Frage von pet21221, 116

Nebenbei Geld verdienen - Einzelunternehmer (Kleinunternehmer)?

Hallo zusammen,

ich bin Berufstätig (Vollzeit) und habe nun vor nebenbei etwas dazu Geld zu verdienen. Je nach Lust und Laune will ich ab und an mal Aufträge annehmen, jedoch die 17.500 Euro (Kleingewerbe) nicht überschreiten, so dass ich meine Einnahmen nicht zu versteuern habe.

Nun meine Fragen. Wir gehen davon aus, dass ich beim Gewerbeamt war und ich dort ein Einzelunternehmen registriert habe. Kurz danach nehme ich ein Projekt an für 1000 Euro. Muss ich in der Rechnung die 19% ausweisen? Sprich 1000 * 0,19 = 190 Euro. Soweit ich richtig verstanden habe, nein oder? Da ich ja von dieser als Kleinunternehmer befreit bin, brauche ich diese auch nicht anzusetzen.

Zweite Frage, ich habe die 1000 Euro überwiesen bekommen. Die müssen in meiner jährlichen Steuererklärung mitangegeben werden. Kann ich die 1000 Euro so ausgeben wie ich sie will? Oder muss ich noch etwas beachten? Ich habe etwas von 25-30% gehört, die man dann irgendwie zahlen muss bzgl. Einkünfte aus Gewerbebetrieb? Stimmt das so? Wie kann ich das verstehen? Bei 25% würden mir ja nur 750 Euro übrig bleiben.

Vielen Dank im Voraus.

Gruß

Antwort
von kevin1905, 78

Kleingewerbe

Gibt es nicht! Du meinst den Kleinunternehmer nach § 19 UStG.

so dass ich meine Einnahmen nicht zu versteuern habe.

Deine Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) sind zu versteuern, sobald sie 410,- € im Jahr übersteigen. Die 17.500,- € beziehen sich auf deine umsatzsteuerpflichtigen Umsätze, mit deinen Einkünften haben die nichts zu tun.

Warum versucht eigentlich jeder die Umsatz und Einkommensteuer miteinander zu verheiraten?

Kurz danach nehme ich ein Projekt an für 1000 Euro. Muss ich in der Rechnung die 19% ausweisen?

Ich dachte wir hätten geklärt, dass du Kleinunternehmer bist...also weist du die 19% nicht aus. In dem Moment wo du sie ausweist, schuldest du sie dem Finanzamt. Als Kleinunternehmer bist du aber grundsätzlich nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt. Je nachdem wer deine Kunden sind, kann es besser sein zur Regelbesteuerung zu optieren!

Da ich ja von dieser als Kleinunternehmer befreit bin

Vorsicht, du bist nicht befreit. Sie wird nicht erhoben. Klingt wie Haarspalterei ist aber ein wichtiger Unterschied. Es gibt umsatzsteuerfreie Umsätze.

Zweite Frage, ich habe die 1000 Euro überwiesen bekommen. Die müssen in meiner jährlichen Steuererklärung mitangegeben werden.

In welcher?

In der Umsatz- oder Einkommensteuererklärung? In die EStE gehören nur Gewinne, d.h. Betriebseinnahmen (Umsätze) - Betriebsausgaben.

Kann ich die 1000 Euro so ausgeben wie ich sie will?

Du kannst deinen Umsatz zu 100% für Betriebsausgaben ausgeben, dann wäre dein Gewinn am Ende 0,- €.

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 78

Wenn Du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen willst, darfst Du keine Umsatzsteuer ausweisen. Die müßtest Du dann auf jeden Fall zahlen.

Bei Kleinunternehmern wird Umsatzsteuer nicht erhoben.

Aber das hat nichts mit Einkommensteuer zu tun.

Wenn Du im Jahr was auch immer einnimmst machst Du eine Einnahmen-Ausgaben-Überschussrechnung, ziehst also von der Summe der Einnahmen Deine Kosten ab. DEr Gewinn geht dann über die Anlage "G" in Deine Einkommensteuererklärung ein. Was da rauskommt, hängt von den übrigen Einkünften ab und kann zwischen 0 und 45 % liegen (45 % wenn Deine übrigen Einkünfte über 250.000,- Euro liegen.

Noch eine Frage zum Sinn der Kleinunternehmerregelung. Was sind denn Deine Kunden? Welche Leistungen erbringst Du? Wenn Du Unternehmer als Kunden hast, solltest Du auf die Kleinunternehmerregelung verzichten, weil der Vorteil des Vorsteuerabzuges dann direkt in Deine Kasse wandert.

Antwort
von Herb3472, 63

Je nach Lust und Laune will ich ab und an mal Aufträge annehmen, jedoch
die 17.500 Euro (Kleingewerbe) nicht überschreiten, so dass ich meine
Einnahmen nicht zu versteuern habe.

Selbstverständlich musst Du diese Einkünfte versteuern, lediglich Mehrwertsteuer brauchst Du keine abführen.

Zu 1: wenn Du keine Mehrwertsteuer verrechnest, kannst Du sie auch nicht ausweisen. Du verrechnest einfach brutto für netto und schreibst auf Deine Rechnung : "der Rechnungsbetrag enthält keine Mehrwertsteuer".

Zu 2.: siehe oben. Die Einkünfte aller Einkunftsarten werden zusammengezählt und gemeinsam versteuert. Dein Steuersatz hängt davon ab, wieviel Du insgesamt verdienst.

Antwort
von BenLam, 49

Hallo pet21221,

die 17.500 Euro (Kleingewerbe) nicht überschreiten, so dass ich meine Einnahmen nicht zu versteuern habe.

Die Kleinunternehmerregelung bis 17.500€ bezieht sich auf die Umsatzsteuer. Das bedeutet nur, dass du diese nicht an das Finanzamt abführen musst, da du diese bei Anwendung nicht auf der Rechnung ausweisen darfst.

Das hat rein gar nichts damit zu tun, ob du Steuern zu zahlen hast oder nicht. Die Einkünfte aus dem Gewerbebetrieb werden deinen Einkünften hinzugerechnet und über die Einkommenssteuer besteuert. Hier kommt es auf deine gesamten Einkünfte und deinen dann erhobenen individuellen Steuersatz an.

Muss ich in der Rechnung die 19% ausweisen?

Nimmst du die Kleinunternehmerregelung in Anspruch, dann darfst du die Umsatzsteuer nicht ausweisen, ansonsten musst du diese ans Finanzamt abführen und kannst von der Regelung keinen Gebrauch machen.

Kann ich die 1000 Euro so ausgeben wie ich sie will?

Nein. Deine Betriebsausgaben werden von deinen Einnahmen abgezogen. Daraus ergeben sich die Einkünfte aus dem Gewerbebetrieb. Eine Privatausgabe zählt grob gesagt nicht dazu. Das heißt, wenn du die 1.000€ für private Zwecke verwendest, dann musst du diese am Ende versteuern.

Ich habe etwas von 25-30% gehört, die man dann irgendwie zahlen muss bzgl. Einkünfte aus Gewerbebetrieb?

Das stimmt nicht. Es kommt auf deinen individuellen Steuersatz an, welcher sich durch die zusätzlichen Einkünfte erhöhen kann. Eine pauschale Besteuerung gibt es in deinem Fall nicht.

Die Gewerbesteuer kommt bei dir nicht zum tragen, wenn du unter einem Umsatz von 17.500€ bleiben möchtest, da die Grenze wesentlich höher liegt.

Ich empfehle dir dringend eine Beratung durch einen Steuerberater, da du viele Dinge nicht weißt oder durcheinander bringst.

Antwort
von Georg63, 56

Was die Umsatzsteuer angeht, liegst du richtig.

Was die Versteuerung des Gewinns angeht grundsätzlich auch - der wird einfach mit deinen anderen Einkünften addiert und daraus deine Einkommenssteuer berechnet, was zu einer entsprechenden Nachzahlung führt. Für die Höher der zusätzlichen Einkommenssteuer google mal nach "Grenzsteuersatz".

Tipp: Wenn du überwiegend gewerbliche Auftraggeber hast, ist die Kleinunternehmerregel nicht vorteilhaft für dich. Dan kommst du mit MwSt besser weg, weil du die Vorsteuer bei allen betrieblichen Ausgaben geltend machen kannst.

Antwort
von 2354cannes, 52

Sie sollten einen Steuerberater online fragen übers Internet.Es gibt Soforttelefonverbindungen.

Manche verdienen Geld,wie ich hörte, indem sie mit zur Verfügung gestellten Autos quer durch Belgien oder Deutschland fahren. An den Autos ist ein Messgerät, so sollen die künftigen Mautstrecken und Mautgebühren berechnet werden.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community