Frage von HannesLuebeck, 54

Nebenjob illegal?

Hallo zusammen!

Ich bin Student und habe vor Kurzem ein Praktikum in einem Verlag absolviert, wo mir dann angeboten wurde als Nebenjob auch nach dem Praktikum einige Korrekturarbeiten für den Verlag zu erledigen

Nun habe ich meinen ersten Auftrag erhalten und mir wurde gesagt, dass ich einfach eine Rechnung über die Arbeitszeit ausstellen und dem Verlag zukommen lassen soll. Ist es normal, dass ich gar keinen Vertrag bekommen habe oder Ähnliches? Und kann mir eventuell jemand sagen, wie man so eine Rechnung schreibt? Ich soll auch die Mehrwertsteuer angeben... Berechne ich die dann zuzüglich des abgesprochenen Stundenlohns oder ist die da schon mit inbegriffen?

Vielen Dank für eure Hilfe! Ich kenne mich mit diesem Kram leider überhaupt nicht aus...

Antwort
von BarbaraHo, 26

Der abgesprochene Stundenlohn ist netto. Da dann 19 % USt drauf.

Wie hoch ist denn der abgesprochene Stundenlohn? Also unter 25 würde ich gar nicht annehmen. Nehme einen Gehaltsrechner (zB Techniker Krankenkasse, im Suchfeld Gehaltsrechner angegeben), rechne Vollzeit und lasse dir das Ergebnis für den Arbeitgeber zeigen. Das durch Stundenzahl darf also auf keinen Fall unterschritten werden. Falls doch nachverhandeln, da dir nicht klar war, dass der Job auf selbstständiger Basis sein soll. Machen die nicht mit, dann ohne Rechnung und auf geringfügiger Basis/Steuerklasse. Ansonsten ablehnen.

Kommentar von kevin1905 ,

Da man als Selbständiger die SV-Beiträge komplett alleine trägt, sind 25,- € schon recht niedrig angesetzt.

Antwort
von kevin1905, 24

Ist es normal, dass ich gar keinen Vertrag bekommen habe oder Ähnliches?

Arbeitsverträge oder Beauftragungen müssen nicht schriftlich erfolgen. Oder setzt du jedes mal ein Schreiben auf, wenn du in den Supermarkt gehst?

Und kann mir eventuell jemand sagen, wie man so eine Rechnung schreibt?

§ 14 Abs. 4 UStG.

Du bist selbständig, also hast du dich selbst und ständig um alles zu kümmern. Wenn du dazu nicht in der Lage bist musst du deine Pflichten bezüglich Buchhaltung kostenpflichtig auslagern an einen Steuerberater.

Ich soll auch die Mehrwertsteuer angeben...

VORSICHT!

Wenn dein voraussichtlicher Umsatz 17.500,- € nicht übersteigt bist du Kleinunternehmer nach § 19 Abs. 1 UStG. Du darfst dann keine Umsatzsteuer ausweisen. Tust du es doch, schuldest du diese dem Finanzamt, darfst aber keine Vorsteuer abziehen.

Führst du die Umsatzsteuer nicht ab, ist das u.U. eine Steuerstraftat (§ 370 AO).

Berechne ich die dann zuzüglich des abgesprochenen Stundenlohns oder ist die da schon mit inbegriffen?

Wenn du zur Regelbesteuerung optieren willst (was hier sinnvoll sein kann), berechnest du Stundenlohn 200,- € zzgl. Ust. 19% (200,- € sind meine Untergrenze, wenn ich irgendwas nach Stunden abrechnen muss).

Du machst mal besser schnell einen Termin bei einem Steuerberater.

Antwort
von BarbaraHo, 23

"Wenn dein voraussichtlicher Umsatz 17.500,- € nicht übersteigt bist du Kleinunternehmer nach § 19 Abs. 1 UStG. Du darfst dann keine Umsatzsteuer ausweisen. Tust du es doch, schuldest du diese dem Finanzamt, darfst aber keine Vorsteuer abziehen."

Was für ein Blödsinn! Man ist keinesfalls automatisch Kleinunternehmer! Man kann aber bei vorliegenden Voraussetzungen dazu optieren!

Also Gewerbe anmelden (bei Gewerbe, einfach beim Gewerbeamt vorsprechen, die sagen dann schon, ob es ein Gewerbe ist), ansonsten beim Finanzamt melden. Dazu reicht es, den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung anzufordern. Kann man aber auch downloaden. Ausfüllen (auch bei Gewerbe) und ab and Finanzamt. Monatliche Buchführung (selbst mittels Buchhaltungssoftware und nicht Steuersoftware, ansonsten Buchhaltungsbüro oder Steuerberater beauftragen) und Umsatzsteuervoranmeldung (falls nicht optiert zum Kleinunternehmer).

Kommentar von are2705 ,

Es ist genau umgekehrt: Man ist laut Gesetz automatisch Kleinunternehmer, kann aber zur Regelbesteuerung optieren, §19 UStG.

Das wird auch aus der Anmeldung beim Finanzamt deutlich.

Antwort
von grubenschmalz, 24

Du bist hier selbstständig mit allen vor und Nachteilen.

Die Rechnung sollte pro Stunde nicht unter 30 - 40 € sein.

Antwort
von HannesLuebeck, 4

Danke schon einmal für die Antworten!!

Ohje, da habe ich mir ja scheinbar etwas eingebrockt.. Die haben mir einen Stundenlohn von 14 Euro angeboten.

Ich denke aber nicht, dass ich sehr viele Aufträge bekommen werde, ich werde also mit dem Einkommen auf jeden Fall unter den Freigrenzen bleiben. Muss ich es trotzdem beim Finanzamt melden?

Besteht irgendeine Möglichkeit, dass ich keine Steuererklärung machen muss? Ich beziehe ansonsten nur BAföG und habe noch nie Etwas beim Finanzamt angemeldet. Es kann doch nicht sein, dass ich jetzt eine Steuererklärung und das alles machen muss, nur weil ich einmal ca. 400 Euro für einen Auftrag verdiene?

Danke im Voraus!

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