Frage von Curios2000, 765

"Nachträgliche Postverzollung": neue Post-Servicegebühr von 28,50€ umgehen?

Hallo,

hat von Euch jemand Erfahrung mit der neuen Servicegebühr der Dt. Post, die für eine "Nachträgliche Postverzollung" nun 28,50€ Servicegebühr kassieren will (zusätzlich zum Zoll).

Ich habe über eBay (Versand aus China) eine hübsche Duftlampe für 8 US-$ bestellt (incl. Porto) und da ist eine solche Gebühr wirklich unverhältnismäßig, zumal die Post dafür bis August 2015 nichts verlangt hat. Sprich, wenn ein Beleg fehlte schickte man diesen ans Zollamt und einige Tage drauf kam das Paket an und der Postbote kassierte den Zoll (meist nur wenige Euro) oder auch gar nichts.Viele Leute im Internet klagen, diese Gebühr wäre "Abzocke", nur Lösungen finde ich kaum.

Die Gebühr der GDSK (Gesellschaft der Schnellkuriere) kann man laut Internet-Tutorials durch eine "Selbstverzollung" online direkt beim Zoll umgehen. Funktioniert das hier auch?

Die Zollmitarbeiter waren am Telefon wenig hilfreich diesbezüglich. Ich kann aber nicht persönlich zum Zollamt (viel zu lange Anfahrt) und den Artikel zurückgehen lassen wäre auch schade.Ich sehe es nicht ein, dass einen die Post hier mit einer unverschämten Gebühr erpressen will. In Österreich kostet der Service so um 10€, das wäre noch vertretbar.

Hoffentlich hat jemand Erfahrungen.Vielen Dank im Voraus.

Expertenantwort
von SpediHAJ, Community-Experte für Zoll, 652

Ich habe mich zugegebenermaßen noch nicht mit der Gebühr befasst. Aber wenn ich "nachträglich" lese, sollte das ja eigentlich nciht für die normale Zollabwicklung sein, sondern nur, wenn Du die Sendung versehentlich am Zoll vorbei erhalten hast und so ehrlich bist, dem Zoll mitteilen zu wollen, dass Du anscheinend unverzollte Ware erhalten hast. So jedenfalls würde ich den Begriff "nachträgliche Postverzollung" verstehen.

Hast Du mal bei der Post gefragt, wie sich das verhält?

Online-Selbstverzollung geht bei Postsenndungen leider nicht. Nur bei Paketdiensten.

28,50 Euro für eine Zollabwicklung ist Dir zu teuer, aber zum Zollamt fahren dauert Dir zu lange. Hm... Was ist Dir deine Zeit wert? 2 Stunden Fahrt (als Beispiel) plus Wartezeit beim Zoll und dem ersparten "Formularkrieg" ofensichtlich nicht. Nur mal zum drüber nachdenken.

Kommentar von Curios2000 ,

Hallo SpediHAJ,

vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Ja, ich habe mehrfach bei der Beratungs-Hotline der Post und beim Zoll angefragt und der Begriff "Nachträgliche Postverzollung" bedeutet wohl, dass unzureichend deklarierte Postsendung, die nicht direkt am Frankfurter Flughafen verzollt werden, an das für den Empfänger zuständige regionale Zollamt überstellt werden. Dort müssen dann fehlende Belege nachgereicht werden, also die Sendung „nachträglich“ verzollt. Erhalten habe ich die Sendung leider nicht, nur die Benachrichtigung kam in einem A5-Umschlag (mit Kopie der Päckchen-Beschriftung).

Sollte eine Sendung korrekt deklariert sein und sie am ersten ankommenden Zollamt (bei mir Frankfurt) verzollt und abgefertigt werden können, stellt die Post sie auch weiterhin kostenfrei dem Empfänger zu und kassiert ggf. den reinen Zoll (ohne Aufschläge). Nur das Nachreichen von Belegen durch den Empfänger (das die Post seit Bestehen ebenfalls für 0 € abgewickelt hat) wird seit August 2015 berechnet (wenn man nicht selbst hinfährt). Also eine Erhöhung von 0 auf 28,50 €. Das ist unverständlich und extrem ärgerlich. :(

Wäre es jetzt eine große Bestellung oder ein liebes Geschenk eines Bekannten in Übersee, könnte ich es ja verstehen (oder die 3-4 Std. fahren). Aber doch nicht wegen einer 8 € Duftlampe, wo der eBay-Verkäufer aus China vergessen hat, außen eine Rechnung anzubringen. Die Lampe ist noch dazu so klein, dass sie in einem A4 Luftpolsterumschlag verschickt wurde.

Aber danke, dass Du meine Hauptfrage beantwortet hast:

Online-Selbstverzollung geht bei Postsenndungen leider nicht. Nur bei Paketdiensten.

Das wäre die erhoffte Umgehung dieser Gebühr gewesen. :(

Man muss nun wohl auch künftig bei Kleinigkeiten, die man über eBay von außerhalb der EU bestellt damit rechnen, persönlich zum Zoll fahren zu müssen oder der Post diese 28,50 € für den „Service“ nachzureichender Belege zu zahlen.

Vielen Dank für die Hilfe :) und schöne Grüße

Antwort
von Margita1881, 603
Selbstverzollung Funktioniert das hier auch?

ja, das funktioniert und bleibt Dir nichts anderes übrig, als hinzufahren und die Verzollung durchzuführen.

Artikel zurückgehen lassen ist bei chin. Verkäufer schwierig oder hast Du chin. Buchstaben auf Deiner Tastatur?

Kommentar von Curios2000 ,

Danke für den Rat, Margita1881.

Es ist schon klar, dass die persönliche Abholung im Zollamt immer noch kostenlos ist. Das bedeutet aber bei mir mehrere Stunden Fahrtzeit.

Die Frage ist, ob es nicht auch die Möglichkeit gibt, die Paketdaten online beim Zoll in das Formular "Selbstverzollung" einzutragen, damit der Zoll dann das Paket kostenfrei weiterschicken kann (ggf. wäre dann an der Haustüre nur der reine Zoll nachzuzahlen).

Bei den Mitteilungen der GDSK (Gesellschaft der Schnellkuriere) lässt sich diese "Servicegebühr" damit umgehen. Hier einige Toutorials dazu:

http://www.blog.oscg.eu/2011/02/selbstverzollung-bei-der-gdsk/comment-page-8/#co...

https://www.youtube.com/watch?v=SLhTveiybsI

Die Frage ist jetzt nur, funktioniert das auch bei normalen Postsendungen, bei denen die Deutche Post seit einigen Monaten diese unverschämten 28,50 € kassieren will? Ich kann nach wirklich intensiever Suche keine Infos darüber finden.

Danke!

Kommentar von Margita1881 ,

Ich musste mal wegen einer USA-Sendung zum Münchner Zoll. Hätte ich die Sendung über den Paketdienst abwickeln lassen, hätte ich auch diesen hohen Betrag bezahlen müssen.

Es geht nur - entweder oder - leider.

Aber ruf doch am Montag bei Deinem zuständigen Zollamt an, vielleicht können die Dir den richtigen Tipp geben.

Viel Glück

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