Frage von Nicole1403, 108

Nebenkostenabrechnung zu hoch kann ich dagegen angehen und mich weigern zu zahlen und eine neue Abrechnung verlangen?

Ich habe meine Abrechnung bekommen und soll nun für 61 Tage die ich in der Wohnung gewohnt habe fast 400 Euro nachzahlen und wurde von 135 Euro Nebenkosten auf 274 Euro hochgestuft. Die Hausverwaltung meint, das die Heizung zu meinem Einzug nicht abgelesen wurde und sie nun nach den gesetzlichen Vorschriften berechnet haben. Das ergibt nun einen Verbrauch von angeblichen 3142 Einheiten für diese 61 Tage.

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Antwort
von schleudermaxe, 27

Das hört sich ja wirklich komisch an, nur, wieso ist sie zu hoch? Welcher Vergleichsbetrag steht denn zur Verfügung?

Eine Wärmeßdienst darf schon die Werte der Wohnung aufteilen. Es werden dabei sogar die Kosten und Lasten für eine Zwischenablesung von oft 100 EUR eingespart.

Und 3142 Einheiten für 61 Tage bedeutet dann ja auch für den Vormieter die restlichen Einheiten der Abrechnungsperiode. Wie hoch sind denn die?

Antwort
von anitari, 55

Wohnung gewohnt habe fast 400 Euro nachzahlen und wurde von 135 Euro Nebenkosten auf 274 Euro hochgestuft.

Das ist schon mal unzulässig. Bei einer Nachzahlung darf die neue Vorauszahlung um maximal 1/12 des Nachzahlungsbetrages erhöht werden. Wären hier 33,33 € monatlich.

Du bist als Mieter berechtigt die Vorauszahlungen nach einer Abrechnung selbst anzupassen.

Teile also dem Vermieter in Textform mit das Du ab Monat ... 168 € monatliche Vorauszahlungen leistest.

Ich vermute mal Dein Nutzungsgerecht waren die Monate November und Dezember. Das es da zu einer Nachzahlung kommt ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Denn in den Heizmonaten sind die tatsächlichen Heizkosten 2 - 3 x so hoch wir die gezahlten.

Wie groß ist denn die Wohnung?

Möglicherweise waren die Vorauszahlungen auch schlicht zu gering veranschlagt.

Kommentar von Nicole1403 ,

Die Wohnung ist 55 qm und ich bin dreiviertel des Tages nicht zu Hause und ich habe niemals soviele Einheiten verbraucht. Das hab ich sonst aufs Jahr als ich noch mit meinem Sohn zusammenlebte und die höchste Nachzahlung die ich je hatte, waren 150 Euro. Nun bin ich allein und wie gesagt, bin ich dreiviertel des Tages nicht zu Hause und ich sah, als wir die Wohnung besichtigten, das die Heizungen vom Makler runtergedreht wurden. Somit müssen sie das ganze Jahr über gelaufen sein, kann das natürlich nicht nachweisen. Die ganze Abrechnung erscheint mir, als hätten sie mich aufs ganze Jahr berechnet.

Kommentar von anitari ,

Du kannst Die jetzige Wohnung und die Nebenkosten nicht miteinander vergleichen. Besonders hinsichtlich der Heizkosten. Lage der Wohnung in Haus, Dämmung oder nicht, Art der Heizung (Zentralheizung im Haus oder Fernwärme) etc. spielen das eine nicht unwesentliche Rolle. Ist auch die Warmwasseraufbereitung dabei kann das schon mal 1,50 € pro m² und mehr monatlich ausmachen.

Bei Fernwärme sogar um 2 €.

Ein weiterer Punkt den Du nicht mit anderen Wohnungen vergleichen kannst sind die Nebenkostenarten. Hausmeister, Treppenhausreinigung und Gartenpflege z. B., was in den NK der anderen Wohnungen nicht enthalten war, können schon einiges ausmachen.

Aber wie schon geschrieben, gegen die  Erhöhung der Vorauszahlungen um 100 %  kannst selbst was machen.

Ansonsten Rate ich die Abrechnung fachlich prüfen zu lassen.

Antwort
von Centario, 67

So wie das ist versuchen nur eine anteilige Abrechnung zu bekommen. Die Rechtslage lieber beim Mieterbund klären

Antwort
von isomatte, 33

@ anitari hat ja schon einen großen Teil deiner Frage beantwortet !

Ich wollte nur noch etwas dazu fügen,wenn du die Aussage von der Hausverwaltung hast das die Zählerstände bei Einzug nicht abgelesen worden und du das auch nicht selber vorgenommen hast,dann muss doch aber ein letzter Verbrauch deines Vorgängers existieren,denn dieser wird ja eine Abrechnung vom Vermieter bekommen haben.

Dann sollte doch leicht zu beweisen sein das du innerhalb von 61 Tagen nicht so einen Verbrauch haben konntest,denn da sollten ja Zählerstände vom Ablesen noch vorhanden sein.

Das sollte dann auch der Hausverwaltung / Vermieter klar sein,dass du selbst bei max. Auslastung der Heizung in diesen 61 Tagen x 24 Stunden keine 3142 Einheiten verbraucht haben kannst.

Aber das mit der Nachzahlung kann schon hin kommen,denn wenn du erst 135 € gezahlt hast und das über 61 Tage,dann kannst du ja nur für 2 Monate einen Abschlag von gesamt 270 € gezahlt haben und in diesen 2 Monaten ( November / Dezember ) verbraucht man nun mal allgemein mehr als in anderen Monaten.

Kommentar von Nicole1403 ,

kann sicher passieren, aber ich denke nicht, das es sich dann dabei auf 400 euro beläuft, das ist utopisch. ja ich werde auch nachhaken wegen der letzten abrechnung vom vormieter. ja und das man in den zwei monaten mehr verbraucht, ist mir ja bewusst. nur wie gesagt, 400 euro erscheinen mir masslos übertrieben. da ich ja dreiviertel des tages arbeiten bin und nachts die heizungen auf minium stelle.

Kommentar von isomatte ,

Wie gesagt,frage da nach und lasse die Abrechnung ggf.noch einmal von Fachkundigen prüfen !

Das mag schon auf den ersten Blick etwas viel sein,aber mit deinen Vorauszahlungen bzw.deinen beiden Abschlägen würdest du mit der Nachzahlung auf insgesamt 670 € für diese 2 Monate kommen.

Du musst aber bedenken das du sicher in diesem Abschlag auch einen Grundbetrag hast,der hier immer anfällt egal ob du Verbrauch hast oder nicht ( der liegt bei mir bei 30 % ) und dir fehlen die Vorauszahlungen / Abschläge von 10 Monaten,die deine Nachzahlung dann ggf.auf Null gebracht hätten,weil du in den übrigen Monaten ein Guthaben angespart hättest,was hier aber dann leider fehlt.

Antwort
von Nashota, 68

Gibt es kein Übernahmeprotokoll? Ist das deine erste Wohnung?

Diese "gesetzlich vorgeschriebene" Rechnung solltest du dir vorrechnen lassen.

Kommentar von Nicole1403 ,

Nein ist nicht meine erste Wohnung. Hatte schon vorher. Und nicht mal da aufs Jahr gerechnet solch hohe Summen an Nachzahlungen. Ja das werd ich auch und solang das nicht geklärt ist, werde ich denen die Einzugsermächtigung entziehen und die höhe der Miete überweisen, die ich bislang gezahlt hab. Bin nicht gewillt die Kosten meiner Vorgänger zu übernehmen.

Kommentar von Nashota ,

Wenn das nicht deine erste Wohnung ist, solltest du aber wissen, dass es ein Übergabeprotokoll geben muss, wo auch die Heiz-und Wasserstände vermerkt sind. Selbst abgelesen hast du die wohl auch nicht?

Antwort
von peterobm, 57

Die Hausverwaltung meint, das die Heizung zu meinem Einzug nicht abgelesen wurde

das ist nicht dein Problem, verlange die Einsichtnahme der Abrechnungen. Das steht dir zu.

Antwort
von Tomdom, 60

Ja klar kannst du dich dagegen wären überprüfe doch einfach deinen Heizzähler und Vergleich diese Angaben dann mit deiner Abrechnung dann wirst du sehen ob du zu viel bezahlen musstest

Kommentar von Nicole1403 ,

Das problem ist, das im Übernahmeprotokoll der Zählerstand nicht aufgenommen wurde und das sagte mir auch die von der Hausverwaltung. Und jetzt sind die von einem x bestand ausgegangen, den ich nicht nachvollziehen kann. Gehe davon aus, das aus irgendeiner vorangegangenen Abrechnung ausgegangen und ich aufs ganze Jahr berechnet wurde. Die Wohnung stand wohl auch eine ganze Weile leer. Ich erinner mich auch, das die Heizungen bei der Besichtigung angestellt waren und der Makler sie runterdrehte in meinem Beisein...

Antwort
von MaryJane3101, 32

Wenn du eine Rechtsschutzversicherung hast, geh mit deinem Anliegen zum Anwalt! Der kümmert sich darum. Bloß leider kann man sich den Anwalt ohne diese Versicherung kaum noch leisten.

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