Frage von acidfairy, 299

Nahtoderfahrung & soziale Isolation durch Drogen - Fragen?

1.Entstehen durch einen Ich Tod durch beispielsweise Meditation oder bewusstseinserweiternden Drogen mehr Vor- oder Nachteile ?

Ich weiß, dass die persönlichen Vorteile enorm sind und als Goldwert empfunden werden.
Allerdings frage ich mich manchmal, ob das nicht doch mehr Nach- als Vorteile mit sich bringt.
Ich meine, man wird ja schon sehr gesellschaftskritisch dadurch.

2.Kann es nicht irgendwann dazu führen, dass man sich so unverstanden fühlt, dass man sich sozial oder emotional abkapselt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rolfmengert, 130

Das Feld der Drogen will ich mal auslassen, weil ich da keine persönlichen Kenntnisse besitze. Ich denke jedoch, dass man Deine Fragestellung auch ohne den Bezug auf psychogene Drogen beantworten kann.

Wenn man sich den Praktiken gegenüber öffnet, die eine vertiefte Wahrnehmung sowohl in die Bereiche des persönlichen Unbewussten als auch in die resonanzartig wirkenden Gruppenerlebnisse ermöglichen, dann eröffnet man sich ohne Frage zusätzliche Erfahrungsdimensionen, die ganz eindeutig eine große persönliche Bereicherung darstellen. 

Das fängt mit autogenem Training an, geht über katathymes Bilderleben und andere Praktiken zum Erreichen einer hypnotischen Trance weiter zu unterschiedlichen bewusstseinserweiternden Methoden wie z.B. verschiedenen Gruppentherapien wie der Gestalttherapie, dem Psychodrama oder sogar dem Schamanismus, bei dem ein Übergang aus der realen bewussten Welt in die sog. "nichtalltägliche Wirklichkeit" Gegenstand der Aktivitäten ist. Vertraut sich der Klient diesen "Systemen" an, kann er für sich existentielle Erfahrungen und Veränderungen durchleben, die fast immer zusätzliche Wahrnehmungs- und Erlebnisräume eröffnen.

Nun zu Deiner Frage, ob solches Handeln im sozialen Feld auch Vorteile bringt, ist schwieriger zu beantworten. Wenn man sich mit einem Freundeskreis umgibt, der weltoffen denkt, andere Lebensformen mit Interesse und Anteilnahme zur Kenntnis nimmt und Dich in Deiner Eigenheit akzeptieren kann, dann bleibt die Bilanz positiv. Wenn Deine Freunde und Bekannten jedoch mehr auf Sport, Musik und Events stehen und alles, was in irgend einer Weise nach Esoterik aussieht, mit großer Abscheu zu den Abwegigkeiten rechnen, dann könntest Du mit Deinen Interessen durchaus in eine Aussenseiterposition gelangen, die Dir den unbefangenen Umgang mit den Freunden erschweren würde. 

Kommentar von acidfairy ,

Ich bin wirklich sehr dankbar für deine neutrale Haltung, ganz ohne Bewerten, wie es die anderen machen.
Deine Antwort ist hilfreich und die Art und Weise, wie du es formuliert hast, ist richtig schön professionell und trotzdem verständlich! Lass dich loben :-)
Darf ich fragen, woher du dieses Wissen hast ? studierst du Psychologie oder so ?

Antwort
von AlphaundOmega, 53

Zu 1.

"Gesellschaftskritisch", ist nicht negativ zu bewerten , ganz im Gegenteil , trägt es dazu bei, die wiederholten Fehlansichten ins rechte Licht zu setzen, bzw. aufzudecken oder auch bewusst darauf hinzuweisen und zu überdenken...Somit kann es nur von Vorteil sein , auch wenn man dabei gegen den Strom schwimmt...

Zu 2.

Es ist eher so , das man sich nun mit Freude  für alles öffnet , als wie viele,  nur den Kopf in den Sand zustecken..., denn diese sind ganz offensichtlich die Unverständigen, die lieber abwarten , als sich selbst darüber zu informieren oder bewusst zu werden...Es wird also immer die Menschen in erster Linie  interessieren, die sich ebenfalls nicht  gerne abkapseln und den Hintergründen selbst nachgehen...Dadurch kam schon so manches ans Tageslicht, was auch den einen oder anderen "Unverständigen" geweckt hat...

Und was gibt es Sozialeres  , als sich um das Wohl unserer Gesellschaft zu kümmern ? :)

Expertenantwort
von Chillersun03, Community-Experte für Gesundheit, 90

1.Entstehen durch einen Ich Tod durch beispielsweise Meditation oder bewusstseinserweiternden Drogen mehr Vor- oder Nachteile ?

Das kann man nicht pauschalisieren oder verallgemeinern. Ich lehne mich mal etwas aus dem Fenster und sage, dass bei einer gesunden Psyche und bei einzelnen Erfahrungen (2-3 im Leben!) mit bewusstseinserweiternden Drogen (Halluzinogene, Empathogene, Entaktogene) die Vorteile überwiegen, oder überwiegen können.

Sobald die Psyche nicht in Ordnung ist, oder man regelmäßig konsumiert und der Konsum zur Bedürfnisbefriedigung missbraucht wird, dann überwiegen nahezu immer die Nachteile.


2.Kann es nicht irgendwann dazu führen, dass man sich so unverstanden fühlt, dass man sich sozial oder emotional abkapselt?

Na klar. Ziemlich großer Nachteil. In der Regel hat man an diesem Punkt schon eine psychische oder soziale Störung.

Antwort
von Kitharea, 80

Ich würde Drogenerfahrung und Meditationserfahrung komplett auseinanderhalten - zumindest bei dem was im Moment am Markt an Drogen unterwegs zu sein scheint.
Drogen sorgen dafür dass man in so eine Situation quasi "hineingeprügelt" wird - egal ob man soweit ist oder nicht - egal ob man es aushält oder nicht psychisch. Ich denke schon dass das zu gravierenden Nachteilen psychisch gesehen auf Dauer führen kann. Es ist ein Überfall auf die Seele wenn man mich fragt.

Meditation ist wieder komplett anders - man bereitet sich quasi darauf vor und arbeitet auf etwas hin. Der Geist kann selbst entscheiden wann er soweit ist diese Erfahrung zuzulassen. Ich vermute wenn es passiert hält man das auch durch und kann damit umgehen. Davon abgesehen sehe ich es als Vorteil so etwas "bewusst" wahrzunehmen und zu spüren und nicht unter Drogeneinfluss über sich ergehen zu lassen.

Ich bin eigentlich null esoterisch aber so stelle ich mir das vor.

Kommentar von acidfairy ,

danke schön ! das stimmt was du sagst

Antwort
von NewKemroy, 81

Meiner Meinung nach sind es drei Ichs. Wenn es Dir gelingt eines davon für immer loszuwerden. Super! Wenn Du das als permanenten Zustand hinbekommst ohne Drogen zu nehmen und ohne andauernd ewig zu meditieren, um diesen Zustand aufrecht zu erhalten, dann ist das gut.

Wenn Du Dir aber dein gesamtes Leben mit der Suche nach diesem Zustand versaust, indem Du Drogen nimmst, dir mit Hard-core-Meditation die Gesundheit ruinierst und dich in deinen sozialen Beziehungen in eine Aussenseiter-Position manövrierst, weil Du über nichts anderes mehr reden kannst als das, dann ist das überhaupt nicht gut.

Mein Vorschlag wäre: Geh' doch in eine Zen oder Vipassana-Gruppe. Und wenn Dir das zu wenig ist, es gibt in beiden Disziplinen auch Intensiv-Trainings, die Dir alles abverlangen. Aber hier wirst Du von Profis angeleitet und die Gefahr sich selbst zu schädigen ist dadurch deutlich geringer.

Antwort
von NichtZwei, 58

Ja klar, wenn du die Wahrheit erkennst und dann siehst, dass die Menschen um Dich im Traum leiden, so kannst du das fuehlen, aber es beruehrt dich nicht, weil niemand mehr da ist, den es beruehren kann. Aber die Liebe zu den Menschen laesst dich helfen, wo immer du kannst, die Not zu lindern, du selbst kennst dann ja keine mehr bzw. ist es fuer dich nicht mehr wichtig. Die meisten helfen dann, damit die anderen auch erwachen, weil deine Ausstrahlung anziehend auf Warhheitssuchende ist, du kannst es praktisch nicht vermeiden. Sicherlich wirst du die Stille vorziehen, aber es laesst dich nicht zu einen Eremit werden, denn das Leben geht ja weiter, ob hier unten oder anderswo. Alles Gute!

Antwort
von polenaa, 87

Doch definitiv! Ich weiß nicht wer sagt das sowas nützlich ist aber ich habe im Rahmen meiner Arbeit ab und zu mal mit Leuten mit Drogen Problemen zu tun und oft sind solche Leute kaum noch in der Lage sich in der "normalen" Gesellschaft zurecht zu finden geschweige denn sich ernsthaft irgendwo zu integrieren da sie so sehr in ihrer eigenen Welt leben... :/

Kommentar von acidfairy ,

ehrlich alle? oder quasi nur, weil du einen sozialen Beruf machst, in denen du solchen Menschen hilfst? weil dann isst es ja klar, dass du sozusagen nur die vor Augen bekommst, die nicht damit zurecht kommen. die, die durch bewusstseinserweiternde Drogen Erfahrungen im Nachhinein ihr volles Potenzial erkennen, kennst du vielleicht nicht.. also das ist jetzt nur eine Hypothese

Kommentar von polenaa ,

Ich denke was du meinst sind keine richtigen "drogen-nah-Tod-Erfahrungen" sondern eher in die Richtung der Ketamin-Therapie (in den USA zur Zeit sehr populär)
In meinen Beruf bekomme ich nur Leute zu sehen die sich durch eben solche "nah Tod Erfahrungen" eher zu Grunde richten als irgendetwas anderes...
Falls du so etwas vor hast (mal so unvoreingenommen wie es mir möglich ist):
Mach sowas nur unter professioneller Aufsicht... in den USA so wie in Südamerika werden ähnliche Kuren mit verschieden natürlichen wie auch chemischen Drogen angeboten (musst dich wenn du das vor hast natürlich erst mal informieren und ich denke sowas wird nicht billig und auch nicht leicht in so ein Programm rein zu kommen)  da bezahlst du quasi für einen "Trip" der dein Leben bereichern soll und ich kann es natürlich nicht einschätzen aber ich halte es für möglich... indianische Stämme machen sowas schon seit Jahr Tausenden!
Jedoch: mach sowas bloß nicht in Deutschland mit irgendeinem Möchtegern Drogen-Profi der dir 10 verschiedene Sachen rein pfeift und dir danach die Offenbarung verspricht denn dann sehen wir beide uns früher oder später wahrscheinlich persönlich aufgrund meines Jobs 😜

Kommentar von acidfairy ,

hahaha okay ja das stimmt ich meine nicht richtige nahtoderfahrungen sondern das andere. danke für die Antwort :)

Antwort
von staffilokokke, 74

Wenn Du ein Teil dieses Systems, dieser Maschinerie bleiben willst, ist es sicherlich von Nachteil. Irgendwann steigen die Eingebetteten Deinen Gedankengängen nicht mehr hinterher. Doch wenn Du etwas vollkommen anderes willst...wenn Du mehr von Dir wissen willst, mach was Du für notwendig hältst. 

Antwort
von Tasha, 84

Ich weiß nicht, ob man Meditation und Drogeneinnahme gleichsetzen kann. Meditation soll m.W. etwas Aktives sein, während man Drogen nimmt und dann wartet, was passiert.

Es gibt genug Menschen, denen Meditation im Alltag Ruhe und Entspannung sowie Gelassenheit und Kraft gibt, und genug Menschen, die durch Drogenmissbrauch Probleme finanzieller und medizinischer Art bekommen haben. 


Emotionale Abkapslung: Eher nicht, wenn man hin und wieder etwas praktiziert (Meditation) oder auch mal vor sich hinträumt. Bei Drogen ggf. aber durch die Suchtwirkung?

Was Nahtoderfahrugnen mit beidem zu tun haben, weiß ich nicht, es sei denn, man würde durch die Drogen in Lebensgefahr geraten. Ansonsten wird bei Nahtoderfahrungen m.W. diskutiert, ob ein Kohlendioxidüberschuss im Blut solche Art von "Halluzinationen" hervorrufen kann.

Ich für meinen Teil halluziniere jede Nacht, man nennt das Träumen und das reicht mir eigentlich als Bewusstseinserweiterung! ;-)

Kommentar von acidfairy ,

stimmt nicht:-)

Kommentar von user8787 ,

Du hast Null Erfahrungen....den Rest hat @holodeck bereits geschrieben, dem ist nichts hinzuzufügen. 


Antwort
von AlphaPredator, 86

Hallo,

ich würde dir Drogen komplett abraten, wenn du konzentriert nachdenken möchtest. Denken funktioniert super, wenn man unter keinem Einfluss von jemandem/etwas steht.

Du solltest dir immer klar machen, wie Drogen dein Leben nach unten ziehen können (Sucht, Isolation, Geldprobleme) und wie depressiv du in Zukunft werden könntest, während du mit klarem Denken viel objektiver und meiner Meinung nach produktiver (auch im Sozialen) sein kannst.

Und du solltest auch so darüber nachdenken können, wie viel Wert das Leben für dich hat, weswegen ich eine Nahtoderfahrung vermeiden würde, da sie dir anstatt den Wert zeigen auch alles nehmen kann.

Gruß, AlphaPredator

Kommentar von acidfairy ,

Bewusstseinserweiternde Deogen haben ein niedriges Suchtpotenzial. du weißt anscheinend nicht, worum es geht. Warnungen kannst du dir sparen, ich bin mir über alles bewusst. das war nicht meine Frage !

Antwort
von holodeck, 67

Ich-Tod und dazu dann auch noch Drogen hat nur Nachteile. Man bekommt nämlich 'nen echten Hau wech (Psychose) und läuft Gefahr, für längere Zeit in die Geschlossene eingewiesen zu werden. 

Was das ganze irre Zeug nun auch noch mit Nahtoderfahrungen zu tun haben soll, lassen wir mal offen. In diesem Zustand zerfahrenen Denkens, wie hier von dir demonstriert jedenfalls würde ich dazu raten, nichts von beidem anzustreben.     

Es wäre weitaus zielführender, erst einmal in diesem Leben anzukommen und präsent zu sein. Mehr braucht man nicht.   

Kommentar von acidfairy ,

doch hat es :-) aber gut wenn man halt keine Ahnung hat

Kommentar von holodeck ,

Du musst nicht alles glauben, was dir die Ayahuasca, DMT und Pilz Freaks erzählen, sondern musst das mal so sehen: früher gab es Grimms Märchen, heute gibt es Internet Foren. Dass man eine solche Binsenweisheit einer 19jährigen Abiturientin mit Bio LK überhaupt noch andienen muss ist schon traurig genug.        

Nahtoderfahrungen sind NICHT hormoninduziert. Was u.a. daran abgelesen werden kann, dass im Falle von Hirntod keine Zentren mehr aktiv sind, die eine Hormonausschüttung überhaupt verarbeiten könnten. Du musst auch nur mal ernsthaft DMT Berichte mit Nahtodberichten vergleichen, um festzustellen, dass die Qualität der Inhalte eine völlig andere ist und miteinander ungefähr soviel Ähnlichkeit haben, wie eine Mücke mit einem Elefanten. Dazu kommt: kein NTE'ler sieht psychedelische Bilder. 

Dafür hauen psychedelische Drogen jedem, der seelisch instabil ist, völlig den Vogel raus. Und das sind Leute, die wie du unterwegs sind, weil sie irgendeine postpubertäre Lebenssinnkrise mit sich herumschleppen. Sich dazu vielleicht auch noch wunder was für einen Kick von Erleuchtung versprechen und sich dabei auch noch megacool vorkommen. Aber viele Schein-"Erleuchtete" der Szene sind nichts weiter als selbsternannte Drogenschizos. Zu anderen Zeiten hielten sie sich für die Reinkarnation von Jesus, weil eben das "in" war. Ich habe genügend Leute erlebt, die von solchen Trips nicht mehr runter gekommen sind und sich noch in ihren Zwanzigern umgebracht haben.

Ego Death

ist das sicherlich meistmissverstandendste spirituelle Konzept überhaupt. Das Ego stirbt nicht! So ein Quatsch. Das Ego und die Kenntnis gesunder Grenzen sind unverzichtbare psychologische Funktion, ohne die ein Mensch schlicht gaga wird. Auch "Erleuchtete" haben noch ein Ego. Der einzige Unterschied ist: sie wissen, was Konzept und was Ego ist, und sie wissen beides in einem vernünftigen Rahmen zu handeln.

Überbewusstseinserfahrungen werden dem Menschen außerdem in hellwachen, aktiven und hochkonzentrierten Bewusstseinszuständen zuteil. Aber nicht im Drogenrausch. Typisch ist eine Vertiefung des Bewusstseins sowie eine Zentrierung im Sein. Das ist dann auch schon alles. Wie es so schön heißt: Vor der Erleuchtung Wasser holen und Holz hacken, nach der Erleuchtung Wasser holen und Holz hacken.   

Erleuchtung, bzw. das Erwachen kann man eigentlich niemandem empfehlen, der in dieser Gesellschaft noch so etwas machen möchte wie eine "Karriere". Außerdem ist der geistig seelische Zustand der meisten Menschen in unserer Gesellschaft nicht so beschaffen, als dass ein Durchschnittsbürger ein Erwachen unbeschadet an seiner geistigen Gesundheit überstehen würde.

Um mit einer weiteren überaus bizarren Idee über "Erleuchtung" aufzuräumen: man nimmt keineswegs fortan zartrosa Elfenstaub wahr und wandelt palmwedelschwingend, "Peace, Peace" intonierend, durch Stadt und Land. Sondern eine vertiefte Wahrnehmung bedeutet, man schaut auch in die finstersten seelischen Abgründe seiner Mitmenschen, die in der Regel voll sind von Trauer, Schmerz, Ängsten, Aggression, Lügen und Verdrängtem. Und diese Realität vom wahren Ausmaß des eigenen sowie seelischen Zerrüttungszustands dieser Zivilisation ist eben nur einer der Punkte, mit dem instabile und ungereifte Persönlichkeiten nicht umgehen können, sie dekompensieren daran.    

Es handelt sich also beim Konzept des Ego Death um eine sachlich völlig unzutreffende Verklärung des Konsums psychedelischer Drogen, in deren Wirkungsversprechen irgendwelche Leute alles reingepanscht haben, was auch nur annähernd nach Bewusstseinserweiterung aussieht. Nur deshalb finden sich die Erfahrungen der NTE'ler, wider Willen für Drogenexperimente missbraucht, darin wieder.

Gretchenfrage: wie wollen psychisch völlig instabile und ungereifte Persönlichkeiten jemals erleuchtet sein? Die drollig naive Vorstellung dahinter ist ja, es mache irgendwie "Klick" und dann sei man ein anderer Mensch. Vor allem sei man seine Psycho Macken los, denn das Ego ist ja gestorben.  

Nein. So geht das nicht. Das Konzept zu hinterfragen geht dabei los, dass man sich im Klaren darüber ist, dass jede Vorstellung von einem Ziel (=Erleuchtung) ein Kontroll- und Abwehrmechanismus darstellt. Insofern sollte man seine Energien zuerst in die seelische Gesundheit investieren und klar in der Birne werden. Anschließend kann man sich, wenn es dann überhaupt noch Thema ist, um Erleuchtungserfahrungen bzw. Transzendenzebenen kümmern.      

Bleibt als Schlusswort nur noch:

"und wenn sie nicht irre geworden sind ...".  

Kommentar von MissMarplesGown ,

doch hat es :-) aber gut wenn man halt keine Ahnung hat

@acidfairy... holodeck ist eine erfahrene Psychologin mit einigen Jahrzehnten Praxis. Eines ihrer professionellen Steckenpferde ist die Nahtodforschung.

Du versprühst den "nachpubertären Charme" der "Alles-Wissenden" und "Alles-Durchschauenden", dies haben junge Leute in ihrem euphorischen Selbstverständnis oft noch an sich. Das legt sich womöglich später noch, wenn man verstanden hat, dass man durch Zuhören lernt, dass Aufmerksamkeit, Sachlichkeit und Respekt sich lohnen und dass ein vorschnelles Abwinken eines Gegenübers, das die Dinge erklären kann, niemals sinnvoll ist oder gar weiter bringt.

Du wirst mit den Dingen letztlich händeln müssen, wie sie sind - nicht, wie Du sie Dir zurecht legst.

Wenn Du lediglich wild auf exzessive Experimente, auf NTE und auf Drogen bist, dann hau rein, geh Deinen schrägen und unreflektierten Weg und trage die Folgen. Aber ein "weites Bewusstsein" erreichst Du damit nicht.

Halte Dich fit und gesund und pflege Deine Sinne und Kräfte, gib ihnen gute Entwicklungsbedingungen, anstatt sie unkontrolliert chemisch zu manipulieren und ungesund mit dem einzigen Gehirn zu experimentieren, das Du jemals haben wirst. Halluzinationen haben NICHTS mit NTE zu tun, dies ist keine "Meinung", sondern eines der hochinteressanten Ergebnisse der Langzeitstudien zu NTE.

Insbesondere die NTE-Forschung gibt Hinweise darauf, dass "Bewusstsein" womöglich nur sehr bedingt überhaupt mit "Gehirn" zu tun hat, Bewusstsein funktioniert auch ganz unabhängig von körperlichen Organen, es scheint weitaus mehr zu umfassen als das, was unser Gehirn als Organ uns "zeigen" und "melden" könnte.

Drogen wirken auf Verarbeitungsprozesse im Gehirn, nicht auf den Teil des Bewusstseins, der für Dich womöglich interessant wäre. Im Gehirn Mechanismen dämpfen oder "ausknipsen" zu wollen, um hinter der vorhandenen Schranke womöglich weiter und anders sehen zu können, ist eine risikoreiche und bezogen auf das Ziel auch eine nicht vielversprechende Idee. Der Weg ist ein völlig anderer.

Hinter Deiner euphorisch wirkenden Aufgeschlossenheit und Unbedarftheit gegenüber Drogen steckt weitaus mehr als "nur" Neugierde und Lust auf Flüge auf den Schwingen eines weiteren Bewusstseins.

Sollte dies bei Dir tatsächlich einmal passieren: Ich kann Dir nur wünschen, dass Du dann ein fittes, gesundes und immens gut funktionierendes Gehirn und eine robuste, gut sortierte und stabile Psyche hast. Denn beides würdest Du in diesem Moment und lange danach dringend benötigen, um eine solche Erfahrung auch nur einigermaßen gesund verarbeiten zu können.

Erfahrungen von erweitertem Bewusstsein brauchen das Gehirn und eine gesunde Psyche für ebendiese Erfahrungen - und für die Erneuerung Deines dann nicht mehr gut funktionierenden Weltbildes. Daher: Verheize nicht ausgerechnet den Besen, der hier dann einen Riesenhaufen Scherben auffegen muss, wenn Dein Wunsch sich doch einmal erfüllt.

Kommentar von user8787 ,

@MissMarplessGown

...und es ist verdammt harte Arbeit nach so einer Erfahrung zurück ins normale Leben zu finden. Jede verdammte Minute sitzt einem die Angst im Nacken....die Angst der Hilflosigkeit. 

Kein Gefühl ist schlimmer / intensiver.....löschen kann man das nicht, man muss lernen damit zu leben. 

Mir ist völlig unverständlich, das ein gesunder Mensch diesen Alptraum gerne künstlich herausfordern würde. 

Ich kann nur ausdrücklich vor so Experimenten warnen....


Kommentar von scatha ,

@Muecke, Das Problem ist, die "War on Drugs" Propaganda hat dermaßen oft falsche und erfundene Horrorgeschichten ins Volk gestreut, daß sie eben nicht mehr geglaubt werden. Das führt natürlich zu Leichtsinn bei denen, die daraufhin das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn es warnt sogar Christian Rätsch. Allerdings natürlich von einem aufgeklärten Standpunkt aus. Ich würde sagen, wer mit Respekt und Vorbereitung an die Sache geht, oder eine gute erfahrene Führung hat, kann man auch sehr positive Erfahrungen machen.

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