heckym am 19.08.2008 um 11:57 Uhr
Kann man sich diese negativen Eigenschaften abgewöhnen, oder sind Charaktereigenschaften dieser Art manchmal nicht mehr zu ändern. Welche pädagogischen Tipps hättet ihr für mich als Mutter, deren Tochter (12) häufig ein starkes neidisches Verhalten gegenüber anderen Familienmitgliedern, aber auch anderen Personen und sogar deren Lebenssituationen anzeigt? Ich bin in solchen Momenten (leider verbunden mit Streit und Vorwürfen ihrerseits) rat- und sprachlos. Vielen Dank für eure Antworten. LG
Hat die Tochter Geschwister? Beneidet Sie die in erster Linie?
Bei mehreren Geschwistern wäre wichtig, klare Regeln zu haben, wann und warum jemand etwas bekommt. Für Deine Tochter wäre es wahrscheinlich schlimm, wenn die Eltern nach Tageslaune entscheiden, ob sie ihr oder ihren Geschwistern Geld für Anschaffungen geben oder bestimmte Sachen erlauben. Eine stichhaltige Begründung und Gleichbehandlung aller Kinder seitens der Eltern ist sehr wichtig.

Vorbilder prägen natürlich. Und Vorbilder sind natürlich nicht nur die Eltern. Neid bedeutet ja, dass man dem anderen etwas nicht gönnt. Das ist Deiner Tochter vielleicht noch nicht so klar. Wäre sie wirklich glücklicher, wenn z.B. ihre Cousine keine Playstation hätte (nur so ein Beispiel!)? Oder geht es doch eher darum, dass sie auch eine will? Davon dass ihre Cousine keine hat, hat sie nämlich garnichts - das Teil wandert ja nicht dadurch automatisch in ihre Hände!
Leider sind die Medien und oft auch das Umfeld stark konsumorientiert eingestellt. Wer einige Zeit mit knappen Ressourcen zugebracht hat (Waldhütte, kein Strom, kein fließend Wasser, nur die notdürftigste Nahrungsversorgung z.B.), der lernt, wie unwichtig moderne Konsumgüter sind. Damit sinkt automatisch auch der Hang zum Neid. Vielleicht gibt es Freizeitangebote für Jugendliche, die so etwas vermitteln?
heckym am 19. August 2008 12:30 Es sind Konsumgüter, manchmal aber auch Aufmerksamkeiten, auf die sie neidisch ist.
CrazyDaisy am 19. August 2008 14:31 maganz hat schon guten Rat gegeben. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Einforderung von erhöhter Aufmerksamkeit aber auch ganz typisch zur Pubertät gehört.
Erinnern wir uns doch alle mal: In der Pubertät waren alle zu uns ungerecht. Keiner hat beachtet, dass wir doch eigentlich ganz toll sind. Keiner hat uns wirklich gemocht. Wir waren sooo alleine. Auf der einen Seite standen wir und auf der anderen Seite alle anderen.
Ich mache mich nicht über Pubertierende lustig. Denn egal wie die Situation wirklich ist: Für den Jugendlichen sind diese Gefühle (auch wenn sie objektiv gesehen, nicht berechtigt sind) die Realität. Es ist eine fürchterliche Zeit. Und alle dürfen drei Kreuze schlagen, wenn sie endlich vorbei ist!
Um was beneidet sie denn andere?? Das müsste man wissen um solche Fragen bentworten zu können
Denke, dass das Abgewöhnen der Missgunst nur mit Vormachen, Erfahren, und wertvollen, teils selbst erklärenden Hinweisen gut geht.
Vorher gut an sich selbst arbeiten und vorbereiten ?
Das fängt bei vielen kleinen Dingen mit guten Beispielen im täglichen Leben an.
Neid selbst, ist an und für sich nicht verkehrt, denn er spornt an ?
Das Problem ist die Missgunst.
heckym am 19. August 2008 12:37 >>Das Problem ist die Missgunst
Ich interpretiere es als solche.
mmh. also wahrscheinlich braucht sie einfach mal ein aha-erlebnis. dass das leben weitergeht, auch wenn sie nicht alles haben kann, was andere haben und dass sie auch daraus etwas positives ziehen kann (z.B. selbstständigkeit). sowas wird ihr allerdings später hoffentlich von selbst aufgehen. ansonsten würde ich dir auch raten, für sie da zu sein, ihr sachlich die situationen zu erklären und aber gleichzeitig konsequent zu sein. man kann eben nicht alles haben. und das muss ja auch das kleine frollein lernen! :) viel glück und liebe grüße
in dem man von Anfang an lernt, dass man nicht alles haben kann und auch gerne mal darauf verzichtet.
Die große Frage ist ja, WIE lernt bzw. vermittelt man das!
mit dem Wörtchen "nein", das geht nicht.

das hört sich nach verlustängsten an. die hat jeder mensch. manche nur etwas ausgeprägter. ich würde vorschlagen, eine erhöhte portion zuwendung. 3 X täglich, 2 gehäufte teelöffel:-) nicht verwöhnen, aber eben sagen/zeigen , wie lieb man sie hat
heckym am 19. August 2008 12:33 Ich bemühe mich sehr, aber reich ich ihr den kleinen Finger, manchmal dann auch die ganze Hand, läßt sie bestimmt nicht mehr los!!

VIELEN DANK AN ALLE!!!!!
Ich weiß, ich soll meine eigennen Fragen nicht beantworten. Aber mit dem Kommentieren komm ich nicht nach, ihr habt tolle Antworten und Tipps gegeben.
Ich habe ziemliche Schwierigkeiten mich hier schriftlich so auszudrücken, wie ich es gerne möchte, also sorry, an die, die keinen Kommentar bekommen haben. das Ganze wird mir zu komplex. (Ich heule hier gleich)
Tschau und Liebe Grüße
Wenn Begründung und Gleichbehandlung gegeben sind, dann konsequent sein und sich nicht "erweichen" lassen, sondern vielmehr auf die Gefühlsebene der Tochter eingehen. Warum fühlt sie sich schlecht? Neid setzt ja voraus, dass man selbst mit seiner Situation nicht zufrieden ist, vielleicht mit der familiären Situation insgesamt und nicht mit dem konkreten Streitpunkt. Der kann nur Vorwand sein, um seine generelle Unzufriedenheit auszudrücken.
Wir haben auch einnen 15 jäh Sohn, der früher viel Aufmerksamkeit mit seinem Verhalten erfordert hat. Das es da wohl Zusammenhänge gibt, denk ich auch. Ist er nicht zuhaus (wie jetzt in den Ferien gelegentlich) genießt sie natürl die Zeit mit mir. Gestern war ihr Bruder 3 Min zuhause und der erste Konflikt war da, weil er mir kurz von seinen Erlebnissen berichten wollte. es sind zig verschieden Situationen, seien es Aufmerksamkeiten, die sie einfordert, oder "Wertvolles", Besitztum. Oder die eine Freundin spielt mit der anderen, ohne das sie miteinbezogen wird.
Ich glaub, das alles ist für diese Plattform zu umfangreich.
Vielen Dank und LG zurück
Na ja, es könnte sich darauf reduzieren, dass sie beim älteren Bruder das Gefühl bekommen hat (ob zu Recht oder zu Unrecht), zu kurz zu kommen und das nun auch auf's Materielle überträgt und dass sie "gelernt" hat, dass man sich so verhalten muss, um Zuwendung zu bekommen. Ich würde ihr einerseits klar machen, dass dieses Verhalten bei Dir nicht zu Verständnis und Zuwendung führt, ihr andererseits aber viel Aufmerksamkeit schenken.
Geb ich dir Recht, es war in der Vergangenheit bestimmt auch manchmal einseitig. Was sich im Alltag mE nicht immer vermeiden läßt. Ich habe mich doch aber bemüht, gerecht zu sein.
Genau das kannst Du ihr auch bei Gelegenheit erklären. Eltern sind auch nur Menschen!