Frage von MrMelvin, 35

Nebenfach Soziologie: Habermas und "Die Moderne ein unvollendetes Projekt"?

Hallo zusammen! Ich muss mich wie gesagt für die Uni mit Habermas beschäftigen und stoße dabei leider an meine Grenzen. Der Text ist extrem kompliziert geschrieben (meiner Meinung nach) da Habermas selbst andere Philosophen zitiert. Ich muss eine Kurzzusammenfassung seines Textes geben und es wäre nett wenn mir jemand ein bisschen die Augen öffnen könnte ,in welche Richtung Habermas überhaupt will. Dass er "Moderne" an sich diskutiert ist mir bewusst, doch sind seine Argumente nicht klar für mich erkennbar. Ich bin wirklich langsam am verzweifeln und hoffe ihr könnt mir eine Richtung weisen!

Antwort
von berkersheim, 21

Habermas ist ein akademischer Philosoph, der unendlich viel gelesen hat und sich auf viele Quellen bezieht. Das macht die Auseinandersetzung nicht einfach. Eine gute Zusammenfassung findest Du hier:

http://www.egbert-scheunemann.de/Habermas-auf-fuenf-Seiten.pdf

Die Moderne beginnt für Habermas mit der Aufklärung, mit der Loslösung unserer Handlungsorientierungen und Weltinterpretation aus religiösen Dogmen. Sie ist besonders von der deutschen Aufklärung durch Kant und seine Betonung der Vernunft und Rationalität geprägt. "Unvollendetes Projekt" ist eine Bezeichnung, die mir nicht gefällt, weil ich "die Moderne" nicht als das Projekt irgendeines Philosophen sehe. Sie ist ein offener Prozess, bei dem die Entwicklung in viele Richtungen gezerrt wird. Nicht einmal die 68er waren sich einig, wo genau sie hinwollten. Wenn Moderne eine demokratische Grundeinstellung einschließt, ist der Begriff "Projekt" widersprüchlich. Und ein offener Prozess kann nie eine "Vollendung" haben. Aber ich bin ja auch kein Habermas-Fan. 

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