Frage von SigneDeQuestion, 37

Nachweis eines Mangels?

Hallo zusammen!

Ende Januar 2015 erwarb der Käufer vom (gewerblichen) Verkäufer über eBay ein Notebook zum Privatgebrauch.

Mitte März 2015 ließ sich das Notebook plötzlich nicht mehr starten. Der Verkäufer wurde hierüber telefonisch in Kenntnis gesetzt, verweigerte jedoch eine Nachbesserung im Rahmen der Gewährleistung. Daraufhin wurde ihm per Einschreiben mit 14-tägiger Frist angeboten, das Gerät zur Nachbesserung zurückzuschicken oder das Gerät wahlweise gegen ein funktionsfähiges auszutauschen. Nachdem er auf diese Aufforderung nicht reagierte, erklärte der Käufer per Einschreiben den Rücktritt vom Vertrag. Anschließend erhob der Käufer (innerhalb von 6 Monaten ab Kaufdatum) Klage auf Rückzahlung des Kaufpreises gegen Zug-um-Zug-Übergabe des Geräts.

In seiner Klageerwiderung behauptete der Verkäufer, der Kläger habe selbst am Gerät herumgeschraubt, was einen Gewährleistungsanspruch ausschließe. Den Nachweis wollte er mittels einer Untersuchung des Geräts in seiner eigenen oder in einer autorisierten Werkstatt führen. Der Kläger antwortete, dass er dem Verkäufer bereits im Rahmen des Nachbesserung-Schreibens die Möglichkeit zur Prüfung gegeben habe, gegen eine Untersuchung in einer autorisierten Fachwerkstatt jedoch nichts einzuwenden sei. Jedoch sei diese Untersuchung nicht geeignet, herauszufinden, wann ein evtl. Eingriff erfolgt sei (vor oder nach dem Verkauf des Notebooks), da es sich um ein Gebrauchtgerät handelt.

Nun zur Frage: 1) Hätte der Käufer dem Verkäufer das Vorhandensein eines Mangels (innerhalb von 6 Monaten) nachweisen müssen (Gutachten einer Werkstatt, eines Sachverständigen etc)? Oder reichte es aus, ihm die Inaugenscheinnahme des Geräts im Rahmen der Nachbesserung anzubieten? 2) Wenn ersteres zutrifft, kann die Klage allein deswegen scheitern?

Vielen Dank für Eure Antworten!

Antwort
von Interesierter, 9

Zu 1: Nein! Wichtig ist, dass der Mangel innerhalb der 6-Monats-Frist erkannt und gerügt wird. Das ist geschehen.

Zu 2: Ebenfalls Nein! Die Klage kann nur scheitern, wenn der Verkäufer den Nachweis führt, dass das Gerät bei Gefahrübergang mangelfrei war.

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