Frage von aniblalu, 119

Nachzahlung Krankenversicherung bei Werktstudent?

Ich bin seit September 2014 als Werkstudentin tätig und verdiene im Monat über 450 EUR. Habe im September dann ein Brief von der AOK bekommen, indem es hieß, dass ich nachzahlen muss, da mein Anspruch auf Familienversicherung mit der Überschreitung der Einkommensgrenze erloschen ist.

Da ich 21 bin und ich nicht mehr zuhause lebe, kann ich mir eine studentische Krankenversicherung nicht leisten und jetzt (Januar 2016) verlangt die AOK eine Nachzahlung von knapp 1100 EUR von mir für das gesamte Jahr 2015.

Was kann ich jetzt tun? Besteht die Möglichkeit die Krankenkasse zu wechseln?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Apolon, 69

@aniblalu,

dann kontaktiere die AOK und frage, ob sie dir die nachgeforderten Beiträge nicht in mtl. Raten mit deinen neuen GKV-Beiträge in der KVdS abziehen können.

 Da ich 21 bin und ich nicht mehr zuhause lebe, kann ich mir eine studentische Krankenversicherung nicht leisten

Diesen Hinweis kann ich nicht nachvollziehen:

Deine Eltern sind für dich noch unterhaltspflichtig - also wende dich an sie.

Vermutlich bekommen sie ja auch Bafög und Kindergeld für dich.

Außerdem kann auch ein Student nebenbei noch arbeiten, wenn das Einkommen nicht ausreicht.

Zumindest wirst du für die nächsten Monaten ja auch noch mtl. Beiträge in die Krankenversicherung der Studenten zahlen dürfen. mtl. so um die 85 €.

Kommentar von aniblalu ,

"dann kontaktiere die AOK und frage, ob sie dir die nachgeforderten
Beiträge nicht in mtl. Raten mit deinen neuen GKV-Beiträge in der KVdS
abziehen können."

...das heißt konkret was?

Danke für die Antwort :-)

Kommentar von Apolon ,

Dies könnte bedeuten, dass du die Nachzahlung nicht in einer Summe zahlen musst, sondern in mtl. Raten.

Ergänzend zu deinem GKV-Beitrag in der KVdS (Krankenversicherung der Studenten).

Antwort
von DerHans, 74

Die Krankenkasse wechseln, kannst du nur, wenn du diese aufgelaufenen Schulden beglichen hast. Dann kannst du fristgemäß kündigen.

Allerdings musst du bei anderen Kassen das gleiche zahlen.

Antwort
von ellaluise, 74

... und du meinst, die Beitragsforderungen der AOK lösen sich in Luft auf?

Die Forderungen scheinen korrekt zu sein. Meines Wissenstandes nach, muß, wenn die Einkommensgrenze für die Familienversicherung überschritten ist (und es kein Minijob ist/war), eben der Beitrag gezahlt werden.

Jede Krankenkasse würde den Beitrag fordern müssen. Das tut natürlich sehr weh.

Kommentar von aniblalu ,

Nein, dass sie sich "in Luft auflösen" wollte ich mit meiner Frage nicht implizieren. Meines Wissens, sollte eine Krankenkasse oder zumindest der Arbeitgeber den Studenten darüber informieren, dass es eine gewisse Einkommensgrenze gibt und die Krankenversicherung ganz allein auf den Studenten zurückfällt. Ich dachte, ich sei bis 25 als Student familienversichert - und mir war auch leider nicht bewusst, dass ich solche Beiträge zahlen muss.

Klar, das tut richtig weh. Vor allem, wenn die Krankenkasse so frech ist und einem direkt ohne Vorwarnung oder jeglichem ne Rechnung ausstellt.

Vielleicht kann sich ja die AOK nachsichtig zeigen. Ich wollte ja niemanden damit hinterziehen sondern war einfach nicht darüber informiert.

Antwort
von eulig, 62

die Beitragsforderung ist korrekt. Kassen dürfen bis zu 4 Jahre rückwirkend Beiträge einfordern.

du solltest mit der AOK eine Ratenzahlung vereinbaren, denn wenn du nicht zahlst (sofort oder per Raten), dann wird dein Versicherungsstatus auf den sogenannten ruhenden Leistungsanspruch umgestellt. d.h. du bist nur noch für Notfälle und Schmerzbehandlungen abgesichert.

und selbst ein Kassenwechsel würde daran nichts ändern, da die "alte" Kasse dazu verpflichtet ist, der neuen Kasse mitzuteilen, dass Beitragsschulden bestehen und ein ruhender Leistungsanspruch besteht.

und mal abgesehen davon, steht bei dir bald der Gerichtsvollzieher vor der Tür.

ich rate dir deshalb unbedingt den Kontakt mit der AOK zu suchen.

um für die Zukunft solche Beitragsrückstände zu vermeiden, solltest du immer zeitnah der Krankenkasse mitteilen, sobald du die Einkommensgrenze für die Familienversicherung überschreitest. riechen können die Kassen dein Einkommen über das Jahr nicht. die Kasse bekommt frühestens im Folgejahr, mit der Jahresmeldung für das Vorjahr mit, was du verdient hast. und dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen. und selbst dann bist immer noch du in der Meldepflicht.

noch eine Notiz am Rande. der Hauptversicherte über den die Familienversicherung läuft ist übrigens dazu verpflichtet, Einkommen des Familienangehörigen zu melden. vor allem dann, wenn die monatliche Einkommensgrenze überschritten wird.

Versicherte haben eben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten.

Kommentar von wurzlsepp668 ,

die AOK hat eigene Vollziehungsbeamte ......

braucht somit keinen Titel, gar nix ...

Kommentar von eulig ,

das weiß ich, würde aber nur den Fragesteller verwirren. mit dem Begriff Gerichtsvollzieher kann jeder was anfangen und weiß was das für Folgen hat. mehr wollte ich auch nicht darstellen.

Kommentar von aniblalu ,

Ich werde sicherlich nicht den Kontakt zur AOK vermeiden. Habe ich bis jetzt auch nicht. Mir ging es nur darum, dass man als Student darüber nicht genügend informiert wurde und ich jetzt nach einer - für mich angenehmsten - Lösung suche.

Als Student kann ich schlecht so viel Geld auftreiben und schon gar nicht auf einen Schlag bezahlen.

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