Frage von Mabur, 24

Natürlich wird das individuell und situationsbedingt unterschiedlich sein, aber was meint ihr wieviel Denkfehler machen wir durchschnittlich in einer Stunde?

Der meisten unserer Denkfehler sind wir uns ja leider selbst nicht bewusst und halten sie für Wahrheiten, weshalb es die Schätzung noch schwerer macht - bin nur an Größenordnungen interessiert. Geht von einem wachen Zustand aus.

Antwort
von Ju202, 24

Es ist nicht nur individuell und situationsbedingt unterschiedlich. Wie willst du überhaupt Denkfehler zählen? Es ist ja nicht einfach so, dass man eine Stunde lang eine Strichliste macht und jeden einzelnen Fehler zählt.

Die Denkfehler, die uns nicht bewusst sind, müssten auch mitgerechnet werden. Die können aber oft schlecht einer bestimmten Stunde zugeordnet werden, weil es Langzeitfehler sind, von denen wir viele unser ganzes Leben lang mit uns herumtragen.

Vor einigen Jahren ist eine Statistik veröffentlicht worden, wie oft Männer an Sex denken. Ich halte so eine Statistik für Unsinn, weil man Gedanken nicht zählen kann. Um sie zu zählen, müsste man einen Gedanken gegen den anderen abgrenzen können. Das kann man aber nicht.

Deshalb kann man auch die Denkfehler nicht zählen. Was man messen kann, sind die Gehirnaktivitäten. Es ist aber nicht möglich, diese Gehirnaktivitäten in gute und schlechte einzuteilen.

Ich bedaure es sehr, dir mitteilen zu müssen, dass deine Frage auf einem Denkfehler beruht. Doch vielleicht habe ich beim Schreiben dieses Textes auch einen Denkfehler begangen und alles falsch eingeschätzt. Ich weiß es nicht. ;)

Kommentar von Mabur ,

Hallo Ju202,

vielen Dank erstmal für deine Antwort.

mir ist bewusst, dass das abschätzen von Denkfehlern sicher nicht einfach ist. Ein Denkfehler ist für mich sowas wie eine falsche logische Schlussfolgerung die logisch überprüfbar ist - meinetwegen ein Rechenfehler oder Logikfehler der durchaus überprüfbar. Mich interessiert hier einfach eine Größenordnung wir können ja nicht beliebig viele Gedanken in der Stunde produzieren - ein produziertes Bild im Kopf z.B. kann ja kaum "Fehler enthalten" und ich glaube, dass ist es was du meinst. Wenn ich mich aber z.B. daran versuchen würde an ein bestimmtes Bild zu erinnern könnte ich z.B. behaupten - die Mona Lisa hat rote Augen weil meine Erinnerung mich täuscht. Im Endeffekt geht es mir also eigentlich um die Frage wie vertrauenswürdig sind die Informationen die unser Gehirn liefert und wie oft vertrauen wir falschen Schlussfolgerungen etc.

John Stuart Mill hatte da irgendwelche Überlegungen angestellt und er war zu dem Ergebnis gekommen das sehr viele Fehler vermieden werden könnten, wenn wir sorgfältiger über vieles nachdenken würden, aber wir aus Bequemlichkeit häufig falsche Ergebnisse als wahr ansehen würden - rein der Neugier wegen wie oft im Schnitt passiert soetwas - richtig schwer zu schätzen aber intuitiv vielleicht?

Vor einigen Jahren ist eine Statistik veröffentlicht worden, wie oft
Männer an Sex denken. Ich halte so eine Statistik für Unsinn, weil man
Gedanken nicht zählen kann. Um sie zu zählen, müsste man einen Gedanken
gegen den anderen abgrenzen können. Das kann man aber nicht.

Man kann Gedanken sicher nicht zählen, aber durchaus läßt sich über einzelne Stichproben abschätzen, wie lang Männer im Schnitt an Sex denken.
Dazu jetzt ein sehr einfaches Beispiel: Du hast 1 Mann und dieser Mann denkt täglich 1 Stunde (zu willkürlichen Zeiten) über Sex nach - wenn du ihn also zu einem wilkürlichen Zeitpunkt fragst, wird er dir also dir mit einer Wahscheinlichkeit 1/24 antworten ja grade schon - natürlich werden seine Antworten nicht immer unbedingt perfekt sein (weil er vielleicht an Sex denkt ohne es selbst zu wissen) aber ein ungefähres Maß sollte sich dadurch mit Umfragen zumindest was einen Zeitraum anbelangt durchaus ermitteln lassen.

Ich persönlich denke also logisch Fehlerhafte Schlussfolgerunen oder meinetwegen Gedächtnisfehleistungen sollten also sehr wohl zählbar sein, auch wenn dem Gedankeninhalt selbst natürlich kaum eine Zahl zugeordnet werden kann. Sobald Logik - Rechnungen oder Gedächtnisleistung ins Spiel kommen - gibt es Werte die sicher nicht wirklich gut zu messen sind und deshalb sicher nur grob abzuschätzen sind, aber wie oft passiert so ein Fehler - was würdest du nach Bauchgefühl sagen?

Liebe Grüße
Mabur

Kommentar von Ju202 ,

Hallo Mabur,

bei der genannten Statistik ging es darum, wie viel Mal Männer am Tag an Sex denken. Das hat mich gestört. Ein Mal kann eine Zehntelsekunde sein, aber auch fünf Minuten. Wenn stattdessen der Wert in Minuten angegeben worden wäre, hätte ich nichts dagegen gehabt.

Ich habe noch einmal über deine Frage nachgedacht. Sie ist wirklich schwer zu beantworten, weil es so viele unterschiedliche Situationen gibt. Bei einer Autofahrt zum Beispiel macht man wesentlich mehr Denkfehler als wenn man zu Hause im Sessel entspannt.

Aber wenn du unbedingt eine Zahl haben willst, hier ist sie: 50! Frage mich bitte nicht, wie ich auf diese Zahl gekommen bin.

Schönen Abend noch!

Ju202

Kommentar von Mabur ,

Danke - völlig falsch ich glaube es sind 52! Nee also dann ebenfalls einen schönen Abend ebenfalls hab jetzt erst gesehen, dass du nochmal geschrieben hattest.

Antwort
von DBKai, 4

Um Denkfehler zu machen muss man überhaupt erst mal denken und das halte ich schon mal für sehr gut... sehr fortschrittlich... denn viele Menschen seinen noch nicht oft und viel zu denken... sich wenig oder auch gar keine Fragen zu stellen... 

Wenn jemand also denkt und einen Denkfehler macht, auf den er dann auch noch drauf kommt, dann kann er aus diesem Fehler theoretisch lernen und ihn in Zukunft weniger oft begehen.

Wenn er einen Denkfehler macht und nicht gleich drauf kommt, wird er vermutlich später mal drauf kommen... sonst war es ja vermutlich kein Fehler... bei einem Fehler merkt man dann ja meist später, dass nun irgendetwas ein bisschen schief läuft...  und auch dann kann man wieder daraus lernen....

Wie viel Denkfehler man in einer Stunde macht? Ein vieldenkender Mensch, der gerade einen miesen Tag hat, macht viele... und ein wenigdenkender Mensch weniger... und manchmal macht ein vieldenkender Mensch auch gar keine Fehler, weil er sich gut konzentriert und es ganz gut durchdacht hat... 

So könnte es hinkommen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten