Frage von YukiSchreibt, 106

Name für ein Dorf?

Ich schreibe mal wieder eine Geschichte und brauche nun einen Namen für ein Dorf.

Kurze Umschreibung: -klein -inkl. Bauernhof -inkl. Gaststätte -inkl. Kirche -inkl. Café - 28 Wohnhäuser - Supermarkt

Freue mich schon auf die Ideen (sollte nur ein Wort sein)

Ich möchte allerdings nicht hören "streng deine Fantasie mal an blablabla wenn du das schreibst musst auch du die Namen bestimmen blablabla" Danke LG Yuki

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von VortexDani, 22

So, nun hier ein Teil der Vorlesung, klar unübersichtlicher wegen dem nervigen Gf.net Editor, weil Word Format nicht möglich und eigener unfähiger Formatierung: schau dir die Endungen an und die Infos zu Dorftypen (besonders aber die Namensgebung am Ende der Antwort) so kannst du dir den Namen selber herleiten und anpassen


Eigenschaften ländlicher Siedlungen im Raum (Europa):
  • ländliche Siedlungen haben keine Arbeitsteilung
  • keine höhere administrative Verwaltungen
  • Rohstoffe werden generiert, nicht weiterverarbeitet, primäre Produktion (z.B. Kies)
  • haben seltenst einen Bedeutungsüberschuss
  • eine geringe Gebäudehöhe
  • recht lockere Bebauung (Abstände zwischen den Häusern ist größer als in den Städten)
  • Einwohnerzahl meist gering (kleiner 5.000 Einwohner)
  • viele Eigentumswohnungen
  • homogene Struktur
  • hoher Pendleranteil
hoher Anteil der Reserveflächen (können in Zukunft für z.B. Bau oder Erholungsflächen verwendet werden)
A - Formen von Siedlungen [DE, International(/-kontinental)]:

1. Lineare Siedlungen
a) Straßendörfer (=Reihensiedlungen)
  • Gebäude stehen relativ dicht beieinander
  • gibt es doppelseitig/zeilig und einseitig
  • dicht an dicht gebaut, Haus ganz vorne
  • ist planmäßig entstanden (meist im Hochmittelalter, ca. 10. Jhd.,
  • wegen starker Bevölkerungsanstieg [zweite Ausbauphase]) ->
Gebiete, die von den Römer und Kelten nicht besiedelt waren ->
Neusiedelland [Feuchte , Hügelige Gebiete]
b) Hufendörfer (Hufen entstehen durch genetischen Eingriff)


Waldhufendörfer
- Planmäßig- Auf Rodungsinseln entstanden- geplante Straße durch Wald für Holztransport- entstanden im Hochmittelalter- Am Ende der Hufe ist WaldHinweis im Ortsnamen bei Endung auf -roda oder
–reut)


Moorhufendörfer
- Grenzen und Hauptwege sind Wassergebiete- wird durch einen zur Straße parallelen Kanal und Drainagekanal zwischen den Parzellen entwässert- geplant, entstanden im Moor, entstanden v.a. Im 18. Jhd.
Marschhufendörfer- Norddeutschland, in den Marschen- Feuchte Nasse Standorte [Prinzip Moorhufendörfer]



2. Polare Siedlungen
a) Rundlinge und Weiler
- Zentraler Platz mit wichtigsten Gebäuden :
- Rathaus , Kirche , Getreidespeicher- Planmäßig entstanden- leicht zu verteidigen- Hohes/ Spätemittelalter im Osten- Rundlinge stehen unter Denkmalschutz- die Parzelle ist trapezförmig (heißt, der Bauer erreicht mehr Ackerland)
b) Angerdorf  [Bsp. Baiershofen]
- liegt an einer Straße, ist auch eine lineare Siedlung [geplant]- es öffnet sich ein ovaler Platz am Dorf (=Anger),  hat einen Gemeinschaftsplatz         

- wurde als Allmende benutzt ("alle Männer", heißt Dorfplatz gehört allen, hat darauf oft einen Teich oder eine Kapelle ( heute Rathaus, oder Spielplätze)

-> hat die Vorteile eines Rundlings und die Vorteile eines Straßendorfes-> Nachteil: kann schwer wachsen, da der Anger begrenzt ist



3. Flächenhafte Siedlungen

- Keine Planungsstrukturen - auch Haufendörfer genannt, sind durch organisches Wachsen entstanden [ohne Einfluss auf Planungsmuster]



4. Sonderformen

-> Problem: Trinkwasserversorgung, da Marschen im Salzwasser liegen
b) Platzdörfer
-es wird ein großer Platz in der Mitte geschaffen-ähnlich wie Rundlinge


c) Schachbrettdörfer
- Planmäßige Anlangen- Oft in Amerika



B - Ortsnamen:

-> geben oft schon eine Auskunft darüber, was es für eine Siedlungsform ist


- aber: nie auf nur ein Indiz verlassen, sondern
im Kontext mit anderen Ortsnamen der Umgebung betrachten


- deuten oft auf den früheren Besitz durch Adelige oder auf den Klerus hin (z.B. Adelshausen)[Alt]


- spiegeln auch oft die bevorzugten Heiligen dieser Zeit wieder


- werden auch nach ihrem Gründer benannt (Göppingen)


- Enden auf -ingen; Völkerwanderungen 6.Jhd. (→ germanische
Landnahme; frühes Mittelalter, kurz nach der Antike), auch nach denen, welche diese spezielle Wanderung angeführt haben; Folge: oft sehr gute Standorte, wie z.B. gutes Ackerland, Frischwasserversorgung, an Handelsroute gelegen)


- Östlich des Lechs -ing; westlich des Lechs -ingen; (Lech dient als Sprachgrenze)


- später: die besten Plätze waren schon belegt, daher oft
Landschaften auf -außen, -heim, -stätten
- Voraussetzung für die Besiedelung: Ackerbau und
Viehzucht (→ Agrarrevolution)- wann war diese Sesshaftwerdung? (Mesopotamien: 8.000 v.Chr; in Amerika 17.Jhd)- weitere Auskunft: das Ortswappen
Beispiele:
- Tannhausen: saurer Boden, da dort Tannen wachsen
- Nürnberg:     Fels [-Nürn]- Redwitz:       slavischer Name, deutet auf Grenzverschiebungen- Neugablonz: gibt Hinweis auf Gründung sowie Herkunft der Menschen- aber: oft ändert sich der Ortsname mit der Zeit

B2 - Endungen und Bedeutung
beinhaltet der Name:

-ach oder -ache oder -aue liegt ein Hinweis auf einen feuchten Standort/ Wasserläufe hin-beuren, -bur, -bäuren Hinweis auf genetisches / organisches Wachstum hin-bühl, -bier, -pichel, -bichel Hinweis auf eine Anhöhe / bewegtes Relief hin (ausgehend von alten Flurkarten, vor der Flurbereinigung)-eck, -egg Hinweis auf eine befestigte Anlage-futt, -führt Hinweise auf eine Fuhrt (seichte Stelle, wo man Fluss überquert, kostenlos) (Gegenteil: Hochzoll)-hall ist das keltische Wort für Salz (also Abbau ( Schluss auf Zechstein ), manchmal auch Handel)-hauen, -roda, -reuth, -ried  Hinweis auf ein Rodungsgebiet (Beispiel: Bayreuth) zur Zeit des Bevölkerungswachstums, 9./10/11. Jhd.-schwenden ist eine Art des Rodens,
weniger auf Bäume als auf Sträucher
-ruh, -ruhe Hinweis auf ein Grab (Karlsruhe, Karl wurde dort begraben)-bäune, -beine, -bühne, -binge Bezeichnung für eine eingezäuntes Gelände: Frage: Grund? Viehhaltung oder kriegerische Konflikte-rain ist ein Hinweis auf eine Grenze

B3 - Flurnamen

- Allmende =  Gebiete die von allen Männern benutzt werden kann [Öllmet]- Baint / bühne / Binge = Areal , welches von einem Zaum umschlossen ist- Matt / Matten = Bergweiden , Magerrasen- moos [bayrisch] = Niedermoor, , kommen auch tiefer gelegen vor; feuchter Standort; es wurde abgetorft, -> lineare Dörfer, oft mit Drainage-ried [schwäbisch]= auch ein Niedermoor, aber der schwäbische Name !! Nicht verwechseln mit Rodung- Filz =  ist ein Wort für Hochmoor, welche nur in einer gewissen Höhe vorkommen- Kühle = Mit Wasser gefülltes Loch


Das hat jetzt 1h gedauert neu zu schreiben, würde mich freuen, wenn du dir Mühe gibst und gutes Gelingen bei dem Werk ;)

Antwort
von VortexDani, 14

Die meisten Dörfer haben ihre Namen entweder im Mittelalter bis zum 18. Jh. erhalten oder später eben solche, die als "Pendlerdörfer" nahe neuen Planstädten durch Anhäufung an Siedlungen entstanden, wobei es wohl davon wenige gibt, zumindest in DE

für deutsche Dörfer habe ich zur Benennung ein mehrseitiges Dokument einer Universitätsvorlesung der Geographie - mit PN könnte ich dir das schicken (FA nötig?) somit hättest eben du noch die Auswahl, sollte es ein historisch entstandenes Dorf sein - denn nach Supermärkten wurde wohl keines in DE benannt ;)

Viel Erfolg

Antwort
von staircasse, 39

Tolkinhof oh je, bin wohl nicht mehr auf dem Laufenden. Gibt es sowas schon? Na gut, wie sieht es mit Friedbach aus?!


Kommentar von YukiSchreibt ,

man soll dabei nicht an ein anderes Buch denken xD

Kommentar von YukiSchreibt ,

ich hab es gelesen und dachte an J. R. R. Tolkien (Herr der Ringe Autor)

Kommentar von staircasse ,

Sorry, aber das ist nicht so ganz meine Genre, also unbekannt, aber man lernt nie aus. :-)

Antwort
von piercethekatja, 48

Wie wäre es mit Winterbach?

Oder vielleicht Aros (<-- ist eigentlich ein männlicher, nordischer Name und bedeutet "aus den Flüssen Mund")

Kommentar von YukiSchreibt ,

die Idee gefällt mir. vorallem Fluss passt zur Location. Doch klingt er sehr exotisch. Es spielt praktisch in DE

Kommentar von piercethekatja ,

Hm... na gut. Wie wäre es mit Rosenfelde? (:

Kommentar von YukiSchreibt ,

Winterbach finde ich schwierig, weil der Winter dort wie in Süddeutschland 2015/16 ist nass aber nicht winterlich :D

Antwort
von Ask2356, 19

Niederschelden Oberschelden Eiserfeld

Antwort
von absoluteantwort, 57

Labausendudel

Kommentar von YukiSchreibt ,

Sie sollten ernst und realistisch sein...

Antwort
von OlliBjoern, 18

Welche Sprache soll es sein? Deutsch?

Im Norden enden Dörfer oft auf -sen oder -trup; 
im Süden (BaWü) sehr oft auf -ingen, in Bayern auf -ing
im Osten ist -a häufig

Schwedisch?

Dörfer enden oft auf -by (Dorf), -å (Fluss), -köping (Handelsplatz, Kaufmannsplatz), in Nordschweden auch -sele

Finnisch?

Endung -joki (Fluss) ist häufig, oder -niemi, gelegentlich -linna (Festung)

Also ich schlage mal (norddeutsch) vor:

Lüttentrup  

Scheint es nicht zu geben, macht aber Sinn.

Finnischer Vorschlag: Mustajoki

Schwedischer Vorschlag: Dalsby

(die habe ich mir beide ausgedacht, kann aber dennoch sein, dass es die gibt, das eine heißt "schwarzer Fluss", das andere "Talsdorf")

Und - nicht ganz ernst gemeint - Bad Langenratza

Antwort
von McFatty, 39

fridens , öldeheim , aldedorf

Antwort
von LordPhantom, 22

Hasenhort

Antwort
von Rubirubi, 39

Bad Strohbach

Kommentar von YukiSchreibt ,

möglichst 1 Wort

Kommentar von Rubirubi ,

Strohbach?

Antwort
von Wernerbirkwald, 23

Winzigheim

Schmalendorf

Ohnetadel

Freudentaumel

Antwort
von Tronass, 31

Bewhart, Bluttgart, Calden oder Schligar xD.

Antwort
von Lenzi404, 32

Welches Zeitalter?

Kommentar von YukiSchreibt ,

dieses (21.) Jahrhundert.

Kommentar von Lenzi404 ,

Oberheldenberg
Hintersteinkirchen
Weidendorf
Seidsberg

Antwort
von interfraction, 29

Wipperfeld <3 das schönste fleckchen erde auf der weiten welt.

Kommentar von YukiSchreibt ,

gibt es das Dorf wirklich?

Kommentar von interfraction ,

ja im bergischen land, wo die wälder noch rauschen und die nachtigal singt (auszug aus dem bergischen heimatlied^^), sprich nrw.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community