Frage von salutes, 127

Namen meiner Pflegefamilie annehmen...?

Hey,
Ich (15) lebe seit 14 Jahren zusammen mit meiner Schwester bei einer Pflegefamilie. Meine Mutter hat und konnte sich, dank einer psychischen Störung, nicht um uns kümmern. Generell macht meine leibliche Mutter nur Probleme.
Nun war neulich mal wieder das Jugendamt da und hat meiner Schwester und mir angeboten, dass wir den Namen unserer Pflegefamilie annehmen könnten (eine Ausnahme, da unsere Pflegefamilie sich so vorbildlich um uns kümmert!). Mein erster Gedanke war "klar, nehme ich an!", jetzt denke ich aber das es vielleicht nicht richtig sein könnte. Vor allem, da wir vor Gericht müssten (gegen meine leibliche Mutter). Ein zweiter Punkt ist, dass ich manchmal das Gefühl habe,  dass meine Pflegefamilie und ich gar keine echte Familie sind. Mein Vater ist kaum da und wenn, dann hört er einem kaum zu und meine Mutter ist oft auf einmal Beleidigt und zickig (sie selbst hatte eine blöde Kindheit). Damit will ich nicht sagen dass sie irgendwie blöd sind! Ich liebe sie! Die haben mich zu dem gemacht was ich bin und ich weiß, dass ich Ihnen alles anvertrauen kann. Ich hätte nur so gerne ein echte Familie und ich weiß nicht, inwiefern wir echt sind. Wie sehen echte Familien aus? Streitet man sich viel?
Ist das, was ich hier in Bezug auf meine Eltern erzähle, normal? So, wie in fast jeder Familie? Und was meint ihr, soll ich den Namen annehmen? So hätte ich vielleicht ein Gefühl von Zugehörigkeit...
...Am liebsten hätte ich einfach keinen Nachnamen...

Antwort
von Kichererbse96, 67

Also das was Du schreibst, klingt in der Tat nach einer "normalen Familie". Denn solange Deine Pflegeeltern euch liebevoll und respektvoll behandeln, ist eine Meinungsverschiedenheit ganz normal.

Ob Du den Namen annehmen sollst? Nun, das kannst nur DU entscheiden. Aber setze Dich selber nicht unter Druck sondern nehme Dir genügend Zeit, um darüber nachzudenken.

Antwort
von birne25, 63

Das was du da über deine Eltern erzählst, klingt völlig normal. Es wäre eher unnormal, wenn dich deine Eltern in der Pubertät nie nerven ;)

Ich finde, eine Familie ist man hauptsächlich dadurch, dass man sich zusammengehörig fühlt. Wenn du fühlst, dass deine Eltern wirklich zu dir gehören, nimm ihren Namen doch an! Deiner Mutter scheinst du dich ja nicht sonderlich verbunden zu fühlen.

Übrigens ändert man seinen Nachnamen ja auch, wenn man heiratet. Das heißt dann auch "Ich gründe jetzt eine neue Familie mit meinem Partner. Ich fühle mich jetzt dieser Familie verpflichtet und habe mich losgelöst von meinen Eltern".

Antwort
von Elfi96, 64

In jeder Familie gibt es mal Streit. Egal, ob zw den den Elternteilen oder zw Geschwistern untereinander oder Kinder mit Eltern. Wichtig ist, dass man wieder aufeinander zu geht und vllt auch mal darüber nachdenkt, was den Gegenpart dazu gebracht hat, genau so zu agieren. Du bist eh jetzt in einem Alter, in dem man versucht,  sich eig von den Eltern abzugrenzen. Das ist  auch normal.  Ich habe einen Sohn und einen Stiefsohn. Der Stiefsohn hatte  zwischenzeitlich auch eine andere Vorstellung vom Zsm- leben als wir, hat aber inzwischen seinen Weg gefunden und ist auch wieder gern hier. Mein Sohn und ich hatten uns auch oft gestritten. Meist  ging es um Kleinigkeiten. Wir haben ein schönes Ritual gefunden,  einen Streit zu beenden: derjenige, der zuerst merkt, dass der Streit blöd ist, bringt den anderen mit einer witzigen Bemerkung zum Lachen. Und wenn wir lachen, können wir uns ganz vernünftig über den Grund des Streites austauschen. 

Ob du den Namen  annimmst oder nicht: eig merkt man am Zusammenhalt, wie gut ein familiäres Gefüge ist. Das Zauberwort heißt TEAM. Auch später im Arbeitsleben kann ein Miteinander nur funktioniert, wenn jeder seinen Teil zum Gelingen des Teams beiträgt. LG 

Antwort
von zippo1970, 51

Hallo!

Jeder Mensch hat das Bedürfnis, irgendwo dazu zu gehören. Der Name ist ein Zeichen von Zugehörigkeit. Es ist aber nur ein Zeichen nach außen. Ein Zeichen für andere.

Die Zugehörigkeit ist eher ein Gefühl. Ein Gefühl das man hat, oder eben auch nicht. Ein Name ändert nichts daran, was man fühlt.

Jede Familie ist anders. Und sich mal streiten, ist glaube ich normal. In meiner Familie streiten wir oft, wie die "Kesselflicker". Aber wenn es darauf ankommt, stehen wir zusammen, so das nicht mal ein Blatt Papier zwischen uns passt. Aber das ist alles individuell, und hängt auch viel von jedem einzelnen ab, wie gut eine Familie funktioniert.

Ich kann dir nicht sagen, ob du deinen Namen ändern lassen sollst. Ich würde mir an deiner Stelle, die Frage stellen, ob dieser Schritt, für dich etwas ändert? Ob du dich damit besser fühlen würdest? Ändert es etwas daran, was du fühlst?

Alles Gute für dich!

LG :-)

Antwort
von passaufdichauf, 22

Das Jugendamt kann dir gar nicht "anbieten", deinen Nachnamen zu ändern. Dein amtlicher Vormund kann dies beim Familiengericht beantragen, dann wird deine leibliche Mutter dazu gehört.

Wenn sie ihr Einverständnis dazu nicht geben wird und das Gericht dennoch der Überzeugung ist, es diene dem Kindeswohl, dass du den gleichen Nachnamen trägst wie deine Pflegeeltern, wird die Zustimmung deiner Mutter durch die des Gerichtes ersetzt.

Das ist auch keine "Ausnahme, weil die "Pflegefamilie sich so vorbildlich um euch kümmert" (das ist übrigens selbstverständlich, sonst ist die Pflegefamilie längstens Pflegefamilie gewesen!) .

Für mich ist der Name Teil der Identität...wenn du deine Identität noch nicht gefunden hast, lass es sein mit der Namensänderung. Es klingt so, als wenn du zu der Änderung überredet werden sollst!

Du hast eine "echte Familie", deine Pflegefamilie, aber dazu musst du nicht zwingend deren Namen annehmen.

Antwort
von Sanja2, 28

Das was du von deiner Familie erzählst klingt völlig normal. Allerdings stellt man sich als Pflegekind natürlich manche Fragen viel kritischer als leibliche Kinder, weil man ständig das Verhältnis in Frage stellt und auch ein wenig Angst hat, das man die Familie verlieren könnte.

Ob du den Namen annimmst musst du entscheiden. Das kann dir niemand abnehmen. Aber alleine, dass deine Pflegeeltern das anbieten bedeutet ja schon, dass du für sie wie ein eigenes Kind bist. Einem Kind das einfach "nur" das Pflegekind ist würde man den eigenen Nachnamen nicht anbieten.

Antwort
von neundreiviertel, 50

Also ich würde ihn erheblich gesagt annehmen ... Wer mich 14 Jahre lang aushält und groß zieht , dem würde ich damit meinen vollen Respekt Erlangen

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