Frage von biker1985, 41

Nachtschicht verweigern, bei Nichtzahlung der Zulage?

so... google findet nichts und im speziellen werde ich aus dem gesetz nicht schlau...

folgendes... ich arbeite seit 2014 bei einem sehr großen wohlfahrtsverband... mit früh.- spät.- und nachtschicht... jetzt ist es so, dass man uns für die nachtschichten 1,50€ zulage zugesagt hat in der zeit von 22-6 uhr...

in der regel mache ich/ wir pro monat eine nachtschicht-woche (5 nächte) von 22:00 - 06:30 uhr...

leider haben wir bis dato nicht einen cent der zulage je bekommen... wenn man nachfragt, bekommt man als antwort: das ist alles zur zentrale gegangen... wenn man dort anruft bekommt man die antwor: wir warten auf die unterlagen aus eurer verwaltung...

keiner fühlt sich verantwortlich und der betriebsrat ist auch eine untätige birne...

nun zur eigentlichen frage...

darf oder kann ich die ausübung der nachtschicht verweigern?

das normale gehalt ist immer pünktlich auf meinem konto und da gibt es auch keine offenen posten... lediglich die nachtzulage, fehlt... dies aber seit 10/2014 bis jetzt, also 1,5 jahre

über fachkundige antworten würde ich mich sehr freuen, evtl. auch unter angabe von gesetzen oder der gleichen.

merci!

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 36

Die Nachtschicht kannst Du nicht verweigern.

Wenn die Zulage im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder einer Betriebsvereinbarung festgelegt ist, kannst Du den AG aber erst einmal abmahnen und anschließend, sollte er nicht bezahlen, verklagen.

Bei einer Arbeitsverweigerung wird der AG Dich abmahnen und im Wiederholungsfall kündigen. Daher ist eine Verweigerung der denkbar schlechteste Weg.

Antwort
von dadamat, 20

Du darfst die Arbeit nicht verweigern. Schreibe deinen Arbeitgeber an (Einschreiben mit Rückschein) und verlange die Auszahlung der dir zuständigen Zulage. Setze eine Frist von zwei Wochen. Damit bleibt auch bei noch längerer Verzögerung der Auszahlung dein Anspruch voll erhalten und unterliegt nicht der Verjährung.

Antwort
von 3dfan, 41

Zuerst zwei Gegenfragen:

Ist die Schichtarbeit im Arbeitsvertrag erfasst?

Wurde euch die Zulage mündlich zugesagt oder steht diese Zulagenregelung auch im Arbeitsvertrag?

Kommentar von 3dfan ,

Hier ein paar Infos zu Nachtarbeitszuschlägen. Scrolle nach unten bis zum Punkt "Nachtarbeit". Das beanwortet natürlich noch nicht deine Frage aber bestätigt, dass ihr bei Nachtschicht ein Anrecht auf Zuschläge oder entsprechenden Freizeitausgleich habt.

http://www.lohn-info.de/zuschlag.html

Ich schicke etwas später noch einen weiteren Link mit anderen Infos zur Arbeitsverweigerung.

Kommentar von 3dfan ,

In der Tat kann deine Frage wohl nur ein Anwalt für Arbeitsrecht beantworten. Tatsache ist, dass Nachtschicht gesetzlich höher vergütet werden muss. Entweder mit Freizeitausgleich oder finanziell. Ich fand keine festen Regelungen für den Ausgleich. Finanziell weren jedoch 25% Lohnzuschlag als "angemessen" empfunden. Ich gehe davon aus, dass du mehr als 6 Euro pro Stunde verdienst. Damit wären die 1,50 Euro zu wenig. Immer noch die Frage ob der Zuschlag im Arbeitsvertrag steht. Die Arbeit verweigern darf man nur aus wichtigem Grund. Z.B. Lohnrückstande (ab 1,5 Monatsgehälter). Ich denke auch wenn der Zuschlag seit 2014 nicht gezahlt worden ist, kommen noch keine 1,5 Monatsgehälter zusammen. Auf jeden Fall kannst du den Betrag anmahnen (mit 1-2 Wochen Zahlungsfrist) und kannst dann z.B. einen Zahlungsbefehl erwirken. Hier noch 2 Links mit einigen Infos:

Freizeit bzw. finanzieller Ausgleich:

http://www.hensche.de/Rechtsanwalt\_Arbeitsrecht\_Gesetze\_ArbZG\_p6.html

Musterbriefe mit Erklärung für Einforderung ausstehender Gehaltszahlungen:

https://www.arbeitskammer.de/fileadmin/user\_upload/ak\_download\_datenbank/Publ...

Ich hoffe das hilft ein bisschen. Am besten wirklich zu einem Anwalt gehen oder beim Arbeitsgericht Info einholen.

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