Nebenberufliche Selbstständigkeit mit Webshop!?

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3 Antworten

Sieh Dich mal auf den Seiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie um:

http://www.existenzgruender.de/DE/Gruendungswerkstatt/inhalt.html

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Kommentar von ByteVRS
30.11.2015, 19:40

Vielen Dank! Diese Seite hatte ich gar nicht auf dem Schirm! Bei nächster Gelegenheit werde ich mich mal dort umsehen!

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Ich gehöre bei dem Thema Webshop auch immer zu den skeptischen Leuten. Der Grund liegt in der vollkommenen Blauäugigkeit der aller Meisten.

Deshalb ist aber gerade - wie von Dir angekündigt - die Informationsbeschaffung der richtige Schritt.

Allerdings zielen alle Deine Fragen auf den Rand des Themas.

Natürlich muss jedes Gewerbe angemeldet sein. Damit Gewerbeaufsicht, Finanzamt und andere Stellen über diese Tätigkeitsaufnahme informiert sind. Das dürfte nachvollziehbar sein.

Ein Kleingewerbe gibt es nicht #gähn

Es gibt eine Kleinunternehmerregelung im Rahmen des Umsatzsteuergesetzes. Es befreit vom Umsatzsteueraufschlag auf den Preis. Verbietet dafür den Abzug der an andere Unternehmer gezahlten Umsatzsteuer als Vorsteuer.

Sicher gibt es wirtschaftliche, rechtliche und auch persönliche Gründe diese Regelung zu nutzen oder auch nicht. Es ist lustig, diese Regelung ist etwa 20 Jahre alt. Erst in den letzten Jahren hat sie überhaupt Beachtung gefunden. Aber das ist mehr so ein historisches Ding.

Die Entscheidung wird oft auch falsch gefällt und die Durchführung hat so eine Menge an Fehlerquellen, die auch sämtlichst gern genutzt werden. Übrigens damit auch Unternehmensgründungen mehrfach beschädigen.

Thema des Handelsregisters ist auch etwas komplexer. Mal abgesehen davon, dass seit einigen Jahren auch Phantasienamen bei Einzelunternehmen möglich sind. Nur setzen die sich in der Praxis alle nicht durch. Dafür gibt es gute Gründe. Einmal liegt die Nachweispflicht immer beim Unternehmen mit dem Phantasienamen, dass Vertragsparteien über die wahre Existenz und den korrekten Namen informiert waren. Was immer natürlich auch ein Haftungsrisiko erhöht.

Die Eintragung im Handelsregister hat aber auch ganz andere Folgen: Man unterwirft sich den strengeren Bedingungen des Handelsrechts. Lieferungen müssen sofort auf Vollständigkeit und Beschädigungen kontrolliert werden. Falsch gelieferte Ware ist entsprechend zu lagern, kann nicht einfach zurück geschickt werden. Verträge können noch einfach geschlossen werden.

Es gibt andere Dinge bei Kündigungen zu beachten. Das gilt natürlich in beide Richtungen. Also wenn mein Kunde auch Kaufmann ist.

Dazu kommt die Buchführungspflicht. Mit ihren besonderen Formvorschriften.

Zu dem Bereich Buchführung, den Du selber nur anschneidest. Natürlich ist der Bereich durchaus komplex. Grundaufzeichnungen kann man schnell korrekt machen. Das ist nicht das Problem. Alles was danach kommt, dass sollte auch ein "einfach" Gewerbetreibender immer seinem Steuerberater übertragen. Oder wenigstens Buchführungshelfer und Steuerberater als Kombination beauftragen.

Nicht ohne Grund dauert eine Fachangestelltenausbildung drei Jahre. Ein Studium länger. Und die Zeit in der Praxis für Fachangestellte dauert bis zu 10 Jahren um die Prüfung zum Steuerberater ablegen zu können.

Da steckt auch im einzelnen Fall so viel dahinter, dass die Skepsis das mal so nebenbei lernen zu können durchaus berechtigt ist. Allerdings - auch die anderen Bereiche der Unternehmensführung sind da sehr anfällig - Also der Unterschätzung anheim zu fallen.

Garantie ist ein tolles Thema. Wissen viele nicht. Gibt es nicht. Nur für Deine Kunden. Und zwar von Dir. Manchmal weichen Großhändler davon ab und machen Ersatzlieferungen, dass ist aber je nach Bereich sehr unterschiedlich und wohl auch eine Konkurrenzfrage. Wenn ich einen Computer fürs Büro kaufe und der Verkäufer sagt mir, dass ich keine Garantie bekomme, werde ich sauer. Warum? Weil vermutlich kaum eine Kette sich dafür interessiert hätte. Ich also problemlos meine Garantie wo anders bekommen würde.

Die Frage des Startes bei Ebay und Kollegen ist so natürlich überhaupt nicht zu beantworten. Es sind zwei Planungen und zum Teil auch kleine Tests am Markt einfach notwendig. Aber auch die Kosten einer eigenen Plattform stehen da im Raum. Ich würde heute eine technische Grundausstattung (von der Programmseite) mit etwa 10.000 Euro einschätzen.

Dabei habe ich aber noch nicht angefangen zu diskutieren, ob der Kauf-Ich-Button in blau oder orange sein soll. Wenn dieses für Dich wie ein Einschub klingt, dann sind das ganz große Alarm-Glocken! Denn dieses kann die Klickquote gern um 20% verändern. Also ob 1 Kauf oder 21 Käufe ist eine Hausnummer. Leider kann man nicht pauschal sagen, welcher Knopf welche Auswirkungen hat.

Neben den einmaligen Kosten kommt dann die Sache mit den laufenden Kosten. Schließlich möchte man ja auch gefunden werden. Dieses alles ist in Konkurrenz zu einem Start bei Ebay zu betrachten. Und demnach auch die Rentabilität.

Ferner die Frage einer Kundenliste und wie man dort mit Werbung arbeiten darf bzw. kann. Das ist ein gar nicht zu unterschätzendes Thema, wenn erfahrene Internetmarketer davon sprechen, dass eine Liste immer für einen Euro pro Monat Umsatz steht. Wobei es auch mehr sein können. Schlecht verwertet hat man natürlich wieder nur Kosten gehabt.

Und ganz sicher gibt es noch viel --> darum als Kommentar gehts weiter

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Kommentar von Dirk-D. Hansmann
01.12.2015, 08:42

Fortsetzung:

Ich hatte es Eingangs meines Kommentars bereits angedeutet, Du setzt mit Deinen Fragen zielgenau bei den Themen am Rand an.

Der Kern liegt nun einmal in der Mitte. Das ist das eigentliche Angebot und der Markt dafür. Es gibt lukrative kleine Märkte und es gibt auch unlukrative große Märkte. Dabei kann mein Nachbar das eine machen und mit einem schlechteren Angebot mehr verdienen als ich. Da muss man schon sehr genau planen um hier die Risiken und Chancen zu managen.

Wobei ich auch noch betonen will: Du kannst bei einem Start mit ebay ein höheres Minus kassieren, als wenn Du für Software 15.000 auf den Tisch legst. Nur diese Konstellationen alle zu benennen ist fast unmöglich. Man muss eben bei der Planung aufpassen, dass das nicht passieren kann.

Heute ohne einen Businessplan zu starten ist ein auswegloses Unterfangen. Dabei behält man schon die Kosten nicht ausreichend im Auge. Zahlungsein- und -Ausgänge sind ohne gar nicht zu berücksichtigen. Und allein hier kann eine echte Krise ausgelöst werden.

Budgets zu bilden funktioniert auch nicht. Also das brauche ich für Werbung, Büromaterial usw. Wie will man sich dann noch merken, welche Werbung in welchem Abstand zu erfolgen hat? Gerade wenn eine Werbephase mal früher oder später oder gar nicht greift. Was dann? Freihändig ist man ausgeliefert. In der Planung kann man sich darüber unterhalten: Was mache ich denn, wenn meine Tests dieses oder jenes Ergebnis nicht bringen? Wie kann ich reagieren oder wie muss ich? Fahre ich die Kampagne so weiter oder stoppe ich? Da muss man sich genau im Klaren sein. Denn stoppt man im falschen Moment, dann kann man die Werbewirkung noch einmal beschädigen. Kann man dann in angemessener Zeit was besseres nachlegen? Dann kann man auf der zwar nicht messbaren Werbewirkung vielleicht doch noch was aufbauen.

Alle diese Dinge sind oft total abstrakt. Auch was man da so erleben kann. Ich selber habe in unterschiedlichen Bereichen über die Jahre für Werbung Tausende von Euros ausgegeben. Mal kam das fünffache zurück, was in der Regel als gut liegt. Ich lag auch schon drüber. Aber ich lag auch schon bei Null. Für die Null ist es nicht so wichtig, sich um die Konkurrenz und die Zielgruppe zu interessieren. Das ist einfach und kann auch jeder. Aber wenn es denn fünf Euro werden sollen, dann braucht man dafür Zeit.

Übrigens ernte ich häufig Unverständnis gerade für den sorgsamen Umgang mit Kunden- bzw. Zielgruppenprofilen. Aber ein ganz simples Beispiel, was den Meisten gar nicht erst in den Sinn kommt.

Du willst einen mp4-Player verkaufen. Der hat ein Display das genau Anweisungen für die Bedienung liefert. Die Knöpfe sind groß und unempfindlich. Bei mp4 bin ich per se im Bereich der Technik-Affienen. Allerdings wollen die noch ein paar Daten mehr. Die merken sich auch bestimmt Dinge in der Benutzungsführung oder gehen intuitiv vor.

Große Knöpfe auf die ich auch zweimal langsam klicken kann, die sind aber für andere wichtiger. Nämlich die, die nicht dauernd an der Maus hängen. Auch klare Anweisungen.

Jetzt unterstelle mal ich suche 50-jährige Leute, die Musik hören. Die werde ich für das Produkt nicht in einem jugendlichen Milieu finden. Wer hört in dem Alter Musik? Alle? Das ist immer die falsche Annahme. Und wenn es so wäre, dann muss ich überlegen ob ich nicht auf die Hörbuch-Fraktion gehe.

Aus irgendwelchen Gründen kommen wir nun auf eine eher konservative kleinbürgerliche Zielgruppe (das ist übrigens wertfrei!). Schon nach dem Texten sehe ich die Slogans 'mp4 für alle' vor mir. Warum gehen die Dinger gleich bei mir schon in den Müll?

In meiner Zielgruppe kennt keiner die Dateiformate. Hat man nicht unbedingt die Kenntnis, dass 4 auch drei beinhaltet. Diskussion kann man natürlich darum führen, ob nicht mein Onkel und der ist schon über 70 dies nicht doch alles kennt.

Beantwortet aber nicht die Frage ob ich ihn nach seinen Kenntnissen oder seinen Interessen ansprechen sollte.

Und so geht es gerade weiter. Gestaltung. Aber es gibt eine ganze Menge Säulen von Marketinginstrumenten. Welche Säulen muss ich nutzen? Wann fühlt mein Kunde sich aufgehoben.

Will ich dies neben dem § 4 EStG im laufenden Betrieb erlernen, dann funktioniert das eben nicht. Weil ich dann durch das ganze Lernen eben Fehler baue und die Kosten sind eben höher, als wenn ich dies bereits "grob" in der Vorbereitung mache.

Ich nenne es dann immer Fein-Tuning, da geht noch genug den Bach runter. Ob in der Büroorganisation, im Versand oder wo auch immer.

Wo ist die Kenntnis um Fernabsatzgesetz, TMG und Müllverordnung? Sind die bei Dir bekannt? Kennst Du die Sätze, die bei solchen Abmahnungen in Rechnung gestellt werden?

Ganz klar - Ich bin Skeptiker bei Web-Gründungen. Doch hier stehen nur noch ein paar Zeichen zur Verfügung, darum lese bitte auch den nächsten Kommentar.

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Viele Fragen aber zunächst solltest Du mal ein wenig Markforschung zu deinem Produkt betreiben und die Differenz zwischen VK und EK ermitteln - wenn der durchschnittliche Marktpreis nicht mindestens 30% Aufschlag auf den EK zulässt, dann brauchst Du garnicht erst anzufangen.

Ebay kostet dich im Schnitt 15% vom Deckungsbeitrag und Amazon ca. 25%.

Früher oder später benötigst Du eine Warenwirtschaft (wie z.B. JTL) und ggf. ein Buchhaltungsprogramm wie z.B. Tax-Pool.

Einen Handelregister-Eintrag brauchst Du am Anfang noch nicht.

Wegen dem Finanzamt würde ich mir an deiner Stelle gleich einen Steuerberater suchen, der dir auch die Umsatzsteuervoranmeldung macht. Du könntest zwar am Anfang auch die Kleinunternehmerregelung anwenden (ohne MWST) aber das ist für einen Kaufmann eine echt blöde Idee.

Die Gewährleistung beträgt gegenüber Verbrauchern nach dem BGB auf Neuwaren 24 Monate.

Ein eigener Online-Shop bringt dir nichts, wenn Du nicht gefunden wirst und Werbung für einen Shop koste auch Geld, so dass es unterm Strich keinen Unterschied macht, ob Du bei Ebay verkaufst oder in einen eigenen Online-Shop investierst.

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Kommentar von ByteVRS
30.11.2015, 20:40

Hallo, danke für deine wie ich finde wertvolle Information! Ein Steuerberater ist vorhanden und ich werde ihn mal Fragen bzw mich beraten lassen zu diesem Thema.

Dann muss ich mich wohl mal in nächster zeit mit der Marktforschung beschäftigen. Interessant zu diesem Thema wäre noch wie ich das  genau anstelle. Ich kenne einige, ich sage mal jetzt frei raus (Online) Lieferanten die aber ein Gewerbeschein haben wollen. Somit kann ich mich nicht mit den genauen EK Preis beschäftigen. Da ich mich wohl auf dein Anraten damit beschäftigen werde wird mir schon eine Lösung dazu einfallen! Vielleicht habe ich auch nur was übersehen!

Was hältst du davon wenn man jetzt mal vom besten aller Fälle ausgeht und der Shop läuft auf Ebay gut und man sich später doch entscheidet einen eigenen Internetauftritt zumachen?

Wie ich aber schon verstehe wäre für den Anfang sowas wie oder eben ebay das beste!

MFG

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