Frage von papi83, 78

Nebenkosten, was kann der Vermieter berechnen?

Hallo zusammen ,
ich habe am 01.02.2015 eine neue Wohnung bezogen, gestern habe ich die Abrechnung zu meinen Nebenkosten erhalten und ich dachte mich trifft der Schlag . 408 Euro soll ich Nachzahlen. Ich wohne in einer Mietwohnung mit 9 weiteren Parteien.
2 Position haben mich besonders stutzig gemacht .

Nutzerwechsel Einzug 10,70€ sowie Wartung Heizung 74,506% =292,81 €.

Die Position mit Heizung kann ich mir nur erklären, daß mir nach 3 Monaten der Heizkörper im Bad ausgetauscht wurde weil dieser Undicht war. Den Vermieter habe ich ebenfalls kontaktiert mit der Aussage ,ich solle mich an die Firma wenden die mir die Nebenkostenabrechnung erstellt hat.

Ist das alles so rechtens?? Oder soll ich mir einen Anwalt suchen?

Antwort
von anitari, 21

Nutzerwechselgebühr ist nicht rechtens.

Die Kosten der Heizungswartung dagegen ja. Mit dem Austausch des Heizkörpers hat das aber nichts zu tun. Das ist die Überprüfung der Heizungsanlage.

Allerdings erscheinen mir die extrem hoch.

Du schreibst das die monatlichen Vorauszahlungen 125 € waren. Für welche Wohnfläche?

Den Vermieter habe ich ebenfalls kontaktiert mit der Aussage ,ich solle
mich an die Firma wenden die mir die Nebenkostenabrechnung erstellt hat.

Der Vermieter ist Dein Vertragspartner, der muß dir auf Verlangen Auskunft geben und die Originalbelege vorlegen.

Kommentar von papi83 ,

110qm 

Kommentar von anitari ,

Dann sind bzw. waren 125 € inkl Heizkosten definitiv zu wenig.

Faustregel sind mindestens 2 € pro m², wenn Heizkosten dabei sind.

Antwort
von herakles3000, 29

Die kosten nutzerweckseln ist nicht rechtens die aber für die Wartung der Heizung ist es den Die darf der Vermieter umlegen und das hat nichts mit dem wechseln des Heizkörpers zu tun die Wartung bezieht sich zb auf den Heizkesseln den wen er nicht gewartet wird einmal im Jahr wird es  zu Problemen im Haus kommen den bei der Wartung wird der Heizkessel auch gereinigt und es wird auch alles durchgemessen würde beides nicht gemacht würde der Schornsteinfeger sogar im Winter die Anlage stillegen.Aber die kosten scheinen mir trotzdem viel zu hoch den die Wartung müste auf alle --parteien umgelegt werden und 300€ ist zb für 1-1.5 stunden Arbeit doch etwas sehr viel verlange die Rechnung und widerspreche der Rechnung  und vordere die Rechnung für die Wartung  vom Vermieter den ich befürchte eher das er  Reparaturmaterial  über euch Abrechnen will und das sind reine kosten des Vermieters.Tut er das nicht nimm dir einen Anwalt..

Antwort
von Zakalwe, 29

Was auf die Mieter umgelegt werden darf, regelt § 2 der Betriebskostenverordnung:

https://dejure.org/gesetze/BetrKV/2.html

Muss aber im Mietvertrag vereinbart sein und die Kosten müssen natürlich auch tatsächlich anfallen. Hohe Nachzahlungen können natürlich vor allem dann auftreten, wenn die Vorauszahlungen zu gering waren. Was hast du denn voraus gezahlt?

Gebühren für einen Nutzerwechsel darf er nicht verlangen. Heizungswartung ist dagegen umlegbar, aber der Austausch eines Heizkörpers ist keine Wartung, sondern eine Reparatur.

Den Vermieter habe ich ebenfalls kontaktiert mit der Aussage ,ich solle mich an die Firma wenden die mir die Nebenkostenabrechnung erstellt hat.

Der Vermieter mag dafür eine Firma beauftragen, bleibt aber trotzdem bei Beanstandungen dein Ansprechpartner. Die Originalbelege für die Abrechnung muss er dir auf Anfrage zeigen.

Kommentar von papi83 ,

Danke für deine schnelle  Antwort . Habe 125 € voraus  bezahlt.  

Kommentar von Zakalwe ,

Wenn du alleine wohnst und die Wohnung nicht allzu groß ist, dann ist das mit der Nachzahlung schon relativ viel. Kommt aber natürlich auch immer auf das Verbrauchsverhalten an.

Kommentar von anitari ,

Was für 110 m² viel zu wenig ist.

Antwort
von Funfroc, 38

Hallo,

nicht immer gleich mit allem zum Anwalt rennen. Auch der kostet schließlich Geld. Ich würde zunächst mal Widerspruch einlegen und zwar schriftlich.

Bei der Position Nutzerwechsel maße ich mir keine Äußerung an, denn ich kann nicht wirklich zuordnen, ob da evtl. Kosten umgelegt werden dürfen.

Bei der Heizung allerdings ist der Fall relativ klar. Diese Kosten können nicht umgelegt werden, da es sich nach deiner Schilderung eben nicht, wie im Positionstext, um eine Wartung handelt. Nur weil man es Wartung nennt, muss es ja noch keine sein. :-)

Normale (i.d.R. regelmäßige) Wartungen dürften umgelegt werden. Wenn eine Heizung undicht ist, ist dies aber ein akuter Schaden und somit keine Wartung, sondern eine Reparatur.

Vielleicht mal am Bsp. Auto erklärt. Ein Zündkerzenwechsel ist eine Wartung, da dieser vom Hersteller in bestimmten Intervallen vorgesehen sind, um die weitere Betriebstauglichkeit zu gewährleisten. Eine gebrochene Achse hingegen ist eine Reparatur, da dies die Betriebstauglichkeit akut außer Kraft setzt.

LG, Chris

Edit: wenn man dann von der Forderung nicht abweichen will, könntest du mal schauen, ob du dazu eine kostenlose Erstberatung (entweder Anwalt oder Mieterschutzbund) bekommst.

Antwort
von albatros, 26

Die Berechnung einer Nutzerwechselgebühr ist unzulässig, da keine Betriebskosten lt. Definition. Kosten müssen regelmäßig entstehen. Das ist hier nicht der Fall. Hinzu kommt, dass evtl. Kosten im Zusammenhang mit dem Mieterwechsel Verwaltungskosten sind, die sind nicht umlegbar..

Die Reparatur des Heizkörpers, die der Vermieter hier zwecks Täuschung als Wartung bezeichnet, geht zu Lasten des Vermieters. Deren Kosten  dürfen nicht auf den Mieter abgewälzt werden.

Echte Wartungskosten der Heizungsanlage hingegen wären umlegbar (Heiznebenkosten).

Beide Positionen darfst du von der Nachzahlungssumme abziehen, da es sich um inhaltliche Fehler handelt. Inhaltlich Fehler dürfen Mieter selbst korrigieren. Lege also schriftlich Einspruch ein (Einwurfeinschreiben) und teile dem Vermieter  das Vorstehende mit. 

Antwort
von mirolPirol, 45

Dass du umgerechnet 34€ pro Monat nachzahlen sollst, kann schon sein, das müsste geprüft werden. Dass aber ein Austausch eines Heizkörpers berechnet wird, ist nicht zulässig, da ein solcher ja zur Wohnung gehört und funktionieren muss.

An den Wartungskosten (z. Bsp. Schornsteinfeger) werden die Mietparteien anteilig beteiligt.

Antwort
von Furino, 7

Nein, ist garnicht rechtens und einen Anwalt nehmen Sie nur dann, wenn Ihnen ein 100€-Schein lästig ist.

Eine Nutzerwechselgebühr müssen Sie nicht zahlen, das sind Verwaltungskosten. Wird gern weitergereicht, weil manche Vermieter einfach ungebildet sind.

Das wird noch dadurch bestärkt, das er Sie an die Abrechnungsfirma verweist. Ihr Vermieter ist Ihr Vertragspartner und nur dieser ist Ihnen rechenschaftspflichtig.

Antwort
von AntwortMarkus, 42

Nutzerwechsel Einzug darf nicht berechnet werden.

Die Wartung der Heizung durchaus. Nicht die Reparatur. 

Lasse dir die einzelnen Rechnungen zeigen. Darauf hast du ein Anrecht. 

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