Frage von SimmeGo, 119

Nebenkostenabrechnung extrem hoch - woran kann es liegen?

Hallo liebe Community,

Ich habe eine Frage zu meiner Nebenkostenabrechnung. Die ist jetzt reingekommen für den Zeitraum von 01.01.16-31.04.16. Wir müssen ca. 290€ nachzahlen. Mir ist bewusst, dass wir im Sommer davor nichts angespart haben (weil wir erst zum 01.01. den Mietvertrag haben) und es deshalb ganz normal ist, wenn man was nachzahlen muss. Das ist aber gar nicht so sehr mein Punkt. Ich habe mal ein bisschen mit einer Nebenkostenabrechnung aus unserer letzten Wohnung verglichen. Wenn man die Gradtage als Bemessungsgrundlage nimmt, sind die Heizkosten kaum höher als in der alten Wohnung.

Ich habe nun mal den Wasserverbrauch angeschaut: Beide Abrechnungen umfassen einen ähnlichen Zeitraum, in der alten Wohnung haben wir etwa 3 1/2 Monate gewohnt, als die Abrechnung kam (also schätzungsweise 17.9.-31.12.). Die Wassermenge betrug insgesamt 11,68 Kubikmeter. In der neuen Wohnung sind es für exakt 4 Monate 24,681 Kubikmeter. Das ist mehr als doppelt so viel. Da kann doch irgendetwas nicht stimmen.

Folgende Dinge könnten Ursache sein: Der Spülkasten unserer Toilette ist nicht ganz in Ordnung, sodass man immer mit dem gesamten Wasser des Spülkastens spült (der Vermieter weiß davon und hat versprochen, das Problem diesen Sommer zu beheben). Der andere Faktor könnte unser Geschirrspüler sein. Es ist ein anderer als in der alten Wohnung, aber die gleiche Größe (Breite 45cm). Die Spülmaschine läuft 2-3 Mal die Woche und braucht aus irgendeinem Grund ziemlich lang (im Kurzprogramm 2-3 Stunden). Aber auch wenn das Faktoren für einen höheren Wasserverbrauch sein könnten: Rechtfertigen diese einen so großen Unterschied?

Vielen Dank für eure Meinung!

Liebe Grüße,

SimmeGo

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DietmarBakel, 49

Selstverständlich ist zu prüfen, ob Wasserhähne tropfen oder das/die Spülkastenventile nach Füllvorgang richtig schließen. Ich gehe jetzt 'mal davon aus, denn sonst wäre die Frage keine Frage.

Haben sich denn Dusch- und Badegewohnheiten geändert ?

Was ist mit der Waschmaschine ?

Tipp zum Spülkasten (falls Vorwandinstallation). Deckel öffnen und zwei normale Ziegelsteine (24*11*7cm) einlegen, das macht aus einem 9-Liter einen 5,3-Liter-Spülkasten. Funktioniert und wird auch in vielen unserer deutschen Behördentoiletten als Sparprogramm eingesetzt.

Der Effekt (10 Spülungen/Tag auf 4 Monate) beträgt allerdings nur 4,4 m^3, nicht 10 m^3.

Das allein kann es also nicht sein.

Die Spülmaschine kann eigentlich nur programmgemäß Wasser ziehen bis das Schwimmerventil schluss macht. Wie oft sie im Programm Wasser holt kannst Du hören. Laufzeitlänge und Wasserverbrauch sind nicht analog!!!

Leider hast Du nicht mitgeteilt wie Euer Haushalt (Personen) aufgestellt ist. Ich frag' halt 'mal ?

In meiner jährlichen Abrechnung (millitanter Single) stehen immer ca. 100 m^3/Jahr. Das sind 33 m^3 in 4 Monaten. Und ich bin Sparfuchs. Plausibilität?

Deshalb, Du hast uns noch nicht mitgeteilt, wie die Wasserkosten verteilt werden?

Hast Du einen eigenen Wohnungswasserzähler, oder wird nach m^2 Wohnungsfläche oder sogar (wenn vertraglich vereinbart) nach Personen x Monat abgerechnet ???

In allen drei Fällen steht auf der Abrechnung der Verbrauchsanteil in m^3.

Mit diesen Aussagen könnte man besser beurteilen, ob wirklich "extrem hohe" Wasserkosten vorliegen.

Gruß Dietmar Bakel

Kommentar von SimmeGo ,

Haben sich denn Dusch- und Badegewohnheiten geändert ?

Nein.

Danke für die Idee mit dem Spülkasten, aber der wird ja sowieso bald ausgewechselt.

Leider hast Du nicht mitgeteilt wie Euer Haushalt (Personen) aufgestellt ist. Ich frag' halt 'mal ?

Wir sind eine 2er-WG. Die WG hat sich nicht verändert, nur die Wohnung - und die Wohnung ist auch nur um 5 qm größer geworden.

Der Wasserverbrauch werden mittels eines Kaltwasserzählers in der eigenen Wohnung ermittelt. Bist du dir mit deinen 100 Kubikmeter Wasser/Jahr sicher? Das erscheint mir sehr viel zu sein. Der Durchschnittsverbrauch eines Deutschen liegt bei 120l/Tag, das entspricht rechnerisch 43,8 Kubikmeter/Jahr. Dementsprechend würdest du fast 2 1/2 mal so viel verbrauchen wie der Durchschnitt.

Waschmaschine wurde für die Wohnung neu angeschafft und ist bestimmt 15 Jahre neuer als unsere alte - deshalb tippe ich mal eher auf bessere Verbrauchswerte als auf schlechtere.

Meine Frage zielte eigentlich nicht darauf, ob bei mir ein zu hoher Wasserverbrauch vorliegt. Mich macht die Differenz zur vorherigen Wohnung stutzig.

Kommentar von DietmarBakel ,

Hi noch einmal,

vielen Dank für Deine Antwort.

Erstmal zu mir: Meine Abrechnung geht rein über Quadratmeter. Da ich als Single auf "komfortabler" Fläche lebe, zahle ich halt so viel. Meine direkten Nachbarn (nette Eheleute mit Kind) zahlen exakt das gleiche. Außerdem nehmen andere Hausmitbewohner das Wasserangebot als "Flatrate", wird ja größtenteils solidarisiert. Also immer "Wasser marsch". Mein tats. Verbrauch liegt bei 30-40 m³/a und zahlen muss ich 100 m³. Aber ich quengel nicht.

Hätte bei Euch ja ähnlich sein können, deshalb meine diesbezügliche Frage.

Nun zu Euch: Korrospondieren die abgelesenen Zählerstände tatsächlich mit der Abrechnung? 

Die Wassermenge betrug insgesamt 11,68 Kubikmeter. In der neuen Wohnung sind es für exakt 4 Monate 24,681 Kubikmeter.


Die "alten" 12 m³ sind 36 m³/a hochgerechnet und für zwei Personen schon extrem niedrig.

Die "neuen" 25 m³ sind 75 m³/a und eigentlich "plausibler" Durchschnitt.

Wie Ihr das geschafft habt mit 36 m³/a ist mir schleierhaft.

Es ist auch möglich, dass in der alten Wohnung der Zähler nicht richtig zählte. Jedenfalls wahrscheinlicher als der jetzige Zähler zu viel zählt. Die Dinger zählen eigentlich nie zu viel.

Mein Rat (wenig hilfreich): Beobachte das einmal weiter und lese jeden Monat den Zähler ab. Prüfe auch einmal über Nacht, wenn sicher kein Verbrauch stattfindet, ob der Zähler sich bewegt hat.

Zudem kannst Du auch einfach prüfen ob der Zähler richtig funktioniert. Nimm einen 10-Liter-Eimer (sonst kein Verbrauch - klaro) füllen den 10 mal hintereinander und schaue auf den Zähler. Du kannst ja 3 Stellen hinterm Komma ablesen.

Kommen dabei 200 Liter heraus - dann kann ich Dir aus Erfahrung sagen: 

"Da ist etwas faul."

Gruß Dietmar

Kommentar von SimmeGo ,

Okay, also wir haben wie gesagt einen Wasserzähler. Der wurde am Montag ausgetauscht - also wenn da was falsch gezählt hat, dann kann ich das jetzt nicht mehr prüfen. Und ich vertraue jetzt mal, dass ein NEUER Zähler seine Aufgabe zuverlässig tut.

Wir bekommen in schätzungsweise einem Monat die Nebenkostenabrechnung für ein ganzes Jahr von der alten Wohnung, mal sehen, ob wir konstant bei einem derartigen Verbrauch geblieben sind. Die Zeiträume, die ich jetzt miteinander verglichen habe, sind auf jeden Fall nahezu die gleichen.

Bevor ich also eine großangelegte Beobachtungsaktion starte, werde ich erst einmal auf die andere Nebenkostenabrechnung warten. Wir haben jetzt einen neuen Spülkasten und einen neuen Zähler, hoffen wir jetzt mal, das alles hier passt. ;) Danke auf jeden Fall für deine Hilfe!

Kommentar von DietmarBakel ,

Vielen Dank für den Stern. Gruß

Antwort
von DanBam, 57

So ein Spülkasten läuft 24 Stunden. Die Verlustmenge pro Stunde sind 2 Liter. 24 x 2 = 48 Liter am Tag, 7 Tage die Woche = 336 Liter x 4 Woche = 1.344 Liter e voilà  1,3 Kubikmeter Wasser verschenkt ihr im Monat.

Kommentar von DietmarBakel ,

@DanBam: Wie kommst Du denn darauf ???

Steht irgendwo etwas von ein Defekt mit 2 Liter/Std ? Hätte der FS doch wohl gemerkt und die Frage damit überflüssig.

Ist das reine Spekulation?

Gruß 

Kommentar von DanBam ,

Nein, teuer erworbene Erfahrung.

Kommentar von SimmeGo ,

Mir ist nichts davon aufgefallen, dass Wasser aus dem Spülkasten tritt, ohne dass gespült wird.

Kommentar von DanBam ,

Ursache hierfür kann auch ein verdrehter Waschmaschinenanschluss sein (falsche Zuordnung zur Wohnung, oder falsche Zuordnung des Aussenanschlusses am Haus. Gibt es öfters das ein neuer Mieter oder Hausbewohner seine Waschmaschine falsch anschließt.

Kommentar von SimmeGo ,

Unser Waschmaschinenanschluss ist in der Wohnung. Da wird doch nichts vertauscht sein mit einer anderen Wohnung, oder?

Kommentar von DanBam ,

Gibt es eine gemeinsame Waschküche oder Gartenwasser-Anschluss? Wenn jemand Wasser für seinen Kinderpool zieht oder die Gartenanlange rund um das Haus gießt,  dann können auch mal schnell mehrere Kubikmeter anfallen.

Antwort
von albatros, 40

 Die ist jetzt reingekommen für den Zeitraum von 01.01.16-31.04.16.

Hast du den Abrechnungszeitraum korrekt datiert? Wenn ja, ist die Abrechnung unwirksam. Es muss zwingend immer über einen Zeitraum von 12 Monaten abgerechnet werden. Innert dessen für den tatsächlichen Nutzungszeitraum. Beide Daten müssen in der Abrechnung stehen.

Kommentar von SimmeGo ,

Hallo Albatros,

Der Zeitraum der gesamten Abrechnung ist der 01.05.15-31.04.16. Da wir erst seit dem 01.01.16 in der Wohnung wohnen, werden uns die Nebenkosten anteilig angerechnet. Ein gängiges Verfahren - ich habe es nie anders gesehen.

Antwort
von anitari, 47

für den Zeitraum von 01.01.16-31.04.16

01.0.1 - 30.04.16;-)

Abrechnungszeitraum ist demnach der 01.05.2015 - 30.04.2016?

Die Monate Januar - April sind die heizkostenintesivsten des Jahres. Da fallen um die 50 % der Jahresheizkosten an.

Eine Nachzahlung also nicht verwunderlich.

Aber auch wenn das Faktoren für einen höheren Wasserverbrauch sein könnten: Rechtfertigen diese einen so großen Unterschied?

Hast Du eine Ahnung wie viel Wasser bei einer defekten Klospülung, übrigens der Klassiker, täglich mehr verbraucht wird.

Ein Spülkasten fast 6 - 9 Liter. Mal angenommen es wird 10 x täglich gespült. Dann sind das, die 9 Liter angenommen, 10 m² in 4 Monaten.

Und schon haben wir fast die Differenz.

Ihr solltet der Vermieterin den Mangel nachweisbar mitteilen und die Behebung, mit Fristsetzung, fordern.

Nach Fristablauf selbst einen neuen Spülkasten kaufen, wenn es ein normaler ist schon ab um die 20 € zu haben, den anbringen lassen und die Kosten mit der nächsten Miete verrechnen.

Kommentar von DietmarBakel ,

@anitari: Sind 9-Liter-Spülkästen tatsächlich und grundsätzlich ein "Mangel" ???

Davon sind in Deutschland noch eine ganze Menge verbaut (>1.000.000) ! Alle Mangelhaft ?

Gruß Dietmar

Kommentar von anitari ,

Ich schrieb nicht das ein 9-Liter-Spülkatsen eine Mangel ist, sondern ein defekter Spülkasten. In dem Fall das bei jeder Spülung der gesamte Inhalt drauf geht.

Kommentar von SimmeGo ,

Hallo Anitari,

Danke für die Antwort. Ich weiß, dass diese Monate die heizintensivsten sind. Das wird in der Gradtagstabelle berücksichtigt (http://www.nebenkostenabrechnung.com/gradtagszahlen/). Die zu hohen Heizkosten machen aber max. 90€ aus.

Der Abrechnungszeitraum ist vom 1.5.15-31.4.16, richtig.

Ich habe jetzt mal nachgeschaut. Unser Spülkasten hat 6 Liter Fassungsvermögen (könnte zwar auch bis 9 Liter gefüllt werden, aber er stoppt bei 6 Litern). Somit sind wir nur noch bei 7 Kubik. Von dieser Zahl muss man aber noch das abziehen, was man bei einem korrekt funktionierenden Spülkasten verbrauchen würde - wenn wir großzügig von der Hälfte ausgehen, rechtfertigt das nur 3,5 Kubikmeter mehr an Wasserverbrauch.

Der Vermieter hat uns vorhin gesagt, dass Montag ein neues Toilettenbecken samt Spülkasten eingebaut wird. Das ist doch schon mal was.

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