Frage von Toraoyaa, 58

Nächste Bewerbungsphase abwarten: Ein Jahr sinnvoll überbrücken - weiß jemand Rat?

Ich besuche zur Zeit die 12.Klasse eines Gymnasiums und war mir sehr lange unschlüssig, was ich nach der Schule machen wollte, ständig bin ich zwischen Studium und Ausbildung in den verschiedensten Bereichen geschwankt. Und jetzt, wo das Abi vor der Tür steht und die Bewerbungsphase sich ihrem Ende neigt, wird mir langsam klar, dass es sich kaum noch lohnen würde, mich für die wenigen Ausbildungsplätze zu bewerben, die ich im Sinn hatte. Versuchen kann man es immer, aber ehrlich gesagt wäre es mir lieber, bis zur nächsten Bewerbungsphase zu warten und währenddessen vor allem erst einmal ein paar Erfahrungen zu sammeln, denn ich habe eben davon herzlich wenige vorzuweisen.

Andere Bewerber haben vermutlich schon mehrere Praktika im entsprechenden Bereich hinter sich, sind in Vereinen aktiv und haben insgesamt einfach viel mehr vorzuweisen, als ich.

Und für genau so etwas möchte ich mir gerne nach der Schule einmal in aller Ruhe Zeit nehmen. Ich will einige Praktika im gestalterischen Bereich absolvieren, um mir mal ein genaueres Bild davon zu machen, ich will an meinen eigenen Fähigkeiten arbeiten, ich will vielleicht auch einen kurzen Abstecher nach Irland machen, da ich es dort wunderschön fand auf der Abifahrt und es wirklich vermisse, so viel englisch zu sprechen. Ich würde gerne auch wieder mehr schreiben, ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, ein Buch zu schreiben, vielleicht wäre das die Möglichkeit, mal damit anzufangen.

Mediengestalter, Gestalter für visuelles Marketing und ähnliche Berufe würden mir momentan vorschweben. In diesem Jahr könnte ich mir also auch den Umgang mit Programme wie Gimp und Photoshop aneignen, was vielleicht vom Vorteil wäre. Für solche kreativen Berufe muss man bei der Bewerbung ja auch oft Arbeitsproben vorlegen und für diese würde ich mir gerne mehr Zeit nehmen und mich damit nicht zu sehr stressen, ich will ja schließlich, dass sie gut werden.

Jetzt stellt sich mir nur die Frage, wie ich das meinen Eltern klarmachen soll. Es ist ja nicht so, dass ich nach dem Abi einfach mal ein Jahr faul herumsitzen und Urlaub machen will, ich will ja Berufserfahrungen sammeln, ich will meine Fähigkeiten, die ich für besagte Berufe benötige, verbessern, ich will mir mehr im Klaren werden, was ich eigentlich will. Aber ich habe das Gefühle, dass vor allem meine Mutter damit nicht einverstanden wäre. Ich hätte zwar durchaus das Geld zusammen gespart, um mir irgendwo eine kleine Wohnung zu suchen oder in eine WG zu ziehen, aber ich würde dieses Geld lieber weiterhin sparen und erst dann verwenden, wenn es unbedingt sein muss, nicht, wenn ich Zoff mit meiner Mutter habe und deshalb ausziehen muss.

Mich würden vielleicht auch Erfahrungsberichte von Leuten aus der kreativen Branche interessieren (Gestaltung oder Schreiben). Verdient man wirklich so schlecht? Von einem Bekannten habe ich gehört, dass Leute, die solche Berufe ausüben, die nächsten Hartz 4 Empfänger sein sollen.

Antwort
von conelke, 35

Ist zwar schade, dass Du nicht wusstest was Du machen sollst und nun die Bewerbungsphase verdaddelt hast, aber letztendlich ist es kein Beinbruch, da Du eigentlich genaue Vorstellungen hast und auch nicht ein Jahr nur chillen möchtest. Bevor Du Deinen Eltern etwas sagst, solltest Du einen genauen Plan haben. Ich an Deiner Stelle würde die Praktika, die Dir vorschweben auch machen, so dass Du wirklich genau weißt, dass Du in diesem Beruf auch eine Ausbildung machen möchtest. Ich würde Dir 2-3 Praktika à drei Monate empfehlen, da Du erst über einen solchen Zeitraum richtigen Einblick ins Berufsleben bekommst und vielleicht auch an einigen Projekten mitarbeiten kannst. Du solltest jetzt schon recherchieren, welche Agenturen Praktikanten annehmen und mal vorfühlen, ob Du in den bestimmten Zeiträumen dort unterkommen kannst. Erst die Praktika, dann das Vergnüngen mit Irland, um die Sprache aufzubessern ;-). Wenn Du Deinen Eltern nachweisen kannst, dass es vernünftig mit Dir weitergeht, wird keiner etwas zu meckern haben. Wenn Du als Praktikant gearbeitet hast und Dich nicht dumm anstellst, hast Du vielleicht sogar die Möglichkeit dort eine Ausbildung zu machen. Aber wie gesagt, ich würde jetzt schon mit den Recherchen beginnen, damit Du genügend gute Informationen für Deine Eltern hast und sie sehen, dass Du auf dem Weg bist.

Kommentar von Toraoyaa ,

Ich habe am 25.Februar wieder einen Gesprächstermin mit dem Berufsberater, der jeden Monat an unserer Schule ist, ich werde mich also mal diesbezüglich mit ihm unterhalten. Work and Travel wäre mir auch in den Sinn gekommen, aber eben nicht für ein ganzes Jahr, sondern vielleicht nur für 6 Monate, damit ich auch noch Zeit für Praktika in den entsprechenden Bereichen habe. Bei Ikea habe ich schon einmal nachgefragt, ob sie Langzeitpraktika anbieten würden (wobei ich glaube ich wirklich lieber mehrere Praktika machen würde, als nur ein einziges das über 6-12 Monate geht, falls mir die Branche nicht zusagt)

Kommentar von conelke ,

Na dann hoffe ich für Dich, dass Du an einen guten und engagierten Berufsberater gerätst. Du solltest Dir Deine Fragen notieren und sie dann bei ihm abfragen...vielleicht kannst Du Dich bei dem einen oder anderen Punkt schon vorher ein wenig schlau machen. Was für ein Praktikum stellst Du Dir denn bei IKEA vor? Work and Travel ist mit Sicherheit auch interessant, wenn Du das machen möchtest. Ich kenne aus dem Bekanntenkreis ein Mädchen, die das über ein Jahr hinweg in Australien gemacht hat. Sie war so begeistert, dass es ihr schwer fiel wieder nach Deutschland zu kommen. Sie will auf jeden Fall irgendwann wieder dorthin. Sie macht jetzt eine duale Ausbildung im Hotelwesen mit Abschluss Bachelor.

Kommentar von Toraoyaa ,

Bei diesem Berufsberater bin ich schon einige Male gewesen, er hat mir schon sehr weitergeholfen, vor allem was mögliche Ausbildungsberufe in meinem Interessensbereich angeht.

Bei Ikea dachte ich an Gestalterin für visuelles Marketing, wofür ich mich eigentlich auch Bewerben wollte, aber die IKEA Filiale in meiner Umgebung bietet momentan keinen Ausbildungsplatz an.

Australien fände ich auch extrem interessant, ich dachte ja zuerst an Irland, da das mein Ziel für die Abifahrt war, nur leider wäre Work and Travel dort sehr schwer umsetzbar.

Kommentar von conelke ,

Das ist ja schön, wenn der Berufsberater Dir auch wirklich hilft.

Wenn keine Ausbildung bei IKEA, dann vielleicht erst einmal ein Praktikum...?

Ich bin zwar weder in Australien noch in Irland gewesen, aber ich denke, dass das zwei Extreme sind, sowohl landschaftlich als auch kulturell gesehen. Und ja, man muss natürlich auch eine Arbeit finden können, aber das kann man ja herausfinden, wie schwer oder leicht das ist.

Viel Glück bei Deinen Entscheidungen.

Antwort
von deliriously, 26

Du könntest auch mit deinem Berufsberater beim Jobcenter reden. Der kann dir Vorschläge geben, wo du Praktika machen kannst und wo es am sinnvollsten wäre, da es eine Aussicht auf eine Ausbildung gibt.

Informier dich, frag bei den Betrieben an und wenn du das alles zusammen hast, erzähl deinen Eltern davon.. Eltern sind mehr davon begeistert, wenn man dennen Vorschläge gibt und direkt was fester in der Hand hält.

Der Berufsberater hält Praktika auch für eine Gute Möglichkeit..

Zusätzlich gibt es vom Jobcenter ein Übergangsjahr, bei dem du eben ein Jahr (bis du deinen Ausbildungvertrag unterschrieben hast) bist. Dort kannst du deine Bewerbungen schreiben/ausdrucken, nach Praktika suchen usw. Damit bist du nicht als arbeitslos gemeldet UND du bekommst dein Kindergeld weiter.. denn wenn du ein Jahr nur "chillst", dann folgt kein Kindergeld..

Bei diesem Übergangsjahr bekommst du ca 200 € / Monat + alle Frachtkosten, die du beim Weg zur Schule bzw zur Praktikumsstelle brauchst.
Zusätzlich bist du noch versichert. Geh am besten zu deinem Berufsberater und erkundige dich darüber!

Kommentar von Toraoyaa ,

Beim Berufsberater war ich schon dreimal in den letzten Monaten, an unserer Schuler finden jeden Monat solche Gesprächstermine mit einem Berufsberater statt. Ich werde ihn das nächste Mal auch gleich darauf ansprechen, welche Möglichkeiten ich zur sinnvollen Überbrückung hätte.

Antwort
von Fairy21, 23

Dann mach doch die Praktikas in diesen Bereichen.  

Ideen zur Überbrückung

FSJ , FSÖ, BUFDI

Kommentar von Toraoyaa ,

FSJ etc. ist jetzt nur leider für die Bereiche, für die ich mich bewerben möchte, eher weniger relevant. Mein Interesse für beispielsweise Altenpflege oder Naturschutz ist jetzt auch nicht so übermäßig groß, dass ich das gleich ein Jahr lang ausüben möchte. Praktika auf jeden Fall, aber FSJ kommt eher nicht in Frage.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community