Frage von hvladi, 35

Nährstoffkreislauf des Erdbodens begrenzt?

Konkreter: Wenn ich ödes Land bewirtschaften will, brauche ich zu Beginn viel Dünger. Den hohle ich aus Biomüll und Mist. Der kommt aber irgendwo her, und dort wird er weniger. Heißt das, dass wenn ich totes Land aufleben lasse, indem ich es dünge, es irgendwo anders zwangsläufig weniger Nährstoffe/Leben gibt?

Expertenantwort
von Agronom, Community-Experte für Biologie, 18

Ja, prinzipiell schon. Ausnahme bildet hier der mengenmäßig bedeutensde Nährstoff, Stickstoff, der auch über Leguminosen aus der Luft in den Boden "gebracht" werden kann.

Alle anderen Nährstoffe können ohne Mineralische Dünger nur von anderen Flächen dorthin verlagert werden.

Antwort
von Saisha, 17

Im rein rechnerischen Sinne, ja, der Dünger wird am Ursprung weniger am Einsatzort mehr.

Im biologischen Sinne steht die Frage offen - war denn das Düngemittel am Ursprungsort nicht sogar im Überschuss vorhanden? Hier ensteht nur dann ein Defizit, wenn das Ödland auch weiterhin unter Fremdbezug große Düngemengen verzehrt.
Eine richtige Bewirtschaftung nach der Aufbereitung des Bodens verringert die zusätzlich benötigten Stoffe sehr stark. Auch wenn es zB durch geologische und wetterbedingte Beschaffenheiten immer noch zu einem Defizit des ursprünglichen Ödlandes kommt, ist die Gefahr sehr gering, dass die Fremdhilfe knapp wird.

An sich gesehen, ist im landwirtschaftlichen und gärtnerischen Bereich Düngemittel (egal ob natürlich oder industriellgewonnes) eigentlich stets im Überschuss vorhanden - auch marode Flächen können mit den vorhandenen Düngemitteln aufbereitet werden ohne dass andere Flächen zu kurz kommen. Ob die verfügbaren Mittel jedoch so genutzt werden, dass sie auch nachhaltig wirken ist dann nochmal eine andere Frage (zB Industriedünger in Kleingärten ist eher schädigend für den Kreislauf)

Antwort
von Heklamari, 12

JEIN !

Hier greifen viele kleine und große Kreisläufe in einander. Wie die anderen schon beschrieben haben.

Insgesamt, also global ist es aber eine Nullsummenrechnung, da letztendlich nichts verloren geht, rein molekular betrachtet.

Antwort
von Schokolinda, 7

der Biomüll oder mist fehlt nicht an anderer stelle, der ist zu viel. staple mist 3x3 meter auf und es wird eine weile dauern, bis das zugewachsen ist.

der nährstoffkreislauf des Erdbodens ist nicht begrenzt - so lange noch die sonne scheint. sonne führt unserem Planeten Energie zu, die beispielsweise von pflanzen aufgenommen wird und so zur Produktion von dünger beitragen.

Antwort
von taunide, 21

Nein, du schreibst ja selbst, dass es ein Kreislauf ist.

Die Natur hat nach und nach diesen Planeten besiedelt (Planzen) und hat dafür keine Schulden machen müssen. Mineralstoffe, Wasser, Substrat gibt Grundlage für neue Pflanzen, die verrotten und wieder Dünger produzieren usw.

Boden fruchtbar zu machen ist doch gut.

Kommentar von Agronom ,

In der Frage geht es aber darum, dass man eine Fläche bewirtschaftbar machen will, auf welcher der vorhande Kreislauf nicht ausreicht, man muss also irgendwie mindestens einmal zusätzliche Nährstoffe zuführen und das geht mit organischen Düngern eben nur, indem man sie von anderen Flächen abzieht.

Antwort
von Rudolf36, 2

Du kannst es schon so sehen: wenn der Kuhmist auf dem Acker landet, dann fehlt er im Darm der Kuh. 

Andererseits hat ja die Kuh auch irgendein Grünzeug vom Acker gefressen. So gesehen ist es dann ein Kreislauf. 

Nimm die Samen einer Tomate und säe sie in deinen Garten. Daraus wachsen 1000 neue Tomatenpflanzen. Sie brauchen keinen Biodünger, sie nehmen Mineralien und Wasser aus dem Boden, sie bilden Biomasse neu durch die Photosynthese.

"Wenn ich ödes Land bewirtschaften will, brauche ich zu Beginn viel Dünger." Nein brauchst du nicht. Aber mit etwas Dünger geht es etwas schneller. Mit viel Dünger erstickst du die keimenden Pflänzchen. 

Antwort
von voayager, 13

Auf einem begrenztem Körper ist letztendlich alles mehr oder minder begrenzt.

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