Frage von Maurus85, 46

Nebenkostenabrechnung ist teilweise falsch! Muss ich trotzdem zahlen?

Nochmal im Detail:

Habe Anfang September eine Betriebskostenabrechnung erhalten, die einen Nachzahlbetrag enthält. Ich habe nicht bezahlt. Daraufhin erhielt ich im November eine Mahnung. Letzte Zahlfrist ist der 15.12.

Die Rechnung enthält eine falsche Quadratmeterzahl. Im Mietvertrag steht 26m². Berechnet wurden 27,06.

Kann man die Rechnung dann anfechten und den Zahlprozess zunächst aufschieben?

Des Weiteren hätte ich gerne Einsicht in die Originalrechnungen der Stadt und des Hausmeisters etc. Ist auch hier Zahlaufschub möglich?

Danke euch für Tipps!

Antwort
von bwhoch2, 41

Der erste Fehler ist, dass im Mietvertrag überhaupt eine m²-Zahl steht. Diesen Fehler hat aber der Vermieter gemacht. Der zweite Fehler ist, dass Du Dir jetzt erst Gedanken machst. Du hättest sofort anfechten müssen und spätestens nach 30 Tagen bezahlen.

Nun würde ich an Deiner Stelle schnell bezahlen und ruhig auf den Überweisungsträger "unter Vorbehalt" schreiben. Dann hast Du zumindest das Damoklesschwert eines evtl. gerichtlichen Mahnverfahrens + möglicherweise fristlosen Kündigung vom Hals. Aufschieben wegen einer evtl. Reklamation kannst Du nun nicht mehr.

Einsicht in die Originalrechnung kannst Du haben, aber für Zahlungsaufschub ist es zu spät.

Aber glaubst Du im Ernst, die abweichende m²-Zahl spielt eine Rolle? Ich nehme an, es handelt sich um ein 1-Zimmer-Appartement in einer größeren Wohnanlage. Die Auswirkung auf die Nebenkosten von 1 m² weniger sind kaum spürbar. Bei Dir würde das wohl deutlich weniger als 4 % ausmachen.

Im Mietvertrag hat der Vermieter vorsichtshalber nur 26 m² angegeben. Warum auch immer. Vermutlich werden aus allen Plänen, die der Hausverwaltung vorliegen 27,06 m² hervorgehen. Was im Mietvertrag steht, wird die HV wenig interessieren, wenn man Dir nachweist, dass Deine Wohnfläche tatsächlich 27,06 m² beträgt.

Es kann passieren, dass man Deine Wohnung nochmal genau nachmisst, evt. Balkon berücksichtigt und auch Dachschrägen und dann zu einem Ergebnis kommt, das Dich noch weniger freut. Vielleicht kommen plötzlich 28 oder 29 m² raus. Lohnt es sich wirklich, wegen dieser Abweichung zu reklamieren?

Bei der Grundsteuer und bei den Hausmeisterrechnungen wird vermutlich auch alles korrekt sein.

Nachzahlungen sind was ganz normales. Wenn es deutliche Abweichungen gibt, dann meist im Bereich der Heizkosten und da auch eher im Verbrauch als aufgrund einer falschen Flächenangabe.

Antwort
von schleudermaxe, 27

... eine Rechnung ist fällig, wenn sie denn ordnungsgemäß ist und keine inhaltlichen Fehler beinhaltet, so jedenfalls die Gerichte hier bei uns und auch der BGH. Der Mieter sollte also die Rechnung rügen und somit dem Vermieter die Möglichkeit einer Korrektur zu ermöglichen. Eine Kontrolle der Rechnungsaussteller hat ein Mieter meist nicht, da muß schon etwas heftiger begründet werden. Viel Glück. Merke: ... eine Verteilung fiktiver Kosten und Lasten in der Kostenstelle Hausmeister ist ausdrücklich möglich (also auch ohne jedwede Rechnung), so jedenfalls der BGH.

Antwort
von anitari, 24

Im Mietvertrag steht 26m². Berechnet wurden 27,06.

Die Differenz ist unbedeutend.

Habe Anfang September eine Betriebskostenabrechnung erhalten, die einen Nachzahlbetrag enthält. Ich habe nicht bezahlt. Daraufhin erhielt ich im November eine Mahnung. Letzte Zahlfrist ist der 15.12.

Die erste Prüfungsfrist von einem Monat hat Du schon mal ohne jede Reaktion verstreichen lassen.

Jetzt, nach mehr als 3 Monaten, auf ein mal fallen Dir Deine Rechte ein.

Antwort
von wiki01, 30

Kann man die Rechnung dann anfechten

Ja, das kann man.

den Zahlprozess zunächst aufschieben?

Das kann man, ist aber nicht statthaft. Sobald eine Rechnung erstellt wird, bist du säumig. Deshalb sind auch Mahnungen ergangen. Der richtige Weg wäre, den Betrag mit dem Vermerk "Unter Vorbehalt" zu bezahlen, und dann auf den Fehler hinweisen.

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