Frage von tacoshy90, 41

Nebenwirkungen durch Risperdal und Arzt glaubt nicht daran. was tun?

Ich nehme seit ein paar Monaten Risperdal 2mg. Seit 3-4 Monaten habe ich Nebenwirkungen endeckt die auf dem Beipackzettel stehen.

http://www.apotheken-umschau.de/Medikamente/Beipackzettel/Risperdal-2mg-1816146....

  1. durchschlafstörung
  2. generelle Müdigkeit
  3. Gewichtszunahme 14Kg in 5 Monaten, 72Kg bei 167cm (Ich esse am Tag 2 Käsebrötchen und ein halbes Patientenessen im Krankenhaus. Abends gar nichts).
  4. Blutarmut (MCV: 74, MCH: 24, MCHC: 32, Eisen 85)
  5. Allergisches Asthma (IgE: 1557, Asthma positive LuFu)

Und ganz nebenbei ein erhöhten GPT-Wert von 54 der Laut Hausärtzin höchstwahrscheinlich von dem Medikament.

Mein Psychater allerdings glaubt nur das die durchschlafschwierigkeiten von dem Medikament kommen können. An den Rest glaubt er nicht. Er sagt das wäre unmöglich auch wenn es auf dem Beipackzettel steht.

Hat er mit dem Recht oder lohnt es sich einen anderen Psychater zu suchen?

Antwort
von samm1917, 1

schau mal hier: http://deprimed.de/risperidon/

sind alle nebenwirkungen nach wissenschaftlichen studien bzw. häufigkeit geordnet.

zu deiner frage: wenn man von den fachinformationen (welche du unter der obrigen adresse findest) ausgeht dann...

  1. schlafstörungen sind bei sehr häufig (über 10% der Studienteilnehmer/innen) aufgeführt.
  2. müdigkeit bei häufig (1-10%)
  3. gewichtszunahme ebenfalls bei häufig (1-10%)
  4. blutwert-probleme (vor allem hyperprolaktinämie) ebenfalls bei häufig und
  5. allergisches asthma ist nicht aufgeführt.

sprich deinen psychiater mal darauf an, er soll die nebenwirkungen druchlesen.

Antwort
von Dxmklvw, 12

Alles hat Nebenwirkungen, selbst ganz normale Ernährung. Auf dem Beipackzettel von Medikamenten steht immer nur das, was 1. häufig beobachtet wird, und 2. was dem Hersteller im Klagefall Ärger einbringen könnte.

Wer ohnehin schon ein einer Krankheit leidet, beobachtet sich selbst oftmals auch übergründlich, was manchmal dazu führen kann, daß man etwas Belangloses für etwas ganz Schlimmes hält. Beobachtet man Nebenwirkungen eines Medikaments, dann sollte man sich ganz sicher sein, daß es auch wirklich das ist, für das man es hält. Ein Arzt bzw. Psychiater, der sich solche Besorgnisse abwimmelt, ist dann nicht sehr hilfreich.

Risperdal ist so etwas wie mit dem Schrotgewehr auf ein Scheunentor schießen, um eine dort sitztende Fliege zu treffen. Manchmal ist es sehr nützlich, aber in manchen anderen Fällen auch sehr überflüssig, und auf Nebenwirkungen beruhende lebenslange Schäden werden in einigen Kreisen diskutiert (einfach mal googeln, da findet man sehr interessante Ansichten).

Den Psychiater wechseln kann Sinn machen, aber meistens nur dann, wenn dem neuen Psychiater nicht die "Diagnosen und Therapien" seines Vorgängers zur Verfügung stehen. Dies hätte aber gleichzeitig den großen Nachteil, daß erst einmal alle nötigen Voruntersuchungen erneut stattfinden.

Dennoch kann ein solcher Schritt überwiegend nützlich sein, wenn es sich beim bisherigen behandelnden Psychiater um jemanden handelt, der auf dem Standpunkt steht "das habe ich immer so gemacht, basta", weil ein solcher Standpunkt dem entspricht, als wenn ein Friseur auch jemandem mit Vollglatze die Haare einfärben will, weil er "schon immer" seinen Kunden die Haare eingefärbt hat.

Kommentar von Chillersun03 ,

Beipackzettel von Medikamenten steht immer nur das, was 1. häufig beobachtet wird, und

Im Beipackzettel stehen alle NW die auch nur irgendwie in Studien statistisch aufgetreten sind, und nicht nur solche die häufig auftreten, gerade um alle möglichen Schadensfälle auszuschließen. So dumm wäre kein Hersteller eine mögliche NW nicht anzugeben!

Kommentar von Dxmklvw ,

Na ja, auf eine Warnung, daß es zu Verletzungen führen kann, wenn man sich bei der Einnahme der Tablette auf die Zunge beißt, wird der Hersteller bezüglich Deutschland sicher verzichten. Schließlich sind wir ja nicht die USA.

Antwort
von Wonnepoppen, 9

Hast du sie nur entdeckt, oder leidest du darunter?

das ist ein großer Unterschied!

Nebenwirkungen müssen angegeben werden, ob sie zu treffen  ist etwas anderes, deshalb steht ja auch dabei :"oft, selten"usw.!

Antwort
von reginarumbach, 15

es lohnt sich einen anderen aufzusuchen.

die gewichtszunahme ist definitiv keine glaubenssache. viele menschen, die neuroleptika oder antidepressiva zu sich nehmen müssen, kennen das mit der gewichtszunahme nur zu gut. das wird auch noch mehr werden. du kannst versuchen noch ein bißchen durchzuhalten damit oder die dosierung in absprache anders zu wählen, aber letztendlich wird dir nur eine zweite meinung klarheit verschaffen.

erfahrungsgemäß muss man sehr hartnäckig für eine medikamentenumstellung kämpfen und den arzt immer wieder damit nerven, vorher ändern die nix. viel erfolg dir also!

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