich kann nicht verstehen, wieso eine Frau, die keinen Sex mit einem Mann haben will, nicht einfach weg geht? Wenn der Mann sie daran hindert, greift § 177 schon jetzt. Wenn sie aus anderen, objektiv nachvollziehbaren Gründen nicht weggehen kann, greift § 177 schon jetzt (schutzlose Lage). Also wozu die Gesetzesänderung?

Wenn jemand in der Fussgängerzone zu mir sagt: "Gib mir 20 Euro!", und ich gebe sie ihm, ist er dann auch sofort ein Räuber?

Kommentar von Ansegisel ,

Möglicherweise, weil die Frau Angst vor noch schlimmeren Konsequenzen hat? Die Situation ist an sich ist bedrohlich genug und ich möchte mir nicht anmaßen, über die individuellen Reaktionen in so einer existentiellen Situation zu urteilen.

Jeder Mensch verhält sich nun mal anders: Bisher hat es nicht genügt zu sagen, "Nein, gehen Sie weg", auch wenn die Angelegenheit offensichtlich aussichtslos war.

Und zu dem 20€ Beispiel (was ich von der Gewichtung her für absolut nicht vergleichbar halte): Natürlich ist es Diebstahl, wenn sie sagen "Nein" und der "Fragende" stellt die Frage nochmal in einem anderen Tonfall, so dass sie sich fügen, bevor sie ernste Schäden davontragen.

Kommunikation kann auch Gewalt transportieren, ohne dass man explizit Konsequenzen androht.

Antwort
von soissesPDF, 26

Am besten ist vorher einen Notarvertrag zu vereinbaren, damit es nachher nicht zu Mißverständnissen kommt.
Hilfreich könnte auch sein, die jeweiligen Mütter als Zeuginnen dabei zu haben.
Oder vorher bei den Nachbarn klingeln, damit die Partnerin diesen ihr Einverständnis bekundet, bevor es zu Sache geht.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/rechtspolitik-sexualstrafr...

Kommentar von smilenice ,

Bei der Frage kam mir auch sofort Herr Fischer in den Kopf.

Ich war schon fleißig am suchen, als ich daran dachte, mal nach unten zu scrollen ^^

Kommentar von surfenohneende ,

Am besten ist vorher einen Notarvertrag zu vereinbaren, damit es nachher nicht zu Mißverständnissen kommt. Hilfreich könnte auch sein, die jeweiligen Mütter als Zeuginnen dabei zu haben.
Oder vorher bei den Nachbarn klingeln, damit die Partnerin diesen ihr Einverständnis bekundet, bevor es zu Sache geht.

Noch besserer Vorschlag an die Gesetzes-Verpfuscher (Politiker):

Sex ganz verbieten -> Problem löst sich für alle Ewigkeit automatisch mit der Zeit

Kommentar von daCypher ,

Am besten ist vorher einen Notarvertrag zu vereinbaren

Du wirst lachen. In Amerika gibt es an einigen Unis wirklich die Pflicht, eine schriftliche Einverständniserklärung zu unterschreiben, bevor es losgeht.

http://www.focus.de/politik/ausland/usa/kampf-gegen-sexuelle-uebergriffe-us-stud...

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 56

Die vorgesehenen Regelungen werden m.E. nicht zu mehr Verurteilungen, sondern zu mehr Beweisproblemen führen. Die erzeugen mit Sicherheit Fehlurteile - in beide Richtungen. Außerdem beinhalten die neuen Regelungen Zweideutigkeiten und Unklarheiten. Vor allem wird ein Fahrlässigkeitstatbestand eingefügt, ein Novum im Sexualstrafrecht.  

Darüber schrieb der BGH-Richter Thomas Fischer in der Zeit einen guten Beitrag. Lektüre ist zu empfehlen:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/rechtspolitik-sexualstrafr...


Antwort
von Ursusmaritimus, 167

Das ist ein Kernproblem da "intim" in aller Regel zu zweit stattfindet.

Wenn nun ein Intimpartner am Ende der Session befindet das es doch nicht in Ordnung war und gerichtlich ein "Nein" einreicht befindet sich der weitere Sexualpartner im strafrechtlich relevanten Bereich.

Ob dies den Schutz vor sexuellen Attacken erhöht?

Kommentar von linlin9090 ,

Das ist auch mein Gedanke.

Muss man sich jetzt davor fürchten, einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zu haben, nur am Ende aufgrund Stimmungsschwankungen des Gegenübers oder wegen dessen finanzieller Erpressung strafrechtlich verurteilt zu werden?

In solch einer intimen Situation steht Aussage gegen Aussage, aber das ,,Opfer" wäre in der Lage, eine ,,authentischere Aussagekraft" zu demonstrieren.

Kommentar von surfenohneende ,

Muss man sich jetzt davor fürchten, einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zu haben, nur am Ende aufgrund Stimmungsschwankungen des Gegenübers oder
wegen dessen finanzieller Erpressung strafrechtlich verurteilt zu
werden?

Schwed-isierung / Amerika-nisierung Deutschlands 

TIPP: "Ich erinnere mich noch, wie ich mich vor ein paar Jahren darüber lustig gemacht habe, wie die Unis in den USA ihren Mitarbeitern sagen, sie sollen bitte niemals mit einer Frau alleine in einen Raum gehen, weil es gegen ausgedachte Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs keine realistischen Abwehrchancen gibt. Ich habe damals gelacht und mir gedacht, naja, die USA, die sind halt ein Dritte-Welt-Land und kein Rechtsstaat. Bei uns undenkbar. ... So kann man sich irren. ... Und DAS ist der Zustand JETZT. VOR der Verschärfung des Sexualstrafrechts."

https://blog.fefe.de/?ts=a9891786

Kommentar von quantthomas ,

Um ganz sicher zu gehen, könnte sich der Mann, eventuell eine notariell beglaubigte Unterschrift einholen, bevor es zu irgendwelchen Intimitäten kommt. 

Kommentar von linlin9090 ,

Da wird sich die Notar-Branche über einen Boom freuen!

Kommentar von quantthomas ,

Sicher ist sicher! Bin jetzt schon vorsichtig beim Begrüßungskuss. Hände auf den Rücken und  die Wange rechts und links nur angehaucht. Andere Berührungen sind mir zu heikel geworden. Gottseidank habe ich die Pflicht der Kinderzeugung schon lange hinter mir. 

Kommentar von surfenohneende ,

Um ganz sicher zu gehen, könnte sich der Mann, eventuell eine notariell beglaubigte Unterschrift einholen, bevor es zu irgendwelchen Intimitäten kommt. 

Oder man trennt Männer & Frauen noch krasser als in Iran & Saudi-Arabien

Antwort
von surfenohneende, 16

"Es wird nicht unbedingt zu mehr Verurteilungen kommen" - aber vielleicht zu mehr "Fehlverurteilungen"?

Korrekt

Dieses Gesetz ist schlampig zusammen gepfuscht

es war halt wider mal ein blinder "Wir-müssen-schnell-Irgendetwas-tun"- Aktionismus / Breißreflex um Wählerstimmen zu ernten

Antwort
von Tannibi, 77

Stimmt. Da der Nachweis immer das größte Problem ist,
das in diesem Fall aber nicht gelöst wird, ist die Bedingung
schwammiger und daher steigt die Zahl der Fehlverurteilungen.
Das ist offensichtlich, also sind Fehlverurteilungen politisch
gewollt.

Kommentar von Ontario ,

Deshalb geht es in Zukunft ohne Zeugen nicht mehr. Bevor es zu intimen Beziehungen kommt, immer einen Zeugen dabei haben.

Oder was noch besser wäre, Männer und Frauen strikt trennen.In Bussen und Bahnen getrennte Abteile für Frauen und Männer. Oder noch weiter ausgelegt. Frauen dürfen nur an Tagen mit geradem Datum die Strasse betreten, Männer dann eben nur an Tagen mit ungeradem Datum. Dann dürften sich die Grapscherein auf ein Minimum beschränken. Genauso sollte dann der Besuch von Kino,Gaststätten, Theater, kurzum alle öffentlichen Veranstaltungen nur getrennt nach Geschlechtern ,ablaufen. Da gäbe es jetzt bei dem neuen Gesetz noch Nachholbedarf.

Antwort
von Paguangare, 197

Wer mit einem Sexualkontakt nicht einverstanden ist, darf diese nicht durch tätlichen Widerstand beweisen müssen, um glaubhaft zu sein. Ich finde, eine deutliche verbale Aussage, nämlich "Nein", muss hinreichend sein.

Wer ein derartiges "Nein" nicht versteht, ist derart unsensibel, dass eine Straftat, die er daraufhin begeht, auch als Straftat bestraft werden muss.

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Deine Aussage ist absolut richtig, auf gesellschaftlicher, moralischer und intimer Ebene.

Das Problem ist die strafrechtliche Behandlung (In Dubio pro Reo) die Beweisbarkeit des "Nein" und die mißbräuchliche Verwendbarkeit.

Kommentar von robi187 ,

wenn dann wer aktenkundig ist und das öfters vorkommt weiß man wessen geistes kind dahinter steckt?

Kommentar von linlin9090 ,

Soll es heißen, dass derjenige automatisch Unrecht hat, der in der Vergangenheit quantitativ aktenkundiger war? Was ist wenn beide gleichermaßen aktenkundig bzw. aktenunkundig war?

Antwort
von HirnvomHimmel, 60

"Nein heisst Nein" ist zunächst einmal ein sehr guter Grundsatz. Weil ein ausgesprochenes "Nein", bzw. das Nichtvorhandensein eines späteren "Ja" in der Rechtspraxis allerdings oft nicht nachzuweisen ist, wird es schwer, jemanden in einem ordentlichen Prozess deswegen zu verurteilen.

Sehr positiv ist ein anderer Effekt: Wer "Nein" sagt, weiß die Unterstützung von Recht und Gesetz hinter sich und kann ganz klar erkennen, daß etwas un-rechtes geschieht, wenn sich jemand über ein "Nein" hinwegsetzt.

Nun ist unsere Justiz leider nicht perfekt und Ja, es wird auch aufgrund dieses Gesetzes zu Fehlurteilen kommen, dazu lassen sich noch die Fälle rechnen, in denen es zwar nicht zu einem Schuldspruch kommt, in dem Angeklagte allerdings von der Öffentlichkeit vor-verurteilt werden und Arbeitsplatz, sozialen Rückhalt, Familie, etc. verlieren.

Das ist allerdings ein Problem, das nicht von einem einzelnen Nein-Heisst-Nein-Paragraphen herrührt, sondern unser gesamtes Justiz-System betrifft, dazu auch das Verhalten von Medien und der Öffentlichkeit.

Kommentar von Tannibi ,

Nein heisst Nein ist zunächst einmal ein sehr guter Grundsatz. Weil ein
ausgesprochenes 'Nein', bzw. das Nichtvorhandensein eines späteren 'Ja'
in der Rechtspraxis allerdings oft nicht nachzuweisen ist, wird es
schwer, jemanden in einem ordentlichen Prozess deswegen zu verurteilen.

Da wird man ganz schnell bei der Beweislastumkehr
und damit bei unzähligen Fehlurteilen landen.

"Sehr positiv ist ein anderer Effekt: Wer 'Nein' sagt, weiß die
Unterstützung von Recht und Gesetz hinter sich und kann ganz klar
erkennen, daß etwas un-rechtes geschieht, wenn sich jemand über ein
'Nein' hinwegsetzt.

Nur haben Recht und Gesetz nicht das Geringste miteinander
zu tun.
Antwort
von CaptnCaptn, 107

Es ist natürlich völlig richtig, nur wie bereits in der Frage steht kommt es dadurch sicher auch zu der ein oder anderen Fehlverurteilung.

Man hat einvernehmlichen Geschlechtsverkehr und streitet sich kurz darauf wegen etwas das der Mann anspricht und trennt sich vielleicht deshalb. Die Dame ist richtig sauer weil man kurz davor noch den Sex "ausgenutzt" hatte bevor man das Thema ansprach und entscheidet sich vor Gericht zu sagen man habe sich gestritten, sie deutlich "Nein" gesagt und er trotzdem mit ihr geschlafen... Hier wird zu sehr auf den gesunden Menschenverstand gehofft...

Kommentar von Suboptimierer ,

Die Beweislast liegt doch weiterhin bei der Frau. o.O

Ich hoffe nicht, dass wie zur Zeit der Hexenverfolgung, als man fingerzeigend durch die Gegend laufen konnte und Frauen als Hexen bezichtigen konnte, Frauen bald aus einer schlechten Laune heraus Männer irgendeinen Vorwurf machen können, der blind geglaubt wird.

Entweder wird es richtig voll in den Gefängnissen oder sie bleiben ähnlich leer wie heute.

Kommentar von CaptnCaptn ,

Für eine Frau ist es leicht, das Opfer zu spielen. Blaue Flecken können selbst zugefügt werden und auf die Tränendrüse kann auch ordentlich gedrückt werden. Wenn der Mann dann vielleicht noch Kratzspuren vom Akt hat (kommt mal vor das man eine Kratzerin als Partnerin hat) wird's vermutlich schon schwer...


Natürlich liegt bei ihr die Beweislast, aber Beweise können glaubhaft gefälscht werden. Das Gesetz an sich finde ich gut aber es ist noch nicht ganz ausgereift um in Kraft zu treten.

Kommentar von linlin9090 ,

Das wirkliche Opfer geschützt werden müssen, ist keine Frage und versteht sich von selbst. Aber wie Sie schon sagen, für Frauen ist es ein leichtes Spiel den Opfer vorzutäuschen. Und diese Reform könnte solchen sogar dabei unterstützen.

Das Gesetz ist in der Tat noch nicht ausgereift, musste aber in Kraft treten, um die Stimmen dafür zu beruhigen, so sehe ich das.

Kommentar von CaptnCaptn ,

um die Stimmen dafür zu beruhigen, so sehe ich das.

Typische Masche der Politiker, erst einmal alle zufriedenstellen bevor man sich ernsthaft Gedanken macht. Recht hast du natürlich aber es stört mich trotzdem.

Kommentar von AalFred2 ,

Und warum genau kann die Frau das nicht jetzt schon?

Kommentar von CaptnCaptn ,

Weil die Gesetze deutlich verschärft wurden, hierbei ein Auszug eines Berichts vom Spiegel:

Sexuelle Gewalt soll leichter geahndet werden können, dazu wird der Paragraf 177 des Strafgesetzbuches (Sexuelle Nötigung, Vergewaltigung) verändert. Der inzwischen von allen Fraktionen des Bundestags begrüßte Grundsatz "Nein heißt Nein" bedeutet, dass sich nicht nur derjenige strafbar macht, der Sex mit Gewalt oder Gewaltandrohung erzwingt. Demnächst soll ausreichen, wenn sich der Täter (meist ein Mann) über den "erkennbaren Willen" des Opfers (meist eine Frau) hinwegsetzt. Dann drohen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe.

Es war vorher deutlich schwerer eine solche Tat zu bestrafen, da das Gesetz eben vorschrieb das die Frau eindeutig bedroht werden muss oder ihr Gewalt angetan wird. All das ließ sich nicht immer eindeutig beweisen, was dazu führte das Sexualstrafstäter teilweise nicht verurteilt wurden. Jetzt ist das ganze andersrum und es könnten unschuldige bestraft werden. Das Gesetz an sich ist der einzig richtige Schritt, jedoch sollte es auch noch etwas überarbeitet werden.

Kommentar von AalFred2 ,

Auch fürher konnte ide Frau behaupten und sich blaue Flecke zufügen und auf die Tränendrüse drücken. Was macht es ihr jetzt leichter?

Kommentar von CaptnCaptn ,

Was es ihr leichter macht??? Das einfach Wort NEIN. Das Gesetz forderte bisher, wie bereits erwähnt, das androhen oder anwenden von Gewalt oder das ausnutzen einer hilflosen Situation aus der sie sich nicht selbst befreien kann(z.B. K.O. Tropfen).

Jetzt reicht schon zu behaupten man habe Nein gesagt. Natürlich muss weiterhin bewiesen werden das es gegen ihren Willen war, jedoch ist es eine Möglichkeit mehr zur Anzeige.

Kommentar von AalFred2 ,

Heute muss sie behaupten, es hätte eine Bedrohung gegeben, zukünftig müsste sie behaupten, sie hätte Nein gesagt. Warum ist das letztere leichter?

Kommentar von CaptnCaptn ,

Oke habs verstanden. Du siehst das nicht so wie ich. Einigen wir uns darauf das wir uns uneinig sind.

Kommentar von AalFred2 ,

Also kannst du mir auch nicht erläutern, warum du meinst, es ist einfacher, ein Nein zu behaupten als eine Bedrohung?

Kommentar von CaptnCaptn ,

Genau. Immer wenn jemand keine Lust mehr hat, kann er nicht mehr argumentieren.

Es reicht nun schon ganz einfach zu sagen: Ich habe nein gesagt und er hat mich trotzdem angefasst.

Eine solche Lüge aufzutischen ist glaubhafter und einfacher rüber zu bringen als: Er hat gedroht mich umzubringen, mich zu verprügeln, etc...

Wenn du das anders siehst ist das in Ordnung, nicht jeder kann derselben Meinung sein. Ich sehe es so dass, das Gesetz noch ein bisschen überarbeitet werden muss weil das Wort "Nein" auch immer auf den Kontext und die Situation ankommt.

Schönen Tag noch =)

Kommentar von AalFred2 ,

Wie sollte denn das Gesetz nach der Überarbeitung aussehen?

Antwort
von Skinman, 54

Es wird noch zu ganz anderen unintendierten Effekten kommen, weil das Gesetz einfach handwerklich hundsschlecht gemacht ist. Denn es ist reiner und ansonsten sinnloser politischer Aktionismus.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/rechtspolitik-sexualstrafr...

Kommentar von surfenohneende ,

Es wird noch zu ganz anderen unintendierten Effekten kommen, weil das Gesetz einfach handwerklich hundsschlecht gemacht ist. Denn es ist reiner und ansonsten sinnloser politischer Aktionismus.


JA, meine Rede ( auch in Antworten zu anderen Fragen zu diesem Unrechts- "Gesetz" )

Antwort
von deKlaus, 78

Das Justizministerium sollte ggfs. ein Formular zur Verfügung stellen, dass beide Mann und Frau vor Intimitäten unterschreiben und als beglaubigte Kopie beim Ministerium hinterlegen. Ironie beiseite. Glaubt irgendjemand, dass eine solche Gesetzesänderung eine positive Verbesserung für missbrauchte Frauen bringen könnte? In dubio pro reo wird immer mehr Gewicht haben, als eine nicht beweisbare Aussage eines Opfers.

Kommentar von linlin9090 ,

Das Justizministerium sollte ggfs. ein Formular zur Verfügung stellen, dass beide Mann und Frau vor Intimitäten unterschreiben und als beglaubigte Kopie beim Ministerium hinterlegen.

Der war gut!

Ich glaube aber nicht, dass in der Praxis echte Vorteile für missbrauchte Frauen (oder auch missbrauchte Männer) herausziehen lässt. Es kann sogar sein, dass die Beweislage noch komplizierter und weiter in die Länge hinausgezogen wird, so dass beide Seiten noch (und umso mehr das Opfer) darunter leiden muss.

Kommentar von deKlaus ,

wie gesagt, ich glaube natürlich auch nicht, dass das eine Verbesserung bringen würde.

Antwort
von voayager, 37

Der Sinn solch eines Gesetzes ist mehr im Moralischen und Psychologischen zu sehen, dient daher als ein Stück Pädagogik im günstigen Falle.

Für einige rachsüchtige Frauen ist es ein Art horrido und halali in einem, sofern die Konstellationen für sie günstig sind.

Antwort
von Suboptimierer, 56

Mich wundert es, dass Frauen bald extra nein sagen müssen. Vergewaltigung bedarf kein "nein". Man denke an die ganzen Opfer von KO-Tropfen.

Kommentar von DottorePsycho ,

Bei Opfern von KO-Tropfen besteht die Strafbarkeit ohnehin.

Dass das "Nein" schon genügen soll, wird die strafrechtlichen Möglichkeiten erweitern, nicht reduzieren.

Kommentar von Suboptimierer ,

Dann wird anscheinend wirklich nur eine Lücke geschlossen.

Wie ist der Stand heute?

  • KO-Tropfen → strafbar
  • "nein" → nicht strafbar
  • Versuch der Gegenwehr → strafbar

Ist das so grob richtig?

Dann sollte "nein" natürlich auch zur Strafbarkeit führen.

Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass um gegen den Willen zu handeln, kein "nein" erforderlich ist. Ich finde es also seltsam, dass "nein" nicht schon immer als "nein" gezählt hat.

Ist man davon ausgegangen, dass jemand, der "nein" sagt, es eigentlich dennoch will?

Kommentar von DottorePsycho ,

Es ist verdammt kompliziert. Und es wäre anmaßend von mir, zu glauben, ich könnte das jemandem vollumfänglich klarmachen. .-))

Ich finde den Artikel recht hilfreich, der bei der Antwort von skinman gepostet wurde:

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-06/rechtspolitik-sexualstrafr...

Antwort
von barfussjim, 88

Sehr fraglich, was das neue Gesetz bewirken soll. Solange keine Zeugen beim Sexualkontakt anwesend sind, steht im Zweifelsfall Aussage gegen Aussage, es sei denn das "Nein" wurde per Tonaufnahme mitgeschnitten - was aber in der Praxis wohl kaum vorkommen dürfte.

Außerdem kommt es auf den Kontext an, in dem das "Nein" geäußert wurde. Wer massiv bedroht, überrumpelt und eingeschüchtert wird, bekommt kein "Nein" über die Lippen und sagt u. U. aus Angst "Ja" um am Leben zu bleiben. Ebenso muss ein "Nein" nicht endgültig sein. Es kann ebenso scherzhaft und neckisch gemeint sein, von einem Lachen begleitet werden oder später revidiert werden.

Ob eine Vergewaltigung vorliegt oder nicht, kann nicht an einer Lautäußerung festgemacht werden, sondern ist vom Willen des / der Betroffenen in der jeweiligen Situation abhängig. Diese Frage muss vor Gericht geklärt werden. Die bestehende Gesetzgebung ist dafür ausreichend einen Täter auch dann wegen Vergewaltigung  zu verurteilen, wenn das Opfer zu keiner körperlichen Gegenwehr fähig war. Die Gesetzesnovelle ist deswegen m. E. überflüssig.


Kommentar von CaptnCaptn ,

Zum Thema Kontext, man stelle sich einfach vor die zwei machen ein Rollenspiel bei dem ein solches "Nein" dazugehört...

Ich finde das Gesetz ist nicht ganz ausgereift.

Antwort
von robi187, 113

nein ist nein = wie krank ist das gegenteil?

es macht doch absolut keinen spass wenn nicht beide das gleiche wollen?

es ist doch krankhaft jemaden seine lust aufs auge zu dürcken wollen?

und ob mehr oder weniger verurteilt werden ist schnuppe denn die richter wissen schon was sie tun und man kann auch das urteil überprüfen lassen?

auch die grundeinstellung nein ist nein kann man schnell hinterfragen und eine starke vermutung haben?

also nicht jede frau die in rock oder gar mini rock oder bekini trägt ist ein objekt? das hat was mit anstand zu tun? das sind unser trationen? und wer durch mittelatliche denke das nicht aushalten kann darf sich nicht wundern wenn der staatsanwalt fragen stellt?

Kommentar von linlin9090 ,

Grundsätzlich stimme ich zu, ,,nein = nein". Aber was ich meine ist, inwiefern man ein ,,Nein" auslegen kann und ob es nicht ein Totschlagargument ist, welche man missbraucht, um Nutzen daraus zu ziehen.

Ich stelle mir vor, eine Frau lockt einen reichen Mann in eine Situation, wo beide einvernehmlichen Geschlechtsverkehr haben, und danach zeigt sie ihn an, dann steht Aussage gegen Aussage, sie behauptet, sie hätte ,,Nein" gesagt - Ende der Diskussion, Geldstrafe gegen den Täter.

Kommentar von robi187 ,

ja kann sein wenn man mit oberflächliche beziehungen pflegt?

aber wie gesagt die justiz sehr hellhörig? wer braucht mehr schutz?

die viele häusliche gewalt? und so wenig frauenhäuser? man könnte ja auch viel mehr frauenhäußer bauen?

wie auch immer bisher brauchen mehr frauen schutz? ich wundere mich wieviel für sprecher für wen gibt?

Kommentar von Ursusmaritimus ,

....und es gibt keinesfalls Frauen welche häusliche Gewalt, Frauenhäuser, geschlechtliche Disposition etc. nutzen um ihren Gewinn/Position gegenüber dem Mann zu verbessern?

Wo bleibt hier der Schutz des Mannes?

Kommentar von linlin9090 ,

Ob der Mann solche oberflächlichen Beziehungen pflegt oder nicht, ist wieder eine andere Sache. Es geht darum, dass dies gesetzlich prinzipiell möglich wäre. Auch der Mann ist letzlich ein Mensch und leistet sich Fehler, ja. Aber aus Fehlern lernen wir alle. Für wem es mehr Fürsprecher gibt, das ist viel zu demokratisch gedacht, heisst es, dass dann die Minderheit weniger rechtlichen Schutz erhalten sollte?

Kommentar von robi187 ,

natürlich vor dem§ alle gleich? aber meinte bezogen auf die notwentigkeit was zu ändern ist einfach mehr für frauen zu sorgen oder einfach mehr frauenhäuser (dort bekommen die frauen viel unterstützung?) erreichten und nicht abbauen wollen? oder gibt es 2016 mehr oder weniger frauenhäuser oder das geld dazu?

Kommentar von Paguangare ,

Ein Prozess wegen eines Sexualdelikts ist für das Opfer eine derart unangenehme Angelegenheit, dass nur sehr wenige Frauen es tatsächlich darauf anlegen würden, so etwas durchzumachen, nur um vielleicht ein Schmerzensgeld zu erzielen.

Würde ein Täter zu einer Geldstrafe verurteilt, dann ginge das Geld sowieso nicht an das Opfer. Ich denke, Schmerzensgeld müsste man im Anschluss an einen Strafprozess noch zivilrechtlich einklagen.

Ein Motiv, um einen Mann fälschlich wegen eines Sexualdelikts vor Gericht zu bringen, wäre eher eine krankhafte Psyche der Frau oder persönliche Rache aufgrund einer langen Vorgeschichte zwischen den beiden.

Kommentar von robi187 ,

das war bisher so und auch das könnte verschäft werden?

nein ist nein = basta?

es ist eine total un-sitte wie mache gruppen von menschen ihre macht ansprüche leben wollen?

z.b. wer eine fremde frau an bestimmte stellen ohne sie zu fragen berüht soll die rote karte bekommen?

Kommentar von Wischkraft1 ,

nein ist nein = basta?

Eine Frau will doch umworben werden, darf  nicht gleich bei der ersten Avance Ja, sagen, das ziemt sich nicht. Also sagt sie nein, winkt aber mit den Augen ein Ja.

Und jetzt?

Kommentar von Dahika ,

das ist eine Männerphantasie. Eine Frau sagt nicht Nein, wenn sie ja meint.

Kommentar von linlin9090 ,

,,unangenehme Angelegenheit, dass nur sehr wenige Frauen es tatsächlich darauf anlegen würden, so etwas durchzumachen, nur um vielleicht ein Schmerzensgeld zu erzielen."

Darauf würde ich meine Hand nicht ins Feuer legen, denn wir Frauen haben eine ,,gold digger" Natur, so dass uns manchmal jegliche Schmach so ziemlich egal wäre, wenn wir mit der fette Beute den Saal verlassen.

Kommentar von robi187 ,

hat sex nicht was mit vertauen zu tun? sich an-zu-vertauen? wo mißtrauen ist sollte man die finger davon lassen?

Kommentar von linlin9090 ,

Dass Geschlechtsverkehr fundamental auf Vertrauen basieren muss, existiert meiner Meinung nach in einer Welt, in der es nur Regenbogen und Sonnenschein gibt, aber Realität ist nicht so. Man kann auch gut Vertrauen vorspielen, um am Schluss das Vertrauen des Gegenübers zu brechen.

Kommentar von robi187 ,

also lassen wir alles beim alten und wieviel % der frauen (bei männer gibt es keine angaben) haben erfahrung mit übergriffe? selbst am arbeitsplatz?

soll das so weiter gehen?

Kommentar von linlin9090 ,

Ich stimme Ihnen zu, dass hier eine Notwendigkeitzur Verbesserung des Schutzes der Frauen besteht, da spreche ich als Frau auch für mich selbst, aber dadurch verschieben sich wieder die Gleichheits- und Gerechtigkeitsverhältnisse. Am Ende kann die neue Reform auch vorteilhaft für den Mann auswirken: Nach dem einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zeigt der Mann die Frau sofort an und sagt, er hätte es nicht gewollt, die Frau hätte ihn dazu gezwungen, bevor die Frau ihn erpressen kann, um finanzielle Entschädigung zu erhalten. Was die Glaubhaftigkeit eines solchen Falles anbelangt, fraglich, aber nicht unmöglich. Führt aber eine solche Reform ultimativ aber nicht dazu, dass Geschlechtsverkehr und Liebe soweit geht, dass man alles anzweifeln muss? Wenn alles auf Misstrauen basiert, dann gute Nacht.

Kommentar von robi187 ,

es gibt männer die haben absolut keine probleme damit? könnte das zufall sein? oder sind diese sehr vertauenswürdig?

in einer beziehung sollte geben und nehmen immer ca ausgeglichen sein? dann werden keine grosse grenzüberschreitungen statt finden?

Kommentar von surfenohneende ,

Ein Motiv, um einen Mann fälschlich wegen eines Sexualdelikts vor Gericht zu bringen, wäre eher eine krankhafte Psyche der Frau oder persönliche Rache aufgrund einer langen Vorgeschichte zwischen den beiden.


ist schon passiert & wird noch viel schlimmer ...

auch bei nicht Sexuellen Sachen gab es so Etwas wie z.B. Fall Gustl Mollath wo seine (Verbrecher- ) Frau ihn komplett entrechtet & ausgeraubt hat https://www.youtube.com/watch?v=nXRXWyOy9pk

Falsche Beschuldigung Sexuellen Missbrauchs sogar noch nach Geltendem Un-"Recht", Fall Siegfried Mauser

http://www.zeit.de/2016/28/sexualstrafrecht-verschaerfung-kritik/komplettansicht

via https://blog.fefe.de/?ts=a9891786

Kommentar von surfenohneende ,

Ich stelle mir vor, eine Frau lockt einen reichen Mann in eine
Situation, wo beide einvernehmlichen Geschlechtsverkehr haben, und danach zeigt sie ihn an, dann steht Aussage gegen Aussage, sie behauptet, sie hätte ,,Nein" gesagt - Ende der Diskussion, Geldstrafe gegen den Täter.


Genau so oder Schlimmer ( Erpressung ) wird es auch kommen

Kommentar von robi187 ,

wer sind denn die krabscher? oder gibt es viele krabscherinnen?

also schon da gehört eine masive strafe? natürlich kann es auch mal verdreht werden? aber es gibt ein rechtssystem?

Kommentar von surfenohneende ,

Weibliche Grapscherinnen werden in der Regel von Männern nicht angezeigt, u.A. weil es auch in DE auch heute noch als Peinliche Schade für einen Mann gilt ... das primitive 19. Jh ist scheinbar nicht tot zu kriegen

Antwort
von LordPhantom, 56

Möglich ist es

Antwort
von atzef, 32

Diese Behauptung aus der Frage wird wie begründet???

Die Neuregelung ist gut, richtig und sinnvoll, weil sie zunächst einmal im öffentlichen Diskurs unmissverständlich verdeutlicht, dass eine Vergewaltigung vorliegt, wenn das Opfer nicht freiwillig in sexuelle Handlungen eingewilligt, sondern sie abgelehnt hat. Fortfolgend muss sich das Opfer also nicht mehr halb totprügeln lassen, um auf eine Verfolgbarkeit der Vergewaltigung hoffen zu dürfen.

Kommentar von linlin9090 ,

Diskussion mitverfolgen, dann erübrigt sich die Frage nach dem Sinn bzw. Unsinn dieses Themas.

Antwort
von Kenfmisttoll, 49

Müssten sich Frauen nicht genauso viel sorgen machen, dass der Mann nach dem Sex plötzlich sagt, dass alles nicht einvernehmlich war?

Kommentar von linlin9090 ,

Das ist der Punkt! Ich habe das Gefühl, die Befürworter dieser Reform möchten lediglich Prinzipien durchsetzen, bedenken aber dabei die praktischen Konsequenzen in der Realität nicht.

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