Frage von hafercookie007, 94

Narbengewebe nach Nasen-OP: Homöopathie?

Hallo!

Ich habe nach einer Nasen-OP ein Geschwülst in der Nase (wuchert links an der Nasenscheidewand) bekommen, vermutlich Narbengewebe. Es ist relativ hart, schmerzt nicht, aber behindert meine Atmung und ist wahnsinnig nervig.

Ich habe bald eine zweite OP, aber große Angst, dass sich wieder ein solches Geschwülst bildet... Daher hoffe ich, dass es vielleicht etwas Homöopathisches gibt, das da hilft? Habt ihr Erfahrungen/Ideen?

Leider kann man ja keine Experten im Internet kostenlos fragen - überall muss man blechen.

Liebe Grüße

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Anaschia, 71

Ein homöopathisches Mittel kann ich Dir leider nicht empfehlen.

Du kannst aber nach der nächsten OP, die Wunde mit dem Kaltlichtlaser behandeln lassen. Das muß man aber leider auch meistens selbst bezahlen, obwohl das Laserverfahren medizinisch anerkannt ist.

Oder Du läßt das Narbengewebe gleich mit dem OP-Laser abtragen. Bei dieser Methode ist die Gefahr einer Neubildung von übermäßigem Narbengewebe sehr gering.

Einfach mal erkundigen, welche Ärzte damit arbeiten.

Kommentar von hafercookie007 ,

Das hört sich interessant an, Danke!
Ich werde auf jeden Fall mal meinen Chirurgen darauf ansprechen, ob er das für sinnvoll erachtet (und evtl auch dran bleiben wenn er nein sagt ;-) Danke!!!

Antwort
von uteausmuenchen, 79

Hallo Hafercookie007,

Homöopathie wird intensiv beworben mit Nebenwirkungsfreiheit. Doch sollte man sich immer klar machen: Was zu gut klingt, um wahr zu sein - das ist meist auch nicht wahr... Genau das gilt jedenfalls für nebenwirkungsfreie Allheilmittel.

Homöopathika sind reiner Zucker. Placebos, Scheinmedikamente. Viele Menschen machen gute Erfahrungen mit ihnen. Genau das bedeutet das Wort Placebo nämlich: "Ich werde gefallen." Wo oft Alltagsbeschwerden oder chronische, in Schüben verlaufende Erkrankungen behandelt, da wird man unvermeidlich Berichte von Besserungen nach der Einnahme von Globuli hören.

Diese positiven Erfahrungen belegen deshalb erheblich weniger als man landläufig meint. Aussagekräftig werden solche Erfahrungen erst, wenn man sie vergleicht mit Erfahrungen von Patienten in vergleichbaren Situationen, die Placebos bekommen haben. Nur wenn die Besserungen nach Placebo seltener oder weniger deutlich waren, handelt es sich wirklich um Effekte, die durch die Mittel hervorgerufen wurden - und nicht um natürliche Krankheitsverläufe.

In genau solchen Vergleichen zeigt sich immer wieder deutlich, dass Homöopathika zu den immer auftretenden Besserungen nichts hinzufügen können. Je qualitativ besser die Vergleiche waren, desto deutlicher zeigt sich, dass Homöopathika keine gezielten Wirkungen haben. (http://motherboard.vice.com/de/read/studie-entzaubert-homoeopathie-forscher-find...)

Keine "Meinung" also, sondern belegte Bestätigung der naturwissenschaftlich zu erwartenden Ergebnisse.

Zur Vermeidung von Narbenbildung nach Operationen empfehlen Homöopathen zum Beispiel in aller Regel eine prophylaktische Behandlung mit Hochpotenzen von Arnica. Hierzu ist zu sagen, dass einerseits eine prophylaktische Behandlung dem Grundwesen der Homöopathie widerspricht: Nach dem Ähnlichkeitsprinzip müsste ein Patient, der ja VOR der OP noch gesund ist, bei Einnahme von Arnica Prüfsymptome entwickeln. Andererseits lässt sich auch in mehreren Studien eine Wirksamkeit von homöopathischer Arnica auf Verletzungen aller Art eben einfach nicht nachweisen. Eine Übersichtsarbeit hierzu (http://archsurg.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=211818) kommt zu dem Ergebnis:

"The claim that homeopathic arnica is efficacious beyond a placebo effect is not supported by rigorous clinical trials."

Was, wie gesagt, Homöopathen nicht daran hindert, diese Behandlung weiterhin in Deiner Situation zu empfehlen.

Sinnvoller wäre es, wenn Du Deine Nase einem HNO-Arzt zeigst und Dich ausführlich beraten lässt. Auch ein klärendes Gespräch mit dem die OP ausführenden Arzt dürfte Dir erheblich mehr bringen, als das Einwerfen von Placebokügelchen.

Gute Besserung!

Kommentar von hafercookie007 ,

Hallo,

erstmal Danke für deine ausführliche Antwort! :)
Ich bin auch sehr skeptisch was Homöopathie betrifft. Die Studien sind mir bekannt. Trotzdem ist es ein sehr renommierter HNO-Arzt, der dafür verantwortlich ist, dass sich das Narbengewebe nun gebildet hat. Mein Vertrauen in die Rhinoplastik ist daher angekratzt und ich suche nach alternativen Methoden.
Zu verlieren habe ich ja schließlich nichts.

Kommentar von uteausmuenchen ,

hafercookie007,

viele Menschen rechtfertigen so ihren Griff zur Homöopathie. Nur: wenn Du in Ruhe drüber nachdenkst. Ärztliche Kunstfehler machen ein anderes Verfahren weder besser noch schlechter als es ohne diese Kunstfehler ohnehin ist.

Natürlich sucht man nach alternativen Methoden. Nur OB ein Verfahren von sich behauptet, eine Alternative zu sein (in Wahrheit aber völlig wirkungslos ist) oder eine echte Alternative ist, das ist nicht dasselbe.

Und doch: Du hast eine Menge zu verlieren. Geld zum Beispiel. Und Zeit. Zeit, die man sinnvoller in die Suche nach einer wirksamen Lösung investiert statt in Zuckerkügelchen.

Ein wirkungsloses Verfahren wird Dir nicht helfen können. Ob und wie es Hilfe geben kann, kann Dir nur ein Arzt sagen, der einen Überblick über wirklich wirksame Verfahren hat.

Und einen solchen solltest Du aufsuchen. Kannst dort ja etwas über den Kollegen schimpfen. Aber wirkstoffreie Zuckerkügelchen sind keine Lösung - wie sollten sie auch?

Grüße

Kommentar von hafercookie007 ,

Da hast du schon mit allem Recht.. Aber keine Sorge, ich werde nicht übermäßig viel Geld oder Zeit in die Globuli investieren.
Ich habe jetzt einmalig welche für nicht mal 10€ bestellt, nehme sie fleißig und wenn keine Besserung eintritt, dann war's das.
Mein Chirurg ist eigentlich sehr gut - er kann wohl nichts dafür, dass die Nase so schlecht verheilt ist.

Kommentar von faymorgane ,

Warum gewisse Leute so viel Zeit und Energie investieren, um andern die Homöopathie auszureden, leuchtet nicht ein. Dein Wunsch, ein homöopathisches Mittel zu versuchen, ist berechtigt. Allerdings ist in diesem Fall tatsächlich vordringlich, erst mal den Chriurgen zu konsultieren und ihn genau über dein Problem zu informieren und zu befragen vor der nächsten Operation.

Kommentar von uteausmuenchen ,

Ach, fay,

ich investiere doch nicht Zeit und Energie, um anderen Leuten die Homöopathie auszureden. Wie kommst Du nur darauf?

Ich investiere Zeit und Energie, um korrekte Informationen über die Homöopathie und den Placebocharakter ihrer Arzneien zu geben. Homöopathen selbst gehen mit dem Placebocharakter der Homöopathika bei Weitem nicht so ehrlich um. Entscheiden muss jeder dann selbst - aber eben auf der Basis der vollständigen und korrekten Information. Und die sollte naturwissenschaftliche Erkenntnisse und Studienlage eben einschließen.

Antwort
von berndcleve, 50

Versuche es mal mit Schmieröl für Schusswaffen: ballistol

Auf keinen Fall unkontrolliert homöopathische Mittel nehmen; das führt regelmäßig zur unfreiwilligen Arzneimittelprüfung.


Kommentar von hafercookie007 ,

Interessant. HIlft das auch bei Wunden, die nicht offen sind?
Werde es bestellen, danke für den Tipp!

Kommentar von berndcleve ,

Kann ich dir nicht genau sagen. Ich habe es einmal bei mir ausprobiert, da hat es sehr gut wirkt, obwohl ich davor auch ziemlich skeptisch war.

Das ist im Prinzip gereinigtes Weissöl. Das haben früher schon Soldaten zur Wundheilung genutzt. Heute wird das noch häufig bei Tieren angewendet.. Du musst aber vorsichtig sein, weil die Dämpfe können gefährlich sein für die Lunge. Wenn du das jetzt in die nase reinschmierst, weiss ich nicht, ob das das richtige ist.  Muss ich jetzt erst mal doch  von abraten.

Antwort
von brido, 22

Es wird sicher wiederkommen , außer Du machst eine Konstitutionsbehandlung z.B. mit Graphites oder Silicea. 

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